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Korea-Konflikt Nordkorea will Kommunikationsverbindungen zu Südkorea kappen

Kim Jong Un will wegen abgeworfenen Flugblättern die Kommunikation zum Nachbarland beenden. Wirksam solle dies schon am heutigen Dienstag werden, so Staatsmedien.
09.06.2020 Update: 09.06.2020 - 05:33 Uhr Kommentieren

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Seoul Nordkorea will die Kommunikationsverbindungen zu Südkorea komplett kappen. Die Maßnahme werde am Dienstagmittag (Ortszeit) wirksam, berichteten die Staatsmedien am Morgen. Dazu gehörten auch die Leitungen zwischen den Regierungen sowie zwischen den Streitkräften beider Länder.

Nordkorea will nach Ansicht von Beobachtern mit seiner Ankündigung den Druck auf Seoul erhöhen. Der Regierung des ideologisch verfeindeten Nachbarn wurde „verräterisches und durchtriebenes Verhalten“ vorgeworfen.

Zuletzt hatte Pjöngjang verärgert über eine erneute Propagandaaktionen von Aktivisten und nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea reagiert. Sie hatten an der Grenze etwa eine halbe Million Flugblätter mit Kritik an der kommunistischen Führung in Pjöngjang in riesigen Ballons verpackt in Richtung Norden geschickt. Ballons mit Flugblättern über die Grenze zu schicken, ist seit Jahren gängige Praxis. Bereits vergangene Woche hatte die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit dem Rückzug aus einem gemeinsamen Militärabkommen gedroht.

Ohne die Flugblattaktionen, bei denen mit riesigen Heißluftballons Flugblätter in Richtung Nordkorea geschickt werden, direkt zu benennen, war am Dienstag in den nordkoreanischen Medien von „widerlichem Pöbel“ die Rede, das sich feindselig gegen Pjöngjang verhalten habe. Nordkorea sieht demnach die Würde von Machthaber Kim Jong Un verletzt. „Was die Würde der obersten Führung betrifft, kann es weder Pardon noch eine Chance geben.“

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    Bei einem Treffen hochrangiger Funktionäre einschließlich der einflussreichen Schwester Kim Jong Uns, Kim Yo Jong, wurde den Berichten zufolge über die Arbeit der für Südkorea zuständigen Abteilungen diskutiert. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeit künftig als „solche gegen den Feind“ betrachtet werden sollte. Sie hätten angeordnet, „alle Kommunikations- und Verbindungsleitungen zwischen dem Norden und dem Süden komplett zu unterbrechen“.

    Die Entscheidung zum Abbruch der Kommunikationskanäle sollen die Schwester von Machthaber Kim, Kim Yo Jong, und der frühere Militärgeheimdienstchef Kim Yong Chol getroffen haben. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Nordkorea diese Drohung ausspricht. Nordkorea hat in der Vergangenheit Anrufe und Faxnachrichten über längere Zeit unbeantwortet gelassen.

    Südkorea will gegen Ballons vorgehen

    Südkorea wiederholte, man werde daran arbeiten, den Frieden auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen. Die Regierung in Seoul hatte zuletzt versucht, die ins Stocken geratenen diplomatische Wiederannäherung beider Staaten mit der Zusage einer neuen Gesetzesinitiative gegen die Ballonkampagne der Aktivisten wiederzubeleben. Doch hat der Norden Südkorea vorgehalten, es mit der Reaktion nicht ernst genug zu meinen.

    Zwar hatte Südkorea in besonders heiklen Zeiten mitunter Polizisten entsandt, um die Ballonkampagnen zu unterbinden. Forderungen des Nordens nach einem vollständigen Verbot hatte Seoul aber mit Verweis auf freie Meinungsäußerung nicht nachgegeben. Für die Ballonaktionen sind in der Regel nordkoreanische Überläufer und konservative Aktivisten verantwortlich. In den Flugblättern wird vor allem die Atom- und Menschenrechtspolitik von Machthaber Kim angeprangert. Die jüngste Eskalation kommt zu einer Zeit, in der die Nukleardiplomatie mit den USA seit langem in der Sackgasse steckt.

    Mehr: Kim Jong Un will sein Atomwaffenprogramm stärken.

    • dpa
    • ap
    • rtr
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