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Lebensmittelstand in Pune (Indien)

Obst und Gemüse kauft man am besten an der Straße. (Foto: Jessica Wille für Orange)

Lebenshaltungskosten Was kostet die Welt: So teuer ist das Leben in Indien

Weg von zu Hause und ab ins Ausland! Aber wie teuer wäre das eigentlich? Orange zeigt es dir in einer Serie. In Teil 4 nimmt dich Jessica mit in ihren Alltag in Pune (Indien).
  • Jessica Wille
15.03.2019 - 10:55 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 15. März 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Das Land mit den zweitmeisten Einwohnern der Welt ist auf den ersten Blick vor allem: bunt, staubig und laut. Wo man nur hinschaut, findet man gigantische Bauprojekte. Ich bin vor drei Monaten für ein Praktikum in Pune (Indien) gelandet, einer drei Millionen Einwohner großen Studentenstadt bei Mumbai. Mit diesem Artikel nehme ich dich mit in meinen neuen Alltag.

Arbeiten in Indien: Wie hoch ist das Einkommen pro Kopf?

Die Gehälter in Indien unterscheiden sich teils sehr stark. Es gibt zwar einen Mindestlohn, der beträgt aber nur umgerechnet 4,50 Euro pro Tag. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt laut Internationalem Währungsfonds bei rund 157 Euro im Monat. Wer etwa 600 Euro im Monat verdient, kann sich schon ein sehr ordentliches Leben leisten.

Ein typisch deutscher Studentenjob in der Gastronomie würde sich hier kaum lohnen. Man kann jedoch seine Deutschkenntnisse zu Geld machen, indem man privaten Sprachunterricht anbietet oder versucht, am Goethe Institut eine Stelle zu bekommen.

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    Wohnen in Indien: Wie teuer ist die Miete in Pune?

    Ein Zimmer im Studentenwohnheim kostet umgerechnet etwa 500 Euro pro Jahr, das macht knapp 42 Euro im Monat. Für diese Miete bekommst du meist ein Mehrbettzimmer. Jedes Studentenwohnheim hat eine Kantine, die im Preis inbegriffen ist. Die Zimmer haben keine Küche.

    Manche Bewohner installieren sich einen Wasserkocher, was eigentlich verboten ist. Damit kochen sie sich neben dem traditionellen Chai-Tea (Tee) regelmäßig Instant-Nudeln von Maggie für etwa 16 Cent pro Portion.

    Die Hostels sind nach Geschlechtern geteilt und es gelten strenge Besuchsregeln. Private Hostels mit Küchen, die eher mit deutschen Wohnheimen vergleichbar sind, gibt es nur wenige und die kosten auch etwas mehr. Ansonsten findet man in der Stadt auch ein Zimmer in einer Vierer-Wohngemeinschaft (WG) für etwa 60 Euro im Monat.

    Einkaufen in Indien: Wie hoch sind die Preise für Lebensmittel?

    Die Preise für Lebensmittel unterscheiden sich sehr stark nach der Art des Geschäfts, nach Saison und der Herkunft der Ware. Obst und Gemüse wird meistens bei kleinen Ständen am Straßenrand gekauft. Als Gast sollte man unbedingt bei einheimischen Bekannten die Preise erfragen, sonst wird man abgezockt.

    Allerdings ist auch das nicht so leicht. Denn die Inder sind sich sehr treu und beharren gegenüber Touristen häufig auf ihrem Preis. Ein Kilo Tomaten bekommt man für etwa 40 Cent, ein Kilo Äpfel kosten bereits 2,50 Euro. Walnüsse habe ich zufällig im Angebot für 7,50 Euro gesehen.

    Für alles außer Obst und Gemüse geht man in den Supermarkt. Der Star-Markt ist eher westlich gestaltet und teuer. Für indische Marken zahlt man aber immer noch weniger als für vergleichbare Lebensmittel in Deutschland.

    Der D-Mart, Reliance und Big Basar sind etwas günstiger, für den Einkauf sollte man jedoch gute Nerven haben und Zeit mitbringen. Denn vor lauter Menschen kann man oft kaum einen Fuß vor den anderen setzen.

    In der Nähe vieler Studentenwohnheime gibt es aber auch so genannte Kantinen, in denen man für etwa 25 Euro pro Monat zweimal täglich essen kann.

    Nahverkehr in Indien: Wie hoch ist der Preis für Bus und Rikscha in Pune?

    Der Nahverkehr in Indien ist für deutsche Verhältnisse extrem billig. Eine Busfahrt kostet meist 25 Cent, leider wird das Ziel der Fahrt jedoch nur auf Hindi angezeigt. Auch ein tatsächlich eingehaltener Fahrplan hat sich scheinbar noch nicht durchgesetzt.

    Bis 2021 will die Stadt Pune ein Metro-System bauen. Die Bahn soll teils unterirdisch, teils oberirdisch fahren und in manchen Abschnitten sogar als Schwebebahn. Aktuell (Stand: März 2019) gibt es in vielen Straßen große Baustellen.

    Ansonsten kann man sich prima in Rikschas Fortbewegen. Die sehen aus wie eine Mischung aus einem Moped und einem Kleinbus. Der Grundpreis pro Rikscha-Fahrt beträgt 20 Cent und dann pro Kilometer etwa 15 Cent. Ich habe für meinen etwa acht Kilometer langen Weg bis zu meinem Institut immer knapp 100 Rupies (etwa 1,20 Euro) bezahlt.

