Krise auf der Krim Putin – Despot oder doch Demokrat?

Ist Wladimir Putin einer, der sich für verfolgte Minderheiten stark macht oder jemand, der den Blick für die Realität verloren hat? Die Meinungen über Russlands Präsidenten könnten derzeit nicht weiter auseinanderliegen.
19 Kommentare
Diese Demonstrantin will nichts mit Wladimir Putin zu tun haben. Quelle: dpa

Diese Demonstrantin will nichts mit Wladimir Putin zu tun haben.

(Foto: dpa)

SewastopolIn westlichen Medien kommt Russlands Präsident Wladimir Putin schlecht weg. Er wird als ein eiskalter Herrscher dargestellt, als einer, der nahezu ohne Rücksicht auf Verluste seinen Machtgelüsten nachgibt. Ein Despot, kein Demokrat.

Auf der Krim, wo angeblich nationale „Selbstverteidigungskräfte“ die Macht übernommen, tatsächlich aber russische Soldaten auf Order des russischen Präsidenten das Kommando an sich gerissen haben, sehen das viele Menschen anders. Hier auf der Halbinsel am Schwarzen Meer, weit weg von Kiew, herrschen buchstäblich andere Gesetze. Seit Jahrhunderten zählt die Krim zum Einflussbereich Russlands. Vertreibung und eine brutale Umsiedelungspolitik haben den russischen Einfluss immer weiter gestärkt. Von den heute auf der Krim lebenden rund 2,4 Millionen Einwohnern sind fast 60 Prozent ethnische Russen, nur ein Viertel Ukrainer und knapp 13 Prozent Krimtataren.

In den Straßen von Sewastopol, der größten Stadt der Halbinsel und zugleich von Moskau angemieteter Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, schütteln die meisten Menschen den Kopf über die Ereignisse in Kiew, die zum Sturz von Präsident Wiktor Janukowitsch geführt haben. Als „Chaoten und Neo-Faschisten“ bezeichnet etwa Vika Marinovskaya, eine 53-jährige Buchhändlerin die neue Regierung in Kiew.

Es sind fast dieselben Worte, die auch der putschartig zu Macht gekommene neue Boss der autonomen Krim-Republik, Sergej Aksjonow, benutzte, als er den Kreml um Hilfe bat. Die Russen auf der Krim müssten vor den Nationalisten und Faschisten geschützt werden, teilte er dem russischen Präsidenten mit. Dieser zögerte nicht lange und schickte die angeforderte Unterstützung in Form von vermummten und schwerbewaffneten Soldaten. Dabei spielt es nur eine nebensächliche Rolle, ob diese Militäreinheiten tatsächlich der russischen Armee angehören oder ob es sich um von Moskau finanzierte nationale Kämpfer handelt.

Kreml-Chef als Garant für Stabilität
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Krise auf der Krim - Putin – Despot oder doch Demokrat?

19 Kommentare zu "Krise auf der Krim: Putin – Despot oder doch Demokrat?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Minister natürlich

  • @Antiillusionist
    Komischerweise erkennen Sie nur die westliche Propaganda und glauben blauäugig allaes was Putin und Lawrow sagen.
    Aber noch mal, die Militärfahrzeuge haben RUSSISCHE Kennzeichen, die uniformierten haben die Waffen der russischen Armee. Soviel zum Thema Mutmaßungen.
    Estnische Außenministerin hat gesagt dass es möglich wäre das jemand anderes geschossen hat und hat sich besorgt gezeigt warum die Vorfälle nicht untersucht werden. Ich bin mir sicher sobald die russischen soldaten Krim verlassen hat die ukrainische Regierung auch zeit dafür.
    Und hören Sie auf das ukrainische Volk als Junta zu bezeichnen.
    Die Revolution ist vom Volk ausgegangen.
    Damit dieser zweimal verurteilter verbrecher weg kommt.
    Wenn Sie die todesliste studieren dann sehen Sie das die gefallenen verteilt aus der ganzen Ukraine kammen und nicht nur aus der Wesrukraine

  • @ Russlanddeutscher

    Ich erhebe keineswegs den Anspruch, es besser zu wissen als alle anderen. Ich sehe nur, dass Lüge und Propaganda von allen Seiten die Erkenntnis der Wahrheit für Außenstehende erschweren.

