Kredite für Griechenland Athener Finanzminister kritisiert „Schneeballsystem“

Ein „Duell“ zwischen Athen und seinen Geldgebern wird es nicht geben. Das hat der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis bei seinem Amtsantritt gesagt. Der Politiker fordert einen „europäischen New Deal“.
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Geht es nach Griechenlands neuem Finanzminister, macht das Land in Zukunft keine neuen Schulden mehr. Quelle: dpa

Geht es nach Griechenlands neuem Finanzminister, macht das Land in Zukunft keine neuen Schulden mehr.

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AthenDer neue griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat die Aufnahme von immer mehr Krediten durch sein Land als aussichtslos charakterisiert. „Dieses Schneeballsystem muss aufhören“, sagte er am Mittwoch bei der Übernahme seines Ministeriums. Die Geldgeber haben Griechenland nach seinen Worten „zu viel Geld“ geliehen.

Das Problem der griechischen Schulden müsse neu geregelt werden. „Das habe ich bereits Eurogruppenchef (Jeroen) Dijsselbloem telefonisch gesagt und er hat Verständnis gezeigt“, sagte Varoufakis. „Wir brauchen einen europäischen New Deal“, sagte er weiter.

Ein „Duell“ zwischen Athen und den Geldgebern, wie einige Medien berichten, werde es nicht geben. Wenn der Eurogruppenchef Dijsselbloem am Freitag nach Athen komme, solle die Grundlage für ein Ende der Spannungen geschaffen werden, fügte der Finanzminister hinzu.

Varoufakis versprach, Griechenland werde keine neuen Schulden machen. Die Griechen werden künftig „nur das ausgeben, was sie verdienen“. Mit einer Gesellschaft, die Luxusartikel konsumiere, sei es „vorbei“.

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9 Kommentare zu "Kredite für Griechenland: Athener Finanzminister kritisiert „Schneeballsystem“"

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  • Liebe Redaktion, Der Name des Finanzministers ist Yanis und nicht Gianni, was ein italienischer Name ist. Bitte berichtigen Sie dies, da seit der Wahl bei Handelsblatt der Name falsch geschrieben wird. Danke.

  • Recht hat er. Und er ist der Erste, der es offen ausspricht in Griechenland.

    Es geht so nicht weiter. Aber Geld kann es - natürlich - auch nicht geben.
    Also ist der Austritt aus dem Währungsverbund die einzige Lösung, alternativlos sozusagen.

  • Wie war das noch einmal mit der Haushaltshoheit des deutschen Bundestages, was die Richter ihnen andichteten?

  • Herr Dissi Dent - sie haben Recht in der Analyse aber nicht in der Lösung.
    In Deutschland hat sich die junge Generation entschlossen keine Kinder mehr zu bekommen. Wir essen also die Saat des nächsten Frühjahrs. Das macht man nur einmal. Ist zwar eine tolle Sause, aber das Ende ist absehbar. Anstatt in eine neue Generation zu investieren, stecken wir unser Geld in fragwürdige Finanzmittel, in bedrucktes Papier, und hoffen dass uns später die Menschen anderer Länder, Chinesen, Brasilianer, Inder, dafür etwas zahlen. Das wird nicht aufgehen, die nehmen unser Geld und verzehren es, wie heute schon der Süden Europas oder das Geld welches über die Steueroasen verloren geht.
    Die Lösung ist: Kinder. Im Durchschnitt 3 pro Frau. Es gibt kein besseres Konjunkturprogramm, die Exportüberschüsse würden merklich sinken und die Vermögen bleiben im Lande.
    Warum lassen wir unsere Infrakstruktur verkommen und leisten uns gleichzeitig so hohe Export- und Leistungsbilanzüberschüsse. Wir sollten uns höhere Einkommen und dann auch Steuern leisten. Nein, wir bauen unsere Häuser unter Ausnutzung von Schwarzarbeit, bezahlen Rumänen und Bulgaren ihre Gehälter nicht. Schlachthöfte werden mit Werksverträgen betrieben. Ginge das alles nicht etwas besser, dann vielleicht mit etwas geringeren Margen und Gewinnen? Wir haben zum Teil Sklavenarbeit in Deutschland, oder was ist das anderes wenn man von seinem Lohn sich gerade Essen kaufen und schlecht wohnen kann. Unsere Rechnung stimmt nicht mehr und es muss sich viel ändern, damit unsere Zukunft nicht schwarz wird. Wir unterliegen einer Illusion, eben bis der Schnee schmilzt und wir das Saatgut vermissen.

