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Krise in der Ukraine Der Verteilungskampf wird blutiger

Wirtschaftskrise und Krieg im Osten zerrütten den ukrainischen Staat zunehmend. Jetzt fordern auch Extremisten die Zentralmacht offen heraus. Droht unweit der EU-Außengrenze ein erbitterter Bandenkrieg?
15.07.2015 - 12:33 Uhr 2 Kommentare
In der Ukraine eskaliert der Kampf in der Unterwelt. Quelle: Reuters
Junge vor Soldaten

In der Ukraine eskaliert der Kampf in der Unterwelt.

(Foto: Reuters)

Mukatschewe Schüsse, brennende Autos, kreisende Hubschrauber: Nur 25 Kilometer von der EU-Außengrenze entfernt entlädt sich in der Westukraine ein blutiger Verteilungskampf. Schlagartig wird der Blick auf das brutale Millionengeschäft mit geschmuggelten Zigaretten frei, als vor wenigen Tagen bei Mukatschewe sich knapp zwei Dutzend vermummte Kämpfer mit Panzerfäusten und automatischen Waffen den Weg durch Polizeisperren frei schießen. Am Ende liegen zwei Angreifer tot auf dem Asphalt, zwölf Polizisten und Passanten werden verletzt. Der von einem Sezessionskrieg gezeichneten Ukraine droht eine zweite Front.

Der Konflikt hat besondere Brisanz - denn die „Banditen“ sind nicht irgendwer, sondern gehören zum Rechten Sektor. Die Ultranationalisten verstehen sich als „Helden“ der prowestlichen Massenproteste in Kiew im Winter 2013/14 und kämpfen seit Monaten im Osten des Landes gegen prorussische Separatisten: gut bewaffnet und auch mit großen Opfern.

Von einer „besorgniserregenden Tendenz, dass die Macht erneut auf die Straße übergeht“, spricht der Kiewer Politologe Wadim Karassjow. „Im Unterschied zum bürgerlichen Protest vor einem Jahr ist es aber eine böse Masse, die von Beginn militarisiert ist“, fürchtet der Experte.

Doch nicht nur die Paramilitärs sind mittlerweile ein ernstes Problem der Ex-Sowjetrepublik. Immer mehr Waffen strömen aus dem Unruhegebiet Donbass ins Landesinnere, wo auch angesichts der schlechten Wirtschaftslage die Verbrechensrate steigt.

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    Mit Nachdruck warnt Präsident Petro Poroschenko vor einer zunehmenden Terrorgefahr. In einigen Regionen habe die Zahl der Morde, Diebstähle und Überfälle sprunghaft zugenommen, betont der prowestliche Politiker.

    Spätestens seit den schockierenden Ereignissen von Mukatschewe sehen Politologen den Versuch, in absehbarer Zeit einen Rechtsstaat in dem krisengeschüttelten Land aufzubauen, immer skeptischer. Viele in Europas zweitgrößtem Flächenstaat fordern ein hartes Durchgreifen der Regierung. Sie fürchten eine völlige Verrohung der kriegsmüden Gesellschaft, wenn nun auch im bisher ruhigen, proeuropäischen Westen ein Konflikt losbricht.

    Abgeordnete greifen auf bewaffnete Gruppen zurück
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    2 Kommentare zu "Krise in der Ukraine: Der Verteilungskampf wird blutiger"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrter Herr Weinberg,
      Da sich heutzutage ALLE Seiten einer Propaganda bedienen, die Ihre Darstellung oder des Herrn
      Ponsonby - in den Schatten stellt

      Trifft Ihr Beitrag auf beide Seiten zu.
      Andere Tatsachen (Fakten) lassen eine bessere Beurteilung zu
      - Wer Agressor
      - Wer aus Selbsverteidigung
      handelt.
      Die NATO und die EU handeln seit 1991 Völkerrechtswidrig, das Sie sich entgegen der vertraglichen
      Vereinbarungen der Kontrolle des OSZE und des UN-Sicherheitsrates entzogen haben.

      Die USA aggiert nach eigenen ermessen, stehen auch nicht unter intern.-Gerichtsbarkeit.

    • EU und Amerikaner = Die Guten, die Russen = Die Bösen. Glauben Sie das nicht !

      BITTE HIER LESEN:

      "... Arthur Ponsonby( * 16. Februar 1871; † 23. März 1946) war ein britischer Staatsbeamter, Politiker, Schriftsteller und Pazifist. 1928 schrieb er das Buch Falsehood in Wartime (Lügen in Kriegszeiten), in dem er die Methoden der Kriegspropaganda der Kriegsbeteiligten im 1. Weltkrieg beschrieb. In diesem Buch ist übrigens der bekannte (meist jedoch abgewandelte) Hinweis zu finden:

      „When war is declared, truth is the first casualty.“ (Nach der Kriegserklärung ist die Wahrheit das erste Opfer.)

      Anne Morelli, eine belgische Historikerin, nahm 2001 die Arbeit von Ponsonby als Anlass, die von ihm postulierten Methoden, weiter zu entwickeln und fasste sie zu den zehn Grundsätzen der Kriegspropaganda zusammen:

      1. Wir wollen den Krieg nicht.
      2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung.
      3. Der Führer des Gegners hat dämonische Züge („der Teufel vom Dienst“).
      4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
      5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
      6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen.
      7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
      8. angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
      9. Unsere Mission ist heilig.
      10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners (Verrat).
      http://www.neopresse.com/politik/kommentar-die-zehn-grundsaetze-der-kriegspropaganda/

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