Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Bienen

Das nun erteilte Freilandverbot dient zum Schutz der bedrohten Bienen.

(Foto: dpa)

Landwirtschaft Kampf gegen Bienensterben – EU verbannt drei Insektengifte vom Acker

Lange standen drei Insektenmittel im Fokus der EU. Nun dürfen sie nur noch in Gewächshäusern, aber nicht mehr im Freiland eingesetzt werden.
3 Kommentare

BrüsselDie EU-Staaten haben am Freitag einem Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel sprach sich eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken. Das teilte die EU-Kommission mit.

„Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft“, sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis laut Mitteilung.

Bestäuben für die Wirtschaft – Warum Bienen Millionen wert sind

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßte das Freilandverbot für die Stoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. „Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa“.

Bereits vor dem Votum hatte sie gesagt, was der Biene schade, müsse weg vom Markt. Neonikotinoide sind für Insekten deutlich giftiger als für Säugetiere oder Vögel. Sie greifen das Nervensystem an, können lähmen oder zum Tode führen.

Die Grünen und Umweltorganisationen werten die Entscheidung zwar als Erfolg, weisen aber auf die Gefahren zukünftiger Alternativen hin: „Lediglich alte Gifte durch ganz ähnliche neue, genauso gefährliche Stoffe zu ersetzten, wäre Etikettenschwindel“, warnte der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner von den Grünen.

Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter ergänzte: „Um Bienen und andere wertvolle Insekten dauerhaft zu schützen, müssen wir den Einsatz giftiger Pflanzen- und Insektengifte schnell und drastisch senken.“

Kritik kam vom Pharmariesen Bayer, der auch Neonikotinoide herstellt. „Die Entscheidung wird die Möglichkeiten europäischer Landwirte, gegen verheerende Schädlinge vorzugehen, weiter einschränken“, teilte das Unternehmen mit. Die EU-Entscheidung sei „ein schlechter Deal für die europäische Landwirtschaft“.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) nannte es eine „echte Herausforderung“, Alternativen zu entwickeln. „Um Qualität und Erträge abzusichern brauchen wir Pflanzenschutzmittel“, sagte DBV-Präsident, Joachim Rukwied.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte die drei Neonikotinoide mehrfach in den Fokus genommen. Anfang April bestätigte sie in einem neuen Bericht die von ihnen ausgehenden Gefahren für Bienen und Hummeln: „Die Mehrzahl der Anwendungen von Neonikotinoid-haltigen Pestiziden stellt ein Risiko für Wild- und Honigbienen dar.“

Das ursprüngliche Votum war für Ende 2017 angesetzt, die Mitgliedsstaaten wollten aber noch auf das neue Urteil der Efsa warten. Die aktuelle Entscheidung soll bis Ende des Jahres in Kraft treten.

Brexit 2019
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Landwirtschaft - Kampf gegen Bienensterben – EU verbannt drei Insektengifte vom Acker

3 Kommentare zu "Landwirtschaft: Kampf gegen Bienensterben – EU verbannt drei Insektengifte vom Acker"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Tomas Maidan
    27.04.2018, 13:53 Uhr

    "Gottseidank hat man noch die EU - und kann sofort großflächig etwas gegen das Bienensterben unternehmen."

    Hihihi, Guter Witz zum Freitag!!

    Ohne die EU wäre Umweltschutz deutlich schneller und besser machbar.

    EU bedeutet: Umweltschutz verzögert, verwässert und auf dem allerkleinsten Nenner.

    Aber Euromantiker wie Sie sind da wohl echt unbelehrbar.

  • Dann werden eben die Lebensmittelpreise drastisch erhöht, wenn die Ernten ausfallen.

    Die Menschen hungern, Ungeziefer überlebt.

  • Gottseidank hat man noch die EU - und kann sofort großflächig etwas gegen das Bienensterben unternehmen. Kommen die Rechten an die Macht, hockt aber in jedem zweiten Land ein Mini-Donald, der nach einer Partie Golf mit seinen Kumpels von der Chemie-Industrie das Bienensterben zur Erfindung der Chinesen erklärt. Das wars dann mit dem Umweltschutz. Four more Years.