Krisengespräch mit Merkel Poroschenko hofft auf Entspannung in Ostukraine

Die diplomatischen Bemühungen im Ukraine-Konflikt nehmen wieder zu. In Berlin will der ukrainische Präsident Poroschenko mit Kanzlerin Merkel dem Friedensprozess einen Impuls geben. Gekämpft wird im Donbass unvermindert.
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Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, kündigte eine Reise nach Brüssel an. Zuvor berät er sich mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin. Quelle: dpa
Ukrainischer Präsident

Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, kündigte eine Reise nach Brüssel an. Zuvor berät er sich mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin.

(Foto: dpa)

Kiew/BerlinVor einem Krisengespräch mit Kanzlerin Angela Merkel hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die Hoffnung auf eine Entspannung im Kriegsgebiet Donbass bekräftigt. Bei dem Treffen an diesem Montag in Berlin solle es unter anderem um die Umsetzung des Minsker Friedensplanes gehen, vor allem um den Abzug schwerer Waffen von der Front, sagte er am Donnerstag in Kiew.

Zuletzt hatten die Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine wieder zugenommen. Das Militär berichtete von mindestens vier getöteten sowie 14 verletzten Soldaten. Die Aufständischen warfen der Armee ebenfalls Angriffe vor.

Poroschenko sagte, beim Dreiertreffen mit Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande wolle er auch über die Arbeit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sprechen. Die internationalen Beobachter hatten zuletzt über massive Behinderungen und Bedrohungen im Kriegsgebiet geklagt.

Kremlchef Wladimir Putin, der bei früheren Krisengipfeln dabei war, wird am Montag nicht in Berlin erwartet. Zudem kündigte Poroschenko eine Reise nach Brüssel am kommenden Mittwoch und Donnerstag an.

Über die Umsetzung des Friedensplans berieten in Berlin bereits Rechtsexperten aus Deutschland, Frankreich, der Ukraine und Russland. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte mit, es habe einen „guten und intensiven Austausch“ gegeben. Die Gespräche seien schwierig aber konstruktiv verlaufen, zitierte die Agentur Interfax russische Diplomatenkreise.

Die Experten wollten über eine geplante ukrainische Verfassungsreform sprechen, die unter anderem den Regionen mehr Autonomie einräumt. Vor allem Nationalisten kritisieren die Novelle, denn sie befürchten Gebietsabspaltungen und lehnen eine politische Beteiligung der Aufständischen ab. Ein gesetzlich verankerter Sonderstatus mit mehr Eigenständigkeit für die Separatistengebiete im Donbass ist Teil des Friedensplans.

Wie russische Soldaten zum Kult werden
Soldaten ohne Hoheitsabzeichen
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Im März 2014 waren auf der ukrainischen Halbinsel Krim plötzlich Soldaten ohne nationales Hoheitsabzeichen aufgetaucht und stellten den Westen und Kiew damit vor vollendete Tatsachen. Erst kürzlich hat der russische Präsident Wladimir Putin im russischen Staatsfernsehen bestätigt, was zu Anfang nur Vermutung war: Er gab den Befehl zur Eroberung der Krim.

„Höfliche Menschen“
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In Russland nennt man die Soldaten in den ungekennzeichneten grünen Kampfanzügen nur „höfliche Menschen“. Der Begriff wurde geprägt durch russische Staatsmedien, die statt von bewaffneten Maskierten auf der Krim lieber von „höflichen Menschen“ sprach.

Für 17 Euro zu haben
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Die T-Shirts werden von der russischen Jugendmarke „Anyavanya“ hergestellt und kosten 1200 Rubel, umgerechnet 17 Euro. Verkauft werden sie unter anderem als Souvenir auf der Krim und in Russlands größtem Einkaufszentrum, dem GUM in Moskau.

Putin der „Höflichste“
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Neben Aufdrucken mit Soldaten zeigen die „Anyavanya“-Motive auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, hier mit der Unterschrift: „der höflichste aller Menschen“. Ein anderes T-Shirt zeigt Putin mit Hawaiihemd und Cocktail in der Hand. Darunter ist zu lesen: „Greetings from Crimea“.

Judo mit Obama
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Wieder ein anderes T-Shirt bildet Putin offenbar im Judokampf mit US-Präsident Barack Obama ab. Darunter der Text: „Unsere Antwort auf die Sanktionen“.

Für alle Altersklassen
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Der Designer der T-Shirts sagte der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, es gebe derzeit sehr viele Bestellungen aus dem Ausland. „Das kann eine 18-Jährige sein, aber auch eine 55-jährige Rentnerin.“

Auch Tassen verfügbar
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Nicht nur T-Shirts, auch Tassen gibt es in Russland mit dem Aufdruck „höfliche Menschen“. Der Begriff hat sich zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt. Bei der Vorstellung der T-Shirts im Moskauer Kaufhaus GUM waren auch Prominente aus dem russischen Showbusiness anwesend.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Krisengespräch mit Merkel: Poroschenko hofft auf Entspannung in Ostukraine"

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  • Nun hat doch Poposchenko gerade noch erklärt ,daß er den Donbass zurück erobern will.Das dürfte etwas schwierig werden mit "Entspannung".

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