Kritik an Sparbemühungen IWF nimmt sich griechische Regierung zur Brust

Griechenland tut zu wenig, um aus der Schuldenfalle herauszukommen, ist der IWF überzeugt. Im schlimmsten Fall drohe der Komplett-Absturz. Die Regierung in Athen müsse mehr Einsatz zeigen.
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Griechenland-Premier Papandreou umringt von IWF-Missionsleiter Thomsen (li.) und EZB-Chefvolkswirt Stark. Quelle: dapd

Griechenland-Premier Papandreou umringt von IWF-Missionsleiter Thomsen (li.) und EZB-Chefvolkswirt Stark.

(Foto: dapd)

Athen/BrüsselDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat eindringlich an Griechenland appelliert, die Sparbemühungen zu verstärken. Das griechische Sanierungsprogramm werde aus der Spur laufen, ohne entschiedene Bemühungen des Landes, sagte Poul Thomsen, der die IWF-Delegation zur Prüfung der griechischen Reformpläne leitet, am Mittwoch bei einer Konferenz in Athen. "Wenn wir diese Verstärkung nicht sehen, denke ich, wird das Programm aus der Spur laufen", sagte Thomsen.

Zwar gerate die griechische Wirtschaft allmählich wieder ins Gleichgewicht und gewinne auch an Wettbewerbsfähigkeit. Es sei aber fraglich, ob das Land nächstes Jahr an die Kapitalmärkte zurückkehren könne. Es sei wesentlich, die Reform des öffentlichen Sektors deutlich zu beschleunigen, um das griechische Defizit weiter zu verringern. Ohne weitere Reformen werde es nicht merklich unter zehn Prozent sinken, sagte Thomsen.

Ähnlich äußerte sich der EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark bei einem Besuch in Athen. Mit Blick auf die Schuldenkrise in Griechenland, Irland und Portugal bekräftigte Stark bekannte Positionen der EZB. So müssten diese Länder - allen voran Griechenland - ihr Bemühungen zur Konsolidierung der maroden Staatshaushalte verstärken.

Er erteilte auch Forderungen nach einer Umschuldung Griechenland erneut eine Absage. Es wäre eine "Illusion" zu glauben, dass ein solcher Schritt die Probleme der Griechen lösen würde. Sollte Griechenland das beschlossene Sanierungsprogramm wie beschlossen umsetzen, sei die Tragfähigkeit der Finanzen gesichert, gab sich Stark zuversichtlich. Eine Umstrukturierung der Schulden wäre hingegen kein angemessener Weg aus der Krise, sondern nach seiner Ansicht eine Katastrophe.

Die Euroländer erwägen in dem bislang erfolglosen Kampf gegen die Schuldenkrise inzwischen eine "sanfte Umschuldung", bei der Griechenland mehr Zeit für die Rückzahlung seiner Darlehen bekommen würde.

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10 Kommentare zu "Kritik an Sparbemühungen: IWF nimmt sich griechische Regierung zur Brust"

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  • Mit Griechenland ist das ein Eiertanz ohne Ende, weil:

    1. Kann man die Griechen eh zu nichts zwingen, was sie nicht wollen

    2. Die Griechen gehen auf die Strassen und machen Krawall, wenn es ans Sparen geht, davor hat die EU Angst und knickt immer wieder ein. Der griechische soziale Friede muss in jeden Fall gewahrt bleiben.

    Also, weiter zahlen weiter apellieren. Ein peinlicher Eiertanz ohne Ende. Weichgespülter Sozialismus / Kommunismus in höchster Form.

  • Mit Griechenland ist das ein Eiertanz ohne Ende, weil:

    1. Kann man die Griechen eh zu nichts zwingen, was sie nicht wollen

    2. Die Griechen gehen auf die Strassen und machen Krawall, wenn es ans Sparen geht, davor hat die EU Angst und knickt immer wieder ein. Der griechische soziale Friede muss in jeden Fall gewahrt bleiben.

    Also, weiter zahlen weiter apellieren. Ein peinlicher Eiertanz ohne Ende. Weichgespülter Sozialismus / Kommunismus in höchster Form.

  • Warum sollen die Griechen auch sparen? Der neue Euro-Rettungsschirm, der nun in Auszügen bekannt wurde, sieht vor, dass das Volumen des ab 2013 geplanten Fonds über das gesteckte Ziel von 700 Milliarden Euro hinausgeht. Bei Bedarf, so das Geheimpapier, soll erhöht werden können. Alle Euro-Länder müssten dann Geld nachschießen. Deutschland ist mit 190 Milliarden Euro dabei. Sollten heutige Zahler selbst in Schwierigkeiten kommen oder sogar wegen eigener Probleme ausfallen, erhöht sich der Beitrag für Deutschland. Spanien, Italien, Belgien und langfristig auch Frankreich könnten diese Karte ziehen. Dann müsste Deutschland im schlimmsten Fall bis zu 1. Billion Euro über mehrere Jahre gestreckt zahlen. Diese Summe übersteigt nicht nur den Bundeshaushalt bei weitem, sie würde auch Deutschlands Gesamtverschuldung um 50 Prozent erhöhen und unser Land selber zum akuten Krisenstaat machen. Hinzu addiert werden müssten die bereits gemachten Zusagen aus den Griechenlandhilfen von 110 Mrd. Euro und die EZB-Schrott-Anleihenaufkäufe von derzeit ca. 80 Mrd. Waterloo!!!

  • Wieso das denn, wurde das Geld bar in den Cayman Islands eingezahlt?

