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Krise durch Vogelgrippe Chinas Führung droht Vertrauensverlust

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Premier Thaksin wird es schwer haben, das zu Hause und im Ausland angeschlagene Vertrauen in seine Regierung wieder herzustellen. Noch vor einer Woche hatte der Multimillionär und charismatische Tycoon vor laufenden Kameras demonstrativ Hühnchen gegessen. Bei der Gelegenheit mahnte er kritische Journalisten, die über den Ausbruch der Vogelgrippe berichteten, ihre „Phantasievorstellungen“ doch bitte zu zügeln. Mit dem Vertuschungsreflex wollte der Regierungschef Schaden von der Geflügelexportindustrie des Landes abwenden – der viertgrößten der Welt.

Inzwischen sind in Thailand 31 von 76 Provinzen betroffen, zwei Kinder starben, weshalb Thaksin am Mittwoch beim Krisengipfel in Bangkok erstmals „menschliche Fehler“ und „administrative Ineffizienz“ beim Umgang mit der Seuche einräumte und Besserung gelobte. „Die Lektion von SARS darf nicht vergessen werden“, so der Premier.

Nach Ansicht des FAO-Experten Wagner tut Thailand inzwischen zwar alles, um das Virus in den Griff zu bekommen. Aber die Gegner des Regierungschefs wetzen trotzdem bereits die Messer. „Die Vogelgrippe hat dem Ansehen Thailands und ganz Asiens geschadet“, moniert der Parlamentsabgeordnete und Ex-Außenminister der oppositionellen Demokratischen Partei, Surin Pitsuwan. Und die Tageszeitung „Nation“ schreibt, der „Hype, demzufolge Thaksin zur nächsten Führungspersönlichkeit Südostasiens heranwächst“, habe sich angesichts der Vogelgrippe in Luft aufgelöst.

Streit um Tötungen

Wirksames Mittel: Massentötungen von Geflügel seien das beste Mittel, um die Seuche einzudämmen, hatte der thailändische Außenminister Surakiart Sathirathai am Mittwoch auf dem Krisengipfel in Bangkok betont. Thailand, der viertgrößte Geflügelproduzent der Welt, ließ inzwischen knapp elf Millionen Hühner töten.
Hohe Kosten: Die Notschlachtungen sind jedoch aus zwei Gründen nicht unumstritten: Zum einen fürchten Experten Versorgungsengpässe in der Bevölkerung. Zum anderen sehen sich die Regierungen einiger betroffener Länder kaum in der Lage, die Bauern für die Verluste zu entschädigen.
Einsicht: Indonesien hat sich daher bis zuletzt gegen Massentötungen von Geflügel gewehrt. Gestern lenkte die Regierung in Jakarta jedoch ein. Als Ausgleich für getötete Hühner sollen Züchter frisch geschlüpfte Tiere erhalten.

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