    Man findet Rikschas grundsätzlich recht schnell und die meisten Fahrer sprechen wenig aber genügend Englisch. Man sollte immer darauf bestehen „per Meter“ zu fahren. Angebotene Festpreise sind praktisch nie zu deinem Vorteil.

    Auch Uber ist in Indien stark vertreten, die Preise sind ähnlich wie bei den Rikschas. Die Inder selbst bewegen sich meistens auf Motorrollern, das ist im dichten Rushhour-Verkehr schneller und auch günstiger als Autofahren. Zum Rollerfahren brauchst du einen einfachen, international gültigen Führerschein. Den bekommst du in Deutschland bei jedem Bürgeramt.

    Ausgehen in Indien: Männer zahlen Eintritt, Frauen nicht

    Es gibt einige Clubs und viele schöne Bars in Pune. Da die meisten Inder aber bis zur Hochzeit zu Hause wohnen (außer sie studieren oder arbeiten in einer anderen Stadt), gehen sie eher selten in solche Locations aus. Es ist eher verbreitet, Urlaub in Goa zu machen und dort dann ausgiebig zu feiern.

    Die Preise für Clubs sind sehr teuer – und gestaffelt. Allein kommende Mädels oder Frauen zahlen nichts. Ein Pärchen zahlt zusammen knapp 20 Euro. Ein Staj (Single Boy) zahlt bis zu 40 Euro. Um günstiger reinzukommen, suchen viele Jungs vor den Clubs nach Mädels, die sich als ihre Freundin ausgeben.

    Auch Getränke an der Bar sind gemessen am Pro-Kopf-Einkommen der Inder extrem teuer. Für ein großes Bier zahlt man zwischen zwei und vier Euro – je nachdem, wohin es einen verschlägt. Cocktails kosten meist um die fünf Euro.

    Shoppen in Indien: Wie hoch sind die Preise für Kleidung und Mobilfunk?

    Kleidung kostet in Kaufhäusern und normalen Geschäften ähnlich viel wie in Deutschland. An Straßenläden findet man günstigere Preise. Schmuck kann man dort in Massen kaufen und gerade in der Altstadt gibt es viele tolle Angebote.

    Bei Kleidung sollte man an den Straßenständen vorsichtig sein. Man kann selten anprobieren und häufig wird alles in komischen Einheitsgrößen verkauft.

    Für einen Handyvertrag zahlt man in Indien sehr wenig. Beim Anbieter Jio habe ich für eine SIM-Karte mit täglich 1,5 Gigabyte Datenvolumen nur 1,80 Euro pro Monat gezahlt. Das Internet ist jedoch meistens langsamer als in Deutschland.

    Freizeitangebot in Pune: Bollywood-Kino oder ein Besuch im Park

    Obwohl in Indien viele Büros auch an Samstagen geöffnet haben, ist das Leben in Pune im Vergleich zu anderen Großstädten relativ entspannt. Regulär arbeiten die Inder von 10.00 bis 18.30 Uhr. Je nach Länge des Heimwegs in der Rushhour bleibt danach nicht mehr viel Zeit, um etwas zu unternehmen. Bei Studenten sieht das natürlich anders aus.

    An Sonntagen oder den recht häufigen Feiertagen trifft man sich oft zum Wandern auf umliegenden Bergen, von dort aus genießt man schöne Aussichten, ein bisschen Natur in der Großstadt und sogar Ruhe. Auch in den Parks treffen sich die Inder gerne. Bei Studenten besonders beliebt ist der Khadakwasla Damm.

    Sehr empfehlen kann ich den Osho Garden. Der ist in Pune zwar jedem ein Begriff, für Touristen gilt er aber dennoch als Geheimtipp: eine wunderschön hergerichtete, grüne Landschaft mit kleinem Fluss mitten in der Stadt.

    Gerade am frühen Morgen trifft man viele leidenschaftliche Läufer, Radfahrer oder Spaziergänger auf den Straßen oder in den Bergen. Sie fliehen vor der Hitze am Tag und der Rushhour am Abend.

    Auch Kino ist für Inder ein Highlight. Zwar laufen die meisten Filme auf Hindi, sie sind aber trotzdem einen Besuch wert. Indien hat mit Bollywood seine eigene Filmindustrie und andere, westliche Filme findet man eher selten in den Kinos.

    Ist der Film gut, geht man auch mehrfach ins Kino. Es passiert nicht selten, dass Zuschauer im Kino für Szenen klatschen oder aufstehen und einzelne Sätze mitsprechen. Die Preise variieren je nach Länge und alter des Filmes zwischen 1 und 8 Euro.

    Ansonsten trifft man sich auch gerne, um zusammen zu Mittag oder zu Abend zu essen. Dabei bestellen die Inder meistens viele verschiedene Sachen und teilen sie sich dann. Selten zahlt man mehr als fünf Euro. Gemeinsames Kochen ist unter jungen Leuten kaum verbreitet.

    Insider-Tipps für Pune: So kannst du sparen

    Sowohl bei Lebensmitteln, als auch bei Kleidung und Drogerieartikeln kommt es darauf an, ob die Produkte indisch sind oder aus dem Ausland importiert wurden. Sparen kann man vor allem, indem man saisonal und regional, also indisch kauft. Außerdem sollte man verhandeln.

    „Pune Smart City – Pune Safe City“ ist ein neues Projekt, das die Stadt durch Street Art, Ausstellungen und Konzerte attraktiver und gleichzeitig sicherer machen soll. Veranstaltungen finden meist sonntags statt, selten zahlt man Eintritt.

    Die Autorin Jessica Wille machte ein Auslands-Praktikum in Pune (Indien).

    Mehr: Inder rufen zum Boykott von China auf

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