Krim-Krise EU und die Ukraine rücken enger zusammen

Im Eiltempo verleibte Russland sich die Krim ein. Im Gegenzug rücken die EU und die Ukraine enger zusammen, Sanktionen werden ausgeweitet. Spüren könnte Moskau den Ärger der Europäer bald auch im Energiesektor.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Brüssel mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseniy Yatsenyuk. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Brüssel mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseniy Yatsenyuk.

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MoskauNach dem umstrittenen Vollzug des Krim-Beitritts zu Russland übt die Europäische Union demonstrativ den Schulterschluss mit der Ukraine. Die EU-Staats- und Regierungschefs vereinbarten am Freitag eine engere Zusammenarbeit mit der Regierung in Kiew. Zugleich belegten sie nun auch das Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Sanktionen. Auch vom russischen Energie-Tropf will die EU sich künftig stärker lösen. Zuvor nahm die international verurteilte Angliederung der von der Ukraine abtrünnigen Krim in Moskau ihre letzte Hürde. Auf Sanktionen reagierte Putin mit Spott.

Auf ihrem Gipfel in Brüssel unterzeichneten die EU-Staats- und Regierungschefs und der Ministerpräsident der Ex-Sowjetrepublik, Arseni Jazenjuk, ein Abkommen zur engeren politischen Kooperation. Die Ukraine verpflichtet sich darin unter anderem zur Respektierung der Menschenrechte und der freien Marktwirtschaft. Der Handelsteil des Abkommens soll später unterschrieben werden.

Der Streit um eine West-Anbindung der Ukraine hatte in den vergangenen Monaten zu Unruhen in dem Land und Ende Februar letztlich zur Absetzung der Russland treuen Regierung geführt. Die prorussische Führung der Krim erklärte daraufhin die Unabhängigkeit des Gebiets, prorussische Bewaffnete brachten die Halbinsel unter ihre Kontrolle.

Der Kreml sah die dort lebenden Russen bedroht. In einem eilig organisierten und international nicht anerkannten Referendum hatte eine große Mehrheit der Wähler vergangenen Sonntag für den Anschluss an Russland gestimmt. Anders als der Westen, der von Annexion - also von einer gewaltsamen und völkerrechtswiderrechtlichen Aneignung - spricht, nennen die Russen den Krim-Anschluss eine Wiedervereinigung.

Auf dem Gipfel in Brüssel spielte die Frage der Diversifizierung der Energiesysteme eine große Rolle, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Abschluss des zweitägigen Treffens sagte. Deutschland bezieht mehr als ein Drittel seiner Öl- und Gas-Importe aus Russland. Zum russischen Versorger Gazprom und zu russischen Lieferungen insgesamt sagte sie: „Das Vertrauen ist schon erschüttert.“

Es werde auch an Energielieferungen aus dem Westen in die Ukraine gearbeitet, die zuvor der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk gefordert hatte. „Europa hat gezeigt, dass es gemeinsam und geschlossen handeln kann“, sagte Merkel.

Um Moskau für den Griff nach der Krim zu strafen, beschlossen die Gipfelteilnehmer, Strafmaßnahmen auf ranghohe Putin-Vertraute auszuweiten. Auf der Sanktionsliste steht damit nun etwa auch Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin. Inklusive der vergangenen Montag beschlossenen Sanktionen umfasst die Liste nun 33 Personen. Auch die USA haben Maßnahmen wie Kontensperrungen verfügt. Putin lässt dies kalt. Neben bereits verhängten Gegen-Sanktionen kündigte der russische Staatschef an, ein Konto bei der von Strafmaßnahmen betroffenen Bank Rossija zu eröffnen.

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10 Kommentare zu "Krim-Krise: EU und die Ukraine rücken enger zusammen"

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  • EU und Ukraine rücken nicht zusammen.
    EU-Funktionäre und durch blutigen Putsch an die Macht gekommene Faschisten, Nationalisten und Oligarchen in Kiew rücken zusammen.Das sollten wir uns für die bevorstehende Europawahl gut merken!

  • EU und Ukraine rücken nicht zusammen.
    EU-Funktionäre und durch blutigen Putsch an die Macht gekommene Faschisten, Nationalisten und Oligarchen in Kiew rücken zusammen.
    Das sollten wir uns für die bevorstehende Europawahl gut merken.

  • Fortsetzung
    Gehörst du zu den oberen fünf bis zehn Prozent, dann hasst du wirklich ein feines Leben, weitere maximal fünfzehn Prozent werden als Edeldomestiken ein gutes bis sehr gutes Auskommen haben, mindestens die Hälfte dieser Positionen wird ebenfalls vererbt bzw. durch direkten Einfluss vergeben werden und die andere Hälfte kann durch außergewöhnliche Leistungen und Anpassung erreicht werden. Der Rest von mindestens fünfundsiebzig Prozent wird nie über den Status eines prekären Domestiken hinaus kommen können wobei die unterste Stufe die größte Masse an Menschen von über fünfzig Prozent lediglich ganz arme Transferempfänger sein werden. Wobei an den Rändern, selten zwar und in den unteren Gruppen schon eher, durchaus ein begrenzter Austausch stattfinden wird.
    Fazit: Die Zukunft wird für die meisten richtig “Kacke“ werden!

