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Kurden-Referendum Irakische Streitkräfte beginnen Angriff auf Kirkuk

Im Irak eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen Zentralregierung und Kurdenregion. In einem umstrittenen Gebiet bei der Großstadt Kirkuk kommt es zu Kämpfen.
16.10.2017 - 08:43 Uhr 1 Kommentar

Irakische Armee meldet Einnahme von Kirkuk

Erbil Irakische Regierungstruppen und von Bagdad unterstützte Milizen haben nach kurdischen Angaben einen Großangriff zur Wiedereinnahme der Stadt Kirkuk begonnen. Der Sicherheitsrat der Kurdenregion berichtete am Montag von einem „nicht provozierten Angriff“ südlich von Kirkuk. Bei Gefechten hat es laut einem kurdischen General zahlreiche Opfer gegeben.

Die nordirakische Stadt Kirkuk mit mehr als einer Million Einwohnern wird sowohl von Kurden als auch der irakischen Zentralregierung beansprucht. Zudem gibt es seit langem Streit über die Einnahmen aus dem Ölgeschäft und weitere Gebiete, die wie Kirkuk außerhalb der autonomen Kurdenregion liegen. Seit einem Unabhängigkeitsreferendum der kurdischen Regionalregierung vor wenigen Wochen haben sich die Spannungen verschärft. Die Zentralregierung in Bagdad hatte das Referendum ebenso wie die Nachbarstaaten Türkei und Iran scharf kritisiert.

Der kurdische Sicherheitsrat erklärte, der Angriff habe am Sonntagabend begonnen und ziele darauf ab, in die Stadt einzudringen und den Militärstützpunkt K-1 sowie nahegelegene Ölfelder zurückzuerobern. Kurdische Peschmerga-Truppen hätten mindestens fünf Militärfahrzeuge der Milizen zerstört.

In einer kurzen Stellungnahme des irakischen Innenministeriums hieß es, Regierungstruppen hätten die Kontrolle über ein Kraftwerk, eine Polizeiwache und Industriegebiete bei Kirkuk erlangt.

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    Der irakisch-kurdische Brigadegeneral Bahsad Ahmed sagte, die Regierungstruppen hätten ein Öl- und Gasunternehmen und andere Industriegebiete südlich von Kirkuk erobert. Die irakischen Truppen hätten in Tos Chormato und Dakuk viele Häuser niedergebrannt und viele Menschen getötet, sagte Ahmed, ein Sprecher der kurdischen Streitkräfte. Die kurdischen Kämpfer hätten „einen oder zwei Panzer“ der irakischen Truppen zerstört.

    Die Bewohner Kirkuks verrammelten am Montag ihre Häuser und berichteten von sporadischen Knallgeräuschen, die sich wie Bombardierungen und Raketen anhörten.

    Der staatliche Fernsehsender Al-Irakija hatte zuvor berichtet, dass Regierungsstreitkräfte in Teilen der Umgebung von Kirkuk eingefahren und dabei nicht auf Widerstand getroffen seien. Manche Bewohner und der Kommandeur einer irakischen Miliz berichteten allerdings von Granatfeuer.

    Al-Irakija gab eine Stellungnahme des Büros des irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi wider, in der es hieß, er habe Regierungstruppen angewiesen, „in der Stadt in Zusammenarbeit mit den Bewohnern und den Peschmerga Sicherheit herzustellen“.

    Ein Sprecher der US-geführten Koalition rief beide Seiten auf, eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden. Oberste Priorität habe der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, „die größte Gefahr für alle“, twitterte US-Oberst Ryan Dillon. Die USA unterstützen und trainieren sowohl irakische Regierungstruppen als auch Peschmerga, die beide den IS bekämpfen.

    Ein Kommandeur einer örtlichen kurdischen Polizeieinheit sagte, seine Kräfte hätten weiterhin die Kontrolle über die Ölquellen der Region. „Es gibt bislang keine Vereinbarung, die Quellen zu übergeben. Für die Zukunft weiß ich es nicht“, sagte Bahdscha Ahmad Amin.

    Die Kurden hatten im Sommer 2014 die Kontrolle über Kirkuk im Zentrum einer ölreichen Region übernommen. Damals hatte der IS den Norden Iraks überrannt, die Regierungstruppen wurden aufgerieben. Mit beträchtlicher US-Unterstützung wurden die Streitkräfte zwischenzeitlich wieder aufgebaut.

    • ap
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    1 Kommentar zu "Kurden-Referendum: Irakische Streitkräfte beginnen Angriff auf Kirkuk"

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    • Erzähl mir noch einer was vom Menschen, dem vernunftbegabten Wesen. Ist doch einfach alles Kacke auf dieser Welt!

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