Krise in der Ostukraine Zwischen Nostalgie und Kriegsangst

Es sollte der Tag des Stolzes sein: Russland und die Ukraine feiern den Sieg über Nazi-Deutschland. Doch auch diese Gemeinsamkeit lässt die Länder nicht zusammenfinden – und die Gewalt eskaliert. Ein Stimmungsbericht.
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Veteranen feiern mit Orden und Wodka
Helmut Steuer unterwegs bei der Feier zum Sieg über Nazi-Deutschland mit Veteranen in Saporischja
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Handelsblatt-Korrespondent Helmut Steuer hält sich derzeit im Osten der Ukraine auf. Am 69. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg besucht er...

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... die Feierlichkeiten in der Stadt Saporischja. Nicht nur die Älteren haben sich in Schale geschmissen.

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Auch diese Mutter und ihre Kinder stecken an diesem Feiertag in Uniformen.

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Und noch andere Kinder in Saporischja sind militärisch eingekleidet.

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Dieser Veteran hat zum Dank für seine Verdienste ein Blumensträußchen erhalten.

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Zur Stärkungen gibt es für die Teilnehmer der Feier nicht nur Eintopf, sondern auch...

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...den einen oder anderen Becher Wodka.

SaporischjaOleg hat sich das ganze Jahr auf diesen Tag gefreut. Und sich mächtig in Schale geworfen: Orden über Orden schmücken das dunkelblaue Jacket des 87-jährigen ehemaligen Offiziers. Nur mit zwei Gehstöcken schafft es der alte Mann zum zentralen Platz in der ostukrainischen Industriemetropole Saparischja zu kommen. „Es wird von Jahr zu Jahr schwerer“, klagt er und zeigt eine Verwundung am linken Unterschenkel. „Vom Krieg her kommt sie“, sagt er und deutet mit einem Stock Richtung Norden. Dort habe er gegen die Deutschen gekämpft. „Es war furchtbar“, sagt er leise, aber dann fangen seine kleinen Augen doch noch an zu leuchten. „Wir haben gesiegt“.

Am 9. Mai wird in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion das Ende des Zweiten Weltkriegs gefeiert. Der Tag der Kapitulation Deutschlands nach Moskauer Zeit. Mit Paraden, Aufmärschen, Konzerten und viel, viel Nostalgie. Es ist der wichtigste Feiertag im Jahr. Schon in den Tagen zuvor werden alte Uniformen gewaschen, gebügelt, Gewehre und Jeeps geputzt. In diesem Jahr ist dennoch alles etwas anders. Zwar ließ Russland bei einer großen Militärparade in Moskau einmal mehr seine Muskeln spielen, doch der direkt anschließende Besuch von Präsident Wladimir Putin auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim machte deutlich, dass dieser, mittlerweile 69. Jahrestag nach Ende des Zweiten Weltkrieges, anders ablaufen würde als gewöhnlich.

Gefährliche Gebiete: Unruhen in der Ukraine. Quelle: dpa

Gefährliche Gebiete: Unruhen in der Ukraine.

(Foto: dpa)

In Mariupol, der ukrainischen Stadt am Asowschen Meer wurde an dem Tag, an dem eigentlich die Freude über den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland gefeiert werden soll, den ganzen Tag über gekämpft. Scharfschützen auf den Dächern, zahlreiche Tote, das Polizeigebäude in Flammen – das ukrainische Fernsehen berichtete von einem der blutigsten Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und prorussischen Separatisten der vergangenen Wochen.

„Es bricht mir das Herz, wenn ich das höre“, sagt Oleg, und kann kleine Tränen nicht zurückhalten. Gerade an diesem Tag, seinem Tag, eskaliert die seit Monaten äußerst angespannte Situation in der Ostukraine erneut.
Auf dem Platz in Saporischja haben sich derweil rund 2000 Menschen versammelt. Junge, Alte und ganz Alte. Den Veteranen gehört dieser Tag, sie sollen gefeiert werden. Eine junge Frau kommt auf Oleg zu, überreicht ihm einen Strauß rosafarbener Blumen. „Als Dankeschön für deinen Einsatz“, sagt sie. Es ist keine einmalige Szene, sondern wiederholt sich an diesem Vormittag ständig. Und dann sieht Oleg, der im Krieg einer Panzerbrigade vorstand, einen alten Kameraden. Tränenreiche Umarmung, Schwelgen in Erinnerungen, Diskussionen über die Zukunft ihres Landes. Die alten Männer verfolgen die Entwicklung in der Ukraine weiterhin aufmerksam. Und haben eine klare Meinung: „Unser Land darf nicht geteilt werden“.

„Das haben uns die Terroristen weggenommen“
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3 Kommentare zu "Krise in der Ostukraine: Zwischen Nostalgie und Kriegsangst"

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  • Wer "Mariupol" auf YouTube eingibt bekommt einen Einblick in die Realität des "Anti-Terror-Einsatzes" der Kiewer Putschregierung: Panzer gegen die unbewaffnete Zivilbevölkerung, schüsse und RPG's im Einsatz.
    Wie lange will "unsere" Presse noch desinformieren?
    Wie lange "unsere" Regierung die Putschisten bei ihrer Gewalt gegen Zivilisten noch unterstützen?

  • Wer auf YouTube "Mariupol" eingibt bekommt einen kurzen Einblick in die Realität des "Anti-Terror-Einsatzes" der Putschregierung: Panzer gegen die unbewaffnete Zivilbevölkerung, Schüsse und RPG's im Einsatz.
    Wie lange wird unsere Presse noch weiter desinformieren?
    Wie lange wird die Bundesregierung den militärischen Einsatz gegen die Zivilbevölkerung noch unterstützen?
    Sollen weiter Russen/Russophone mit Unterstützung einer deutschen Regierung abgeschlachtet werden?

  • Will Washington Russlands Niedergang?

    Washington hat nicht die Absicht, zuzulassen, dass sich die Krise in der Ukraine abschwächt oder gar gelöst würde. Nachdem es mit seinem Plan gescheitert ist, das Land unter seine Kontrolle zu bringen und Russland aus seinem Schwarzmeer-Marinestützpunkt in Sewastopol auf der Krim zu verdrängen, rechnet sich Washington aufgrund der Krise nun neue Chancen aus.

    Die erste Chance aus Washingtoner Sicht wäre ein Neubeginn des Kalten Krieges, indem man die russische Regierung dazu bringt, die russischsprachigen Regionen der heutigen Ukraine zu besetzen, in denen sich viele Demonstranten der antirussischen Handlangerregierung, die durch den amerikanischen Putsch in Kiew an die Macht gebracht wurde, widersetzen.

    Diese Regionen der Ukraine gehörten noch vor wenigen Jahrzehnten zu Russland.
    Sie wurden der Ukraine nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetführung zugeschlagen, als sowohl die Ukraine als auch Russland Teil des gleichen Landes, nämlich der Sowjetunion, waren.

    In der Zwischenzeit haben die Demonstranten unabhängige örtliche Regierungen in den Städten gebildet. Die Polizei- und Militäreinheiten, die von Kiew mit dem Auftrag in die Ostukraine entsendet worden waren, die Demonstranten, die man nach amerikanischem Vorbild in den westlichen Propagandamedien als "Terroristen" bezeichnet, zu bekämpfen, haben sich größtenteils den Demonstranten angeschlossen.

    Da das inkompetente Weiße Haus unter Marionette Obama die Übernahme der Ukraine durch Washington verpfuscht haben, versuchen Washington und die Medien nun mit allen Mitteln, Russland die Schuld für die Krise zu geben

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