Kurznachrichtendienst Trump muss nicht um sein Twitter-Konto bangen

Ranghohe Politiker genießen auf Twitter weiterhin Immunität. Das hat der Kurznachrichtendienst noch einmal bekräftigt. Damit wehrt sich Twitter gegen Forderungen, das Konto von US-Präsident Trump zu blockieren.
Update: 06.01.2018 - 12:10 Uhr Kommentieren
Regelmäßig poltert Donald Trump via Kurznachrichtendienst gegen seine Widersacher. Zuletzt konterte er den Äußerungen von Nordkoreas Machthaber Kim. Quelle: Reuters
Account von US-Präsident Trump

Regelmäßig poltert Donald Trump via Kurznachrichtendienst gegen seine Widersacher. Zuletzt konterte er den Äußerungen von Nordkoreas Machthaber Kim.

(Foto: Reuters)

San FranciscoDer Kurznachrichtendienst Twitter will die Tweets von ranghohen Politikern auch in umstrittenen Fällen nicht löschen. Wenn ein Staatschef von Twitter blockiert werde oder seine strittigen Tweets entfernt würden, würden so wichtige Informationen verborgen, die die Menschen eigentlich sehen und debattieren sollten, schrieb das Unternehmen am Freitag im eigenen Dienst.

Darüber hinaus würde der betreffende Politiker nicht ruhig gestellt. Vielmehr würde damit eine notwendige Diskussion erschwert. Twitter wolle helfen, die öffentliche, weltweite Konversation voranzutreiben. Dabei spielten die gewählten Staatsführer eine wichtige Rolle wegen ihrer sehr großen Wirkung auf die Gesellschaft.

Twitter wehrte sich damit gegen Forderungen, das Konto von US-Präsident Donald Trump stillzulegen. Bereits im September hatte Twitter deutlich gemacht, dass der „Nachrichtenwert“ und die Frage, ob ein Tweet von „öffentlichem Interesse“ sei, vor einer Löschung geprüft würden.

Hintergrund ist die jüngste Äußerung Trumps über den Kurznachrichtendienst, er verfüge über einen „viel größeren“ und mächtigeren Atomknopf als Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un. Kritiker sehen darin und in Trumps anhaltender Präsenz auf dem Kurznachrichtendienst eine Gefahr für den Weltfrieden und eine Verletzung von Twitter-Regeln zu Gewaltäußerungen. Einige Nutzer demonstrierten am Mittwoch vor dem Twitter-Büro in San Francisco. Das US-Präsidialamt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Twitter war schon in der Vergangenheit zum Spagat gezwungen, und betonte, dass zwar die Regeln für alle Nutzer gleich seien, man aber für „Tweets mit Nachrichtenwert“ eine Ausnahme mache. Firmenchef Jack Dorsey hatte zugleich mehrfach betont, dass er kein Problem damit hätte, auch den US-Präsidenten bei einem Regelverstoß zu sperren.

Jetzt hieß es: „Wir prüfen Tweets von Spitzenpolitikern in dem politischen Kontext, der sie definiert, und wenden unsere Regeln entsprechend an.“ Twitter wolle helfen, die öffentliche, weltweite Konversation voranzutreiben. Dabei spielten die gewählten Staatsführer eine wichtige Rolle wegen ihrer sehr großen Wirkung auf die Gesellschaft.

  • dpa
  • rtr
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