Kreml-Kontakte der Trump-Regierung „Das grenzt an Landesverrat“

Donald Trump jr. wusste von den Versuchen des Kreml, seinem Vater zum Wahlsieg zu verhelfen. Das belegen E-Mails mit Angeboten von belastendem Material über Hillary Clinton. Die Affäre erreicht damit eine neue Dimension.
Update: 12.07.2017 - 03:00 Uhr 34 Kommentare
Trump entwickelt sich zur Belastung für die Partei. Quelle: AFP
Donald Trump (rechts) und Donald Trump Jr.

Trump entwickelt sich zur Belastung für die Partei.

(Foto: AFP)

Donald Trump jr. führt sein Leben als Sohn. Er tut alles für seinen Vater, den US-Präsidenten, bewundert ihn, eifert ihm nach – beruflich und politisch. Er hat mit seinem Bruder Eric die Führung der Trump-Organisation übernommen, er tritt als Wählkampfer auf und betätigt sich im Netz als virtuelle Abwehrkante der Regierungsmannschaft. Spezialisiert ist er aufs Abräumen und Kontern. Wenn es einen neuen Bericht über die Russland-Verbindungen der Trump-Kampagne gibt, schleudert Donald jr. den Medien das Fake-News-Label entgegen. Die Aggressivität seiner Twitter-Botschaften präsentiert den ältesten Sohn des amerikanischen Präsidenten als würdigen Erbfolger der Familiendynastie.

Doch jetzt wird klar: Der leidenschaftliche Einsatz für seinen Vater hat Donald Trump jr. in juristische Schwierigkeiten gebracht. Mit seinem Eingeständnis, dass er sich im Sommer 2016 mit der Kreml-nahen Anwältin Natalja Weselnitzkaja getroffen hatte, um Schmutz über die Demokratin Hillary Clinton zutage zu fördern, ist er zur Schlüsselfigur der Russland-Affäre geworden.

Als „abstoßend“ und „heuchlerisch“ hatte Donald jr. bisher den Verdacht zurückgewiesen, dass es Absprachen zwischen der Wahlkampagne seines Vaters und dem Kreml gegeben habe. Nun steht er selbst als Heuchler da. Die Enthüllungen kommen Schlag auf Schlag. Am Samstag bestätigte Donald jr. einen Bericht der „New York Times“ über sein Treffen mit Weselnitzkaja im New Yorker Trump Tower, stellte es aber als Unterredung über ein Adoptionsprogramm für russische Kinder dar.

Am Sonntag, nach einem weiteren „New York Times“-Bericht, veröffentlichte Donald jr. eine neue Erklärung. Ja, er habe das Gespräch mit Weselnitzkaja vereinbart, weil diese behauptet hatte, belastendes Material gegen Clinton zu besitzen. Allerdings hätten ihre Auskünfte „keinen Sinn ergeben“, man sei schnell zu anderen Themen übergegangen. Nun kommt heraus, dass auch diese Version des Treffens unvollständig war. Donald jr. soll von einem Vertrauten in einer E-Mail darauf hingewiesen worden sein, dass die Informationen Weselnitzkajas Teil einer Kampagne der russischen Regierung seien, die Präsidentschaftskandidatur seines Vaters zu unterstützen. Kurz nachdem die „New York Times“ aus der E-Mail zitiert hatte, veröffentlichte Donald jr. die gesamte Kommunikation auf Twitter.

Ein früherer Geschäftspartner der Trump-Familie schrieb ihm am 3. Juni 2016, er habe Kontakt zu einer Anwältin der russischen Regierung, die Dokumente habe, die „Hillary Clinton inkriminieren und sehr nützlich für deinen Vater sind“. Es gehe um „Geheiminformationen der russischen Regierung“. Diese seien „Teil ihrer Unterstützung für Mr. Trump“. Donald jr. antwortete: „Ich liebe es.“

Wenige Wochen nach dem Treffen in New York stellte die Enthüllungsplattform Wikileaks interne E-Mails der demokratischen Partei ins Netz. US-Geheimdienste sind sich sicher: Die gestohlenen Daten stammten von russischen Cyberagenten.

In einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News verteidigte Trump Jr. seine Reaktion auf die E-Mail. „Jemand hat mir eine E-Mail geschickt. (...) Ich lese sie, ich antworte entsprechend.“ Der Sohn des US-Präsidenten sagte zudem, er habe seinem Vater nie von dem Treffen mit einer russischen Anwältin erzählt. „Es war einfach nichts. Es gab nichts zu erzählen“, sagte er dem TV-Sender.

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34 Kommentare zu "Kreml-Kontakte der Trump-Regierung: „Das grenzt an Landesverrat“"

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  • Vor kurzem noch haben alle Beteiligte jeden russischen Einmischungsversuch vehement abgestritten. Auch hier im Forum gab es unzählige Menschen, die jede Möglichkeit einer russischen Wahlbeeinflussung als Fake-News bezeichnet haben.
    Und nun?
    Stimmt es doch.
    Die Trumps und ihre Anhänger, und ihre bezahlten Trolle aus Russland, lügen und lügen und lügen.

  • Doch, es gibt noch ehrliche und menschliche Journalisten. Natürlich findet man die NICHT in der Lügenpresse, sondern im freien Internet. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "...als in den deutschen Foren, wo putinistische Trolle unaufhörlich ihre Propaganda absetzen."
    Klar, jeder der nicht ihr seltsames Weltbild teilt ist ein Troll, so ticken die Linken heute.

  • Die Amis hassen Hillary Clinton so sehr das sie lieber Trump gewaehlt haben. Wieso berichtet die deutsche Systempresse nur ueber Trumps Machenschaften und nicht wie Clinton den Sanders abgesaegt hat. In Debatten wusste sie die Fragen schon vorher, Sanders erst als die Fragen gestellt wurden.
    Wenn die Gegenkandidatin nochmals Clinton hiesse dann wuerde Trump auch die naechste Wahl gewinnen. Diese Luegnerin und Kriegstreiberin kommt nicht besonders gut beim Publikum an.

  • Gääääähhhhn ...

  • Das auch!

    12.7.17
    So machte das ZDF Propaganda für Linksextremisten


    Durch einen Filmschnitt stellt das ZDF eine Abwehrreaktion der Polizei gegen aggressive Linksextremisten beim G20-Gipfel so dar, als würde es sich um ungerechtfertigte Polizeigewalt handeln. Doch dank Twitter und Facebook fliegt die Lüge auf. Weiterlesen auf berlinjournal.biz

    <http://www.politikversagen.net/>

  • @ Tomas Maidan ......"Hoffentlich gibts bald ein Ende in der Badewanne"
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Hoffentlich nicht; denn das könnte den Bürgerkrieg in den USA bedeuten !!

  • Vielleicht wäre es das Beste, einfach Neuwahlen durchzuführen. Trump kann sich mit seinem Pro-Putin Programm ja durchaus noch einmal aufstellen. Einfach die Eckpunkt seiner, also russischer Politik ins Wahlprogramm schreiben, und dann die Wähler entscheiden lassen. Putins Beliebtheit scheint ja weltweit kerzengerade durch die Decke zu gehen, wenn man das Gelaber hier ernst nehmen würde. Da sollten auch die Hillbillys im Rust Belt mitjubeln.

  • Man fragt sich auch, ob Trump diese Russland-Kontakte wirklich im Sinne seiner Wähler betrieben hat. Wurde er dafür gewählt, mit dem Geheimdienstmann Putin zu mauscheln? hat er jemals Wahlkampf damit gemacht, dass er die Sanktionen gegen die Ukraine aufheben will, die NATO zersetzen und den Beitritt osteuropäischer Länder zur EU verhindern will?

    Ich glaube, im Rust Belt der USA hält man vom Stasi-Mann Putin weitaus weniger als in den deutschen Foren, wo putinistische Trolle unaufhörlich ihre Propaganda absetzen.

  • Mit Trump beginnt eine neue Ära, eine Zeit, wo das Staatsoberhaupt wieder DIREKT zu seinem Volk spricht.

    Nichts mehr davon können die verlogenen Medien kontrollieren und verfälschen und das ärgert sie natürlich. Trump hat aufgezeigt, er braucht diese Fäkal-News nicht mehr, um sein Volk zu informieren. Und wenn ich mir diesen Artikel hier so ansehe, kann ich nur feststellen, dass Trump vollkommen richtig liegt.

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