Krise in der Ukraine Russische Militärausbildung in der Ostukraine

Ausbildung von Russlands Gnaden: Seit Monaten beklagt der Westen Russlands Militärpräsenz in der Ukraine. Inzwischen sind dort offenbar weniger Kampftruppen als Militärausbilder. Die sollen die Separatisten fit machen.
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Schweres Gerät: Die Separatisten im Osten der Ukraine bekommen eine militärische Ausbildung von russischen Staatsangehörigen. Quelle: ap
Pro-russischer Separatist

Schweres Gerät: Die Separatisten im Osten der Ukraine bekommen eine militärische Ausbildung von russischen Staatsangehörigen.

(Foto: ap)

JankiejeweInfanteriemanöver von Separatisten in der Ostukraine. Umringt von Bodyguards inspiziert ein hoher Gast die Truppen. „Der General ist sehr zufrieden“, versichert Rebellenkommandeur Ostap Tscherny seinen Männern. Doch plötzlich wird der Besucher nervös, als er zwei Journalisten auf sich zukommen sieht.

Hektisch schirmt ihn seine Entourage ab und schiebt den „General“ in einen schwarzen Toyota-Geländewagen ohne Nummernschilder. Und schon rauscht seine Wagenkolonne davon.

Bei dem mysteriösen Gast auf dem von AP-Reportern besuchten Trainingsgelände der Rebellen in Jenakiejewe handelt es sich fast sicher um einen russischen Offizier. Ein Jahr nach Beginn der Kämpfe in der Ostukraine ist die russische Präsenz dort kaum zu übersehen.

Die Katastrophe im Donbass
Separatist in Debaltseve
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Zerstörter Kindergarten
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Ein zerstörter Kindergarten in der Kleinstadt Debaltseve: Der Krieg im Osten der Ukraine nimmt auf Zivilisten keine Rücksicht. Ein normales Leben ist in den umkämpften Gebieten längst nicht mehr denkbar, überall lauern Kämpfer der verfeindeten Verbände ...

Separatisten patrouillieren in Debaltseve
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Auf Patrouille in Debaltseve: Prorussische Separatisten in voller Kampfmontur durchsuchen das Dorf nach Regierungssoldaten und Gegnern. Zivilisten sind kaum mehr zu sehen. Sie verstecken sich in Kellern und alten Bunkern unter der Erde.

Anwohner von Debaltseve
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Eine Familie in einem unterirdischen Bombenbunker in Debaltseve: In dem kleinen Städtchen wurden mindestens zwei Zivilisten in Kämpfen zwischen prorussischen Kämpfern und Regierungstruppen getötet. Wer nicht dauerhaft unter Tage leben will, muss fliehen ...

Flüchtlinge in Debaltseve
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Eine Mutter flüchtete mit ihrem kleinen Sohn in einem öffentlichen Bus vor Kämpfen in Debaltseve: Dort hätten die Rebellen Garnisonen der Regierungstruppen teilweise eingekesselt. Die Gefechte in der Ostukraine sind inzwischen so heftig wie seit der Vereinbarung des Waffenstillstandsabkommens von Minsk im September nicht mehr. Eine weitere Stadt rückt dabei in den Blickpunkt ...

Zerstörung in Mariupol
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Mariupol:

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Beerdigung in Mariupol
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Interviews mit Dutzenden Separatisten zeigen auch, dass russische Kräfte in der Vergangenheit einige wichtige Offensiven der Rebellen mit angeführt haben. Seit dem Waffenstillstand von Minsk hat Russland offenbar weniger eigene Soldaten in der Region und setzt eher auf Training der Rebellen. Nach Schätzung der Nato sind Hunderte russische Militärausbilder in der Ostukraine.

Über die russische Beteiligung an dem Konflikt mit inzwischen mindestens 6000 Toten tobt von Anfang an auch ein Krieg der Worte. Der Westen beschuldigt Moskau, Tausende eigene Soldaten ins westliche Nachbarland geschickt zu haben. Der Kreml bestreitet das vehement und versichert, man habe auch keine Waffen geschickt. Lediglich russische Freiwillige sollen auf eigene Verantwortung ins Kriegsgebiet gereist sein.

Vor Ort finden sich zumindest Indizien. Auf dem Höhepunkte der Kämpfe beobachteten AP-Reporter an manchen Tagen bis zu 80 gepanzerte Fahrzeuge, die meist aus Richtung der russischen Grenze kamen. Und separatistische Kämpfer räumen in Interviews recht freimütig ein, dass sie Kleidung und Munition aus Russland beziehen.

„Ja, unsere Brüder helfen uns - Sie wissen schon, wer“, sagt ein Rebell mit dem Kampfnamen Taitscha an einem Kontrollpunkt in der Nähe des Orts Krasny Luch. Zur Eroberung des Orts Debaltsewe am 19. Februar sagt der Kämpfer Andrej: „Unsere Freunde haben uns geholfen.“ Und Separatist Alexej wird noch deutlicher: „Ich will das nicht verbergen: Russen waren hier. Sie gingen rasch hinein und verschwanden schnell wieder.“

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