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Blick auf Cluj

„Die Mieten sind teurer als in der Hauptstadt Bukarest.“

Lebenshaltungskosten Was kostet die Welt: So teuer ist das Leben in Rumänien

Weg von zu Hause und ab ins Ausland! Aber wie teuer wäre das eigentlich? Orange zeigt es dir in einer Serie. In Teil 10 nimmt dich Anna* mit in ihren Alltag nach Cluj in Rumänien.
05.06.2019 - 00:00 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 05. Juni 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Schon als ich meinen Bachelor im Fach European Studies in Magdeburg gemacht habe, war mir klar, dass mein Herz eigentlich für Medizin schlägt. Ich hatte bereits ein Auslandssemester in Cluj verbracht und wusste deswegen, dass ich hier Medizin studieren will – den Studiengang kannst du hier nämlich auf Englisch besuchen!

Preise in Rumänien: Das kosten Leben, Essen und Wohnen in Cluj

Ich habe leider keine Zeit, neben meinem Studium arbeiten zu gehen. Dafür nutze ich die langen Sommerferien. Prinzipiell ist es aber möglich, nebenher zu jobben: als Nachhilfelehrerin für Deutsch zum Beispiel, als Babysitterin oder auch Kellnerin. Gerade der Job als Kellnerin ist für mich eine gute Möglichkeit Rumänisch zu lernen. Der Mindestlohn beträgt hier zwar nur 2,68 Euro, dafür ist das Leben aber auch günstiger als in Deutschland.

Du kannst hier sehr schön wohnen! Ich zahle 290 Euro warm für mein Zimmer. Meine Freunde zahlen im Durchschnitt 250 Euro für ein WG Zimmer, einen Platz im Studentenwohnheim bekommst du aber auch schon für 40 Euro pro Monat.

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    Soll es für dich doch eine Wohnung sein, findest du einige über entsprechende Facebookseiten wie Erasmus in Cluj, petite annonces oder die deines jeweiligen Studiengangs. Allerdings führt leider trotzdem kein Weg an einem Makler vorbei. Dieser bekommt eine Monatsmiete Provision, die sich Mieter und Vermieter teilen. Du hast einen Monat Kündigungsfrist, kannst aber meistens schon innerhalb von einem Tag einziehen.

    Wenn wir über den Wohnungsmarkt reden, muss ich aber auch sagen, dass Cluj nicht repräsentativ für ganz Rumänien ist. Die Stadt ist relativ wohlhabend. Der Bausektor boomt und es gibt hier sehr viele ausländische, vor allem auch deutsche Firmen, die den Einwohnern gut bezahlte Jobs bieten.

    Dementsprechend sind die Mieten hier höher als etwa in der Hauptstadt Bukarest. Dadurch, dass die Universitäten zu den besten des Landes gehören, treiben natürlich zahlreiche Studentinnen aus Deutschland und Frankreich zusätzlich die Mieten in die Höhe.

    Preise in Rumänien: Das kosten Bahn, Bus und Taxi

    Öffentliche Verkehrsmittel sind günstig. Eine Fahrt mit Bus oder Bahn kostet etwa 50 Cent. Eine Monatskarte für zwei Buslinien gibt es für umgerechnet sechs Euro im Monat, die Regionalbahn dürfen Studenten sogar kostenlos nutzen.

    Ich laufe aber meistens oder nehme das Fahrrad, denn eigentlich herrscht hier immer so viel Verkehr, dass du zu Fuß einfach schneller bist. Was hier wirklich ziemlich praktisch ist: Du kannst dir hier durchaus auch mal ein Taxi leisten. Für 3 km Fahrt zahlst du nur etwa zwei Euro. Das ist nicht nur günstig, sondern gerade nachts, wenn du vom Feiern nach Hause willst, sehr bequem und sicher.

    Preise in Rumänien: Das kosten Kino, Clubs und Konzerte

    In Rumänien spielt sich das Leben vor allem draußen ab. Die unzähligen Bars, Cafés, Restaurants sind auch unter der Woche gut besucht. Je nachdem wo du hingehst, kannst du ziemlich günstig essen – oder auch genauso viel ausgeben wie in Deutschland.

