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Krieg in Syrien Israel befürchtet Angriffe mit russischen Waffen

Russlands Militärhilfe für die syrische Regierung weckt Ängste in Israel. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befürchtet Angriffe auf sein Land mit russischen Waffen.
21.09.2015 - 17:37 Uhr
Benjamin Netanjahu befürchtet einen Angriff auf sein Land. Quelle: dpa
Israels Ministerpräsident

Benjamin Netanjahu befürchtet einen Angriff auf sein Land.

(Foto: dpa)

Moskau Im Syrien-Konflikt befürchtet der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Angriffe auf sein Land mit russischen Waffen. Israel sieht Russlands Militärhilfe für die syrische Regierung deswegen als Gefahr für seine Sicherheit. Er sei nach Moskau gekommen, „damit es keine Missverständnisse zwischen unseren Ländern gibt“, sagte Netanjahu bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag nach Kremlangaben.

Russland beliefert die syrische Regierung mit Kriegstechnik und schließt auch die Entsendung von Soldaten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht aus. Die USA hatten Russland vor einer Intervention gewarnt. Zuletzt zeichnete sich aber Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten ab.

Nach einem Bericht der Zeitung „Kommersant“ hat Russland bereits rund 1700 Militärspezialisten in der syrischen Hafenstadt Tartus stationiert. Das Blatt berief sich auf Gespräche mit Soldaten in der russischen Marinebasis. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor. Bislang hatte die Führung in Moskau eingeräumt, Militärberater in Syrien zu haben, aber keine Zahlen genannt.

Zudem nimmt Russland dem Bericht zufolge eine ausgesetzte Lieferung von Kampfjets an die syrische Armee wieder auf. Bis 2017 wolle Moskau zwölf Jagdflugzeuge vom Typ MiG-29M/M2 an Damaskus übergeben, berichtete das Blatt unter Verweis auf nicht näher genannte Kreise. Auch Jak-Trainingsflugzeuge soll Syrien demnach erhalten. Im August 2013 hatte Russland eine Lieferung von 12 MiG-29M-Fliegern und 36 Jak-130-Maschinen wegen Zahlungsproblemen Syriens auf Eis gelegt.

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    Sorgen Netanjahus, Syrien könne Israel mit russischen Waffen angreifen, wies Putin als unbegründet zurück. Syriens Streitkräfte seien nicht in der Verfassung und hätten kein Interesse, im Bürgerkrieg eine zweite Front gegen Israel zu eröffnen, sagte der Kremlchef. Netanjahu warf Syrien und dessen Verbündeten Iran vor, die libanesische Hisbollah-Miliz mit Raketen für Angriffe auf Israel auszurüsten. „Die Situation wird immer schwieriger“, meinte Netanjahu. Putin sagte, er wisse von Attacken auf Israel.

    Nutzen und Gefahren einer Militärintervention
    huGO-BildID: 32534147 Columns of smoke rising from heavy shelling in the Jobar neighborhood in west Damascus, in Cairo, Syria, Thursday, Aug. 22, 201
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    Das Leid der Zivilbevölkerung in Syrien bewegt die Welt seit zweieinhalb Jahren. Mehr als 100.000 Syrer kamen im Bürgerkrieg ums Leben. 6,8 Millionen Menschen sind laut Vereinten Nationen auf der Flucht, darunter rund drei Millionen Kinder. „Es steht nicht weniger auf dem Spiel als das Überleben und das Wohl einer ganzen Generation Unschuldiger“, mahnt Flüchtlingskommissar António Guterres. Dem Weltsicherheitsrat sind jedoch die Hände gebunden: Russland und China verhindern mit ihrem Veto jede Resolution gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

    (Foto: ap)
    huGO-BildID: 32520627 US President Barack Obama walks from Marine One after arriving on the South Lawn of the White House in Washington, DC on August
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    PRO: Nun müsse endlich etwas geschehen, sagen Befürworter einer Militärintervention nach Hinweisen auf ein Massaker mit Giftgas in der Nähe von Damaskus. US-Präsident Barack Obama warnte Damaskus vor einem Jahr, mit einem Giftgaseinsatz werde eine „rote Linie“ überschritten – und drohte mit einem Militäreinsatz der USA. Nun sagt er: „Das berührt langsam Kerninteressen der USA.“ Das US-Militär prüft Optionen für Luftangriffe, die Flottenpräsenz im östlichen Mittelmeer wurde verstärkt.

    (Foto: AFP)
    John McCain
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    Für den einflussreichen US-Senator John McCain geht es um die Glaubwürdigkeit Amerikas. Wenn Obama jetzt nicht handele, könnte das Wort des US-Präsidenten in der gesamten Region nicht mehr ernst genommen werden, warnt er. „Wir können die Start- und Landebahnen und 40 oder 50 Flugzeuge zerstören“, die die syrische Luftwaffe einsetze, sagt McCain. Die USA könnten Raketen einsetzen, die Kosten wären gering, Soldaten würden nicht gefährdet.

    (Foto: ap)
    huGO-BildID: 32543251 French Foreign Minister Laurent Fabius speaks during a press confrence in Jerusalem on August 25, 2013. Fabius was in Jerusalem
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    International werden Rufe lauter, eine härtere Gangart gegen Assad einzuschlagen. Mehrere Staaten, allen voran Frankreich, verlangen ein entschiedenes Vorgehen. Der französische Außenminister Laurent Fabius fordert, sollten Giftgas-Angriffe der Regierungstruppen bewiesen werden, sei mehr als eine internationale Verurteilung notwendig. Dann müsse es eine „Reaktion der Stärke“ geben.

    (Foto: AFP)
    huGO-BildID: 32522872 Lebanese look at burnt vehicles on August 24, 2013 on the site of a bombing outside Al-Taqwa mosque the day before in the north
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    KONTRA: Gegner einer Militärintervention wie Bundeskanzlerin Angela Merkel dringen auf eine politische Lösung, um das Blutvergießen in Syrien zu beenden. An diesem Mittwoch soll es in Den Haag erneut um die Einberufung einer Friedenskonferenz gehen.

    (Foto: AFP)
    huGO-BildID: 32518550 A picture taken through a hole in a wall on August 22, 2013 shows a devastated street in the Salaheddine district of the northe
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    Ein Militäreinsatz ohne UN-Mandat gilt als äußerst schwierig. Eine Koalition wie zuletzt in Afghanistan dürfte sich im Fall Syrien kaum finden, meinen Experten.

    (Foto: AFP)
    An activist wearing a gas mask is seen in Zamalka area, where activists say chemical weapons have been used by forces loyal to President Bashar Al-Assad in the eastern suburbs of Damascus
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    Hinzu kommt, dass noch nicht abschließend geklärt ist, ob und durch wen Chemiewaffen eingesetzt wurden. In der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus sollen nach Rebellenangaben am Mittwoch Hunderte Menschen durch einen Giftgaseinsatz der Regierungstruppen getötet worden sein. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet von 3.600 Patienten mit Vergiftungssymptomen, 355 seien gestorben. Assads Regime weist die Vorwürfe der Rebellen zurück und beschuldigt die Aufständischen. UN-Inspekteure, die seit Tagen im Land sind, waren bislang nicht am Ort des Geschehens. Nun will Syrien ihnen Zugang gewähren.

    (Foto: Reuters)
    • dpa
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