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„Ktir Salbe Show“ Satiresendungen im Nahen Osten verspotten IS

Darf man sich über die Schreckensherrschaft des Islamischen Staats lustig machen? Man darf - man muss sogar, finden etliche Fernsehmacher im Nahen Osten. Denn die Angst vor den Dschihadisten soll nicht obsiegen.
01.09.2014 - 10:48 Uhr Kommentieren
Gefahr für Kosovo? Kämpfer der Extremistenorganisation Islamischer Staat während einer Parade in Raqqa. Quelle: ap

Gefahr für Kosovo? Kämpfer der Extremistenorganisation Islamischer Staat während einer Parade in Raqqa.

(Foto: ap)

Bagdad Der junge Extremist ist ein Stümper: Erst lässt er seinem Boss den Raketenwerfer auf den Fuß fallen, dann feuert er - und trifft statt des anvisierten irakischen Checkpoints leider seinen Kommandanten. Es ist eine Satire auf den Islamischen Staat - eine, bei der manchem angesichts des blutigen Vormarschs der Terrormiliz im Irak und in Syrien das Lachen im Halse stecken bleibt. Die Dschihadisten brüsten sich im Internet mit Exekutionen, sie erregen Aufsehen mit Terror und diktatorischen Regeln in ihren Herrschaftsgebieten. Und doch ziehen sie in arabischen Fernsehsendern auch zunehmend Hohn und Spott in Cartoons und Kabarettsendungen auf sich.

„Diese Leute sind keine wahren Vertreter des Islam, und sich über sie lustig zu machen, ist ein Weg zu zeigen, dass wir gegen sie sind“, sagt Nabil Assaf, einer der Macher der „Ktir Salbe Show“ im Libanon, die den Islamischen Staat kritisiert. „Natürlich ist das eine heikle Sache. Aber es ist eine Art, sich gegen den Extremismus zu stellen und dazu beizutragen, dass die Leute sich nicht fürchten.“

Satire hat seit den Zeiten der althergebrachten Dichtkunst eine lange Tradition in der arabischen Kultur. Bis zum Arabischen Frühling wurde Kritik oft nur indirekt geäußert, dann brach sie sich im Zuge der Rebellion Bahn. In Syrien etwa ist der berühmte schwarze Humor des Landes selbst im Gemetzel des Bürgerkriegs nicht unterzukriegen. Nun trifft er auch den Islamischen Staat, der seine Macht in den Wirren des Syrien-Kriegs begründete und ausbaute. Auf den Schlachtfeldern macht die Extremistengruppe Geländegewinne, doch in der kulturellen Auseinandersetzung gibt es zumindest Widerworte.

In Ägypten forderte der islamische Klerus kürzlich in einer Internet-Kampagne Journalisten auf, für die Gruppe nicht deren selbst gewählten Namen Islamischer Staat zu nutzen. Komiker sind diesem Aufruf bereits gefolgt und treiben ihre bitteren Späße mit den Herren des angeblichen Kalifats im Nahen Osten.

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