Laut Regierungskreisen Griechenland will Gaskonzern verkaufen

Griechenland unternimmt einen neuen Anlauf, seinem schleppenden Privatisierungskurs Leben einzuhauchen. Angeblich hätten schon mehrere Unternehmen Interesse am Kauf des Erdgaskonzern DEPA bekundet.
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Die griechische Flagge neben einem Gebäude. Quelle: Reuters

Die griechische Flagge neben einem Gebäude.

(Foto: Reuters)

Athen Regierungskreisen zufolge würden bis Ende September verbindliche Gebote für den Erdgaskonzern DEPA und den Ferngasnetzbetreiber DESPA erwartet.

Russische, italienische, französische und US-Unternehmen hätten bereits Interesse bekundet, sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Man hoffe, den Verkauf im Spätherbst abschließen zu können.

Nach einem Treffen von Koalitionspolitikern mit dem Finanzminister hätte die Regierung auch den Verkauf der Wettfirma OPAP, des alten Athener Flughafens sowie von Gebäuden in Athen, auf Korfu und Rhodos auf die Agenda gesetzt.

Die unter dem Druck der internationalen Geldgeber angegangen Privatisierungen sind bislang kaum vorangekommen. Der Chef der zuständigen Behörde, Kostas Mitropoulos, sah sich von der Regierung blockiert und gab im Juli frustriert auf. Nach seiner Einschätzung dürften in diesem Jahr nicht mehr als 300 Millionen Euro Einnahmen zusammenkommen. Angestrebt waren drei Milliarden.

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15 Kommentare zu "Laut Regierungskreisen: Griechenland will Gaskonzern noch 2012 verkaufen"

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  • @so_what
    Danke - das war ein guter Artikel. Inhaltlich bin ich allerdings anderer Meinung als der offenbar beim IWF vorherrschenden. Es kann nicht sein, dass eine Momentaufnahme in 2020 ausreichen soll, um die Schuldentragfähigkeit bzw. die Finanzlage GR's zu beurteilen. Denn wenn sich hier nicht ALLES ändert - Verwaltungsstruktur, Investitionsklima, Arbeitsrecht, Bankrecht, Strafrecht usw. usw. - dann wird sich der Schuldenberg SOFORT mit rasender Geschwindigkeit wieder aufbauen. Die Chancen auf eine solche Änderung sind m.E. gleich Null, da eben jene Menschen mit der Umsetzung der Änderungen beauftragt werden sollen, die Nutznießer des bisherigen Systems sind. Da aber der Nutzen für Politiker, Gewerkschafter etc. sehr groß ist, wird auch die Verteidigung der Privilegien entsprechend groß sein. Es wird keinen Fortschritt geben.
    Eine Chance auf tasächliche Änderung nach meiner Meinung kann es nur dann geben, wenn GR wieder eine eigene Währung bekäme und wenn gleichzeitig alle griech. Staatsanwälte gegen solche aus dem europ. Ausland ausgetauscht würden. Denn die hiesigen Staatsanwälte sind bestechlich, sie haben selbst so viel Dreck am Stecken, dass eine - z.B.- exemplarische Strafverfolgung in einem Korruptionsverfahren unmöglich ist. Ohne Strafe aber wird es natürlich auch keinen Wandel geben.
    Hier in GR gilt derjenige als König, dem es gelingt, möglichst viel Geld mit möglichst wenig Aufwand locker zu machen - VÖLLIG egal, wie. Werte und Moral sind in puncto Finanzen praktisch nicht vorhanden.
    DAS sind die Dinge, die sich ändern müssen. Und sowas geht nicht mit Venizelos & Co. Das Volk selbst muss sich endlich bewegen und die richtigen Forderungen stellen.

  • @ihr
    JETZT explodieren doch die Kosten und JETZT fehlt doch die Kaufkraft. Denn die Preise müssen so hoch sein, um die 3fach-Gehälter 14-16x im Jahr zahlen zu können. Und die anderen Griechen, die, die nicht im Staatsdienst sind, müssenden ganzen Zauber doch finanzieren. DEREN Renten wurden gekürzt und DEREN Tarifverträge wurden aufgehoben und mit Minilöhnen ersetzt. DESHALB fehlt die Kaufkraft.
    Es kann also nur heißen: Auflösung des gesamten Staatsapparats, entweder durch Privatisierung des Großteils seiner Behörden oder durch einen Aufstand es Volkes, und zwar so schnell wie möglich.
    Eine regelrechte Insolvenz wäre ideal - da gälten keine Verträge mehr, also auch nicht die mit den Staatsbediensteten und Abgeordneten & Co. Man wäre praktisch von heute auf morgen alle los und könnte neu anfangen. Und diesmal richtig, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes.

  • Die Banken-Kurse ragieren schnon, aber as HB hat diese
    Forderung des IWF noch nicht veröffenticht

  • Money for nothing, and checks for free?

    Ist das Rettung oder gekonntes griechisches Vorführtheater?
    Warum sollte wir Griechenland die Schulden erlassen. Die haben schon genug Geld bekommen, das würde locker für dreißig Marschall Pläne reichen.

  • Zufällig werden "Ende September" die Gebote erwartet - also nachdem die EU wieder Geld überwiesen hat.

    Ich erwarte auch sei Monaten auf ein Gebot von 10000 Euro für meinen 17 Jahre alten VW Polo. Bisher wollte ihn keiner haben. Aber ich erwarte Gebote im September...

    Versprochen, ganze ehrlich!

  • Weiter geh es mit dem Artikel unter:

    http://www.boerse-go.de/nachricht/IWF-dringt-auf-Schuldenerlass-fuer-Griechenland,a2893396.html

  • Eine größere Kontroverse dürfte der Vorschlag einer Umschuldung aufwerfen. Danach müssten die Europäische Zentralbank und die nationalen Notenbanken der Eurozone hinnehmen, dass ihre griechischen Staatsanleihen 30% an Wert verlieren. Insider sagen, die Zentralbanken hätten entsprechende Anleihen im Wert von 50 Milliarden Euro erworben.

    Möglich wäre auch, den Regierungen der Eurozone Verluste aufzubürden. Sie müssten dann eine Wertminderung bei den bilateralen Darlehen akzeptieren, die sie Griechenland gewährt hatten. Der IWF selbst will auf keinen Fall Geld verlieren. Der Fonds agiert als vorrangigster Gläubiger bei der holprigen Rettungsaktion und lehnt Abschreibungen bei seinen Griechenland-Darlehen strikt ab.

    Griechenlands Schulden könnten dramatisch sinken, wenn der neue europäische Rettungsfonds - der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) - der griechischen Regierung jene knapp 50 Milliarden Euro Schulden abnehmen würde, welche Athen für die Sanierung seiner Banken aufgenommen hat. Im Juni hatten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs schon darauf geeinigt, dass der ESM künftig auch direkt zur Rekapitalisierung der Banken in der Eurozone einspringen darf. Wenn der ESM erst einmal mit diesem Recht ausgestattet ist, könnte er beispielsweise auch rückwirkend die Euro-Hilfen an die spanischen Banken von bis zu 100 Milliarden Euro übernehmen, die momentan erst noch an die spanische Regierung fließen.

    Würde der ESM Griechenland genauso aus der Patsche helfen, könnte die Schuldenquote des Landes um 15 bis 20 Prozent sinken, sagt ein Insider aus der Eurozone.

  • Was genau der IWF mit "nachhaltig" meint, wie die finanzielle Rettung des Landes funktionieren und wie sich Griechenland in der Währungsgemeinschaft halten könnte, dürfte in den nächsten Monaten noch ausgiebig debattiert werden.
    Einige IWF-Vertreter haben durchblicken lassen, dass der IWF jetzt sehen will, dass Griechenland seine Verschuldung auf rund 100 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 gedrückt bekommt.

