Kriegseinsatz Obama verzichtet auf schnellen Syrien-Einsatz

US-Präsident Obama ist bereit, den Befehl für einen Kriegseinsatz in Syrien zu geben. Der Giftgasangriff des dortigen Regimes sei sicher. Allerdings soll der Kongress ihn absegnen.
Update: 01.09.2013 - 09:30 Uhr 24 Kommentare
Barack Obama: „Ich bin bereit, den Befehl zu geben“. Quelle: ap

Barack Obama: „Ich bin bereit, den Befehl zu geben“.

(Foto: ap)

WashingtonUS-Präsident Barack Obama verzichtet auf einen schnellen Militärschlag gegen Syrien. Stattdessen entschied er sich überraschend, das Parlament um Zustimmung für einen begrenzten Luftangriff zu bitten. Zwar sei er zu dem Schluss gekommen, dass die USA gegen die syrische Führung von Machthaber Baschar al-Assad vorgehen müssten, die für den "schwersten Chemiewaffen-Angriff des 21. Jahrhunderts" verantwortlich sei, sagte Obama am Samstag.

Doch sei diese Frage zu wichtig, um dies ohne die Volksvertreter zu entscheiden. Damit ist ein Militäreinsatz zumindest für mehrere Tage aufgeschoben, denn der Kongress wird erst nach der parlamentarischen Sommerpause ab dem 9. September über den Antrag Obamas entscheiden. Eine Zustimmung ist zudem keineswegs sicher, denn vielen Abgeordneten und Senatoren bereitet eine Intervention in den syrischen Bürgerkrieg angesichts der großen Ablehnung in der Bevölkerung Unbehagen.

"Wir können nicht die Augen davor verschließen, was in Damaskus passiert ist", sagte Obama. Er habe nun den Kongress gebeten, der Welt zu zeigen, dass die USA bereit seien, gemeinsam als eine Nation zu handeln. Er ermahnte die Abgeordneten, die Folgen ihrer Entscheidung gut zu bedenken. "Meine Frage an jedes einzelne Mitglied des Kongresses und jedes Mitglied der Weltgemeinschaft lautet: Welche Botschaft werden wir aussenden, wenn ein Diktator ganz offen Hunderte Kinder zu Tode vergasen kann und nicht dafür zur Rechenschaft gezogen wird?" Es stehe aber auch die nationale Sicherheit der USA und Verbündeter wie etwa Israel auf dem Spiel. Die US-Streitkräfte stünden jederzeit für einen Angriff bereit.

Der britische Premierminister David Cameron, der erst vor wenigen Tagen nach einer Abstimmungsniederlage im Parlament von Plänen für eine Beteiligung an einem Militärschlag abrückte, begrüßte die Entscheidung Obamas. Der französische Präsident Francois Hollande bekräftigte in einem Telefonat mit Obama seine Entschlossenheit Maßnahmen gegen Assad mitzutragen. Der einflussreiche republikanischer Senator John McCain sprach sich allerdings gegen isolierte Militärschläge ohne eine weitergehende Strategie zum Sturz von Assad und einem Ende des Bürgerkriegs aus.

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24 Kommentare zu "Kriegseinsatz: Obama verzichtet auf schnellen Syrien-Einsatz"

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  • Ich hoffe daß die Abgeordneten des US Kongreß sich klar sind daß sie mit einem Eingriff in Syrien genau die Leute unterstützen,die überall in der islamischen Welt Angriffe auf US Einrichtungen anzetteln oder ausführen.

  • @Analytiker

    Sie sollten ihrer Analyse dringend einer gründlichen Analyse unterziehen, was für ein hanebüchener Unsinn.

  • @Analytiker
    So ist das! Darf ich anfügen, dass Israel bei einem offenen Krieg nicht mehr taktisch-strategisch agieren wird, sondern mit allen Mitteln um das Leben eines jeden Einzelnen Israelis erbittert kämpfen wird? Das bedeutet, sollten sich die Pläne des Iran, Syrien und der Palästin-Gebiete konkretisieren, wird Israel in letzter Konsequenz nicht die Amerikaner brauchen, um sich zu verteidigen, außer Russland eröffnet das Feuer auf Israel...

  • USA muss militärisch eingreifen, aber die Doktrin mit der begrenzten Bestrafung wird nicht ziehen, denn Iran wird direkt Israil unter Beschuss nehmen. Er braucht ein voll Befugnis in Form einer Kriegserklärung aus dem Parlament, wie Erdogan es gesagt hat, en
    tweder wie in Kosovo bis zum Ende oder überhaupt nicht. In der Zwischenzeit werden sogar die Langstrecken Bomber auf GUAM bereit gemacht...Die Gutmenschen die hier wie die Blumenkinder den Friedenstanz mit Narkoleptikum betreiben wird er sicher enttäuschen. Russland bricht mit der Brechstange Syrien die Dominanz des Westens im Nahen Osten. Die Anreiner Staaten werden jetzt ihre eigenen vitalen Interessen selbst unkoordiniert durchsetzen müssen. Die Vorherrschaft Irans im Nahenosten ist damit bestätigt. Der Rückzug der mächtigen NATO vom Hindukush hat schon im Blitzmanier die EU Grenzen erreicht, der naheosten ist gefallen und ich wette Die Griechen und Zypern laufen bald zu den Russen über, und beginnen den Rubel zu benutzen. Vom selben Parlament das nach dem Netanyahu seine Kriegsrede gegen Iran gehalten hat, in standing ovation ausbrach, erwarte ich eigentlich eine Israilfreundliche Haltung. Sag die Sache wird mit einem Angriff auf Iran gekoppelt und braucht Zeit zum organisieren. Sonst können die Israilis die Koffer packen und der letzte der geht macht die Lichter aus.

