Krieg gegen Gaddafi Auch Frankreich schickt Militärberater nach Libyen

Gaddafi beschießt Misrata mit Streubomben, doch die Nato muss dem drohenden Massaker tatenlos zusehen - Bodentruppen sind tabu. Frankreich und Großbritannien schicken Militärberater - die CDU will sogar Waffen liefern.
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Ein Aufständischer an einem Raketenwerfer. Quelle: Reuters

Ein Aufständischer an einem Raketenwerfer.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/Abu Dhabi/Paris/TripolisNach Grobritannien will nun auch Frankreich militärische Verbindungsoffiziere zur Unterstützung der Rebellen nach Libyen schicken. Eine kleine Zahl dieser Offiziere solle helfen, die Verteidigung der Zivilbevölkerung zu organisieren, kündigte der französische Regierungssprecher Francois Baroin am Mittwoch in Paris an. Offen blieb zunächst, ob diese Verbindungsoffiziere der Abstimmung von Aktionen der Rebellen und der französischen Luftwaffe dienen soll. Frankreich und Großbritannien fliegen einen Großteil der Angriffe auf die Bodentruppen von Machthaber Muammar Gaddafi.   

Zuvor hatte bereits Großbritannien angekündigt, rund ein Dutzend Militärberater nach Libyen zu entsenden. Sie sollen die Aufständischen im Land organisatorisch und beim Aufbau von Kommunikationsstrukturen unterstützen. Eine Ausrüstung mit Waffen oder ein Training der Rebellen sind indes nicht geplant.  

Der Vize-Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Andreas Schockenhoff (CDU), hat sich dafür ausgesprochen, die libyschen Rebellen mit Waffenlieferungen zu unterstützen. "Es war uns klar, dass dies ein schwieriger und längerfristiger Militäreinsatz wird, für den viel Geduld erforderlich ist. Das zeigt sich jetzt immer deutlicher", sagte Schockenhoff Handelsblatt Online. "Auch deshalb habe ich mich persönlich von Anfang an für die Möglichkeit ausgesprochen, dass die Freiheitskämpfer mit Waffenlieferungen unterstützt werden."

Befürchtungen Frankreichs, dass sich der Libyen-Konflikt zu einem zweiten Afghanistan entwickeln könnte, teilt Schockenhoff nicht. "Eine Vergleichbarkeit mit Afghanistan ist in keiner Weise gegeben", sagte der CDU-Politiker.

Wie die Rebellen verzweifelt gegen Gaddafis Scharfschützen kämpfen
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Ein aufgebrachter Libyer beklagt die vielen Toten in Misrata. Die erbitterten Kämpfe in der belagerten Stadt halten weiterhin an.

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Die brutalen Häuserkämpfe zwischen Rebellen und Gaddafi-Soldaten fordern zahlreiche Opfer - hier wird ein Verletzter in das Krankenhaus nahe der Tripoli-Straße eingeliefert.

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Ein Rebellen-Kontrollpunkt in einer völlig zerstörten Ecke der Tripoli-Straße. Die Aufständischen haben den Westen inzwischen um die Unterstützung mit Bodentruppen gebeten - sie befürchten ein Massaker, wenn Gaddafis Truppen die Stadt einnehmen.

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Nach Angaben der Rebellen soll Gaddafi in Misrata auch Streubomben in Wohngebieten einsetzen. In vielen Wohngebieten der Stadt liegen die leeren Bombenbehälter herum - ihre tückischen Mini-Bomben sind ein tödliches Risiko für die Einwohner.

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Sandhaufen auf den Straßen dienen als Straßensperren, um die Zugänge zu bestimmten Bezirken zu kontrollieren.

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Eine verlassene Marktgasse in Misrata. Viele Stadtviertel sind von ihren flüchtenden Bewohnern verlassen worden.

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Rebellen starten einen Angriff auf einen Posten von Gaddafis Anhängern. Überall in der Stadt haben Scharfschützen Stellung bezogen.

Die Rebellen in der umkämpften Küstenstadt Misrata hatten zuvor um den Einsatz ausländischer Bodentruppen gebeten. Die USA und Frankreich haben sich bereits gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. Die Regierung in Washington erwägt aber weiter Waffenlieferungen an die Rebellen. Misrata wird seit Wochen von regimetreuen Gaddafi-Einheiten belagert.

Trotz der hoffnungslosen Lage für die Rebellen lehnt auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) den Einsatz von Bodentruppen kategorisch ab. "Bodentruppen sind durch die Resolution der Vereinten Nationen ausgeschlossen", betonte Westerwelle am Mittwoch in Abu Dhabi.

In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate fand das 21. Treffen der Europäischen Union mit dem Golf-Kooperationsrat statt. Ihm gehören Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die VAE an. Ein Thema der Beratungen war neben dem Umbruch in der arabischen Welt vor allem der Bürgerkrieg in Libyen.

Man müsse sich von dem Gedanken trennen, "dass eine schnelle militärische Lösung wahrscheinlich ist", betonte Westerwelle. Deutschland hatte sich im Uno-Sicherheitsrat bei der Libyenresolution enthalten, die ein Vorgehen mit Luftangriffen gegen die Truppen von Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi ermöglicht.

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6 Kommentare zu "Krieg gegen Gaddafi: Auch Frankreich schickt Militärberater nach Libyen"

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  • Bei der ganzen Nachrichtenlage etc. sollte mal darüber nachgedacht werden: Es ist nicht die Aufgabe der Nato den Krieg in Libyen zu "gewinnen"!!!! Es ist die Aufgabe die Bevölkerung vor Massakern zu schützen.
    Den Umschwung im Land müssen schon die Libyer selber schaffen. Deshalb finde ich es eine Unverschämtheit hierfür Unterstützung von der Nato zu fordern....

  • Viele opfer sind zu beklagen, Frankreich, England, klare Ansage sehr gut das ihr wenigstens handelt es braucht einen langen Atem es lohnt sich wenn Gadaffi dafür bezahlen muss.

  • Deutschland sollte alle Waffen der BW den Freiheitskämpfern schenken, denn hier gibt es ohnehin nichts zu verteidigen.

  • Bis solch ein Thema in Deutschland ausdiskutiert worden ist,lebt eh kein Aufständischer mehr! Was soll der Blödsinn also?

  • Shalom i Spiritui Sancto Vatikan,God bless the USA,Großbritannien,Frankreich:Die NATO sollte eine Gruppe Freiheitskämpfer Ausbilden und Ausrüsten um diese Heckenschützen auszuschalten und auch endlich Moderne Waffen Liefern um das Sie das Volk schützen können.Jedoch Keine ausländischen Bodentruppen.

  • Am Besten Rohrseelenachsenrichtlehren und Quetschkopfrückholfeder. Aber mit feierlicher Übergabe durch diesen Politiker.

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