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Konjunkturprognose Osteuropa leidet stärker unter der Coronakrise als gedacht

Die zweite Coronawelle trifft Länder wie Polen oder Tschechien hart. Der Wiederaufschwung dauert deshalb deutlich länger. Einen Lichtblick gibt es aber.
01.10.2020 - 08:27 Uhr Kommentieren
Sogar die Bauwirtschaft ist in Polen im Abschwung. Insgesamt trifft die Coronakrise Osteuropa länger als bisher erwartet. Quelle: dpa
Baukräne in Warschau

Sogar die Bauwirtschaft ist in Polen im Abschwung. Insgesamt trifft die Coronakrise Osteuropa länger als bisher erwartet.

(Foto: dpa)

Berlin Die Coronakrise hat die wachstumsverwöhnten osteuropäischen Staaten doch heftiger getroffen als noch vor Monaten erwartet. Sah es zu Beginn der Pandemie so aus, als ob die Region vergleichsweise gut durch die Krise komme, hat sich das Bild jetzt verschoben. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Konjunkturprognose der Osteuropaförderbank EBRD.

Der Weg, wieder auf das Wirtschaftsniveau von vor dem Ausbruch der Pandemie zurückzukehren, wird der Prognose zufolge nun doch deutlich länger. „Es sind zwei verlorene Jahre für Osteuropas Wirtschaft“, sagte die Chefökonomin Beata Javorcik der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) dem Handelsblatt.

Der wirtschaftliche Rückgang in Polen, Litauen oder Ungarn sei zwar geringer als in westeuropäischen Staaten, doch müssten diese ökonomisch immer noch aufholenden Staaten eigentlich deutlich schneller wachsen.

Viele osteuropäische Staaten sind mit vergleichsweise geringen Infektionszahlen durch die erste Corona-Welle im Frühjahr gekommen, jetzt in der zweiten Welle aber zum Teil heftig getroffen. Wegen der Eindämmungsmaßnahmen hat die EBRD ihre Konjunkturprognose erheblich herunterkorrigiert gegenüber Mai.

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    Sie erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in Mitteleuropa und den baltischen Staaten in diesem Jahr um 4,4 Prozent zurückgehen wird. Eine Erholung wird mit 3,5 Prozent im Jahr 2021 erwartet. Das Wachstum im kommenden Jahr kann den Rückgang in diesem also nicht ausgleichen.

    Im Mai hatte die EBRD für diese zentraleuropäischen Staaten noch mit 4,6 Prozent Wachstum im Jahr 2021 gerechnet. Besonders heftig fällt nach den Berechnungen der Einbruch für die osteuropäischen EU-Staaten Kroatien, Slowenien und die Slowakei aus. Nur die drei baltischen Staaten können bis Ende 2021 den Abschwung wirtschaftlich kompensiert haben.

    Hoffen auf den EU-Wiederaufbaufonds

    Aber auch der größte osteuropäische EU-Staat Polen, der die Finanzkrise 2008/09 als einziges Land der Union ohne Rezession durchlebt hat, kann der Förderbank zufolge erst im ersten Quartal 2022 sein Wirtschaftsniveau von 2019 wieder erreichen.

    Noch schlechter sieht es für Russland aus, wo nicht einmal einen Monat nach dem Schulstart in Moskau die Schulen für zunächst zwei Wochen wieder geschlossen haben und zwei Millionen Menschen in Quarantäne geschickt wurden.

    Die russische Wirtschaft werde erst im vierten Quartal 2022 Vorkrisenniveau erreichen, nach einem Einbruch um 4,5 Prozent in diesem und drei Prozent Wachstum im kommenden Jahr.

    Großer Lichtblick sei das EU-Rettungspaket gegen die Coronakrise, von dem auch die osteuropäischen EU-Staaten profitierten, sagte Javorcik. „Aber das wohl nicht schon im nächsten Jahr, sondern erst später.“ Ein Grund, warum die Förderbank erst für 2022 mit einer Rückkehr zum wirtschaftlichen Niveau von 2019 für die osteuropäischen EU-Länder rechnet.

    In Osteuropa und Nordafrika, den Regionen, in denen die EBRD tätig ist, gab es im ersten Halbjahr bereits mehr Arbeitsplatzverluste und Unternehmensschließungen als nach der globalen Finanzkrise 2008/09.

    Fünfzehn Prozent der Bevölkerung haben dort ihren Arbeitsplatz verloren, mehr als doppelt so viele wie in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften Europas. Die EBRD-Studie hat das Münchener Ifo-Institut auf der Basis von 40.000 Befragten in Staaten des Nahen Ostens, Nordafrika sowie sechs westeuropäischen Staaten erstellt.

    Mehr: Deutschlands Außenhandel: Polen top, Russland flop

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