Kopfloser Währungsfonds Strauss-Kahn stürzt den IWF in eine schwere Krise

Die Sex-Affäre um Dominique Strauss-Kahn trifft den Internationalen Währungsfonds zur Unzeit. In der europäischen Schuldenkrise ist er der Hoffnungsträger. Doch nun droht der IWF seine Handlungsfähigkeit zu verlieren.
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Einen Nachfolger für Strauss-Kahn zu finden, könnte schwierig werden. Quelle: ap

Einen Nachfolger für Strauss-Kahn zu finden, könnte schwierig werden.

(Foto: ap)

BerlinFür Bundeskanzlerin Angela Merkel platzte am Sonntag ein spannender Termin: Sie wollte in Berlin mit Dominique Strauss-Kahn, dem Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), über Gefahren für das globale Finanzsystem, über die Schuldenkrisen in Griechenland, Portugal und Irland sprechen. Doch Herr Strauss-Kahn kam nicht: Er erlebt seine eigene Krise. Der Franzose hat Ärger mit der New Yorker Polizei, weil er in einem Hotel angeblich ein Zimmermädchen sexuell belästigte.

Damit steht nicht nur Strauss-Kahns Karriere - er galt als aussichtsreichster Konkurrent von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy bei den Wahlen im kommenden Jahr - in den Sternen. Unvermittelt gerät auch der IWF, der weltweit wichtigste Krisenhelfer, zu Unzeiten in Turbulenzen.

Es trifft den IWF mitten im Kampf gegen existenzielle Gefahren im Euro-Raum, mitten in den Aufräumarbeiten nach den Erschütterungen im globalen Finanzsystem in den letzten Jahren und mitten in einem dramatischen Wandel in der Weltwirtschaft, der auch den internationalen Institutionen radikale Reformen abverlangt. Nun steht der IWF plötzlich kopflos da, denn gerade einmal ein paar Tage vor dem angeblichen Fehltritt Strauss-Kahns hatte dessen Vize, der Amerikaner John Lipsky, seinen Rückzug angekündigt. Damit entsteht eine international höchst unangenehme Unwucht, die weit über das Personalpolitische hinausgeht.

Wenn es einen Gewinner der Finanzkrise von 2008 gab, die die globale Finanzwelt in ihren Grundfesten erschütterte, dann war das der Internationale Währungsfonds. Unmittelbar zuvor waren die mit harten Auflagen verbundenen Kredithilfen des IWF kaum noch gefragt. Der Fonds taumelte der Bedeutungslosigkeit entgegen. Doch mit der Krise kam die Wende: Plötzlich war die ehrwürdige Institution mit ihren 187 Mitgliedsländern und Nothelfer-Erfahrungen der zentrale Dreh- und Angelpunkt für alles, was mit Krisenlösung zu tun hat.

So wurden die Hilfsmittel des Fonds schnell einmal um ein paar Hundert Milliarden Dollar aufgestockt. Doch der IWF wurde nicht nur als zentraler Krisenhelfer wiedergeboren. Seine Funktion als Wächter der weltweiten Finanzstabilität wurde ausgebaut. Und mehr noch: der IWF wurde mit der Erarbeitung von Strategien betraut, wie die Finanzkrise überwunden und wie ihrer Wiederholung vorgebeugt werden kann.

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9 Kommentare zu "Kopfloser Währungsfonds: Strauss-Kahn stürzt den IWF in eine schwere Krise"

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  • In welchen Absteigen steigt der IWF Präsident ab?
    Keine Security?
    Oder war das eine Geheimdienstoperation?
    Wozu?
    Wir werden es sehen.

  • Ab einer bestimmten Führungsebene künftig Personalzugang in Gästezimmer in Hotels ausschließlich unter mehr als einem Zeugen für Hotelpersonal.
    So einfach geht das.

  • IWF....das ist doch dieser korrupte Verein welcher dann die Schulnerländer ausnimmt und in die Abhängigkeit treibt.
    3te Welt Länder werden mit Hilfe des segensreichen IWF kreiert....
    Und dessen korrupter Frontlügner ist gerade verladen worden - geplanterweise ?
    Diese Szenario lenkt ab und schindet Zeit.....wofür ?

  • tiefer hängen bitte.
    Bislang handelt es sich um unbewiesene Vorwürfe.
    Interessant allerdings, wer sich von solcherlei "Lancierungen"
    Gewinn zu versprechen scheint.

  • Schon die dritte Ehe, schon in der Vergangenheit ein ähnliches Ereignis in einem anderen Politischen Amt. Diese Leute leben auf Kosten der Allgemeinheit in Luxusunterkünften und in Saus und Braus und können den Hals nicht voll kriegen. Vieve la France !

  • Schäuble weicht den Machtanspruch der Europäer im IWF auf und nun wird der Chef des IWF festgenommen. Sexuelle Belästigung ist ja immer wieder ein beliebtes Mittel, um unbequeme Menschen abzusägen.

    2011 sollen die Stimmanteile zugunsten der Schwellenländer verändert werden ... klingelt da etwas?

    Es ist einfach unglaublich, wie hier wieder einmal die Öffentlichkeit verarscht werden soll. Gewisse Kräfte haben weder ein Interesse an der Stabilisierung Europas noch an einem größeren Einfluss Chinas.

  • "Doch nun droht der IWF seine Handlungsunfähigkeit zu verlieren."

    ...das muss ein "Freud'scher Verschreiber" sein.

  • "Der IWF wurde wichtigster Ratgeber einer verunsicherten Politik für alles, was mit Krisen zusammenhängt. Beim IWF laufen auch die Bemühungen für eine massiv engere weltwirtschaftliche Koordination zusammen, die die Weltwirtschaft letztlich stabiler machen soll.", heißt es hier!

    Also die massiven Bemühungen laufen danach noch- stabiler scheint aber etwas anderes zu sein! An den Rettungsschirmen wurde es ja auch ohne Hotel Affären schon längst bemerkt.

  • Sollte es im Teaser nicht besser "Handlungsfähigkeit" heissen?

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