Kritik bei der IWF-Tagung Schäuble teilt aus

Griechenland, Jens Weidmann, deutsche Wirtschaftforscher und sogar sich selbst: Finanzminister Schäuble verschonte in Washington kaum jemanden von seinem Spott – auch nicht seinen „Kollegen und Freund Yannis Varoufakis“.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war guter Laune in Washington – kein gutes Zeichen für seine Kontrahenten. Quelle: dpa
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war guter Laune in Washington – kein gutes Zeichen für seine Kontrahenten.

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WashingtonWolfgang Schäubles Vorliebe für spöttische Kommentare ist bekannt und auch gefürchtet. Aber am Freitag in Washington legte der deutsche Finanzminister einen Auftritt hin, der auch für seine Verhältnisse ungewöhnlich war. In 30 Minuten nahm er so ziemlich jede sich bietende Gelegenheit war, um anderen eine auszuwischen.

Die Angriffslust bekam auch Jens Weidmann zu spüren, der mit Schäuble zusammen die Pressekonferenz bestritt. Der Bundesbank-Präsident zog sich den Unmut zu, als er darauf hinwies, dass Schäuble durch die derzeit niedrigen Zinsen jede Menge Geld im Haushalt spare. Der Kommentar ärgerte Schäuble. Schließlich weist er derzeit auch in Washington immer wieder auf die Risiken der lockeren Geldpolitik hin.

„Der Finanzminister findet das äußerst problematisch“, sagte Schäuble über sich. Schließlich sei er „nicht nur ein Erbsenzähler“. Das habe er auch nicht behauptet, entgegnete Weidmann. „Klang aber so“, meinte Schäuble. Es war nicht das einzige Wortgefecht. Schäuble und Weidmann liefern sich traditionell kleinere Scharmützel, wenn sich der eine in die Zuständigkeiten des jeweils anderen einmischt.

Als es um die Geldpolitik ging, merkte Weidmann Richtung Schäuble an: „Sie würden ja auch nie dazu Stellung nehmen.“ Natürlich hatte auch er mitbekommen, dass der Finanzminister vor zwei Tagen erst verkündete, der Euro sie „schwach genug“ und er hoffe, dass er wieder steige.

Diese Äußerungen wollte Schäuble nun zumindest nicht wiederholen. Er gebe als Finanzminister keine Prognosen zum Wechselkurs ab, reagierte er auf eine entsprechende Frage. Und nahm auch für seinen Sitznachbarn gleich die Antwort vorweg. Auch Weidmann werde sich sicherlich nicht äußern, sagte Schäuble. „So blöd wäre ich nicht“, warf der ein.

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8 Kommentare zu "Kritik bei der IWF-Tagung: Schäuble teilt aus"

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  • Hihi, der Italiener Vittorio wettert gegen die vielen Ausländer in Deutschland. Sehr amüsant :)

  • lebe schon im Ausland seit Jahrzeiten!

  • @Peter Noak- Es muss Ihnen In Jakutien,Nord Sibirien,Behringsstraase gut gefallen haben,dass Sie aus purer naechsten Liebe das Ausland empfehlen. Wie haben Sie es geschaft dafuer einen Pass zu erhalten? Wie lange haben Sie schon im Ausland gearbeitet, gelebt und die Sprache gesprochen?

  • Herr never mind. Sehr ehrlich gesagt. We do mind!. The Gentlemen unter Ihrer Meinung dagegen finde ich unverschaemt und beleidigend.

  • @ Herr Peter Noack

    Sie wollen wohl etwas klugscheißern ?

    Woher wollen Sie denn wissen, wo ich lebe/wohne, wo es mir paßt und nicht paßt ?

    Geben Sie sich am Bestern selbst ihre lachhaften Ratschläge und befolgen Sie diese auch.

    Ich würde ihnen empfehlen sich mal in Gelsenkirchen oder Düisburg umzugucken....in Asylanten-Gegenden. Dort macht das Leben in Deutschland wahre Freude......!


  • das Verhalten der deutschen Regierung und der EU bzgl. Griechenland ist lächerlich. Europäische Union ? Was ist das für eine "Union" ? In einer Union werden konstruktive Lösungen gefunden mit allen Partnern und keinesfalls Drohungen hin und her geschickt. Das ist bedauerlich und ein Armutszeugnis dieser EU und Deutschlands. Und während dieser Zirkus weitergeht lacht der Rest der Welt über diese Wichtigtuer.

  • Lieber Herr Queri!
    Wenn es Ihnen in Deutschland nicht passt, dann wandern Sie doch aus! Ich würde Nordsibirien empfehlen. Da leben fast keine Menschen und Sie müssen sich nicht so oft aufregen. Jakutien, nahe der Behringstraße ist sehr schön.

  • >> Washington. Wolfgang Schäubles Vorliebe für spöttische Kommentare ist bekannt und auch gefürchtet. >>

    Sein einziger Kommentar, den [...] drauf hat, ob spöttisch oder nicht, lautet :

    - Griechenland ist auf dem guten Weg

    - wir sind auf dem Guten Weg

    - die Banken sind auf dem guten Weg

    - ja alle sind immer auf dem guten Weg,

    so lange dieser Greis Finanzminister spielen, unser Land ruinieren, die EUtopia auf Kosten unseres Wohlstandes sanieren und ein Millionengehalt als Gouverneur des ESM steuerfrei einstreichen kann !

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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