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La Réunion Hahnenkämpfe beschäftigen französisches Verfassungsgericht

Der Bau einer Hahnenkampf-Anlage auf der französischen Insel La Réunion hält Frankreichs Gerichte auf Trab. Weil der Verfassungsrat den Bau von Stierkampf-Arenen billigt, fühlen sich die Bauherren ungerecht behandelt.
21.07.2015 - 16:26 Uhr Kommentieren
Hahnenkämpfe finden in vielen Teilen der Erde statt. Tierschützer verurteilen die Kämpfe als grausam und qualvoll. Quelle: ap
Grausame Tradition

Hahnenkämpfe finden in vielen Teilen der Erde statt. Tierschützer verurteilen die Kämpfe als grausam und qualvoll.

(Foto: ap)

Paris Die umstrittene Tradition von Hahnenkämpfen hat am Dienstag das französische Verfassungsgericht beschäftigt. Die Richter des Verfassungsrats in Paris prüften, ob ein Bauverbot für neue Hahnenkampf-Arenen rechtmäßig ist oder gegen die Verfassung verstößt. Denn im französischen Recht ist zwar jeder „Akt der Grausamkeit“ gegen Tiere verboten. Ausnahmen gibt es aber bei Stierkämpfen und Hahnenkämpfen in Regionen, in denen solche Veranstaltungen auf eine lange Tradition zurückblicken.

Bereits im September 2012 hatte der Verfassungsrat solche Ausnahmeregeln gebilligt – damals ging es um eine Klage von Tierschützern gegen Stierkämpfe, die schließlich abgelehnt wurde. Mit dem gesetzlich verankerten Verbot des Baus neuer Hahnenkampf-Anlagen hatten sich die Verfassungshüter allerdings nicht befasst.

Nun riefen zwei Männer den Verfassungsrat an, die auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean eine neue Hahnenkampf-Arena eröffnet hatten und deswegen vor Gericht landeten. Ihr Anwalt prangerte bei der Verhandlung am Dienstag eine „bedeutsame Ungleichbehandlung“ von Hahnen- und Stierkämpfen an – der Bau neuer Stierkampf-Arenen sei schließlich nicht verboten.

Der Anwalt der französischen Regierung hielt dagegen, der Gesetzgeber habe für Hahnenkämpfe nur eine „vorübergehende“ kulturelle Ausnahme vom Tierschutzrecht vorgesehen. Langfristig solle diese Praxis dagegen enden. Das Bauverbot für neue Hahnenkampf-Arenen sei deswegen rechtens. Ein Urteil soll am 31. Juli fallen.

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    Hahnenkämpfe gab es schon in der Antike. In den meisten westlichen Ländern ist die Tradition, bei der abgerichtete Hähne sich schwer verletzen oder töten können, inzwischen aber verboten. Weitverbreitet sind Hahnenkämpfe unter anderem in Lateinamerika und Südostasien. In Frankreich sind sie in der nordfranzösischen Region Nord-Pas-de-Calais und in einer Reihe von Überseegebieten erlaubt, verbunden sind sie oft mit Wetten.

    • afp
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