Krise in der Ukraine Separatisten wollen mit Abzug schwerer Waffen begonnen haben

Gemäß den Vereinbarungen mit der ukrainischen Führung haben die Rebellen in der Ostukraine nach eigenen Angaben mit dem Abzug schwerer Waffen begonnen. Ein Streitpunkt sind immer noch die geplanten Kommunalwahlen.
Die Rebellen in der Ostukraine haben nach eigenen Angaben damit begonnen, schwere Waffen von der Front zurück zu ziehen. Quelle: dpa
Abzug

Die Rebellen in der Ostukraine haben nach eigenen Angaben damit begonnen, schwere Waffen von der Front zurück zu ziehen.

(Foto: dpa)

LuhanskIm Konfliktgebiet Ostukraine haben die Separatisten nach eigenen Angaben mit dem Teilabzug von Waffen begonnen. Kriegsgerät mit einem Kaliber von weniger als 100 Millimeter werde in Etappen von der Front abtransportiert, teilten die Aufständischen in Luhansk am Samstag mit. „Als erstes werden wir Panzer abziehen. Wir rechnen damit, dass wir das bis zum Abend in zwei Frontabschnitten geschafft haben“, sagte ein Sprecher örtlichen Medien zufolge. Das Kriegsgerät werde mindestens 15 Kilometer von der Front entfernt stationiert.

Vorausgegangen war eine Vereinbarung mit der ukrainischen Führung, die ebenfalls noch am Samstag mit dem Teilabzug eigener Waffen beginnen wollte. Die Konfliktparteien hatten sich zudem auf eine Kontrolle durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verständigt. Die ersten Schritte in Luhansk seien von OSZE-Beobachter überwacht worden, sagte der Separatistensprecher. Von der Organisation gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

Der Rückzug der Waffen war auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin sowie dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Frankreichs Staatschef François Hollande in Paris am Freitagabend besprochen worden. Von dem Teilabzug erhoffen sich die Staats- und Regierungschefs eine weitere Entspannung in der Unruheregion, in der eine Waffenruhe seit einigen Wochen recht stabil ist.

Gestritten wird aber weiter über Kommunalwahlen in den Separatistengebieten, die die Aufständischen ohne die Regierung in Kiew abhalten wollen. Die ukrainische Führung sieht darin einen Verstoß gegen das im Februar geschlossene Minsker Friedensabkommen.

  • dpa
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