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Kyriakos Mitsotakis Warum der griechische Oppositionschef Alexis Tsipras ablösen könnte

Kyriakos Mitsotakis fordert einen schnellen politischen Wandel. Die Chancen, Alexis Tsipras abzulösen, stehen dabei gar nicht schlecht.
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Griechenland: Warum der Oppositionschef neuer Premier werden könnte Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com
Kyriakos Mitsotakis

Der Chef der griechischen Nea Dimokratia (ND) kommt aus einer der ältesten Politdynastien Griechenlands.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

AthenKyriakos Mitsotakis hat das Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Parteivorsitzende am vergangenen Wochenende so aufmerksam verfolgt wie wohl kein anderer griechischer Politiker. Seinen Glückwunsch an die Neue, an Annegret Kramp-Karrenbauer, verbindet der Chef der konservativen griechischen Nea Dimokratia (ND) mit der Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit.

„Bilateral für die Freundschaft unserer beiden Völker“, sagte Mitsotakis dem Handelsblatt, „aber auch auf europäischer Ebene in der großen Familie der Europäischen Volkspartei“. Es gelte dabei, nicht nur den Kräften des Populismus und des Extremismus entgegenzutreten, sondern auch für ein wettbewerbsfähiges, starkes Europa einzustehen, das nah an den Menschen sei.

Auch wenn Merkel den Parteivorsitz abgibt – mit der Kanzlerin könnte Mitsotakis in Zukunft sehr viel häufiger zusammensitzen. Im Europäischen Rat nämlich. Denn in den jüngsten Meinungsumfragen liegt seine ND durchschnittlich zwölf Prozentpunkte vor dem Linksbündnis Syriza des amtierenden Premiers Alexis Tsipras. 2019 werde in Griechenland „das Jahr des großen politischen Wandels“, sagte Mitsotakis jetzt bei einer Parteiveranstaltung in Tripolis auf dem Peloponnes. Und er will dabei eine gewichtige Rolle spielen.

Unzufriedene Griechen

Die Legislaturperiode läuft zwar regulär bis September 2019, aber die meisten Beobachter erwarten, dass Tsipras, 44, nicht so lange durchhält – und die Wahl auf das Frühjahr vorzieht. Mitsotakis hat es eilig: Er fordert „Wahlen so bald wie möglich“, denn jeder Tag, den Tsipras weiter an der Macht bleibt, sei „gefährlich für das Land“.

Griechenland hat zwar Ende August den Euro-Rettungsschirm verlassen, aber bisher noch keinen Zugang zum Kapitalmarkt gefunden. Die Banken schwächeln, die Investitionen fielen im dritten Quartal um 23 Prozent.

In einer Umfrage im November äußerten sich 68 Prozent der Befragten unzufrieden mit Tsipras Amtsführung. „Auf uns kommt ein Sturm zu, aber wir haben keinen Kapitän“, sagt Mitsotakis. Er, der 50-jährige Oppositionsvorsitzende, will den Regierungschef Tsipras so schnell wie möglich ablösen.

Mitsotakis kommt aus einer der ältesten Politdynastien Griechenlands. Die Linie reicht zurück bis zum Staatsmann Eleftherios Venizelos, der Anfang des 20. Jahrhunderts gleich 15 Jahre lang Ministerpräsident war. Kyriakos Vater, Konstantin Mitsotakis, wurde im Jahr 1990 Regierungschef, seine Schwester Dora Bakogianni war Außenministerin.

Studium in Harvard

Kyriakos Mitsotakis selbst zögerte mit dem Einstieg in die Politik. Auf das Soziologiestudium in Harvard und Stanford folgte eine Karriere, die ihn als Wirtschaftsanalyst von der Chase Manhattan Bank in London über McKinsey & Company bis zur National Bank of Greece führte. Erst 2004 kandidierte der damals 36-Jährige für ein Parlamentsmandat.

Wir wollen eine Wirtschaft mit weniger Staat, weniger Steuern und mehr Investitionen. Kyriakos Mitsotakis, Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND)

Nicht nur Mitsotakis Mitarbeiter im Parteihauptquartier an der Athener Piräus-Straße sprechen von ihrem Vorsitzenden als „Kyriakos“. So nennen ihn auch viele Griechen, wenn sie in den Kaffeehäusern der Dörfer oder den Athener Straßencafés über den Oppositionschef reden. Mitsotakis dürfte das recht sein. Er möchte nicht mit der alten politischen Elite identifiziert werden, für die auch sein Nachname steht, sondern als Erneuerer wahrgenommen werden.

Vor allem der Klientelwirtschaft, die als eine der Ursachen der griechischen Krise gilt, hat er den Kampf angesagt, und zwar nicht erst als Oppositionsführer: Als Minister für Verwaltungsreform stutzte Mitsotakis zwischen 2013 und 2015 die Zahl der Staatsbediensteten um 27.000.

Während der Linkspopulist Tsipras jetzt wieder Zehntausende zurück in den Staatsdienst schleust, verspricht Mitsotakis 700.000 neue Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft. Er sagt: „Wir wollen eine Wirtschaft mit weniger Staat, weniger Steuern und mehr Investitionen.“

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