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Leben im Ausland Was kostet die Welt: So billig ist das Leben in Griechenland

Weg von zu Hause und ab ins Ausland! Aber wie teuer wäre das eigentlich? Orange zeigt es dir in einer Serie. In Teil 19 nimmt dich Fotini mit in ihren Alltag nach Athen.
  • Fotini Georgiadi
05.07.2019 - 14:53 Uhr Kommentieren
Kosten in Griechenland
Die Akropolis in Griechenland

„Viele meiner Freunde beneiden mich.“ (Foto: Imago)

Dieser Artikel ist am 05. Juli 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Seitdem sich sechs Jahre alt bin lebe ich in Griechenland. Viele meiner Freunde aus Deutschland finden das beneidenswert – und ich finde: Sie haben Recht. Was das Leben in Griechenland so lebenswert macht und was es kostet, erzähle ich dir bei einem kleinen Rundgang durch mein Leben.

Griechenland-Preise: Das kosten Leben, Essen und Wohnen

Ich bin im vergangenen Jahr von zu Hause ausgezogen und wohne jetzt in meiner ersten Mietwohnung auf Salamis, einer Insel in der Nähe von Athen. Die Wohnung teile ich mir mit meinem Freund und wir haben Glück gehabt: rund 100 Quadratmeter für 370 Euro, das ist ein sehr guter Preis. Im Zentrum von Athen kosten schon 30 bis 50 Quadratmeter zwischen 300 und 500 Euro.
In Stadtteilen, die etwas weiter vom Zentrum entfernt liegen, hast du gute Chancen, weniger zu zahlen. Meistens sind große Wohnungen im Verhältnis günstiger als kleine, also halte Ausschau nach Mitbewohnern. Die meisten Wohnungen haben Sonnenkollektoren, das hält den Strompreis niedrig.

Wie in allen Großstädten gehört Geduld und eine Portion Glück bei der Wohnungssuche dazu, aber in Athen gibt es viele schöne Stadtteile und dadurch auch genügend Angebote, um einen gemütlichen Platz zu finden. Und höre dich von Anfang an um: Du wirst schnell bemerken, dass jeder Grieche irgendwo einen Cousin, eine Tante, einen Arbeitskollegen oder einen Bekannten hat, der zufällig weiterhelfen kann.

Das ist oft erfolgsversprechender als die Suche im Internet. Ein Spaziergang durch die Straßen von Athen lohnt sich auch immer, denn Anzeigen für freie Wohnungen hängen oft mit Angabe der Größe und Telefonnummer an den Hauseingängen aus.

Mobil in Griechenland: Das kosten Bus, Bahn und Taxis in Athen

Zur Fortbewegung gibt es hier Metro, Elektriko, Tram und Busse: Ein Monatsticket kostet 30 Euro, für Studenten 15. Uber gibt es in Griechenland nicht mehr, also bleiben nur Taxis. Der Mindestpreis liegt bei 3,47 Euro. Die Fahrt beginnt mit 1,29 Euro, pro Kilometer zahlst du dann 74 Cent dazu. Von 24.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens wird es teuer, da sich der Tarif fast verdoppelt. Achtung: Gepäck wird extra berechnet.

In den Städten kommst du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln überall gut hin. Auch wenn du ab und zu ein Taxi nimmst, zahlst du trotzdem insgesamt viel, viel weniger als mit einem eigenen Auto. Hier auf Salamis ist das nicht möglich: Es gibt nur wenige Busse, die viel seltener fahren, daher brauchst du ein Auto. Mich kostet das mindestens 45 Euro Spritgeld pro Woche und ist damit extrem teuer.

Die Suche nach Nebenjobs ist nicht ganz leicht. Griechenland leidet nach wie vor unter der höchsten Jugendarbeitslosigkeit in Europa. So werden klassische Studentenjobs wie die in der Gastronomie oft von überqualifizierten Griechinnen für geringen Lohn erledigt. Stundenlöhne von drei bis fünf Euro sind keine Seltenheit. Der Mindestlohn beträgt 650 Euro brutto im Monat.

Was das Leben in Griechenland kostet

Die internationalen Callcenter haben sich auf Studenten eingestellt, dort verdienst du durchschnittlich um die 800 Euro brutto in Vollzeit. Trotzdem ist Griechenland nach wie vor ein Urlaubsland, das besonders in den Sommermonaten viele helfende Hände braucht. Bester Tipp auch hier: immer wieder nachfragen.

