Konservativer gewinnt Stichwahl Anastasidis heißt Zyperns neuer Präsident

Machtwechsel auf Zypern: Der konservative Politiker Nikos Anastasidis gewinnt die Stichwahl um das Präsidentenamt. Der 66-Jährige konnte sich gegenüber Konkurrent Malas durchsetzen. Jetzt braucht er die Hilfe von Europa.
Update: 25.02.2013 - 06:44 Uhr 18 Kommentare
Der Konservative Nikos Anastasidis bei der Abstimmung zur Präsidentenwahl in Zypern. Quelle: dpa

Der Konservative Nikos Anastasidis bei der Abstimmung zur Präsidentenwahl in Zypern.

(Foto: dpa)

Nikosia/BrüsselNikos Anastasidis heißt der Sieger der Präsidentenwahl in Zypern. Nach seinem Wahlerfolg am Sonntag angekündigte er an, das Vertrauen in das schwer angeschlagene EU-Land wiederherstellen zu wollen. „Meine oberste Priorität ist, die Glaubwürdigkeit Zyperns wiederherzustellen“, sagte der konservative Politiker und Sparkurs-Befürworter. Zypern werde „verlässlich“ mit seinen europäischen Partnern zusammenarbeiten, um „schnellstmöglich“ ein Hilfspaket zu schnüren.

Nach Auszählung aller Stimmen erhielt Anastasidis 57,48 Prozent – und wird somit neuer Präsident der von der Staatspleite bedrohten Mittelmeerinsel. Sein Gegenkandidat, der linke Politiker Stavros Malas, kam auf 42,52 Prozent. Dies teilte das zyprische Innenministerium nach der Stichwahl am Sonntagabend mit.

Anastasidis will Zypern nach eigenen Worten wieder auf europäischen Kurs bringen. In den Staatskassen ist nach offiziellen Angaben nur noch bis Ende März Geld. Zyperns Wirtschaft war 2012 um 2,3 Prozent geschrumpft. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang um 3,5 Prozent gerechnet, eine Erholung nicht vor 2016 erwartet.

Nach fünf Jahren wird mit Anastasidis wieder ein Konservativer das EU-Land Zypern führen. Er soll am 1. März vereidigt werden. Danach wird er auch seine Regierung ernennen. Am 5. März will sich die Eurogruppe mit dem Problem Zypern befassen. Der pro-europäische Anastasidis, der gute Beziehungen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat, hatte sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen ausgesprochen, um die Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen.
Hunderte Anhänger des Wahlsiegers versammelten sich nach Bekanntgabe der ersten Prognosen und jubelten, wie das Fernsehen zeigte. Der Wahlverlierer Malas gratulierte Anastasidis und sicherte ihm Unterstützung bei allen Maßnahmen zu, „die unserem Volk dienen“.



Der bisher regierende kommunistische Präsident, Dimitris Christofias, war wegen des Scheiterns seiner Finanzpolitik nicht für eine zweite Amtszeit angetreten. Die Insel befinde sich „an einem Scheideweg“, hatte Anastasidis nach der Stimmabgabe erklärt. „Wir müssen uns sofort mit der Finanzkrise befassen“, sagte er Reportern in Nikosia. Viele Zyprer befürchten, dass sie bei einem harten Sparprogramm verarmen und künftig Elendsszenen wie im benachbarten Griechenland zu sehen sein werden.

Anastasidis war als Favorit ins Rennen gegangen. Er befürwortet schnelle Umschuldungs-Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern der Inselrepublik im Mittelmeer. Im ersten Durchgang hatte er die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt.

Entscheidung über Hilfspaket
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18 Kommentare zu "Konservativer gewinnt Stichwahl: Anastasidis heißt Zyperns neuer Präsident"

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  • Leute, macht euch keine Hoffnung, die 17 Milliarden für Zypern sind schon fertig verpackt. Und jeder weiss, dass sie natürlich nicht Zypern retten, sondern Banken und deren Investoren, egal wo die jetzt sitzen. Da sind sich CDU, SPD und deren Mehrheitsbeschaffer einig. Es geht einfach darum, dass der Euro dermaassen labil ist, dass der Bankrott eines Zwergstaates reicht, das ganze Lügengebäude einzureissen.

  • Zyperns BIP hat die Grösse jenes einer deutschen mittleren Grossstadt. Warum soll also ausgerechnet dieser russische Waschsalon für die EU Systemrelevant sein. Sollen doch die Oligarchen aus Sotschi die Reparatur der Waschmaschine selbst begleichen, das tut denen nicht weh - und den deutschen Steuerzahler freut's.

  • Erschreckend, dass die Leute glauben, durch den Regierungswechsel zu "verelenden" und nicht begreife, dass für diese Verelendung die Wurzeln durch die Kommunisten gepflanzt wurden. Dieses linke Gedankengut wird auch Deutschland ruinieren, sollten diese nach der Bundestagswahl in irgendeiner Form Regierungsverantwortung haben. Frankreich läßt grüßen

  • Ausgezeichnete Analyse, genau dies ist de facto die aktuelle Lage. Danke für diesen zweifelsohne niveauvollen Beitrag. Davon gibt es viel zu wenige. Weiter so.

  • jetzt kann - endlich - deutsces Steuergeld für russisches Schwarzgeld fließen.
    Der deutsche Steuerzahler freut sich.
    Und an der Körperschaftssteuer von 10% wird sich natürich nichts ändern.
    Und Zypern ist ja "systemrelevant".

  • Na aber klar doch. Jeder braucht "Hilfe" von Europa. Dafür ist Europa ja da! Und Europa verteilt fleissig weiter Geld auf Pump. Und niemand sieht ein, dass das der falsche Weg ist!

  • Das so „systemrelevante“ Zypern für die EU, wird schon die nötigen Milliarden vom EU-Steuerzahler bekommen, damit es die russische Mafia auszahlen kann.

    Alles andere wäre eine Überraschung.

  • Ich würde nichts geben,denn das Geld sehen wir,bis auf die paar Zinsen nie mehr wieder.Griechenland hat´s vorgemacht,der Rest der Südländer wird folgen.

  • Ist doch egal, von welcher Partei der neue Chef ist! Geht doch nur darum, nun auszuloten, wieviel Geld der deutsche Michel nun in Zypern reinstecken wird, um die russischen (und andere illegale) Schwarzgelder auf den maroden Zypernbanken zu retten, damit das Geldwaschkarusell weiterfahren kann!
    Zyprioten sind doch griechenstämmig, und was das bedeutet, das wissen wir doch! Glauben wir da eher keinen Versprechungen, keinen Bilanzen!

  • Dieser Zypriot erklärte schon vorher feierlich, dass das Land 17 Milliarden und auch mehr von Frau Merkel nebst ihrem Köder erhalten wird. Die deutschen Malocher mithin Rentner müssen wieder bluten. 90 % der Deutschen müsste das politische Wahlrecht entzogen werden damit die Zeichen einer verblödeten Nation nicht so auffallend daherkommt.

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