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Langjähriger Parlamentspräsident Schluss mit „Order, order“: John Bercow nimmt Abschied vom britischen Parlament

Der Leiter der Debatten im Londoner Abgeordnetenhaus hat seinen letzten Arbeitstag. Premier Boris Johnson lobt ihn als „Tennisball-Maschine“.
31.10.2019 - 04:05 Uhr Kommentieren

Sprecher des Unterhauses John Bercow legt sein Amt nieder

London Nach der Rede des britischen Premierministers, in der Boris Johnson den 56-jährigen John Bercow verabschiedete, herrschte kein Zweifel daran, womit der Parlamentspräsident nur allzu gern seine Zeit verbringt, wenn er nicht die Debatten im Londoner Abgeordnetenhaus leitet: Nicht nur habe er „wie ein Schiedsrichter“ in Wimbledon die Diskussionen geführt, Bercow habe auch „wie eine Tennisball-Maschine eigene Kommentare in das Parlament abgefeuert“, lobte Johnson.

An diesem Donnerstag wird Bercow zum letzten Mal auf seinem hölzernen Thron im Londoner Abgeordnetenhaus Platz nehmen und mit seinem charakteristischen „Order, order“ die Parlamentarier zur Ordnung rufen. Am Montag soll sein Nachfolger – beziehungsweise seine Nachfolgerin – gewählt werden, nachdem Bercow zum 31. Oktober seinen Rücktritt angekündigt hat.

Seit zehn Jahren hatte der Mann als „Speaker“ die Debatten im Londoner Parlament geleitet. Seine schrillen Krawatten und seine Zurechtweisungen während der oft hitzigen Brexit-Diskussionen machten ihn über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Mit seinen Entscheidungen eckte Bercow aber auch immer wieder mal an: Von Brexit-Befürwortern wurde ihm vorgeworfen, auf der Seite der Brexit-Gegner zu stehen. Auch musste sich Bercow zwischenzeitlich gegen den Vorwurf wehren, er würde eine Mitarbeiterin mobben.

Mehr: Der britische Parlamentspräsident John Bercow kündigt seinen Rücktritt an. Die Brexit-Gegner verlieren damit einen wichtigen Verbündeten.

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