Krisentreffen Italien-Krise alarmiert die Euro-Gruppe

Das Schuldenvirus hält Italien in Atem. Die EU-Partner sind alarmiert. EU-Spitzenpolitiker schalten sich ein - und die Deutsche Bank muss sich rechtfertigen, weil sie Anleihen des Landes massenweise verkauft hat.
Update: 02.08.2011 - 22:28 Uhr 38 Kommentare
Luxemburgs Premier Juncker (li.) und EU-Wirtschaftskommissar Rehn schalten sich in die Italien-Krise ein. Quelle: Reuters

Luxemburgs Premier Juncker (li.) und EU-Wirtschaftskommissar Rehn schalten sich in die Italien-Krise ein.

(Foto: Reuters)

Luxemburg/RomDie angespannte Lage für italienische Staatspapiere am Anleihemarkt sorgt für große Unruhe in der Euro-Zone. Über den wachsenden Druck der Finanzmärkte auf Italien reden bei einem Krisentreffen an diesem Mittwoch in Luxemburg der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, und Italiens Finanzminister Giulio Tremonti. Dies teilte die luxemburgische Regierung am Dienstag mit. Bei dem Gespräch geht es nach Ansicht von Diplomaten um den zunehmenden Vertrauensschwund der Märkte in die italienische Wirtschaft.

Die Zinsen für italienische Anleihen sind in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen. Bei dem Treffen mit Juncker dürfte es auch um das bereits beschlossene italienische Sparpaket in Höhe von 48 Milliarden Euro und dessen Umsetzung gehen..

Zudem soll Giulio Tremonti nach Angaben der EU-Kommission noch am Dienstagabend mit EU-Währungskommissar Olli Rehn die Lage erörtern. „Rehn und Tremonti werden am Abend telefonieren“, sagte eine Sprecherin der Kommission der Nachrichtenagentur Reuters.

Italien und Spanien sind inzwischen wieder in den Fokus der Anleger geraten und müssen ständig höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen zahlen. Italien musste am Dienstag für zehnjährige Staatsanleihen 6,1 Prozent Zinsen zahlen, 3,8 Prozentpunkte mehr als Deutschland.

Wegen der angespannten Situation verschiebt Spaniens Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero seinen Urlaub. Die spanische Regierung teilte mit, sie tausche sich eng über die Marktentwicklung mit den Regierungen Deutschlands, Italiens und Frankreichs aus.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi will sich auf Druck der linken Opposition nach längerem Zögern am Nachmittag vor beiden Kammern des Parlaments zu den Wachstums- und Schuldenproblemen seines G8-Landes äußern.

Über das richtige Vorgehen in der Krise hatte Italiens Notenbankchef Mario Draghi am Dienstag erneut auch mit Staatspräsident Giorgio Napolitano beraten. In Rom hatte Wirtschafts- und Finanzminister Giulio Tremonti zudem den Ausschuss für Finanzstabilität zur Krisensitzung geladen.

Das Treffen der Finanzfachleute war zwar schon vorher angesetzt, traf aber auf einen recht turbulenten Tag mit einem italienischen Finanzmarkt in schwieriger Lage. Die Mailländer Börse schwächelte erneut. Zudem hatte am Vormittag der Renditeabstand zwischen den italienischen und den deutschen zehnjährigen Staatsanleihen mit über 380 Basispunkten vorübergehend einen neuen negativen Rekordstand seit Einführung des Euro erreicht. Die Rendite der italienischen Rentenpapiere kletterte um 0,17 Prozentpunkte auf 6,159 Prozent.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Banken unter Druck
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

38 Kommentare zu "Krisentreffen: Italien-Krise alarmiert die Euro-Gruppe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • hmmm. Bisschen merkwürdige Kombination. "Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie" klingt erstmal gut, aber der anti-islamistische Part erweckt keine große Hoffnung auf mehr Vernunft als bei den anderen Parteien. Gibt es denn echt keine vernünftige Partei, die diesem Euro-Wahnsinn ein Ende bereiten kann ?

  • Das ist die natürliche Marktreaktion auf den verhinderten Credit-Event in Griechenland. CDS auf Staatsanleihen werden zunehmends von Investoren als wertlos angesehen, da die Politik mit Überzeugung gegen diese handelt. Die Versicherungsprämien wandern nun einfach wieder zurück in die Anleihezinsen. Wenn unsere Politiker diese elementaren Zusammenhänge nicht begreifen dann tut's mir echt leid.

  • u.u. hilft auch eine veränderung der politischen situation.


  • Demnächst schickt Mini- Napoleon Truppen nach Deutschland , wenn DE keine Euros für die Pleitestaaten
    locker macht .
    Der 3.Weltkrieg läuft sich warm !

  • Zitat:"Wer garantiert Ihnen denn, das die deutschen Zahlen korrekt sind??"

    Allein die Tatsache, dass die PIGS und Frankarm unbedingt mit Deutschland einen gemeinsamen Rettungsschirm haben wollen und dafür alle Hebel in Bewegung setzen und Deutschland sich dagegen wehrt - sagt alles!

  • wenn man mit etwas in deutschland nicht einverstanden ist, dann hilft konsequenzen ziehen und auswandern. aber nicht rumjammern und motzen in foren.

  • @Rainer_J: Wer garantiert Ihnen denn, das die deutschen Zahlen korrekt sind?? Wenn sie diese Frage schon in Bezug auf Spanien stellen.

    Zum Thema: Angesichts der Tatsache, das von der Öffentlichkeit nur aufgrund von Gerüchten und Berichten irgendetwas zusammengestrickt wird, und keine dieser Behauptungen im Fall Spanien und Italien mit fundamentalen makroökonomischen Fakten belegt sind, erübrigt es sich zu solchen Propagandaartikeln mit samt den passenden Kommentaren irgendetwas beizutragen.

    In solchen Zeiten sind wieder viel "Möchtegernökonomen" unterwegs die überall ihren Senf dazugeben müssen.



  • Wenn man Leute provoziert, dann werden einige auch ungehalten zurückschreiben. Ich denke man würde Sie ernster nehmen, wenn Sie nicht so z.T. beleidgenden Dinge chreiben würden. Ist meine Meinung !!!

  • Wer tradet denn 10 Stunden ???? Ist ja total weltfremd !!! - Eröffnung, 12-13 tote Hose (Mittag) 14.00 Eröffnung USA, 15:30, 17.30 eventuell, 22.00 Uhr ganz wichtig. Komische Art und Weise des Tradens ???

  • apropos "beleidigen", lies dir mal durch, was einige foristen über unsere politiker so schreiben. damit ist alles beantwortet.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%