    Das Geld wird ueberwiesen. Wenn es ueberwiesen wird in die Cayman Islands werden demaechst Gebuehren faellig. 30% wenn es hin ueberwiesen wird, und 30% wenn es zurueck ueberwiesen wird.

    Dann gibt es bald keine Cayman Islands mehr als Pirateninsel. Dann gibt es da nur noch Kokosnuesse als Hauptexport.

  • "Die wirtschaftliche Erholung steht in anderen EU-Ländern inzwischen auf breiterem Fundament“.
    Bei der Nord-EU könnte er Recht haben, die immer noch von den weltweiten Konjunkturstrohfeuerpaketen partizipieren, vor allem wir in DE.
    Doch die PIIG(F)S benötigen jeden Tag neue Kredite, um das öffentliche Leben sicherzustellen. Der Wohlstand seit Einführung des Euro´s war nur eine Fata-Morgana. Ein Wohlstand auf Pump.
    Nicht nur, dass die von den Banken in FR und DE gewährten Kredite nicht mehr zurückbezahlt werden wollen/können, mit denen der erträumte Wohlstand finanziert wurde, mit welchem Geschäftsmodell möchte man z.B. in GR künftig Geld verdienen? Da is nix mehr da – außer dem Geschäftsmodell Fakelaki.

    Noch vor ein paar Monaten prahlte Griechenlands Finanzminister damit, dass es in ganz Europa kein anderes Land gäbe mit einer solch hohen Dichte an Porsche Cayenne´s, als in seinem. Na ja, die 500Ps werden auch nicht Wasser befeuert. Die 100.000Euro Anschaffungskosten wurden ja über Kredite der deutschen und französischen Banken finanziert. Und die Milliarden an Fakelaki wurden schon lange in die Schweiz ausgelagert, sicher ist sicher.

    Eigentlich unerheblich, von welcher Seite man sich die Fehlgeburt Euro (und deutsche Einheit) betrachtet. Man kommt immer zum selben Ergebnis. Leben auf Pump geht genau so lange gut, bis es sich ausgepumpt hat. Wir in DE finanzieren schon seit Jahren nicht nur einen innerdeutschen Solidarpakt mit bisher 1600 Mrd Euro!!!, sondern auch noch einen europäischen. Und eine kleine Gruppe, vor allem Bankster, deren Aktionäre, Hedge-Fonds usw. verdient sich dabei auch noch eine goldene Nase – zu Lasten der Allgemeinheit natürlich.
    Und wie lange wollen wir diesem schamlosen Treiben noch zuschauen? Bis die ehrlichen Arbeiter in DE allesamt ausgeplündert sind? Haben unsere Politiker einen Meineid geschworen? Zum Wohle des deutschen Volkes?

    Bertold Brecht hat die Lösung: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht".

  • @matt_us
    === Geld verschwindet nicht, sondern wandert nur von einer Tasche in eine andere Tasche. ===
    Nur wenn sich die andere Tasche auf den Cayman-Island oder in der Schweiz befindet, wird man Schwierigkeiten haben da ran zu kommen. Meinen Sie nicht auch? Oder war Ihr Beitrag ironisch gemeint?
    Niemand hat wirklich ein Interesse die Steuerhinterzieherparadiese abzuschaffen. Weder die Mafia noch die Politiker oder die Milliadäre dieser Welt.
    Einen schönen Tag.

  • Also nochmal, wenn wir hier zahlen sollen, weil die Griechen nicht ihre Steuerfluechtlinge verfolgen, die das Geld in der Schweiz anlegen, dann ist was faul an der Sache.

  • Wieso ist Griechenland zahlungsunfaheig? Griechenland ist das einzige Land in der EU, dass alles Geld was es braucht um die Staatsschulden abzuzahlen in der Schweiz hat.

    Hab ich hier im Handelsblatt gelesen, die das griechische Finanzministerium zitierten. 280 Mrd Euro liegen auf schweizer Konten.

    Warum sollen alle Schulden abgeschrieben werden. Die Griechen sollen sich das Geld aus der Schweiz besorgen, und fertig.

    Leute wie thilo19 die davon sprechen dass Griechenland zahlungsunfaehig ist, und damit Stimmung fuer eine Umschuldung machen wollen, nur weil sie CDS haben (das ist das wahrscheinlichste hier) sollten wegen Verleumdung angezeigt werden. Wie Breuer von Kirch angezeigt wurde.

  • Was zur Zeit von offizieller und mit dem Thema betrauten Politiker und Wirtschaftsfachleuten zu diesem Thema gesagt und geschrieben wird, entbehrt jeder Vernunft. Offenbar ist Griechenland zahlungsunfähig und somit defacto insolvent. Desweiteren ist das keine temporäre Situation sondern ein Dauerzustand. Kurzfristige Hilfe für "den Nachbarn in Not" ist also sinnlos. Wenn man diese Realität anerkennt, ist dringend geboten, ein kontrolliertes Insolvenzverfahren einzuleiten. Da man Griechenland allerdings schlecht abwickeln bzw. veräußern kann, es auch unmöglich ist das Management zu feuern und die Belegschaft also die Bürger zur Vernunft zu bringen, gibt es nur einen Ausweg. Schulden abschreiben bis auf eine geringe realistische Quote, Unternehmensteil schließen, also raus aus dem Euro Raum. Ansonst wird das ein unkontrollierter Bankrott mit langwierigen sich immer weiter steigernden Folgekosten.

  • Frage nie, wer den Karren zu wessen Vorteil an die Wand gefahren hat!
    Frage immer nur, wie Du solidarisch den Idioten spielen kannst.

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