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Kriegsverbrecher Verhandlung gegen Csatary verschoben

Der Gerichtstermin gegen Laszlo Csatary ist ohne Angabe von Gründen verschoben worden. Indes hat die jüdische Gemeinde der Slowakei ihre Regierung aufgefordert, einen Auslieferungsantrag an Ungarn zu stellen.
26.07.2012 - 13:12 Uhr Kommentieren
Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary. Quelle: dapd

Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary.

(Foto: dapd)

Budapest Der für Donnerstag anberaumte Gerichtstermin gegen den mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary ist kurzfristig verschoben worden. Ohne Angabe von Gründen teilte Csatarys Anwalt Gabor Horvath mit, die Anhörung werde „in einer Woche“ stattfinden. Ein Ermittlungsrichter wollte den 97-Jährigen zu den Vorwürfen befragen, er habe in den Jahren 1941 bis 1944 maßgeblich daran mitgewirkt, dass 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz geschickt wurden.

17 Jahre lang lebte Csatary unbehelligt unter seinem echten Namen in Budapest, bevor er am 18. Juli festgenommen wurde. Das lange Stillhalten der ungarischen Justiz stieß weltweit auf Unverständnis. Am Mittwoch forderte die jüdische Gemeinde der Slowakei ihre Regierung auf, einen Auslieferungsantrag an Ungarn zu stellen, um ihm in der Slowakei den Prozess zu machen.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hatte die ungarischen Behörden vor zehn Monaten auf den Aufenthaltsort Csatarys hingewiesen. Doch die Justiz wurde erst infolge internationaler Medienberichte über den Gesuchten aktiv. Csatary war für seine Tätigkeit im Ghetto Kosice, das in der heutigen Slowakei liegt, 1948 in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Bis er 1995 von den örtlichen Behörden identifiziert wurde, lebte Csatary unter falschem Namen in Kanada und floh dann nach Ungarn.

 

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