Krise in der Ukraine Nato und Russland starten Großmanöver

Russland beginnt ein militärisches Großmanöver mit über 2000 Soldaten und bindet auch die Krim mit ein. Die Nato antwortet und lässt ebenfalls zur Übung aufmarschieren – als „Botschaft der Beruhigung“.
Update: 05.03.2015 - 16:49 Uhr 14 Kommentare
Russland und die Nato planen militärische Großmanöver zu Übungszwecken. Quelle: dpa
Großmanöver

Russland und die Nato planen militärische Großmanöver zu Übungszwecken.

(Foto: dpa)

Moskau/KiewAls Reaktion auf die Krise in der Ukraine haben sowohl Russland als auch die Nato Großmanöver in der Region gestartet. Rund 2000 russische Soldaten seien bis zum 10. April an Flugabwehrübungen beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau mit. Davon betroffen sei auch die von Russland annektierte Halbinsel Krim.

Die Nato begann eigene Gefechtsübungen im Schwarzen Meer, bei dem es nach Angaben eines Sprechers um den Schutz vor Luft- und U-Boot-Angriffen geht. Das ukrainische Parlament gab derweil grünes Licht für einen Vorstoß von Präsident Petro Poroschenko, die Obergrenze der im Kampf gegen die pro-russischen Separatisten eingesetzten Soldaten um ein Drittel auf 250.000 Mann zu erhöhen.

Das russische Manöver findet nach Regierungsangaben vor allem im Süden Russlands sowie im Nordkaukasus-Distrikt statt. Aber auch die Krim sowie Militärstützpunkte in Armenien und Georgien würden einbezogen. Die Nato sandte ihrerseits eine Flotte ins Schwarze Meer, die gemeinsam mit Schiffen der bulgarischen, rumänischen und türkischen Marine trainieren soll.

Der Einsatz solle eine Botschaft der Beruhigung an die Verbündeten in der Region senden, sagte ein Sprecher des westlichen Militärbündnisses. Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow warf den Nato-Staaten dagegen vor, die Situation im Südosten der Ukraine als Vorwand zu nutzen, um sich näher an Russlands Grenzen heranzubewegen.

Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind wegen der Ukraine-Krise äußerst angespannt. Dort gilt seit Februar eine Waffenruhe, die jedoch brüchig ist. Erneut beschuldigten sich beide Seiten am Donnerstag, das Abkommen von Minsk gebrochen zu haben.

Innerhalb von 24 Stunden kam nach offiziellen Angaben mindestens ein ukrainischer Soldat ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Ein Berater des ukrainischen Innenministeriums sagte, die Rebellen nutzten die Zeit, um ihre Truppen in der Nähe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol zu verstärken.

Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten mit eigenen Soldaten und militärischem Gerät zu unterstützen. Russland bestreitet dies. Die Regierung in Moskau wirft wiederum dem Westen vor, er wolle seinen Einflussbereich ausdehnen.

Besorgt äußerte sich die Moskauer Regierung über die anhaltende Debatte in den USA über Waffenlieferungen an die Ukraine. "Die russisch-amerikanischen Beziehungen werden einen kolossalen Schaden erleiden, wenn die Menschen im Donbass mit amerikanischen Waffen getötet werden", warnte ein Sprecher des Außenministeriums. Donbass bezeichnet das Gebiet im Osten der Ukraine um die Stadt Donezk.

  • rtr
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14 Kommentare zu "Krise in der Ukraine: Nato und Russland starten Großmanöver"

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  • Die NATO trainiert da nur auf Bedarf, damit nicht ein russischer Urlaubsdampfer der Alligator-Klasse oder Ropucha-Klasse (Landungsschiffe) in Mariupol anlanden.

  • Machen wir uns nichts vor...

    wenn Russland die volle Ukraine einnehmen wird...

    dann wird weder Europa noch die NATO sich für die Ukraine ins Feuer legen !

    Der Europäer ist nicht nur Pleite um sich ein derartiger Krieg zu erlauben...

    nicht einmal Deutschland hat Marine-Hubschrauber, Grossraum-Transport-Flugzeuge und auch nicht motivierte Soldaten...

    sondern die Ukraine würde den Geldeinsatz für die EU nicht wieder einbringen.

    Heute geht es mehr den je um : " Welchen nutzen bringt mir den Einsatz ein ? "


  • Das HB schreibt "Nato und Russland starten Großmanöver".

