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Kritik an Flüchtlingslager Norbert Blüm stellt eigenes Zelt in Idomeni auf

Der ehemalige deutsche Arbeitsminister Norbert Blüm ist entsetzt über die miserablen Zustände im griechischen Flüchtlingscamp Idomeni – und setzt ein Zeichen. Derweil wird ein Fall von Hepatitis A im Lager bekannt.
12.03.2016 - 17:54 Uhr
Norbert Blüm besucht das Flüchtlingslager in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. Quelle: dpa
Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze

Norbert Blüm besucht das Flüchtlingslager in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien.

(Foto: dpa)

Idomeni Der ehemalige deutsche Arbeitsminister Norbert Blüm (80) hat die miserablen Zustände im griechischen Flüchtlingscamp Idomeni als „Anschlag auf die Menschlichkeit“ bezeichnet. „Diese Art von Brutalität ist unwürdig der europäischen Kultur“, sagte er am Samstag beim Besuch des Lagers einem Reporter der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist eine Kulturschande.“

Blüm kritisierte Österreich und andere mittel- und osteuropäische EU-Länder, die sich aktiv dafür eingesetzt hatten, dass die Grenzen entlang der Balkanroute für Flüchtlinge geschlossen wurden. „Was ist das eigentlich für eine Lösung? Die ziehen sich bequem zurück und sagen, Griechenland soll damit zurechtkommen“, sagte er. Sein Europa sei das nicht.

In Griechenland sitzen wegen der Grenzsperren weiter nördlich mehr als 40.000 Migranten fest, davon 12.000 allein im improvisierten Lager Idomeni, das unmittelbar an der Grenze zu Mazedonien liegt. Blüm stellte am Samstag ein eigenes Zelt neben die Behausungen von Flüchtlingen, in dem er die Nacht zum Sonntag verbringen wollte. Bei der Besichtigung eines Großzeltes auf dem Gelände scharten sich Menschen um ihn und riefen: „Thank you, Germany!“ (Danke, Deutschland!)

Bis nach Österreich kommt keiner mehr
Polizisten im leeren Registrierungszelt in Spielfeld
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Die weitgehende Blockade der Balkanroute hat den Flüchtlingsandrang nach Österreich versiegen lassen: Kein einziger Flüchtling ist seit Anfang der Woche mehr am Grenzübergang Spielfeld zu Slowenien registriert worden. Auch in Deutschland gehen die Zahlen zurück.

(Foto: AP)
Ein leeres Flüchtlingszelt in Spielfeld
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Nur eine Woche zuvor waren hier noch 1500 Frauen, Männer und Kinder angekommen. Die geltenden Tages-Obergrenzen von 80 Asylbewerben und 3200 durchreisenden Flüchtlingen wurden noch nie überschritten.

(Foto: AFP)
Bis hierhin kommt derzeit kein Flüchtling mehr
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Nach Slowenien hatten am Mittwoch auch Serbien, Kroatien und Mazedonien entschieden, niemanden ohne gültigen Reisepass und Visum mehr passieren lassen zu lassen. Damit ist die Balkanroute für Flüchtlinge derzeit faktisch dicht.

(Foto: AFP)
Ein einsamer Polizist in Spielfeld
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Angesichts der Schließung der Balkanroute hat Österreich inzwischen zahlreiche Polizisten von seiner Südgrenze abgezogen. Noch diese Woche würden 200 aus anderen Bundesländern entsandte Beamte ihre Einsatzorte an der Grenze bis auf Weiteres wieder verlassen, teilte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit.

(Foto: AFP)
Polizisten vor dem leeren Registrierungslager
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Österreich lässt keinen Zweifel daran, dass die Abriegelung endgültig sein soll. „Derzeit rechnen wir nicht damit, dass sich die Situation ändert“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. „Die Balkanroute bleibt geschlossen und das auch dauerhaft. Dieser unkontrollierte Zustrom in Richtung Mitteleuropa über die Balkanroute muss einfach Geschichte sein“, sagte Mikl-Leitner vor einem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel.

(Foto: AP)
Auf alles vorbereitet
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Die österreichische Polizei übt derzeit mit dem Bundesheer bereits das Verhalten bei illegalen Grenzübertritten von Flüchtlingen. Rund 200 Einsatzkräfte erprobten verschiedene Szenarien. „Wir müssen auf alles vorbereitet sein“, hieß es von der Polizei.

(Foto: AP)
Improvisiertes Flüchtlingslager in Idomeni
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Ganz anders sieht die Situation derzeit im griechischen Idomeni aus: Seit Mazedonien die Grenze dicht gemacht hat, sitzen hier Tausende Flüchtlinge fest. Das improvisierte Elendslager versinkt im Schlamm, unter den mehr als 13.000 Flüchtlingen dort breiten sich Krankheiten aus.

(Foto: dpa)

Unterdessen haben griechische Ärzte bei einem neun Jahre alten syrischen Flüchtlingskind die Infektionskrankheit Hepatitis A diagnostiziert. Das teilte der griechische Flüchtlings-Krisenstab am Samstag und Berufung auf das griechische Zentrum für Seuchenbekämpfung und -prävention mit. Das Kind werde in einem Krankenhaus in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki behandelt, sein Zustand sei stabil.
Das Hepatitis-A-Virus kann eine akute Leberentzündung verursachen. Es bestehe keine Gefahr für die griechische Bevölkerung, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Virus wird vornehmlich durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen.

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