  • Ach, und das ist bei Schäuble & Co anders? Hans Eichel hat mal auf die Frage, wann wir unsere ganzen Schulden je zurückzahlen können, gänzlich perplex geantwortet: "Nie." Und denken Sie mal an unsere milliardenschwer verschuldeten Kommunen, deren Stadtkämmerer immer eifriger zocken, um irgendwie über die Runden zu kommen.

  • Karsten Schiefelbein, mal was von Pfandklugheit gehört? Deutschland ist selbst schuld, dass es seine Produkte an Leute verkloppt hat, die jetzt nix zurückzahlen können.

  • Man muß dem Griechen nicht alles glauben...
    Was Pleitiers so alles erzählen, um weitermachen zu können. Und der nächste Finanzminister dreht wieder ein neues Rad.

  • Seltsames Weltbild von Herrn Varoufakis...

    Also meiner Kenntnis nach hat Griechenland Staatsschulden aktiv aufgenommen. Oder stand da irgendwo die EZB, der IWF oder sonst wer und hat Kredite aktiv beworben wie der Möblelladen bei uns um die Ecke???

    Aber andererseits passt das ja auch in unseren gesellschaftlichen Trend:

    Man selbst ist weder für überbordenden Konsum noch für Spekulation oder was auch immer verantwortlich, sondern stets ohne Ausnahme die Bank. Wird man auf Grund extensiven Konsums von Fast Food zu fett, erstreitet man vor Gericht Schadenersatz von Mc Donalds. Und wenn die Kinder im Unterricht auf Grund permanenter Smartphone-Nutzung im Unterricht nichts lernen, muss der Lehrer verantwortlich sein.

    Nicht meine Welt, sorry, Herr Varoufakis.

  • Die Griechen werden künftig „nur das ausgeben, was sie verdienen“. Mit einer Gesellschaft, die Luxusartikel konsumiere, sei es „vorbei“.
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    Genau so sieht es aus. Niemand auf diesem Planeten will sich mehr in die Abhängigkeit von Gläubigern und Banken begeben und damit seine Autonomie und Freiheit, mit Versklavung und Unfreiheit eintauschen. Die Mehrheit der Menschen wachen endlich auf und erkennen, dass sie sich durch Verschuldung in der Teufelskreis der Abhängigkeit von Gläubigern begeben. Sie geben damit ihre freie Lebensgestaltung auf, sind über Jahre und Jahrzehnte die Sklaven von Zins und Zinseszins. Selbst bei der jetzigen Nullzinspolitik findet sich keine Kreditnachfrage mehr. Diejenigen die über die notwendige Bonittät verfügen, brauchen keine Kredite, und denjenigen, die eventuell einen Kredit aufnehmen würden, fehlt die Bonität. Ein echter Teufelskreis. Richtig blöd auch für Deutschland, dass außer Handelsbilanzüberschüssen, bei gleichzeitiger hoher eigener Sparquote und stagnierender Binnenmarktnachfrage, kein anderes Geschäftsmodell als dieses vorzuweisen hat. Wenn wir Deutschen, wie die Weltmeister sparen, brauchen wir zwingend jemand anderen, die sich für uns weiter verschuldet. Ich sehe aber weit und breit niemanden, der dies noch tun möchte. Die Privatleute wollen nicht, die Unternehmen wollen nicht, die Staaten können sowieso nicht, da viele eh bereits pleite sind und nur noch durch die Druckerpresse künstlich am Leben erhalten werden.
    Wir haben ein echtes Schuldnerproblem!

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