  • Zitat:"Es war der schwerste Kriegsakt in dem seit zweieinhalb Jahren andauernden Konflikt und der schwerste Chemiewaffeneinsatz seit 1988"

    Und wer war es?

    Ich denke, es war entweder Israel(Mossad) oder USA(CIA) oder die, durch USA und Israel unterstützten, internationalen und radikalen Killer-Rebellen.

    Alles andere ist unlogisch.

    Deswegen will Obama auch lieber im Garten spazierengehen und wie einst Pontius Pilatus (Statthalter von Judäa) seine Hände in unschuld waschen.

    Obama läuft weg. Aber das ist zu wenig. Stoppt endlich die geistesgestörte kriegsgleile Elite in Politik und Presse. Stoppt die Kriegsaufhetzer!

  • @Vicaio

    - Hypothetische Analyse

    Guter Gedanke...könnte durchaus sein!

    Putin hat durch Snowden Infos, die Obama nicht hat.



    @ Santos

    "Ich kann hier nur Propaganda gegen die USA lesen..."

    ...so ein Quatsch...völlig falsch verstanden...
    Ich bin pro Obama und seine Art zu führen (antiagressiv) jedoch gegen den Millitäreinsatz!
    Allerdings ist Obama ein Marionette in der amerikanischen Regierungsstruktur! Die Seile ziehen ganz andere im Hintergrund.

    " Es gilt die Menschen Rechte um jeden Preis zu verteidigen !!!"

    Klingt sehr agressiv & unbedacht!

    Nicht um jeden Preis!Im Besonderen nicht um den Preis eines "Flächenbrandes und einer evtuellen Anzettelung eines 3. Weltkriegs" !

    Diese religiös,fanatisch geführten Nahost-Länder sind nicht zu unterschätzen. Bis dato haben die Einsätze von Bush & Co. nur mehr Unheil hervorgerufen.

    Sollten diese Länder sich eines Tages vereint gegen den Westen stellen, ist die Katastrophe nicht auszudenken.

    Dagegen ist unsere Bankenkrise ein "laues Lüftchen"

  • Es ist kein Zeichen von Schwäche - wie einige Medien titeln - es ist ein Zeichen von Stärke, wenn der kriegsmüde Präsident Barack Obama jetzt den Kongress um Zustimmung für seine Syrienpolitik bittet.
    Assad ist ein Diktator, Mörder und Verbrecher. Darin ist der amerikanischen Regierung uneingeschränkt zu folgen. Doch das war schon sein Vater, und die Welt hat nichts unternommen. Auch Assads Vater war eine Bedrohung für Israel.
    Faktisch wird sich für den Nahen Osten nichts ändern. Denn selbst, wenn Assad aus dem Amt getrieben wird und die Rebellen die Macht übernehmen, der Krieg um's Wasser wird weitergehen.
    Israel verfügt über die größten Wasservorräte. Man sitzt dort quasi in einer Oase, während die Gebiete drumherum fast austrocknen. Das ist das Schlüsselproblem des Nahostkonflikts.
    Wer den Nahen Osten dauerhaft befrieden will, wird um die Lösung dieser Frage nicht herumkommen.
    Wasser statt Waffen muss deshalb die Forderung lauten. Es gibt keinen anderen Weg zur wirtschaftlichen Prosperität und damit zum Frieden.
    Das haben schon der israelische Präsident Rabin und viele Andere mit ihm erkannt.

  • Taktischer Schachzug von Obama!

    Er bleibt bei seinem Standing: Einsatz Giftgas ja, Millitäreinsatz ja

    Das Parlament, welches als Repräsentant der Amerikaner und als Anti- Obama gilt, in die Entscheidung mit einzubeziehen, ist ein kluger Schachzug.

    Er möchte als "Friedensnobelpreisträger, sein Gesicht vor den Amerikanern und vor allen Dingen gegenüber seinen Verbündeten im Ausland und sich selbst nicht verlieren!

    Somit bleibt er sich selbst treu und verliert sein Gesicht nicht! Er bleibt glaubwürdig!

    Die Entscheidung liegt jetzt bei seinen "Feinden" dem Parlament!

    Chapeau!

    PS: Er könnte sich etwas von Angela Merkel abgeschaut haben. Sie ist die Meisterin in Strategie & Taktik!


  • Kann es wirklich wahr sein, dass die amerikanischen Soldaten Obama den Gerhorsam verweigert haben mit der Bergündung, dass dieser Krieg weder Strategie noch Exit hätte. Ich kann es kaum glauben, aber so steht es geschrieben heute in den DWN.

    Vielleicht steht es ja bald im HB ?

  • Ohne Frage, das Problem Syrien bedarf einer fundierten Analyse sowie einer neutralen Bewertung und dem nachgeschaltet einer entsprechenden abschließenden Klärung im Sinne der dort lebenden Menschen, was natürlich eine mögliche militärische Lösung nicht ausschließen darf. Überaus bedenklich wird es wenn die Bewertung der Lage, sowie Art und Umfang einer möglichen Reaktion nicht der Weltgemeinschaft untergeordnet wird. Eine mögliche Blockade im Weltsicherheitsrat ist dabei genauso hinzunehmen, wie eine nichtmilitärische Lösung. Für einen Erfolg, oder Misserfolg muss sich selbstverständlich die Weltgemeinschaft verantworten. Dieser Weg mag sicherlich nicht der Einfachste sein und ein Erfolg ist alles andere als garantiert, aber es ist der einzig Richtige.

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