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Korruptionsermittlungen Wichtigster Kronzeuge in U-Boot-Affäre in Israel springt ab

In der Affäre um den Kauf deutscher U-Boote will der wichtigste Kronzeuge in Israel Teile seiner Aussagen zurückziehen.
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Bei einem U-Boot-Deal zwischen Thyssen-Krupp Marine Systems und Israel soll es zu Schmiergeldzahlungen gekommen sein. Quelle: dpa
U-Boot

Bei einem U-Boot-Deal zwischen Thyssen-Krupp Marine Systems und Israel soll es zu Schmiergeldzahlungen gekommen sein.

(Foto: dpa)

Tel Aviv Der wichtigste Kronzeuge in Israel in der Affäre um den Kauf deutscher U-Boote will Teile seiner Aussagen bei Korruptionsermittlungen zurückziehen. Miki Ganor, der frühere israelische Vertriebspartner von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), wurde deshalb von der Polizei wieder in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft habe Ganor darüber informiert, dass die Kronzeugen-Vereinbarung mit ihm nun aufgekündigt werden könnte, berichteten israelische Medien am Donnerstag.

Die Vereinbarung mit Ganor sah nach Medienberichten ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von zehn Millionen Schekel (rund 2,5 Millionen Euro) vor. Als Kronzeuge hatte er eine Schlüsselrolle bei Korruptionsermittlungen und dabei die Bestechung mehrerer ranghoher israelischer Repräsentanten zugegeben. Er sagte nach Medienberichten aus, es seien Schmiergelder geflossen, um den Deal mit TKMS zu sichern.

Im November hatte die Polizei nach Abschluss der Ermittlungen mitgeteilt, es gebe ausreichend Beweise für Anklagen gegen mehrere Verdächtige. Darunter ist auch David Schimron, Rechtsberater und Verwandter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Schimron vertrat auch Ganor, der bei einem Deal mit einer Provision in Millionenhöhe rechnen konnte.

Bei dem nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums 1,8 Milliarden Euro teuren Geschäft geht es um drei U-Boote von TKMS in Kiel. Außerdem hatte Israel 2015 einen Vertrag zum Kauf von vier Korvetten abgeschlossen.

Netanjahu wurde in der Affäre befragt, galt aber nicht als Verdächtiger. Israelische Medien berichteten jedoch zuletzt, der Generalstaatsanwalt prüfe neue Vorwürfe gegen Netanjahu. Dabei geht es um Aktien eines Unternehmens, das später von einem Lieferanten von ThyssenKrupp erworben wurde.

Die Aktien habe Netanjahu in seiner Zeit als Oppositionsführer gekauft und gut ein Jahr nach seiner Wiederwahl als Regierungschef 2009 für 16 Millionen Schekel (umgerechnet rund vier Millionen Euro) wieder verkauft. Durch den Besitz der Aktien habe Netanjahu sich möglicherweise in einem Interessenkonflikt befunden. ThyssenKrupp wollte diese Berichte nicht kommentieren.

  • dpa
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