Essen in Griechenland: Das kosten Lebensmittel und Getränke in Athen

Lebensmittel sind teuer in Griechenland. Für einen Wocheneinkauf musst du mit mindestens 50 Euro rechnen. Die günstigste Einkaufsmöglichkeit ist Lidl. Als preiswerte Einkaufsalternativen gibt es in jedem Stadtteil einmal pro Woche einen Stadtteilmarkt, das lohnt sich besonders für frisches Gemüse und Obst, wenn du das Gedränge nicht scheust.
Bevorzugst du Bioläden, gibt es sie oft in erreichbarer Nähe und die meisten Supermärkte haben mittlerweile auch ein großes Bioangebot. Die extrem hohen Preise setzen dem monatlichen Budget aber ziemlich schnell zu.
Feta- und Spinattaschen gehören zum absoluten Grundnahrungsmittel der Griechen, du findest sie in jeder Bäckerei und an zahlreichen Straßenständen für 1,50 Euro. Billiger, aber mindestens so lecker sind die Sesamkringel für 50 Cent pro Stück.

Kaffee hat sich seit ein paar Jahren zum Nationalgetränk der Griechen entwickelt. Du bekommst alle erdenkbaren Variationen, spätestens ab Juni bevorzugen die Griechinnen den fredo – einen Kaffee auf Eiswürfeln. Einen normalen Espresso bekommst du für 1,30 Euro, mit einem Cappucino fredo zum Mitnehmen kommst du schon mal leicht auf 2,50 Euro, vor Ort getrunken 3,50 Euro.

Ein gutes Essen mit einem Getränk kostet rund zwölf Euro. Mein momentanes Lieblingsrestaurant ist das Avocado, ein kleines gemütliches Biorestaurant direkt am Syntagma-Platz im Zentrum Athens.

Geht dir ab Mitte des Monats so langsam das Geld aus, kannst du zum Glück immer auf Souvlaki zurückgreifen. Das Grillgericht gibt es an jeder Ecke, sind sehr lecker, machen satt und sind auch noch günstig: Für 2,20 pro Stück kannst du dir dann auch schon mal zwei leisten. In der vegetarischen Version sind sie sogar nochmal 50 Cent billiger.

Party in Griechenland: In Athen wird die Nacht zum Tag

In Athen ist das Nachtleben großartig, besonders in den warmen Monaten, also spätestens ab Mai, wird die Nacht zum Tag gemacht. In den lauen Sommernächten kannst du in Monastiraki mit einem Streifzug durch die vielen kleinen Bars beginnen, während es gleich um die Ecke in der Plaka, also der Altstadt rund um die Akropolis, ein abwechslungsreiches Open Air-Programm gibt.

Spät nach Mitternacht öffnen sich dann die Türen der vielen Nachtclubs. Wenn du eher auf die riesigen Clubs stehst, wirst du dich im Lohans und Akanthus wohlfühlen. Kleiner, aber genauso angesagt ist das Why sleep?. Zehn Euro Eintritt zahlst du in den meisten größeren Clubs, hast aber auch ein Getränk frei. In den kleineren Läden ist der Eintritt oft frei.

Kultur in Griechenland: Von Beach Clubs und Inselabenteuern

Für alle möglichen kulturellen Angebote ist das Stavros Niarchos Kulturzentrum seit seiner Eröffnung 2017 sehr beliebt. Von klassischen Konzerten über Ausstellungen bis hin zu allen möglichen kulturellen Veranstaltungen findest du immer etwas Interessantes im Programm – und die riesige Parkanlage rundherum wird dich begeistern!

Um das besondere Lebensgefühl einer südlichen Großstadt direkt am Meer in vollen Zügen zu genießen, solltest du einen der vielen Beachclubs besuchen, die sich an der Küste von Athen aneinanderreihen. Auch wenn die Semesterferien noch nicht in Sicht sind oder deine Arbeit dir wenig Zeit lässt, kannst du das Ferienfeeling trotzdem schon mal vorziehen.

In den meisten Clubs musst du Eintritt zahlen, im Durchschnitt vier Euro. Dafür gibt’s dann aber auch kostenlose Duschen und Sonnenliegen mit Sonnenschirm. Die meisten der Beachclubs kannst du gut mit der Tram erreichen.

Und ein letzter heißer Tipp: Kratz‘ dein Geld zusammen, wirf ein paar Sachen fürs Wochenende in die Tasche, fahre zum Hafen von Piräus und lasse das Abenteuer beginnen: Suche dir nach Zufallsprinzip oder Geldbeutel ein Schiff aus und fahre damit auf irgendeine Insel. Ganz egal welche, sie sind alle traumhaft!

Ein Zimmer findest du vor Ort und lässt dann einfach alles auf dich zukommen, was so auf dich wartet. Mit Studentenausweis zahlst du nur die Hälfte des normalen Fahrpreises. In Agistri, Aegina oder Poros bist du schon für ungefähr zehn bis 15 Euro in knapp anderthalb Stunden. Also, bis bald – θα σας δούμε σύντομα!

Mehr: Reiselust der Deutschen bleibt hoch

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