    Dieses Ziel liegt erheblich unter der Schuldenquote von 120 Prozent, welche die Gläubiger im Februar mit Griechenland vereinbart hatten. Der IWF sei umgeschwenkt, weil im eigenen Haus inzwischen die Sorge grassiert, dass Griechenland seine Darlehen wohl selbst dann nicht mehr zurückzahlen kann, wenn es im Jahr 2020 eine Schuldenquote von 120 Prozent schaffen sollte. 2020 aber müsste Griechenland dem IWF Darlehen in Höhe von 33 Milliarden Euro zurückgezahlt haben.

    Bei den Gläubigern liegen die Nerven offensichtlich blank, und die anhaltenden Zahlungsprobleme Griechenlands werden die Spannungen auch weiterhin nicht mindern. Seit Februar hat sich Griechenlands Finanzlage drastisch verschlechtert. Die Wirtschaft dürfte in diesem Jahr nun um mehr als 7 Prozent schrumpfen - weit mehr als um die Anfang des Jahres prognostizierten 4,7 Prozent. Die Rezession dürfte dem Land noch weit ins nächste Jahr hinein zu schaffen machen. Schon jetzt schwinden Steuereinnahmen, steigen Sozialausgaben, wächst das Haushaltsloch.

    Der IWF hat nach Aussage informierter Personen mehrere Vorschläge gemacht, wie Griechenland seine Staatsverschuldung auf etwa 100 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken könnte. Aber all diese Ideen dürften bei den anderen Staaten der Eurozone auf scharfen Widerstand stoßen. Am ehesten ließen sich noch die Darlehenszinsen senken, die Griechenland den Euro-Regierungen für ihre Kredite zahlen muss. 39 Milliarden Euro Kreditzinsen sind allein von 2012 bis 2014 fällig.

  • Schnell alles veramschen, ohne Sinn und Verstand. Und sich dann über fehlende Kaufkraft der Bevölkerung wundern, weil die gaskosten explodieren um die Gewinne der Eigner zu erhöhen.
    Man lernt nie!
    Genauso verblödet wie der Privatisierungswahn in Deutschland. Zum Schaden der Bevölkerung, zum Nutzen der neuen besitzer.

  • Neuer Druck vom IWF
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    IWF dringt auf Schuldenerlass für Griechenland

    BRÜSSEL--Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einen Schuldenerlass für Griechenland durchsetzen oder seine Milliardenhilfen an das Pleite-Land vorerst einstellen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, macht der IWF hinter den Kulissen zunehmend Druck auf Griechenlands europäische Geldgeber. Sie sollen dem angeschlagenen Mittelmeerland einen Teil der Schulden erlassen, weil Griechenland aus eigener Kraft seine Budgetziele kaum noch einzuhalten vermag.

    Anfang des Jahres hatten die Gläubiger dem hoch verschuldeten Staat einen strikten Sparkurs verordnet, aber die schwere Rezession durchkreuzt Athens Anstrengungen. Vertreter des IWF sagen deshalb, dass Griechenlands Verschuldung erst auf ein "nachhaltiges" Niveau sinken müsse, bevor der Fonds neue Milliarden zur Verhinderung einer Staatspleite zahlen würde. Am einfachsten wäre es aus Sicht des IWF, wenn Griechenlands europäische Gläubiger dem Land einen Teil seiner Schulden erlassen würden, sagen die Quellen.

    Ein solcher Schuldenschnitt würde vor allem Politikern in Geberstaaten wie Deutschland extrem sauer aufstoßen. Deutschland hat Griechenland bereits 127 Milliarden Euro geliehen, und die Bundesregierung hat mehrfach klar gemacht, dass Griechenland nicht auf weitere Zugeständnisse rechnen könne. Sie fordert, dass die Anfang 2012 vereinbarten Sparziele jetzt ohne weitere Hilfen eingehalten werden. Jeglicher Vorstoß, die griechische Schuldenlast zu verringern, müsste zudem vom deutschen Bundestag abgesegnet werden. Viele Abgeordnete aber wollen sich Griechenlands anhaltendem Wunsch nach gelockerten Sparzwängen nicht weiter beugen.

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