    Eine gute Pizza bekommst du in meinem Lieblingslokal für fünf Euro, Bier gibt‘s ab 1,70 Euro. Ich empfehle dir aber eher Limonaden oder frischgepresste Säfte, denn: Rumänien ist Limonadenweltmeister! Das vermisse ich total in Deutschland. Ein halber Liter selbstgemachte Limonade des Hauses gibt es für 2,20 Euro.

    Das kulturelle Angebot in Cluj ist vielfältig, groß und für Studentinnen auch erschwinglich. Mit Studentenausweis kommst du für zwei Euro ins Kino. Praktisch hierbei: Die ausländischen Filme zeigen sie hier immer in Originalsprache mit rumänischen Untertiteln. Selbst im Theater gibt es hier Untertitel in englischer Sprache, in Sibiu sogar ein deutsches.

    Wer mag, kann in Cluj auch eine rumänische und eine ungarische Oper besuchen: Das günstigste Ticket bekommst du hier für umgerechnet 6,30 Euro. Frühlingszeit heißt in Cluj: Festivalzeit! Ob Filmfestival, das Jazz in the Park, Fest der Bücher, die mehrmals stattfindenden Streetfoodfestivals – fast jeder kann nach seinem Geschmack feiern.

    Der Eintritt ist eigentlich immer kostenlos, nur die Filmvorstellungen nehmen manchmal Eintritt. Das geht auch günstiger: zum Beispiel im Club Flying circus, der das ganze Jahr über kostenlos abends Filme und Serien zeigt. Im Atelier Café gibt es jeden Donnerstag Konzerte. Auch die Anhänger von Techno und der Electroszene werden in Cluj glücklich. Das Gazete ist hier Vorreiter, der Eintritt kostet knapp drei Euro.

    Preise in Rumänien: Hier sind Lebensmittel am günstigsten

    Lebensmittel sind auf dem Markt am günstigsten und auch am leckersten, es geht nichts über rumänische Tomaten im Sommer! Es gibt hier aber genauso auch Kaufland, Lidl oder den belgischen Mega Image. Ich gebe etwa 30 Euro in der Woche für Lebensmittel aus. Klamotten und Elektronik kosten genauso viel wie bei uns zu Hause. Allerdings gibt es in Cluj massig Outlets.

    Ich persönlich liebe den Flohmarkt Oser hier! Hier findest du einfach alles, jedes Wochenende: von Bärlauch über Fahrräder bis hin zu Klamotten! Es ist immer etwas chaotisch, aber ich finde jedes Mal wieder dort kleine und große Schätze – und natürlich gibt es auch wieder kulinarisch einiges zu entdecken. Hier treffe ich auch die Einheimischen, die immer zu einem Pläuschchen bereit sind.

    Leben in Rumänien: Die meisten sprechen mehrere Sprachen fließend

    Mir gefällt an Cluj, dass es so international ist. Wenn ich auf die Straße gehe, höre ich die Menschen Rumänisch, Ungarisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und Arabisch sprechen. Es ist insgesamt ein sehr buntes Stadtbild, das liegt auch an den vielen Studenten.

    Meinen englischen Medizin-Studiengang gibt es neben Rumänisch auch auf Französisch. Wenn du willst, kannst du hier sogar auf Deutsch studieren. Probleme mit der Sprache hatte ich hier eigentlich nie. Die allermeisten Rumänen sprechen mehrere Sprachen fließend, manche können sogar Deutsch. Die Verabschiedung zum Schluss darf aber natürlich nur in der Landessprache sein: Pe curând!

    *Die Autorin studiert Medizin in Cluj. Zuvor hat sie einen Bachelor in European Studies in Magdeburg gemacht. Da sie namentlich nicht im Internet stehen möchte, haben wir den Namen geändert.

    Mehr: Was sich hinter der Fassade von Ceausescus monströsem Palast verbirgt

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