Korruptionsvorwürfe Pakistans Ministerpräsident weiter auf freiem Fuß

Pakistans Oberster Gerichtshof ordnete an Ministerpräsident Raja Pervaiz festzunehmen. Doch die Anti-Korruptionsbehörde weigert sich. Während das Gericht erneut die Lage prüft demonstrieren Tausende gegen die Regierung.
Update: 17.01.2013 - 08:37 Uhr Kommentieren
Raja Pervaiz, Pakistans Ministerpräsident. Der Oberste Gerichtshof prüft die Korruptionsvorwürfe. Quelle: dapd

Raja Pervaiz, Pakistans Ministerpräsident. Der Oberste Gerichtshof prüft die Korruptionsvorwürfe.

(Foto: dapd)

IslamabadDer pakistanische Ministerpräsident Raja Pervaiz Ashraf wird vorerst nicht festgenommen. Der Leiter der Anti-Korruptionsbehörde des Landes, Fasih Bokhari, weigerte sich, einer entsprechenden Anordnung des Obersten Gerichtshofes zu folgen. Für eine Festnahme gebe es nicht genügend Beweise, sagte er am Donnerstag.

Das Gericht hatte ihm am Dienstag die Festnahme des Regierungschefs und 15 weiterer ranghoher Vertreter wegen Korruptionsvorwürfen rund um den Bau von Kraftwerken angeordnet. Der Oberste Gerichtshof will nun noch einmal die Akten auf belastende Beweise gegen Ashraf prüfen.

Gleichzeitig setzten sich in Islamabad die Proteste von Tausenden Anhängern eines muslimischen Geistlichen gegen die Regierung fort. Im Nordwesten des Landes löste die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mit Tränengas und Wasserwerfern eine Demonstration auf. Rund 3.000 Menschen hatten sich vor dem Haus des Gouverneurs der Provinz Khyber Pakhtunkhwa versammelt und die Leichen von 15 Dorfbewohnern aufgebahrt, die offenbar von Sicherheitskräften erschossen worden waren.

  • dapd
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