    Wir haben gestern durch das abgehörte Telefonat mit dem Außenminister Estlands gelernt, in welch ungeheuerlicher Weise gelogen und gemordet wird.

    Vor diesem Hintergrund ist es m.E. für einen seriösen Journalisten unerlaubt, ohne eigene Überprüfung der Fakten sich von vornherein die Position der einen Seite zu eigen zu machen.

    Bloße Mutmaßungen nach der Art: "Wo sollen sie denn sonst ihre Waffen und Uniformen herhaben?" reichen zur Wahrheitsfindung einfach nicht aus.

    Immerhin muss man bedenken, dass eine Intervention regulärer russischer Truppen ohne klare Uniformierung ein Kriegsverbrechen wäre. Es erscheint mir sehr zweifelhaft zu sein, dass Russland seine Soldaten leichtfertig dem Risiko aussetzen würde, vor einem Kriegsverbrechertribunal zu landen, wenn sie in die Hände der Junta in Kiew geraten sollten.

  • Demokrat war Putin noch nie, ausgebildet im kalten Krieg als KGB Funktionär kann er seine Prägung als Kalter Krieger und Möchtegerndiktator nicht ablegen.

  • Sehr geehrter Herr Antiillusionist
    Ich frage Sie nochmals
    Wenn es keine russischen Soldaten sind, woher haben die dann russische Waffen und Militärfahrzeuge mit russischen Kennzeichen? Laut einheimischen ist das der 810. Marineinfantrie Regiment der die strategischen Punkte auf der Krim besetzt.
    Aber so wie es aussieht kennen Sie sich besser aus (und das von Deutschland aus) auf der Krim als alle anderen. Die einzigen Argumente die ich von Ihnen lese sind : der Putin hat gesagt, der Lawrow hat gesagt. Ist das wirklich alles? Beim Stammtisch klapt das wohl?

  • @ AS1
    Zu einem wählbaren Demokraten gibt es eine Alternative. Bei Putin gibt es nur Medwedew oder Putin oder Medwedew oder Putin usw usw.

    Die Amerikaner haben dagegen die Wahl zwischen zwei Millionärs-Clicen, eine erstaunliche Zahl: Laut einer aktuellen Studie sitzen im US-Kongress mehr Millionäre als Nicht-Millionäre. Dies hat das unabhängige Center for Responsive Politics aus den offiziellen Einkommenserklärungen der Abgeordneten und Senatoren errechnet.
    Laut Center for Responsive Politics sind 268 der aktuell 534 Kongressabgeordneten Millionäre - und im Durchschnitt sind die Demokraten (1,04 Millionen Dollar) einen Tick reicher als ihre konservativen Kollegen (1 Million Dollar). Das Vermögen der US-Politiker wächst seit langem, denn in Amerika ist ein gut gefülltes Bankkonto die beste Voraussetzung für ein politisches Amt.

  • Alleine das die widerlich-dämlichen-arroganten-aufdringlichen Amis sich einmischen (hier ist EUROPA!!) muß eine heftie Provokation für Putin sein. Warum akzeptieren wir das Tun der Amis??? Wir können die Probleme alleine lösen! Amis stay home!

  • als leider nichthomosexueller laie in der aussenpolitik sehe ich das so: Wladi schickt nen kriegsschiff los um seine russen zu beschützen. In deutschland gehen polizisten erstmal ne viertel stunde aufs WC wenn ein anruf auf die wache kommt, dass ein autochtoner deutscher verprügelt wird.
    siehe z.b. auch augsburger allgemeine schwabmuenchen polizei hält geheim v 14 märz 14.

  • @ goldener-storch

    Ich stimme Ihnen zu, den Angelsachsen ist im 20ten Jahrhundert keine Lüge zu schäbig gewesen Staaten oder Personen zu diffamieren, sie außerhalb der Gesellschaft zustellen und sich selbst als zivilisiert zu bezeichen. Weshalb sollte sich im 21Jahrhdt. daran etwas ändern. Der mißliebige Politiker wird zum Monster aufgebaut und alle glauben daran.

  • Ein im Westen lebender Journalist hat gesagt, Putin zählt zu den besseren 20% der Russen, das könnte ich mir auch vorstellen. Freuen wir uns, dass es nicht viel schlimmer ist.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%