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Kreml-Gegner in Berlin Chodorkowski will Putin in Ruhe lassen

Michail Chodorkowski zeigte sich heute nach zehn Jahren Lagerhaft erstmals der Weltpresse. Mit Details über seine persönliche Zukunft aber sparte der berühmte Kreml-Kritiker. Zunächst wird er wohl in Berlin bleiben.
22.12.2013 - 16:44 Uhr 1 Kommentar

„Facebook gibt es im Gefängnis nicht“

Berlin Der begnadigte Regierungskritiker Michail Chodorkowski will nicht in die Politik gehen. „Der Kampf um die Macht ist nicht mein Ding“, sagte er am Sonntag in Berlin. Auch unternehmerisch wolle er sich nicht mehr betätigen. Der ehemalige Chef des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos kündigte an, sich künftig für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen. Chodorkowski war am Freitag nach zehnjähriger Lagerhaft überraschend vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigt worden und sofort nach der Freilassung nach Berlin geflogen. Am Samstag traf er dort seine Eltern und seinen ältesten Sohn Pawel.

Offen ließ Chodorkowski im überfüllten Mauermuseum am Checkpoint Charlie, wie lange er in Deutschland bleibt. Er habe noch keine Möglichkeit gehabt, mit seiner Familie darüber zu sprechen. „Bitte geben Sie mir etwas mehr als 36 Stunden Zeit, darüber nachzudenken“, sagte er. Sein Visum für die Bundesrepublik gelte für ein Jahr. Chodorkowski dankte insbesondere dem früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Rolle, die diese bei seiner Freilassung gespielt hätten. In deutschen Regierungskreisen hieß es, Chodorkowski könne sich in Deutschland frei bewegen und habe hier hinreichend Zeit, sein neues Leben in Freiheit zu planen. Es wird spekuliert, dass der 50-Jährige in die Schweiz weiterreist, wo seine Frau wohnt, oder in die USA, wo sein ältester Sohn Pawel lebt.

Offen ließ Chodorkowski auch, ob er nach Russland zurückkehrt. Ihm sei diese Möglichkeit zwar vom Pressesekretär Putins zugesichert worden. Es gebe aber keine Garantien, dass er Russland aus familiären Gründen dann auch wieder verlassen könne. Die Mutter Chodorkowskis ist an Krebs erkrankt und war erst Mitte Dezember von einem Klinikaufenthalt in Berlin nach Moskau zurückgekehrt. Der ehemalige Oligarch hatte vergangenen Monat die Befürchtung geäußert, er werde sie womöglich nie wiedersehen. Er habe Putin „angesichts familiärer Umstände“ um Gnade ersucht, hatte Chodorkowski nach seiner Freilassung erklärt. Damit sei aber kein Schuldeingeständnis verbunden.

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    1 Kommentar zu "Kreml-Gegner in Berlin: Chodorkowski will Putin in Ruhe lassen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • verstehe ich nicht.
      Der Mann hat Russland um mehrere Hundert Milliarden erleichtert, wo der dauernd besoffene und vom Westen gekaufte Jelzin das Land "verkaufen" wollte.
      Dass die Deutschen Medien jetzt auf diese Heuchelei jetzt drauf fallen, hört sich eher nach Kalter Krieg Nostalgie an, als nach neutraler Berichtserstattung. Einfach nur peinlich. Der Mann ist ein Verbrecher der durch Betrug seine Gläubiger verarscht hat.. Damit ist er kein politischer Gefangener.

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