Krim-Krise „Wir werden kämpfen“

Nach dem Aus für Russland im illustren Kreis der führenden Industrienationen plant der Westen ein weiteres Warnsignal an Moskau. Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk gibt sich in einem TV-Interview kämpferisch.
Update: 26.03.2014 - 06:46 Uhr 59 Kommentare
Ukraines Ministerpräsident Jazenjuk: „Es ist glasklar, dass niemand einen Dritten Weltkrieg auf dem Globus will.“ Quelle: AFP

Ukraines Ministerpräsident Jazenjuk: „Es ist glasklar, dass niemand einen Dritten Weltkrieg auf dem Globus will.“

(Foto: AFP)

WashingtonDer ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk greift in der Krim-Krise zu scharfen Worten: Er will sein Land im Fall einer russischen Militärintervention am südöstlichen Rand der Ukraine mit allen Mitteln verteidigen. „Wir werden kämpfen“, sagte Jazenjuk in einem Interview mit dem US-Sender PBS. Das sei auch die Pflicht der Bürger in der Ukraine. Dafür sei aber die Hilfe anderer Länder notwendig. „Wir brauchen technische und militärische Unterstützung, um das ukrainische Militär zu überholen, um es zu modernisieren und um bereit zu sein, nicht nur zu kämpfen, sondern zu gewinnen.“

Die USA hatten ein entsprechendes Gesuch der Übergangsregierung in Kiew nach Medienberichten abgelehnt, um die Spannungen mit Russland nicht weiter anzuheizen. Auch Jazenjuk stellte allerdings klar, dass er einen militärischen Konflikt nicht suche. „Es ist glasklar, dass niemand einen Dritten Weltkrieg auf dem Globus will.“

Die Absichten Russlands seien eindeutig. Kremlchef Wladimir Putin wolle die Sowjetunion wieder einsetzen und „Kaiser einer neuen Art UdSSR, Version 2.0“ werden, sagte Jazenjuk. Doch der Druck Moskaus habe auch zur Einigkeit der Ukraine beigetragen. „Ich glaube, dass wir das russische Regime in ein paar Jahren mit einer besonderen Medaille für die Einheit meines Landes ehren werden.“

An diesem Mittwoch wollen US-Präsident Barack Obama und die Spitzen der EU wollen bei ihrem Gipfel in Brüssel Geschlossenheit in der Ukraine-Krise zeigen. Washington und die EU hatten Russland bereits mit Sanktionen für die Annexion der Krim bestraft, weil sie diesen Schritt Moskaus für völkerrechtswidrig halten. Bei ihrem Gipfel wollen Obama und EU-Spitzenvertreter am Mittwoch signalisieren, dass die transatlantische Zusammenarbeit in der Ukraine-Krise von entscheidender Bedeutung ist, wie Diplomaten vor dem Treffen sagten.

Schon vor diesem Gipfel hatte Obama die Entschlossenheit der USA und Europas zu Wirtschaftssanktionen gegen Russland hervorgehoben. „Sollte Russland noch weiter gehen, dann wären solche Sanktionen angemessen“, sagte er am Dienstag beim Atomgipfel in Den Haag. Zudem bekräftigte er die Beistandsgarantie der Nato für die Bündnismitglieder in unmittelbarer Nähe zu Russland.

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59 Kommentare zu "Krim-Krise: „Wir werden kämpfen“"

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  • Sie haben wohl noch nie sich mit der russischer Politik / Geschichte befasst, sonst würden Sie so ein Unsinn hier nicht projezieren! Wenn Sie nicht in der Kampflaune sind, befassen Sie sich mal mit den Themen, werden einige erleuchtet. Fangen Sie aber nicht erst im 21 JH an. Und gehen Sie mal auf Fakten ein, auch mediale Bibliothek gibt einiges her, gemeint hier aber nicht die gelbe Presse, sonder politische Fakten!