  • @FlashGordon
    Ähm, das war doch wohl sarkastisch bis zynisch gemeint, oder?!

    Zur Richtigstellung, die EU ist und bleibt ein Machtkastrat, lediglich ein Werkzeug, ein Erfüllungsgehilfe und sie wird vom angloamerikanischen Finanzkapital dominiert, so wie die NAFTA auch. Das kommende Freihandelsabkommen zwischen EU und NAFTA, was ja erst der Anfang von weiterer gegenseitiger Umklammerung der Ertrinkenden sein wird, wird den letzten Zweiflern die Augen öffnen, wer hier wen dominiert. Na ja, die die sich weiterhin krampfhaft die Augen, Ohren zu und den Mund offen halten, wollen natürlich nichts merken. Irgendwann, so der Plan, wird es als Vorstufe zum Weltreich in den Vereinigten Staaten von Europa und Amerika (USEA) münden.

    Ist aber alles erst mal sekundär, die Klötze am Bein der EU sind gar nicht mehr darstellbar, es kann nur noch zum Crash führen oder in ein multinationales autoritäres Staatsgebilde. Ich würde sagen, beides ist schon auf bestem Wege, die Systemmedien bereiten die Menschen schon mental darauf vor, überhaupt wird es in Zukunft für uns noch mehr Tittytainment, in deutscher Sprache Brot und Spiele, und Transferempfänger geben; denn in Zukunft benötigt man mindestens fünfzig Prozent der Menschen in der EU nicht mehr, weltweit gehen Experten sogar von bis zu achtzig Prozent aus. Die überflüssigen Menschen verheizte man früher praktischerweise in Kriegen oder Seuchen trugen zur Dezimierung bei. Tittytainment bringt zwar der Menschheit gar nichts, so kann man aber nicht verwendbare oder überflüssige Massen von Menschen bis zum Ableben auf humane Art und Weise sedieren. So das Zuckerbrot, für die notorisch Unzufriedenen und Aufrührer wird es ein abgestuftes Sortiment an Peitschen geben.
    Fortsetzung

  • Mich wundert nur, dass so ein Riesenland wie Russland (10000 km von West nach Ost) mit all den Bodenschätzen und Rohstoffen,sich von den westlichen Pappfiguren so demütigen last. So ein Land müsste doch mit der Faust auf den Tisch schlagen und die ganze Welt zum Zittern bringen. Sind denn die Russen dümmer und nicht so tüchtig wie die westlichen EU-Möchtegern- Grossen?

  • Sehr gut! Genau der Brandbeschleuniger den wir brauchen. Ukraine ist doch nichts weiter als Griechenland XXXL. Da koennen sich die Euroretter nach Herzenslust austoben bevor der Wahnsinn endlich ein Ende hat.

  • Dann passt doch ALLES. Der westen der Ukraine kommt zur EU/USA und der Osten und die Krim nach Russland.
    Jeder hat somit ein Stück für sich von der Ukraine beansprucht. Die Ukraine wird so zu sagen unter den Großmächten EU/USA und Russland aufgeteilt. Und schon sollte doch jeder zufrieden sein. Das Ukrainische Volk wurde so oder so Nie gefragt und der Stolz dieses Volk liegt mit dieser korrupten ukrainischen Politik eh schon seit Jahren am Boden.

  • Die Überschrift ist falsch. Es müsste heißen "EU und Terroristen, Putschisten und Nazis rücken`enger zusammen.

  • @ FlashGordon

    Zitat : Ein globales Powerhouse, dass die Welt dominieren wird und den Menschen ein Leben im vollendeten Glück und Wohlstand garantiert.

    - Sehr gut, Flash ! Besser hätte ich es auch nicht sagen können !

    Die Kommunisten gingen seinerzeit noch einen Schritt weiter. Aber das verraten Sie uns mit Sicherheit in Ihrem nächsten Statement !

  • Sehr gut ! Ein weiterer und elementar wichtiger Mosaikstein in den künftigen Vereinigten Staaten von Europa. Ein globales Powerhouse, dass die Welt dominieren wird und den Menschen ein Leben im vollendeten Glück und Wohlstand garantiert.

    Und hoffentlich ist es auch nicht mehr allzu fern, bis auch die Ukraine den Euro als offizielles Zahlungsmittel einführt. Der nächste Mosaikstein um auch für künftige Generationen in den Vereinigten Staaten von Europa die Basis für Wachstum und Wohlstand zu schaffen.

    Und wem das von dem verblödeten Pöbel und bildungsfernen Mob nicht passt, kann sich ja erschießen oder auswandern. So einfach ist das. Over and out !

    Welcome Ukraine. Hoch lebe das vereinigte Europa. Viva Europa !

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