Der britische Premierminister David Cameron hat ein Referendum zur Frage angekündigt, ob sein Land weiter zur EU gehören soll. Im sozialen Netzwerk Facebook sorgt das für eine kontroverse Diskussion.

Kommentare

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  • Ich habe die komplette Rede gelesen. Es ist wohl erwiesen, dass eine Mehrheit der Briten die EU in ihrer jetzigen Form ablehnt. Die britische Geschichte in Europa ist der Grund dafür, dass eine solche Ablehnung dort nicht so tabu ist wie bei uns. Die Briten waren keinen europäischen Land jemals in besonderer Freundschaft verbunden, noch gab es für so etwas wie eine Erbfeindschaft. Die Briten haben in Ihrer Geschichte bereits Kriege gegen Frankreich, gegen Deutschland und gegen Spanien bestritten, und zwar immer so, wie es ihren Interessen entsprach. Der pathologische Hass, mit dem sich Deutschland in den zweiten Weltkrieg treiben ließ, ist den Briten fremd.
    Es folgt daher, dass die Briten die europäische Union eher als Instrument zum Interessenausgleich, denn als Vorstufe zur politischen Einigung, die alle Feindschaften überwinden soll, begreifen. Die Briten betrachten die EU mit weniger Emotionen als Frankreich und Deutschland, denn eigentlich sind sie beiden gleich nah und gleich fern.
    Diese Einstellung ist gleichzeitig gut und schlecht für Europa. Sie ist gut, weil die Tabus der Kontinentaleuropäer manchmal das Abschneiden von alten Zöpfen verhindern, die die Interessen von wenigen bedienen, aber der Sache Europas nicht mehr nützen. Das Gebäude Europa besteht aus Bürokratie und Kompromissen und selten aus durchdachten Konzepten. Die Eurokrise hat dies deutlicher gemacht, als alle anderen bisherigen Fehlentwicklungen. Sie war ja auch der teuerste Bockmist, den wir bisher verzapft haben. Im übrigen gibt es nirgends so viele blasse Figuren, die so lange ihr Amt innehaben, wie in der EU Kommission.

    Diese Einstellung ist schlecht, weil die Alternative zum verhandelten Europa eine europäische Verfassung ist. Eine Verfassung, die konzeptionell durchdacht ist, und die die Bildung Europas durch demokratische Prozesse und föderale Strukturen erlaubt. Herr Cameron der von der Sache Europa nicht begeistert ist, wird einer solchen Verfassung allerdings nicht zustimmen.

  • Europa darf bei seiner Beurteilung der Position der Briten nicht die jahrhunderte europäischer Geschichte vergessen.

    Erinnern will ich nur daran, dass einst Spanien und Frankreich als vorherrschende Mächte sich England als weitere Provinz durch Heirat einverleiben wollten, als England eine Königin hatte.

    Doch Elisabeth widerstand und legte damit den Grundstein für die Selbständigkeit und das Empire.

    Seither betrieb England über lange Zeit die "policy of ballance".

    Die damaligen Gegenpole Spanien und Frankreich sind durch die Achse Deutschland und Frankreich ersetzt. Doch die Geschichte des heutigen Großbritanniens erlaubt kein "Me too"; beziehungsweise ein anbiedern an die "leader of the pack".

    Und das ist gut so! Europa braucht die Vielfalt der Meinungen, als Korrektiv für Fehlentwicklungen und Impuls für das Streben nach der "bestmöglichen aller Welten"!

    Wake Up - Stand Up - Stand Up for OUR rights!

  • Wenn sich die Briten zum Ausstieg entscheiden bitte schön! Dann aber wieder Grenzkontrollen, Zollschranken usw.! Die Engländer fühlen sich eher den USA zugehörig als Europa. Dabei übersehen sie allerdings die Entwicklung in den USA. In wenigen Jahren wird dieses Land von Latinos, Schwarzen und Asiaten dominiert sein - und sich kaum noch für England interessieren. Eine Sezession Englands von Europa wird auch mit Sicherheit zu einem Zerfall des Königreichs führen. Die Schotten werden die Unabhängigkeit fordern und darüber abstimmen lassen, die Waliser und Nordirland vielleicht ebenso. Es ist schade, daß die Europäer nicht begreifen, daß sie nur gemeinsam auf den Weltmärkten gegen die BRIC Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China)bestehen können. Daß die USA derzeit ein Interesse an einer Schwächung der EU haben - z.B. durch Unterstützung eines EU-Austritts der Engländer - sieht man ja fast jeden Tag. Die amerikanischen Rating Agenturen ranken die Kontinental-Europäischen Staaten runter, während die Megaschuldner USA selbst, England und Japan völlig ungeschoren bleiben.

  • Respekt, dem kann ich mich nur anschliessen.
    warum warten, lieber jetzt als 2017.
    Heut mittag nur Schlagworte ueberflogen:
    - Westerwelle uebt Kritik an GB
    - Schottland fordert "Schottisches Oel fuer Schottland"
    dies unterstreicht insbesonders, wie innig das Verhaeltnis der Briten untereinander bzw.'ZUeinander' ist! Wie auch Nordirland, seit etlichen Jahrzehnten kuemmern sich die Englaender dort verstaendnisvoll um 'ihre' Landsleute...

  • Mein Gott, was sind Sie gehirngewaschen. Fällt Ihnen das selbst schon nicht mehr auf?

  • Schafft die EU-Kommission mit ihren ganzen farblosen Gestalten ab und ersetzt sie durch eine Regierung, die vom EU-Parlament gewählt wurde. Sonst sehe ich schwarz für die gesamte EU. Wenn ich Barroso, Ashton, Oettinger, Van Rompuy & Co. nur sehe, bekomme ich jedes Mal schon einen Hals.

  • Eingang klares "ja" zum Austritt der Briten! Nur dadurch kann das dumme Gerede um die Alternativlosigkeit der Eu-Politik ad absurdum geführt werden! "GB, tretet aus, wir folgen Euch"!

  • Es lebe die Demokratie. Dann aber richtig!
    Im übrigen Europa wird eine Bürgerbefragung durchgeführt, ob die Britten mit bestehenden oder neuen Sonderrechten in der EU bleiben dürfen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Dann fangen Sie am besten bei den Schmarotzern in Brüssel an. Angefangen bei den üppigsten Gehältern der 40.000 Beamten bis hin zur Geldverschwendung, Korruption und Umverteilung von Steuergeldern von Nord nach Süd. Lobbyisten und Mafiosi haben dort ihre Büros, Gesandte und Ansprechpartner. Und einen perfekt funktionierenden Propagandaapparat, dem Sie, mein lieber, leider auf den Leim gegangen sind.

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