  • @pem
    Vernünftige Leute in der EU wollen Euch nicht, ganz einfach.
    Weil es nur Probleme gibt und weil man sich Problemländer nicht noch zusatzliche ans Bein binden muss.

    Wer Euch will, sind die USA, die die NATO dominieren und denen es sogar sehr recht ist, wenn es hier in Europa Schwierigkeiten gibt.
    So einfach ist das.

    Wir wollen hier nur günstiges Erdgas und -Öl, für das wir allerdings mehr bezahlen als die Ukraine mit ihren Sonderrabatten.
    Deshalb ist es richtig und auch wünschenswert, dass Russland zuschlägt wenn die Versorgung nicht gewährleistet ist.

    Das mit der Krim, ist nur als ein Resultat der Einmischungs-Politik des Westens zu sehen und interessiert die Mehrheit der Deutschen nicht.

  • Der Typ hat doch wahrscheinlich sich vor der Wehrpflicht gedrückt oder freigekauft, daher ist er gerade der Kampflaune verfallen...soll die Paintball-Halle aufsuchen, ohne Spezialkostüme und Masken.

  • durch russischen Militär ist doch kein einziger Schuss gefallen!?
    Die Aufgabe der Militärs war eben die Armee-Stationen zu sichern und zu verteidigen! (Dafür will ich mich auch herzlich bedanken, denn in dieser Zeit ist uns keine Atombombe um die Ohren geflogen! Gerade deshalb können wir uns bei diesen Kommentaren auch friedlich austauschen)
    Bei den Spinnern die zum größten Teil auf dem Maidan vertreten waren, war es nur zu Recht, anzunehmen, die würden auch auf der Krym, mindesten mit Steinen die Umgebung bewerfen.
    Durch friedliche Demonstrationen (gleiches Land) sind über 100 Menschen umgekommen.
    Somit stellt sich doch die Frage:
    wer, welches Recht gebrochen hat?!
    Selbst bei S21-Demo´s war man über Polizeipräsent froh; und in einem Land, Das sich im Putsch-Zustand befindet (von der Regierung organisiert), ist es mindestens unverantwortlich Polizei zu entlassen - da würde ich mal meinen, hat man einige Grundgesetz-Verstöße vorgenommen…
    Hier wird aber mehr dazu gesagt!
    http://grundrechteforum.de/229915

  • Na, dann begebe ich mich mal auf das Niveau des Amateurs:
    "Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd - in Rußland ist es umgekehrt."


  • @ pem

    Zitat : Der Ukraine müssen unverzüglich Optionen für die NATO angeboten werden, wenn die Ukraine dieses möchte.

    - die beste Option wäre die Kloake Ukraine aufzulösen...

    Wein Teil könnte nach Russland, ein weiterer nach Polen, nach Litauen, nach Bulgarien , nach Ungarn.

    Dann wäre Ruhe im Karton und man würde dem faulen Gesindel wieder beibringen, wie man sein Geld mit ARBEITEN VERDIENT !

    Das sind die einzigen UNVERZÜGLICHEN Optionen für die Ukraine, die einem einfallen !

  • @ hardie

    Wo nichts ist, kann auch nichts gefunden werden. Es sei denn, eine im Nachhinein gefälschte Vereinbarung würde präsentiert.

  • @pem

    Frage: Sie schreiben, dass die Osterweiterungsbehauptung falsch sei. Das ist ein interessanter Punkt. Haben Sie da irgendwas zu, Wortlaut oder so ? Fände ich hochinteressant, da das ja immer wieder thematisiert wird.

  • @pem

    Der Aussenminister unter Gorbi. Ok, wundert mich nicht. Kennen Sie das Interview Gorbis im Bayerischen Rundfunk bezüglich der Auswahl zwischen NWO unter sozialistischer Herrschaft oder Weltkrieg ?

  • @Pazifist
    "..Jazenjuk will kämpfen.."
    Kämpen wollen immer nur die, die nie an die Front müssen!

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