    Heisst das im Klartext Russland startet erst mal mit 2000 Mann, die Nato erhöht ihre Manöverstärke auf 3000 Mann und dann machen beide Lager noch eine Null dran? Oder bleibt es bei den 2000 Mann?

    Unter einem Großmanöver habe ich bisher etwas anderes verstanden.

  • Statt wachsweicher Sanktionen sollte man uns vielleicht wieder mal fragen: »Wollt ihr den totalen Krieg?«
    Das war jetzt sarkastisch gemeint. Aber wo ich auch hinhöre, der Tenor lautet: Verhandeln, handeln und auch verbal abrüsten! Für Europa!!!

  • Diese aktuelle Entwicklung stellt auch eine Frage: wer ist eigentlich Schuld? Man sollte die Rolle von Manuel Barosso unter die Lupe nehmen und unter Umständen vor Gericht in den Haag ziehen!

  • Normalbürger in Europa + Russland sind keine " Kalten Krieger".
    Jetzt muß endlich Schluß sein mit : Wettrüsten+ Wirtschaftskrieg !
    Nach der Deutsch-Französischen Aussöhnung ,ist die Zeit überreif für eine
    gesamte europäische Aussöhnung .
    Zwei Weltkriege brachten unsägliches Leid über Europa - der 3 Weltkrieg bedeutet
    das Ende von Europa!!!!

  • Was für ein Irrsinn.
    Die NATO entwickelt sich mehr und mehr zum Bestimmer über Krieg und Frieden.
    Und die USA-hörige Merkel macht so lange, bis Europa, bis Deutschland wieder im Krieg versinkt. Aber am Deutschen Wesen muß ja mal wieder die Welt genesen

  • Frau Merkel ist den Polen, Litauen und andere Banausen hinterher gelaufen und eine Merkwürdige Politik, die gegen die deutschen Interessen gestartet und jetzt weiß nicht wie Sie herauskommen sollte!? Solche Verbündete wie Polen, die noch Mitte 50-Jahre Ihre Armee in polnischen Wälder gesucht und gefunden haben. Man fragt sich warum keine der Despoten, die die Kriege in Europa geführt haben, nie mit Polen zu tun haben wollten? Die Antwort sollte jeder für sich beantworten!

  • Bemerkenswert ist, dass es nur wenige Ausnahmen von der Regel gibt, dass Berichte über Israel nicht kommentiert werden dürfen. Die Freunde der Kolonialherren kämen sonst mit ihrer Gegenkommentierung zur Volksmeinung nicht mit. Ja, doch, Freiheit ist immer die Freiheit der Meinung der anderen - natürlich nur, wenn sie gleich der eigenen ist.

  • @Herr shar wes
    "Willkommen im 2ten Kalten Krieg - hoffen wir mal, dass es dabei bleibt ... lokale Stellvertreterkriege. Es ist wichtig, dass die Bundeswehr effizient und schlagkräftig (wieder) aufgebaut wird."

    Die meisten Bevölkerungen innerhalb der EU haben definitiv kein Interesse an einem neuen Kalten Krieg oder schlimmerem, aber wir wissen alle wer dieses Interesse hat. Die NATO und der militärisch-industrielle Bankenkomplex in den USA benötigen nicht nur ihre Existenzberechtigung, nein, sie möchten viel mehr, sie möchten die Systemrelevanz haben und dafür ist ein Gegner unabdingbar notwendig. Fehlt dieser Gegner wird sich kurzerhand einer aufgebaut oder erschaffen.

    Zum anderen bot Russland eine sehr umfangreiche Zusammenarbeit mit der EU, insbesondere mit Deutschland, an. Das entwickelte sich in dem Moment zu einem Alptraum für den angloamerikanischen Welthegemon als sich Russland strikt dem Einfluss der Oligarchen des Welthegemon widersetzte und stattdessen nur den eigenen russischen Oligarchen einen gewissen Einfluss gewährte. Der Welthegemon musste nun berechtigterweise befürchten seinen Einfluss in Europa und Asien zu verlieren und einem neuen eurasischem Wirtschaftsraum als Konkurrent hoffnungslos unterlegen zu sein. Der Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok und vielleicht bis Peking und darüber hinaus in den gesamten asiatischen Raum wäre für ganz Europa alternativlos und Zukunft sichernd, aber absolut nachteilig für Nordamerika und Ozeanien.
    Dem Welthegemon geht es ausschließlich darum auf Kosten der übrigen Welt die dominierende Macht bleiben zu können.
    Was derzeit in der Ukraine und gegen Russland läuft ist eindeutig gegen die Interessen der Menschen in Europa gerichtet!

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