Leben in Syrien Rückkehr in die Trümmerstadt Aleppo

Ihre Wohnung in einem Rebellenviertel der syrischen Stadt ist schwer beschädigt, aber gerade noch bewohnbar: Damit ist Familie Chatib besser dran als viele ihrer Nachbarn. Nun kehrt sie zurück.
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Was bleibt, sind Ruinen
Das Ende eines langen Kampfes
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Die Schlacht um Aleppo zog sich seit dem Sommer 2016. Nach mehreren Monaten erbitterter Kämpfe konnten die Zivilisten zeitweise evakuiert werden. Inzwischen jedoch hat die russische Armee die Evakuierung für beendet erklärt.

Schneise der Zerstörung
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Die Schlachten haben Spuren hinterlassen. Die einstige Wirtschaftsmetropole Syriens besteht fast nur noch aus Ruinen.

Das Kriegsgebiet
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Viele Zivilisten haben aufgrund der Kämpfe zwischen den Rebellen und der Syrischen Armee ihr Zuhause verloren. Verfallene Gebäude, dichte Staubwolken, zerstörte Straßen: Aleppo wurde zur Geisterstadt.

Historischer Treffpunkt für Händler
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Aufgrund der optimalen Lage zwischen Mittelmeer und Euphrat – der größte Strom Vorderasiens – galt die Stadt als wichtiges Handelszentrum. Davon ist nicht mehr viel übrig.

Eingekesselt
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Bis zur Evakuierung leben die Zivilisten in den verfallenen Gebäuden. Einen Ausweg gibt es nicht.

Das Weltkulturerbe
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Die Altstadt Aleppos wurde 1986 zum Weltkulturerbe erklärt. 1993 fand eine große Sanierungsaktion für die Gebäude statt, welche sogar mit einem Städtebaupreis der Harvard School of Design ausgezeichnet wurde. Die Kämpfe haben dieser allerdings auch stark zugesetzt.

Evakuierungsmaßnahme
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Insgesamt sollten etwa 15.000 Menschen aus den Rebellengebieten transportiert werden. Sie sollten in die Provinz Idlib südwestlich von Aleppo gebracht werden.

AleppoDie Straße sieht aus, als sei sie von einem Erdbeben getroffen worden. Das ausgebombte Haus in einem früher von Rebellen gehaltenen Viertel der syrischen Stadt Aleppo steht bis auf eine Wohnung im zweiten Geschoss leer. Dort leben Abdel-Hamid Chatib und seine Familie. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, die Fenster sind mit Nylontüchern abgedeckt. Ein von einer Granate in die Wand des Wohnzimmers gerissenes Loch ist mit einem Metallstück verschlossen, durch das das Abzugsrohr für den Holzofen verläuft.

Chatib und seine Familie sind die einzigen Bewohner des sechsstöckigen Gebäudes. Das Haupteingangstor haben sie mit einer Metallkette verschlossen, sie fürchten sich vor Plünderern. Kerzen sorgen in der Wohnung mit zwei Schlafzimmern nachts für ein wenig Licht. Einen anderen Zufluchtsort hat die Familie nicht.

Der 56-jährige Schmied war monatelang arbeitslos und konnte sich keine Mietzahlungen mehr leisten. Er befürchtete, dass ihre Wohnung im Viertel Ansari komplett geplündert würde, wenn sie weiter wegblieben. „Vor ein paar Tagen hat mich ein Mann gefragt, „kann es sein, dass ihr hier lebt?“ Ich sagte, „wohin können wir denn gehen?“ Zumindest ist das unser Haus, und niemand wird uns auffordern zu gehen“, sagt Chatibs Frau Hasnaa.

Das Leben und der Krieg haben der Familie schwer zugesetzt. Ihr ältester Sohn Mohammed wurde bei der Bombardierung Ost-Aleppos 2013 getötet. Ein Jahr später wurde auch ihre vierjährige Enkelin tödlich von einer Kugel getroffen, während sie auf dem Balkon der elterlichen Wohnung spielte. Sohn Mahmud kam bei der Arbeit ums Leben, er erlitt beim Schweißen eines mit Gas gefüllten Behälters schwere Verbrennungen.

Seit Rebellen, die gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kämpfen, den Osten Aleppos im Juli 2012 stürmten, musste die Familie zwei Mal aus dem Haus in sicherere Gegenden umziehen, jedes Mal kehrte sie wieder zurück. Doch im August 2016, als Regierungstruppen ihre Offensive verstärkten, zwang sie ein Luftangriff ein drittes Mal zur Flucht. „Es war so gefährlich und unsere Kinder hatten schreckliche Angst, so dass wir es nicht mehr ertragen haben“, sagt der Familienvater. Ende Dezember brachten Regierungstruppen und ihre Verbündeten den Osten Aleppos und damit die gesamte Stadt wieder unter ihre Kontrolle - Assads größter Sieg seit Beginn des Konflikts im März 2011.

Surrealer Alltag im Ost-Viertel
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