Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

La République en Marche Eine Bewegung sucht eine Aufgabe

Seite 2 von 2:
Flache Hierarchien bleiben attraktiv

Die beiden widersprechen allerdings vehement, wenn man sagt, es fehle vielleicht an innerparteilicher Demokratie: „Davon merken wir nichts, wir arbeiten genauso wie von Anfang an, ohne Beeinflussung von oben.“ Aber ist das Präsidialsystem nicht rein vertikal, während die Attraktivität von LREM auf dem Versprechen ganz flacher Hierarchien beruht? „Unsere Aufgabe ist es gerade, Vorschläge, Ideen einzubringen, und das funktioniert“, beteuern François-Xavier und Serge. Ein Beispiel? „Ja, alles was derzeit in Sachen Gleichberechtigung von der Regierung beraten wird, das kommt von uns und ist mit uns entstanden.“

Das ist zweifellos ein Punkt, auf den LREM stolz sein kann: Die Parität von Männern und Frauen in der Fraktion. Aber gibt es einen flüssigen Austausch mit den eigenen Abgeordneten? Anne, 24-jährige Delegierte aus Savoyen, sagt Ja. Sie ist eine Marcheuse der ersten Stunde, seit April 2016 dabei. Man erarbeite Vorschläge auf lokaler Ebene und reiche sie an Partei und Fraktion weiter, etwa in der Verkehrspolitik, erläutert sie. Für sie habe sich nichts verändert im Vergleich zu der Aufbruchsstimmung der ersten Monate.

Andere Mitglieder werden an diesem Punkt etwas zögerlich: „Die Deputierten sind ja keine Profis, der größere Teil kommt aus der Zivilgesellschaft, die müssen sich noch organisieren.“ sagt ein Mitglied aus Grenoble. In sechs Monaten werde man bereits viel weiter sein.

LREM soll nicht nur die Arbeit des Präsidenten unterstützen, sondern auch Ideengeber sein, selber initiativ werden, fordern François-Xavier und Serge. Organisatorisch sei man inzwischen so stark, dass die Bewegung nicht mehr in Gefahr geraten könne. Angesichts von 20 Millionen Euro, die LREM aufgrund der Wahlerfolge pro Jahr an staatlicher Finanzierung einstreichen wird, ist das kaum ein Wunder.

„Hört nicht auf, kreativ zu sein, neue Wege zu finden, zu stören!“ rief Premier Edouard Philippe, der selber nicht Mitglied von LREM ist, den Delegierten zu. Für den neu gewählten Generaldelegierten Christophe Castaner wird das die größte Herausforderung sein: Die junge Bewegung nicht in die Monotonie einer Regierungspartei abgleiten zu lassen, gleichzeitig aber das Aufkommen lähmender Flügelkämpfe wie in den traditionellen Parteien zu verhindern. Kann er das leisten und gleichzeitig „Staatssekretär für die Beziehungen der Regierung zum Parlament“ bleiben, wie er es will? Mehrere Delegierte sagen, sie wünschten schon, dass Castaner sich voll auf die Partei konzentriert: „Die Regierung zu vertreten, das ist doch ein anderer Job“, macht Anne geltend.

Castaner wird nun zeigen müssen, was ihm wichtiger ist: die Exekutive oder die Bewegung. Irgendwann wird auch Macron beweisen müssen, dass sogar den Präsidenten die Impulse von unten etwas bedeuten. Sonst werden die Mitglieder sich bei Wahlkämpfen nicht mehr in Marsch setzen.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: La République en Marche - Eine Bewegung sucht eine Aufgabe

0 Kommentare zu "La République en Marche: Eine Bewegung sucht eine Aufgabe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote