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Leserbriefe zur Euro-Rettung „Den Wählern nicht mehr vermittelbar!“

Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart hat die Leser aufgefordert, ihre Meinung über die Maßnahmen zur „Euro-Rettung“ mitzuteilen. Die interessantesten Stimmen hat die Redaktion hier zusammengetragen.
Update: 12.09.2011 - 12:17 Uhr 32 Kommentare
In Griechenland gehen die Proteste gegen den Sparkurs der Regierung weiter: Einige Leser fordern die Aufspaltung des Euro in eine Nord- und Südwährung. Quelle: dpa

In Griechenland gehen die Proteste gegen den Sparkurs der Regierung weiter: Einige Leser fordern die Aufspaltung des Euro in eine Nord- und Südwährung.

(Foto: dpa)

Holt mich hier raus!
Von Beruf bin ich Bankbetriebswirtin und behaupte, dass ich wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen von unwirtschaftlichen unterscheiden kann. Wenn ich allerdings zu meiner Entscheidungsfindung Politik als weitere Komponente hinzufügen soll, wird alles schnell unlogisch, fadenscheinig und unergründlich! Politiker machen sich den Satz, „Regeln sind da, um gebrochen zu werden“, zur Leitmaxime.

Ich würde mich gerne politisch engagieren und in Deutschland und der EU gerne aufräumen, aber Politik ist ein viel zu dreckiges Geschäft! Im Gegensatz zu unseren gewählten Volksvertretern mag ich Regeln und weiß um ihre Bedeutung. Deutschland sollte den Euro behalten, allerdings sollten wir Griechenland in die Insolvenz schicken. Lieber ein Ende mit Schrecken ...

Die EU sollte sich das Motto der Genossenschaftsbanken zunutze machen: Hilfe zur Selbsthilfe. Momentan ist es wohl eher: „Hilfe, ich bin ein Staat mit zu großem Ego, holt mich hier raus (ohne dass ich was dazulernen muss)!“

- Theresa Dornieden

Glaubwürdigkeit der EU
Der Euro ist gut für Deutschland und die EU und als Kontrapunkt zum Dollar – aber nicht um jeden Preis. Das Beispiel der hemmungslosen US-Verschuldung wäre die Chance gewesen, Europa und seine Währung voranzubringen. Die Politik hat’s verbaselt, erschreckende Schwächen offenbart und gerade hierzu bestehende Vorschriften und Regeln über den Haufen gerannt unter Inkaufnahme enormer Glaubwürdigkeitsverluste (Stichwort: EZB-Anleihenkauf). Das lässt nicht darauf schließen, dass die EU die Probleme in der Zukunft in den Griff bekommt.
- Carsten Kayatz

Keine Kleinstaaterei

Meine Meinung ist, dass der Euro unbedingt gerettet werden muss. Ich würde es als Rückfall in Kleinstaaterei empfinden, wenn man in Europa wieder zu eigenen Landeswährungen zurückkehrte. Dies wäre in meinen Augen ein Rückschritt mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Ich habe es als großen Erfolg empfunden, dass durch die Euro-Zone ein erfolgreicher Gegenpol zur „Supermacht“ Amerika und zum Dollar aufgebaut wurde.

Welchen Preis sollte man für die Rettung des Euros zahlen? Das müssen sich die Politiker und Wirtschaftsexperten sehr genau überlegen. Nach meiner Vorstellung muss man dabei über sehr viel „nationalstaatliche Schatten“ springen, um zu erreichen, dass global das Vertrauen in den Euro/die Währungssysteme wieder wächst. Es ist wohl nicht nur europäisches, sondern kosmopolitisches Denken und Handeln erforderlich. Aber es sollten größte Anstrengungen unternommen werden, um dieses Ziel zu erreichen.

- Brigitte Lorenz

Exporte auch ohne Euro
Ich persönlich glaube nicht an die Panikmache vieler Politiker und Wirtschaftsexperten, dass ohne Euro Deutschland nicht mehr existieren kann und der Export einbrechen würde. Seit 20 Jahren befasse ich mich als Treasurer mit Devisenabsicherungen in einem mittelständischen Unternehmen mit internationalem Geschäft. Ich konnte durch den Euro keine Verbesserungen durch Wegfall von Kurssicherungskosten feststellen. Es gibt eben nicht nur Kursrisiken, sondern auch Kurschancen. Sie werden als Journalist bemerkt haben, dass in Ergebnisberichten der Unternehmen fast nur von Kursverlusten berichtet wird, um eine Ergebnisverschlechterung zu begründen. Kursgewinne werden selten erwähnt, da Ergebnisverbesserungen lieber mit dem tollen Produkt beziehungsweise gestiegenem Umsatz begründet werden.
Fazit: Ausstieg aus dem Euro und zurück zur D-Mark oder Nord- und Süd-Euro. Das Problem ist einfach, dass die Politik sich ihre Fehlentscheidung nicht eingestehen kann. Die Folgen haben die Politiker ja auch nicht selbst zu tragen, sondern der Steuerzahler.
- Bernd Koltermann


Getäuschtes Wahlvolk

Deutschland habe angeblich mehr als jedes andere Land vom Euro profitiert. Warum aber lag das deutsche Wirtschaftswachstum seit dem Start des Euros unter dem europäischen Durchschnitt? Ohne die gemeinsame Währung hätte die deutsche Wirtschaft nicht so viel in den Euro-Raum exportieren können. Warum ist dann aber der Anteil des Euro-Raums an unseren Exporten in den letzten zehn Jahren zurückgegangen? Diese Tatsachen ignorieren die Damen und Herren „Euro-Retter“.

Als vor dem Start der Währungsunion unabhängige Ökonomen vor den inzwischen eingetretenen Problemen warnten, wurden die Skeptiker als verantwortungslose Gesellen gescholten. Aber schon bei der ersten Bewährungsprobe vor acht Jahren ignorierten deutsche und französische Politiker die Maastricht-Kriterien. Inzwischen wird auch das hoch und heilig versprochene „Bail-Out-Verbot“ mit Füßen getreten. Würden die Herren Kohl und Konsorten heute zumindest zugeben, seinerzeit das deutsche Volk getäuscht zu haben, so hielte zumindest etwas Wahrhaftigkeit in die Diskussion Einzug.

- Rudolf Drees
 
Für begrenzte Stützung

Bisher war ich der Meinung, wie viele andere auch, Griechenland nicht weiter zu alimentieren! Aber die neuesten Entwicklungen und Entscheidungen (Schweiz, Bundesverfassungsgericht) zeigen wohl doch, dass wir ohne gemeinsamen Euro und insbesondere mit der eventuellen Rückkehr der D-Mark auch in große Schwierigkeiten kommen können – bei der D-Mark insbesondere durch die vermutlich baldige Aufwertung. Als exportintensives Land können wir massive Einbußen erwarten. Ich bin also für eine Euro-Stützung – aber: Es wird notwendig sein, unsere Stützungsmaßnahmen zu begrenzen. Ob das geht, ist mir als Nichtfachmann allerdings nicht erkennbar.

- Gisbert Soballa


Die Rentner müssen bluten
Die von vielen Deutschen gewünschte Rückkehr zur D-Mark oder auch einen Nord- und Süd-Euro wird es meines Erachtens nicht geben. Zu sehr wurde der Euro von der Politik geradezu als Heilsbringer eines vereinten Europas und als Garant ewigen Friedens hochgejubelt. Von Anfang an wusste jeder halbwegs gebildete Bürger, dass eine Gemeinschaftswährung ohne politischen und fiskalischen Überbau aus allseits bekannten Gründen nicht gutgehen konnte. Verheerend, vor allem für deutsche Bürger, waren jedoch die von der politischen Führung massenhaft gebrochenen Regeln, Vereinbarungen und Gesetze, die zur Stabilität des Euros vereinbart wurden.

Da überkommt einen das Grausen, wenn, wie bei der Bundestagsdebatte über die Verabschiedung des Rettungsschirms, Finanzminister Schäuble immer wieder auf „feste Vereinbarungen und Regeln“ hinwies, ohne deren Einhaltung keine Zahlungen an die maroden Länder geleistet werden würden. Im Klartext heißt das, die jetzige Regierung und erst recht Rot-Grün werden Wege und Mittel finden, von dem vom Bundesverfassungsgericht vorgeschriebenen Rechtsweg abzuweichen, zumal jetzt schon die Auslegung des Urteils völlig konträr interpretiert wird.

De facto ist die Transferunion eine beschlossene Sache, und Deutschlands Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwache werden dafür bluten, da auf Jahrzehnte hinaus zusätzliche Steuermittel für die sogenannte Euro-Rettung aufgebracht werden müssen.

- H.J. Voelker
 
Vergessene Möglichkeiten
Ich bin Ex-Banker und habe in den Achtzigern mitgeholfen, Lateinamerika umzuschulden. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Polen umgeschuldet, Pariser Club etc. Fälligkeiten wurden zusammengefasst und auf z. B. acht Jahre gestreckt, zu auskömmlichen Konditionen für alle Beteiligten. Solange Zinsen gezahlt wurden, war keine Bank genötigt, Abschreibungen vorzunehmen (für die Forderungen gab es ja auch keine Marktkurse!). Lateinamerika hat sich erholt, Polen steht perfekt da.

Wieso haben die heute beteiligten Stellen alle diese Lösungen vergessen? Die Leute von damals leben doch noch! Die kann man mal fragen. Damals gab es noch keine Credit Default Swaps, klar, aber das kann man sicherlich auch berücksichtigen. Man muss die Trigger mit einbauen, um ein Chaos zu vermeiden.

Wir haben es damals geschafft, dass die Länder ihre Bonds bedienen konnten, dafür haben wir aber selbst kurzfristige Handelslinien offengehalten, das war Teil der Vereinbarungen. Staatliche und private Auslandsschulden wurden gestreckt. Griechenland muss erst aus seiner administrativen Steinzeit kommen, das dauert. Bitte nicht zu unser aller Lasten. Klar muss sein: Wir gehen nicht aus dem Euro raus.

- Jürgen A. Cujé


Sechs Jahre Frist geben

Mein favorisiertes Vorgehen: Euro-Bonds werden eingeführt, es wird jetzt kein Schuldenland ausgeschlossen. Finanzprodukte, die auf den Ausfall von Staaten wetten, werden verboten. Der Euro-Raum wird nicht erweitert, bis es ein gemeinsames Haushaltsregime gibt. Schuldenstaaten bekommen zusätzlich Hilfen zur Stabilisierung ihrer Wirtschaft. Jedes Land, das in sechs Jahren die Haushaltsregeln nicht einhält, verlässt die Gemeinschaft.

- Frank Lehrnickel

Den Euro aufspalten

Zu Ihrer Frage „Euro-Rettung: Ja oder Nein?“ Meine Antwort dazu ist ähnlich wie die von Hans-Olaf Henkel. Ich sehe keine wirkliche Rettung mehr für den Euro im Sinne von Rettungspaketen oder Ähnlichem. Vielmehr sollte man den Euro spalten, wie gesagt in Nord-Euro und Süd-Euro.

- Pascal Mende
 
Kohl fegte Bedenken weg

Bereits vor der Einführung des politischen Konstrukts Euro war jedem wirtschaftlich interessierten Bürger klar, dass die unter anderem von Helmut Kohl propagierte Zielsetzung, auf diesem Wege eine Angleichung der Lebensverhältnisse in Europa herbeizuführen, nicht auf Basis der BRD, also „verbessernd“, sondern nur auf der Basis Portugals oder Griechenlands, also „abstufend“, stattfinden könnte. Die zutreffenden Bedenken und Sorgen der Bürger wurden von der politischen Klasse um Kohl und Mitterrand bewusst vom Tisch gefegt, um deren politische Wunschträume, koste es, was es wolle, umzusetzen und „ins Geschichtsbuch“ zu kommen.

- Ernst J. Marliany


Die Mark wäre zu schwach
Der Euro muss mit aller Kraft unterstützt werden. Da führt kein Weg dran vorbei.

Wenn Deutschland in der Weltwirtschaft noch eine Rolle spielen will, dann geht das nur mit einem starken Euro – eine starke D-Mark reicht da nicht aus. Wir müssen Vorreiter sein, um die schwächelnden Euro-Staaten wieder „in die Spur“ zu bringen.

- Ralf Müller 

Marsch aufs Parlament

Bei dieser Gelegenheit sollte auch die Lüge vom Euro als Heilsbringer für die Mehrheit der Deutschen ausgeräumt werden. Nicht die Masse, sondern Unternehmenseigner und deren Führungspersonal sind in realen Messgrößen die alleinigen Profiteure.

Deutschland besitzt aus finsteren Tagen bereits einige Tabuwörter. „Euro“ und „alternativlos“ werden künftig in diese Reihe gestellt, wird der von Ihnen beschriebene Wahnsinn nicht gestoppt. Gleichwohl wird sich der korrupte und undemokratische Augiasstall in Berlin allenfalls noch von genügend Volk auf der Straße beeindrucken lassen. Wer sich also um die deutsche Zukunft verdient machen will, sollte unverzüglich einen Marsch aufs Parlament organisieren.

- Harald Reichelt


Nicht vermittelbar

Schäubles Mantra „Wir retten den Euro, koste es, was es wolle“ ist den WählerInnen nicht länger vermittelbar. Die Finanzmärkte haben diese unhaltbare Position des Ministers bereits als Bluff demaskiert und trauen den immer nur Zeit erkaufenden, aber die strukturellen Probleme des Euros nicht lösenden angeblichen Euro-„Rettungsaktionen“ nicht mehr, die als Ad-hoc-Maßnahmen das Euro-Problem als bloßes Liquiditätsproblem missverstehen.

- Burkhard Luber
 
Lieber jetzt die Krise

Die Krise kommt sowieso, egal, was die Politik macht. Mit der Euro-Rettung wird ein bisschen Zeit gewonnen. Mehr nicht. Und je später die Krise kommt, desto schlimmer wird sie. Darum keine Euro-Rettung!

Was den Euro betrifft: Er kann stabil nur zwischen gleich entwickelten Partnern funktionieren, und so wird es am Ende sein.
- Boris Sunik

 Für starke Institutionen

Der schrittweise Zusammenschluss der deutschen Kleinstaaten im 19. Jahrhundert ist ein gutes Beispiel für positive Auswirkungen auf den Handel beziehungsweise die Wirtschaft, sobald Grenzen überwunden werden. Europa ist auch auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Meiner Ansicht nach müsste der ursprüngliche Plan, in welchen Schritten die Europäische Union entstehen soll, konsequent wieder fortgesetzt werden.

Nach der Währungsunion muss nun auch die Politische Union weiter vorangetrieben werden. Alle Länder der EWU sollten zur Abgabe weiterer Kompetenzen bereit sein. Das ist der Preis für eine weitere Stärkung der Union. Falls definierte Schwellenwerte der nationalen Haushalte nicht eingehalten werden, muss ein – für jedes Land – verbindlicher Automatismus einsetzen, der einer Institution auf EU-Ebene das Recht gibt, entsprechend gegenzusteuern. Sollte der Weg für dieses Ziel nicht glaubhaft eingeschlagen werden, ist der Zusammenhalt der EU in der heutigen Form gefährdet.

Die laufenden Unterstützungsprogramme wie beispielsweise der Ankauf von Anleihen aus Italien oder Spanien durch die EZB bringen keine dauerhafte und nachhaltige Lösung. Europa muss sich entscheiden, was es will.

- Andreas Weis
 
Fatale Fehlkonstruktion

Bei den bisherigen Maßnahmen zur Rettung des Euros handelte es sich nur um eine Verschleppung der Lösung – und die Finanzkrise greift daher immer weiter um sich. Das Ende des Euros in seiner bisherigen Form ist unausweichlich. Die dramatische Entwicklung verdeutlicht, was passiert, wenn schon die Grundvoraussetzung für eine Einheitswährung von Beginn an nicht eingehalten wird, ein homogener Wirtschaftsraum wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten. Dort funktioniert der US-Dollar, und keiner würde übrigens wagen, aus der Wirtschaftsunion mit Mexiko (Nafta) eine Währungsunion zu machen. Der Euro ist von Anfang an also eine fatale Fehlkonstruktion, die im Interesse unserer Kinder dringend behoben werden muss.

Die Aufspaltung in einen Nord- und Süd-Euro oder gar die Wiedereinführung der D-Mark würde die Finanzmärkte zwar erheblich erschüttern, das ist aber der Preis, den die Welt für ein über Jahrzehnte ungedecktes Papiergeldsystem und die dadurch angehäuften Schuldenberge zahlen muss!

Auch würde sich Deutschland bei einer stark aufwertenden neuen Währung als Exportnation weiterhin behaupten können. Trotz einer starken D-Mark war dies in den vergangenen Jahrzehnten ja auch der Fall. Des Weiteren ist die Behauptung, mit dem Frieden in Europa wäre es im Falle eines Scheiterns des Euros vorbei, an den Haaren herbeigezogen. Hatten wir etwa bis zur Einführung des Euros Krieg?

- Harry D. Bean


Auf die Straße
Mehrfach ist von außen versucht worden, die Eckpfeiler des deutschen Wirtschaftserfolgs international infrage zu stellen. Dagegen hat die Politik Widerstand geleistet. Gleichzeitig werden wir aber Zeuge, wie die Bundeskanzlerin und der Finanzminister Deutschland in existenzgefährdende Verpflichtungen navigieren. Auf diesen werden wir sitzen bleiben.

Dieselben Kräfte, die von uns Kostenerhöhungen für die Exportgüter und -dienstleistungen verlangen wollten, werden nur die Spielwiese ändern, um Deutschland wirtschaftlich entscheidend zu schwächen. Was schon wegen der bisherigen Verpflichtungen auf uns zukommt, kann Deutschland ohne tiefe substanzielle Eingriffe in den Besitzstand seiner Bürger niemals stemmen. Die Bürger werden das nicht hinnehmen.

Noch mehr davon wird die politische Auseinandersetzung auf die Straße verlagern.

- Hannjörg Hereth

Geduld mit dem Euro

Warum wird eine noch nicht 10 Jahre alte Währung schon gleich in der Luft zerrissen? Ein Kind durchläuft in den ersten Lebensjahren so diverse Krankheiten und Lernschmerzen. Das ist nicht anders bei einer ganz neuen Währung - erst recht bei so vielen Vätern und Müttern. Warum versucht man nicht daraus zu lernen und die geeigneten Maßnahmen zu treffen und vor allem sich in Geduld und Vorschau zu üben? Alle denken mit ein paar Milliarden kann man die Währung retten, weil niemand versteht was vor sich geht und die, die es könnten, werden nicht gefragt!

- Hans Rudolf Haeberli


Zocker müssen ihr Risiko tragen

Ich bin gegen eine gewaltsame Rettung des Euro, wenn nicht einige wichtige Voraussetzungen für die Beibehaltung der Währung getroffen werden. Erstens muss die Ausgabenpolitik in den Ländern, die seit Jahren weit über Über ihre Verhältnisse leben, dringend geändert werden. Unnötige Projekte müssen gecancelt werden und die Verteilung der Steuerlast darf nicht nur zu Lasten des Mittelstandes und der ganz kleinen Mitbürger gebündelt werden. Steuergeschenke an die Reichen müssen in allen EU-Ländern solange beendet werden, bis eine Verbesserung der Haushalte (Schuldenbremse) erreicht ist. Zweitens ist auch nicht nachvollziehbar, dass England nicht der Währungsunion beigetreten ist. Wer alle Vorteile aus einer Union nutzen will, muss auch Risiko mittragen. Drittens müssen Risiken, die durch Bankenverhalten entstehen, auch durch diese Zocker getragen werden. Die Unart, dass Gewinne privatisiert und Verluste dem Steuerzahler aufgebrummt werden, muss unverzüglich gebremst werden.

- Werner Schulte

Geeintes Europa als Ziel

Ja, zur Euro-Rettung. Und ja, mit den derzeitigen Problemkindern in Südeuropa. Dies vor dem Hintergrund aller bereits ausführlich geschilderten ökonomischen Überlegungen. Aber - vielleicht noch mehr - aus der Erfahrung der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft heraus: Die politische und wirtschaftliche Stabilität in Europa ist nur durch eine enge Verzahnung der nationalen Politiken möglich. Das Gegenteil ist ein Szenario, dass nicht ernsthaft gewollt sein kann: das Wiederaufleben nationaler Egoismen. Der Preis dafür ist m. E. auch bereits bekannt: Es bedarf einer einheitlichen wirtschafts- und finanzpolitischen Führung mit echten Kompetenzen auf der europäischen Ebene. Das stellt im Übrigen auch keine Aufgabe nationaler Kompetenzen im engeren Sinne dar. Es ist vielmehr die Schaffung einer nationalen europäischen Kompetenzen. Wer von einem geeinten Europa als Ziel spricht, muss auch akzeptieren, das Europa die nationale Ebene wird. Alleine bei diesen 3 Punkten kann man nur skeptisch in die Zukunft schauen, da zu viele Lobbisten dafür sorgen, dass zwar einiges geschehen muss, aber nichts passieren darf. Jeder kleine private Haushalt muss sich mit seinen Ausgaben nach der Decke strecken, nur Staaten dürfen wider alle Vernunft handeln.

- Markus Krenz

Webfehler der Demokratie

"..der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht", dieses Sprichwort fällt mir ein, wenn man die gegenwärtige "Weltwährungskrise" betrachtet. Es entbehrt doch jeglicher moralischen Grundlage, wenn demokratisch regierte Staaten in wirtschaftlich guten Zeiten ihren Haushalt nur mit Hilfe von Schulden ausgleichen.  Die Schuldenpolitik der westlichen Länder, allen voran der USA,  ist die Hauptursache für die Misere. Und langsam frage ich mich, hat die Demokratie hier einen "Webfehler"? Wenn die politischen Parteien nur aus Angst, dass sie nicht mehr gewählt werden, mehr Geld ausgeben als eingenommen wird. Hat niemand mehr den Mut, zu sagen, dass dauerhaftes Schuldenmachen zu einem Desaster führen muss? 

Wir Deutschen sollten nicht über die Anderen urteilen: Wenn wir selbst bei drei Prozent Wachstum keinen ausgeglichenen Haushalt mehr zustande bringen, wann dann? Wir Deutschen haben tatenlos zugesehen, wie andere EU-Länder sich verschuldet haben, weil wir selbst über unseren Export daran verdient und uns Wohlstand erkauft haben. Wenn wir an Kunden liefern, von denen wir wissen, dass sie nur anschreiben lassen und weit über ihre Verhältnisse leben, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn unsere Forderungen eines Tages nicht mehr bezahlt werden können und wir sie abschreiben müssen.

Am besten wäre ein geordneter Schuldenschnitt mit einem teilweisen Forderungsverzicht - das wäre der Preis für die Fehler der Vergangenheit. Neues Geld für unsere EU-Partner gibt es nur gegen Sicherheiten (z.B.Goldbestände). Für die Zunkunft sollte man uns Wählern sagen, dass wir kleinere Brötchen backen müssen. Und es sollten die Parteien mit Wählerstimmen dafür belohnt werde, dass sie uns diese Wahrheit vermitteln. Diejenigen aber, die für weiteres "Schuldenmachen" plädieren sollten abgestraft werden.

- Werner Rauser

Euro als Maßstab der Misswirtschaft

Der Euro soll gerettet, gehalten werden, er sollte zu einer Leitwährung werden, denn er legt die Misswirtschaft der Mitgliedsstaaten offen. Permanente und steigende Verschuldung, Korruption und gefälschte Wirtschaftsdaten, über die eigenen Verhältnisse leben und die Folgen in andere Länder transferieren - all diesen Problemen ist eher beizukommen, wenn es einen Maßstab der Verfehlungen in Form des Euro gibt, der Ländervergleiche möglich macht. Den überschuldeten Ländern über Rettungsschirme zu helfen, rechtfertigt nur dann den Preis, wenn die betroffenen Länder ihren eigenen Anteil zur Sanierung ihrer Haushalte beitragen. Gleichzeitig müssen die Regierungen den wirtschaftlichen Aufbau über eigene und fremde Investitionen fördern und Arbeit und Arbeitsplätze schaffen. Es genügt nicht, dem Volk nur die nötigen Einsparungen zu verkünden und Massendemonstrationen zu provozieren.

- Hermann M. Ehrhard

Auflösung des Euro schützt den Süden

Ursprünglich gab es in Europa Schutzwälle, die den Süden vor der wirtschaftlichen Überlegenheit des Nordens geschützt haben. Indem wir mit dem Euro gleichzeitig Wechselkursschranken und Handelschranken eingerissen haben, haben wir den Süden geradezu gezwungen, sich zu übernehmen. Eine Aufteilung in Euro-Nord und Euro-Süd schützt also den Süden auch vor uns – und vermeidet damit, dass wir uns vor dem Süden schützen müssen. Die Aufspaltung des Euros ist ökonomisch der beste Weg in die Zukunft, sowohl für Südeuropa als auch für Nordeuropa.

- Prof. Dr. Christian Rieck

Südländer sollen über den Verbleib im Euro abstimmen 

Die Mentalitätsunterschiede in Europa werden von der deutschen Politik und Finanzwelt als lästiges Hindernis auf dem Weg zu einer Basis für solides Wirtschaften dargestellt, als romantisches Überbleibsel aus einer überwunden Epoche: Das war vor Eurer Zeit, liebe Kinder, als wir noch nicht den Euro hatten. Am deutschen Wesen soll Europa genesen? Die Befürworter einer gemeinsamen Währung und ihre Kampftruppen sollten wissen, was sie anrichten. Ob das Ergebnis ein Europa ist, mit dem sich auch die identifizieren können, denen wir ihre nationale Identität dabei austreiben, könnte zur Schicksalsfrage werden. Und ob ein besserwisserischer Nachbar, der zudem noch den größten Teil des gemeinsamen Projektes finanziert hat, auf Dauer überhaupt zu ertragen ist? Da eine Finanzkrise so oder so unausweichlich ist, da kein Geschäftsmodell in Sicht ist, das Ländern wie Griechenland zu dauerhaft hohen Staatseinnahmen verhilft, könnte man auch gleich Nägel mit Köpfen machen. Warum nicht die Völker befragen? Wenn die Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener mit einfacher Mehrheit ihrem Verbleib in der Eurozone zustimmen, können sie mit neuer Legitimität vor ihrer eigenen Haustür kehren und sich dabei (vielleicht) die Leichtigkeit des Seins bewahren.

- Ingo Wedemeyer

Einer muss die Geschwindigkeit vorgeben

Wie habe ich jüngst versucht, meinen Kindern das Problem zu erklären: Wenn alle das gleiche Fahrrad haben, bedeutet das nicht, dass alle auch gleich schnell fahren können und somit zur gleichen Zeit am gesetzten Zielort ankommen können. Dazu braucht man eine/einen der die Geschwindigkeit vorgibt und die Leistungsfähigkeit seiner Mitfahrer kennt, so wie bei einer Sonntagsradtour einer vierköpfigen Familie. Europa lässt sich sicherlich nicht mit einer Fahrradtour vergleichen - zumal hier mehr als vier Köpfe mitspielen. Aber dennoch ist die Systematik dieselbe. Wenn es den Nationalstaaten nicht gelingt zu erkennen, dass nur unter einer demokratisch legitimierten, einheitlichen Leitung und Koordination das Modell Europa und der Euro eine Zukunft haben, werden wir alle gemeinsam scheitern. Die halbherzigen Ankündigungen von "Merkozy" werden die Märkte nicht beruhigen. Aber vielleicht brauchen die Menschen in Europa erst das Desaster, um zu erkennen, dass es nicht nur um den Euro geht, sondern letztendlich um die Demokratie.

- Jürgen Oltersdorf

Ausschluss als Warnfunktion

Ich bin für einen Ausschluss Griechenlands - mit der Option, später wieder dazuzugehören, wenn die selbstaufgelegten Sparmassnahmen des griechischen Parlaments umgesetzt werden und es dem Wunsch der Bevölkerung entspricht. Es kann nicht sein, dass der deutsche Steuerzahler für die Misswirtschaft, Korruption und die unrechtmäßig erworbenen Luxusanwesen und Luxusjachten vieler griechischer Steuerhinterzieher jahrzehntelang zahlen soll! Der Euro muss von den Griechen wirklich gewollt sein! Die großen Vorteile werden erst wieder vermisst, wenn man erstmal "draußen" ist. Allerdings dauert ein Mentalitätswandel sicher ein oder zwei Jahrzehnte! Ein solcher Ausschluss hätte auch eine Warnfunktion für andere Länder wie Italien, die dazu neigen, es sich in der Euro-Hängematte allzu bequem zu machen. Die Folgen sind für alle Beteiligten schmerzhaft aber immer noch viel besser als eine Transferunion über Jahrzehnte. Wenn jetzt schon (!) das Bild Deutschlands in Griechenland "verrissen" wird, ist der friedenstiftende Sinn der EU und des Euros für die Länder Europas ebenfalls schon heute in Frage gestellt und ein dauerhafter Friede für die nachkommenden Generationen sehr gefährdet! Für die generelle Abschaffung des Euro und der Wiedereinführung der DM ist es zu spät und der "Point of no Return" - um die Sprache der Piloten zu zitieren- bereits überflogen.

- Richard Zierrath

Strenge Schuldenregeln

Was hier vollführt werden muss, ist wahrlich eine Gratwanderung. Aber ein Zurück zur D-Mark würde uns auch nicht weiterhelfen. Im Gegenteil: Die Nachteile die wir dann in Kauf nehmen müssten, wären wahrscheinlich weitaus größer. Diese Gratwanderung kann nur gelingen, wenn alle Mitglieder der EU am gleichen Strang ziehen und versuchen, aus dieser Misere wieder einigermaßen heil herauszukommen.  Es sollte auch verhindert werden, dass gewissen Spekulanten, die schon wieder den Braten riechen und daraus Kapital in irgendeiner Form schlagen zu wollen. Der Ottonormalverbraucher muss einer Bank Sicherheiten bieten können, wenn er einen Kredit in Anspruch nehmen will. Nicht anders sollte man auch mit den Eurostaaten verfahren, weil sonst jedem Missbrauch Tür und Tor geöffnet werden würde. Wie kann man sonst so leichtfertige Kandidaten wie Griechenland und Italien in die Pflicht nehmen. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie sich Länder verhalten, wenn man ihnen freie Hand lässt. Hier gab es natürlich in Brüssel Versäumnisse, weil man so gut wie keine Kontrollmechanismen vorgesehen hatte, wenn Länder sich auf Kosten der anderen EU-Länder haushoch verschulden. Das Handels-/Aktienrecht sieht für solche Fälle konkrete Maßnahmen vor, wenn Gesellschafter aus der Reihe tanzen und das Unternehmen gefährden. Für die Mitglieder der EU müssen folglich Regelungen gelten, wie man sie auch vom Handelsrecht her kennt. Selbst die für die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts gibt es im BGB strenge Bestimmungen, wenn ein Gesellschafter gegen die vertraglichen Regelungen verstößt.

Keine Euro-Rettung um jeden Preis

Die Behauptung von Frau Merkel, ohne den Euro würde Europa auseinanderbrechen, ist eine Ohrfeige für die Nicht-Euro-EU-Länder. Und solange die Fachpresse nicht mit konkreten Zahlen zu bestimmten Szenarien aufwarten kann, ist die Frage, was billiger ist, der Schrecken ohne Ende (Transferunion) oder das Ende mit Schrecken (ein harter Euro-Pakt mit Austritt- und Ausschlussmöglichkeiten) nicht sachlich zu entscheiden. Wobei ich instinktiv auf das Letztere tippe… 
Die Geburtsfehler des Euro sind auszumerzen: auch wenn Frankreich – mit Zustimmung von Frau Merkel! - dagegen ist, auch wenn das europäische Parlament offenbar auf Frankreich Rücksicht genommen hat: Ohne Rote Karten und automatische Sanktionen für Defizitsünder geht es in demokratischen Ländern nicht, weil kein Wähler in seinem Land seinen Wunschzettel zu kürzen bereit ist, wenn er weiß, dass nicht er, sondern andere das alles bezahlen müssen. In einer Gemeinschaft wie Europa, in der die Sünder die qualifizierte Mehrheit haben (!)  ist jede andere Verfahrenslösung ein Fass ohne Boden für die wenigen Zahlerländer und nimmt den Schuldnerländer jegliche Motivation, ihren Wählern diszipliniert sauren Wein einzuschenken – siehe Italien und Frankreich und unseren aus Sicht der Empfängerländer kuscheligen Länderfinanzausgleich.
Die „Vereinigten Staaten von Europa“ sind dabei kein Ziel, das ich teile, aber wenn die Politik das so unbedingt anstrebt, dann soll sie auch die Nichthaftungsregeln Amerikas übernehmen!

- i. A. Dr. Ursula Renner

Mehr Druck statt Euro-Ausstieg

Deutschland sollte nicht aus dem Euro aussteigen. Die "Nordstaaten" sollten stärkeren Druck mit kürzeren Fristsetzungen und konsequenten Überprüfungen der "Wackelkandidaten" bis hin zur zeitlich befristeten Übernahme der Wirtschafts- und Finanzkompetenz - aktuell Griechenland - durch EU-Experten der Nordstaaten ausüben.
Es sollte auch ein einheitliches Verfahren in allen EU-Ländern eingeführt werden, was das Steuersystem, das Lohnniveau, die Wochenarbeitszeit, die Urlaubsregelung und das Renteneintrittsalter betrifft.

- Jutta Stechel

Sachlösung vor Selbstinszenierung

Neben der - zugegeben bisher unbewiesenen - politischen Kompetenz von Friedr. Merz war uns auch immer der überspitzt zynische Blickwinkel des Olaf Henkel sehr sympathisch. Bei den europäisch/deutschen Währungsverwerfungen geht uns aber Sachlösung vor einer populistischen Selbstinszenierung. Frau Merkel und Herr Schäuble haben es anerkennenswert und mit Fortüne geschafft, eine typisch nordeuropäische Krisen- (Angst)stimmung bei den Konsumenten zu vermeiden. Wenn die Nachfragebereitschaft in den Mittel/Nordregionen der EU durch geschürte Notstandsbeschreibungen nachließe, würde die Wirtschaft und damit unser Land, stärksten Schaden nehmen, der weit über die 2008er Erfahrungen hinausginge.

Meine Frau und ich bleiben Fan von Per Steinbrück - aber nur in Verbindung mit seiner stark beruhigenden Kanzlerin. Die "Wunschkoalition" ist nach unserer Meinung das entscheidende und damit größte Problem und der von Ihnen beschriebene "Fachkräftemangel" macht das für jeden besonders deutlich. Eine neue Partei - ja, wenn wir dafür Zeit haben.

Jetzt bedarf es endlich eines fähigen Wirtschaftsminister, eines kraftvoll mutigen und nach neuen Lösungen suchenden Finanzministers und einer - auch gegenüber Napoleon V. - selbstbewussten Kanzlerin.

Europa ist es allemal Wert , und unsere Anstrengungen sind gerechtfertigt , wenn wir in Deutschland mal wieder unseren Mut und unsere Beständigkeit in die europäische Waagschale legten, statt dauernd an der Gewinn- und Verlustrechnung herumzumäkeln. Die Skandinavier machen es vor: Es gibt nur etwas, wenn der Bedürftige auch deutlich beweist, dass er die Hilfe als solche will und die Kriterien anerkennt.

Ein "Marshallplan" für Europa und ein Europa mit abgestuften Geschwindigkeiten könnte hilfreich sein. Die Türkei hat es den Griechen deutlich und nachvollziehbar vorgemacht und steht kraftvoll vor der Tür Europas. Aus marktstrategischen, wie machtpolitischen Überlegungen heraus halte ich den Beitritt der Türkei für erforderlich! Griechenland ist der Dominostein Nummer eins und wir können verhindern, dass Stein für Stein den europäischen Frieden gefährden.

Helfen Sie mit, damit der Mut bei den Besonnenen gestärkt wird und die wachsende Zahl der Wutbürger diesen Staat nicht kaputt spielt. Denn es ist nicht sicher, dass sie wissen, was ihnen dann passiert. Unser Land im Herzen Europas muss sich um die Stärkung und um die Absicherung der Zukunft kümmern.

Für eine Wut besteht keine Veranlassung - für Mut allerdings.

- Sabrina u. Heiner Kruse

Euro-Rettung ja oder nein? Und wenn ja, um welchen Preis?

Die Annäherung an diese Problematik sollte zunächst aus globaler Sicht erfolgen. Die Verschiebung der wirtschaftlichen Gravitationskräfte in Richtung der Schwellenländer würde ein einzelstaatliches Europa in die politische Bedeutungslosigkeit schicken. Neben den Blöcken USA, China, Indien ist ein Block Europa existentielle Voraussetzung, um sich den Anforderungen der Zukunft – auch im Zugriff auf die knappen Ressourcen Energie und Rohstoffen – zu stellen. Gleichzeitig steigen die globalen Interdependenzen, allein 75 Prozent der in Deutschland produzierten Autos werden exportiert.

Es ist nur rational, den Ideen der Väter Europas zu folgen und eine weitere, tiefere Integration anzustreben. Es ist erstaunlich bis erschreckend, wie sich einzelne deutsche Politiker zu dieser Frage äußern. Mit dem Weg in die Währungsunion war der Weg in die europäische Integration und gemeinsame Fiskalpolitik Pflicht. Es ist gut, dass sich die Mehrheit der Parlamentarier darüber einig scheint.

Die Rettung des ‚Euros‘ in Form des Erhalts der Währungsunion ist daher Pflicht. Fraglich ist, ob Griechenland in diesem Kreis verbleiben sollte. Während alle Euroländer versuchten und versuchen, den Stabilitätspakt aufzuweichen, so haben diese mit Ausnahme Griechenlands zumindest einmal die Kriterien erfüllt. Der Ausschluss Griechenlands darf daher trotz zu erwartender – aber überschaubarer – Turbulenzen an den Finanzmärkten kein Tabu sein. Der Begriff der Solidarität darf in diesem Falle nicht missbraucht werden. Die europäische Politik hat durch ihr Zeitspiel die Märkte und die Banken weitestgehend darauf vorbereitet. Jetzt hängt es am politischen Willen und der Frage, inwieweit die Demokratie in Griechenland im Falle eines Austritts gefährdet ist. Für alle anderen Länder der Eurozone ist der Zusammenhalt durch ein glaubwürdiges Bekenntnis zur Stabilität zu dokumentieren. Hier ist die Idee des europäischen Währungsfonds, der die Basisverschuldung im Rahmen des Stabilitätspaktes garantiert, zu unterstützen.

Die Beantwortung obiger Fragen wird den Lebensstandard der heutigen und zukünftigen Generationen maßgeblich beeinflussen. Die Frage nach dem Preis ist daher relativ. Der Ausstieg vom Atomausstieg wird die Bundesrepublik 350 Mrd. Euro kosten, nur um den bestehenden Status der Energiesicherheit zu erhalten (100 Mrd. Euro Steuerverzicht + 250 Mrd. Euro Infrastrukturaufwand). Ein Preis, der offensichtlich mit breiter Zustimmung der Bevölkerung gezahlt wird ohne ein Mehr an Sicherheit zu erlangen. Sollte uns der Erhalt der wirtschaftlichen Perspektiven für unsere Folgegenerationen nicht noch mehr wert sein ?

- Thomas Böckelmann

Der Euro ist ein Segen

„Der Euro ist ein Segen. Dass Europa keine Chance gehabt hätte, wirklich zusammenzuwachsen, wenn man eine gemeinsame Währung im Sinne der Krönungstheorie erst als Abschluss des angestrebten Konvergenzprozesses vorgesehen hätte, ist spätestens jetzt evident. Denn wer glaubt ernsthaft, dass die notwendigen Veränderungen in den beteiligten Ländern in den letzten zehn Jahren ohne den Euro auch nur um einen Millimeter vorangekommen wären, wenn dies sogar unter dem massiven Druck einer epochalen Finanzkrise kaum gelingt?

Ein Jahrzehnt lang hatten die Regierungen Europas Zeit, ihre Staatshaushalte zu ordnen und die Menschen in ihrem Lebensgefühl behutsam in die europäische Zukunft zu führen - eine Aufgabe, für deren Bewältigung Staatsmänner (und –frauen) vom Schlage eines Helmut Schmidt nötig gewesen wären. Leider bringt keines der Länder unseres Kontinents solche Persönlichkeiten noch hervor, die die Menschen durch einen historischen Wandel führen können.

Also blieb es den Finanzakteuren als Seismographen globaler Entwicklungen und Ungleichgewichte vorbehalten, die Alarmglocke zu läuten: Staatsanleihen stehen ja nicht deshalb im Feuer, weil dies den so genannten Spekulanten plötzlich gefällt. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Seit Jahrzehnten weiß jedes Kind in jedem entwickelten Land, dass sein Staat Schulden aufhäuft, die am Ende niemand mehr abtragen kann. Insofern ist es geradezu erstaunlich, wie lange dies von den Finanzmärkten akzeptiert wurde. Wobei die Politik subtil daran mitgewirkt hat, indem sie Staatspapiere für die sicherste Anlage der Welt erklärte und sie so regulatorisch protegierte.

Dieses Kartenhaus fällt jetzt zusammen. Seien wir froh, dass es in Europa erst nach Einführung einer Gemeinschaftswährung geschieht. Der weltweite Abwertungswettlauf von Dollar, Euro, Yen und Yüan mit dem feinen Schweizer Franken mittendrin zeigt ja, was die Stunde geschlagen hat. Man stelle sich vor, wir in Europa hätten auf dieser Bühne mit dreißig verschiedenen Währungen gespielt. Wir hätten uns selbst zerfleischt – und den Banken hätte man vorgeworfen, wie unanständig es sei, an der Währungsabsicherung der heimischen Exportwirtschaft so viel Geld zu verdienen. Denn wer nach ganz Europa liefert, hätte für jedes Land eine eigene Währungsstrategie benötigt.

Darum: Der Euro ist ein Segen. Er leistet jetzt genau das, was er von Anfang an sollte. Er stellt die Frage nach der europäischen Identität. Und die beantwortet kein Rettungsschirm und kein Talkmaster. Die können nur die Menschen selbst beantworten. Es wird Zeit für eine Bewegung der europäischen Jugend quer durch alle Länder, die sich dagegen wehrt, dass national-egoistische Reflexe und das Besitzstandsdenken des reichen Nordens gegenüber dem vermeintlich armen Süden das große Projekt Europa gefährden oder gar zerstören.

In Deutschland haben wir vor dem Mauerfall für Berlin- und Zonenrandförderung viel Geld ausgegeben, seither zahlen wir alle unseren Soli für die neuen Bundesländer. Wie sinnvoll er verwendet wird, steht auf einem anderen Blatt, aber: Die Nachkriegsgenerationen haben dies mitgetragen aus einem Gefühl der Verbundenheit. Die kommenden europäischen Generationen müssen dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit über nationale Grenzen hinweg entwickeln. Dies geschieht bereits an vielen Stellen, aber meist noch im Verborgenen. Daraus muss eine sichtbare europäische Einigungsbewegung werden wie einst die deutsche beim Hambacher Fest. Der Euro sollte ihr Symbol sein.“

- Volker Northoff, Frankfurt a.M.

Besinnen auf die eigenen Stärken

Meiner Meinung nach gibt es für Deutschland keine Alternative dazu, als den gemeinsamen Weg nach Europa zu verlassen. Man kann sich nicht als vermeintlich reicher Geldonkel von den armen Verwandten in den Strudel reißen lassen. Unsere Damen und Herren Mitglieder des Bundestages müssen sich Ihrer Verantwortung als Interessenvertreter der Bürger wieder gerecht werden. Wie wollen Sie darüber debattieren, ob ein paar Millionen für Bildung, Kinder und die Bedürftigen der Gesellschaft in die Haushalten kommen, andererseits aber Milliarden nach Europa fließen? Wie die letzte Landtagswahl bewiesen hat, hat die Wahl wieder der "Nichtwähler" mit überwältigender Mehrheit gewonnen.
Sicher hat der Weg, weg von Europa, erst mal für Deutschland weitreichende Konsequenzen für jeden Einzelnen durch Währungsreform und weitreichende Einschränkungen im persönlichen Leben. Nach einem Besinnen auf die eigenen Stärken und die deutschen Tugenden wird ein starkes und wirtschaftlich gesundes Deutschland, in dem das Volk hinter den politisch Verantwortlichen steht, immer eine eine Bereicherung für die Welt und Europa sein.

- Olaf Haubold

Keine nachhaltigen Vorgaben für die Nutzung des Euro

Die Frage wohin Europa steuern soll, wird wie alle Entscheidungen der jüngsten Zeit, an der Unfähigkeit der Politiker scheitern, Entscheidungen zu Wohle aller zu fällen. Grabenkämpfe und Profilierungssucht haben schon bei der Gründung des EWR verhindert, dass nachhaltige Vorgaben für die Nutzung des Euro installiert wurden.
Die Verantwortung, eine Entscheidung zu fällen die nicht gezielt die potentiell eigenen Klientel bedient, oder ganz sicher, weil populistisch genug, den eigenen Ruhm erhöht, trägt derzeit kaum mehr ein Politiker.
Rückblickend wird das Scheitern von großen Kulturen der Weltgeschichte auf einmal verständlich.

- Holger Schmidt

Die Regierung reagiert anstatt zu agieren

Ein ganz klares Ja zum Euro und zu Europa - nicht nur aus wirtschaftlichem und politischem Interesse, sondern auch weil Partikularinteressen nicht mehr durchsetzbar sind. Europa hat nur Gewicht durch eine Gemeinschaft mit entsprechenden europäischen Entscheidungs- und damit Eingriffsbefugnissen - gewisse nationale Hoheitsrechte müssen abgetreten werden, um diese Gemeinschaft funktionsfähig zu halten. Das dauert halt noch ein paar Jahrzehnte, aber das sollte nicht davon abhalten, jetzt sofort die ersten Schritte einzuleiten.
Das Problem ist wohl, dass der Bürger sich mit den Merkelschen Totschlagargumenten, wie "alternativlos" oder "systemrelevant" total überfahren fühlt, und die Regierung nur reagiert anstatt zu agieren. Dabei ist das lange Schweigen der "Vorstandsvorsitzenden der Bundesregierung" indikativ für das Lavieren, Abwarten, Sprüche klopfen - "Griechenland ist eine einmalige Situation" und ähnliches. Dies ist in  keinster Weise vertrauensbildend.
Merkel hat wirklich keine Vision, sollte sie eine haben, dann wird es Zeit diese mal rüberzubringen. Wie will sie die Bürger mitnehmen, wenn sie so miserabel oder gar nicht kommuniziert.

- Dr. Peter Müller-Eschenbach

Auflösung der Euro-Zone könnte zu einem Schock führen

Wie allgemein bekannt ist, sind die Strukturen in Europa sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wer am Leistungsaustausch auf hohen Niveau teilnehmen will, muss hochwertige Waren anbieten können. Dies setzt aber eine Wissensgesellschaft voraus, die Grundlagenwissen in innovative Produkte umsetzen kann und ein Marketing, welches das unelastische Nachfrageverhalten der Kunden ausschöpfen vermag. Beides würde ich derzeit für die Bundesrepublik Deutschland gelten lassen. Weitestgehend gilt dies auch für andere Staaten in Mittel- und Nordeuropa sowie zumindest für Norditalien. Innerhalb der angesprochenen Regionen dürfte es nicht zu übertriebenen Ungleichgewichten im Leistungsaustausch kommen. Kleine Länder wie Portugal, Griechenland oder Malta haben aber wahrscheinlich nicht einmal die kritische Bevölkerungsmenge, um eine Wissensgesellschaft und in der Folge eine Wirtschaftsstruktur darauf aufbauen zu können, die im internationalen Wettbewerb standhält. Lediglich Luxemburg ist es gelungen, hier eine Ausnahme zu bilden, was aber auch nicht verwundert, da in diesem Land eine ausgedehnte EU-Verwaltung angesiedelt ist. In den angesprochenen Ländern können allenfalls Wissensgesellschaften aufgebaut werden, die sich auf Nischen spezialisieren, aber dies ist derzeit Zukunftsmusik.

Die Implikationen aus den oben gemachten Aussagen sind nun in Bezug auf die Eurozone eindeutig. Es ist nicht so sehr eine Frage, ob die EU- Inländer der Kernländer gewillt sind, die Transferunion dauerhaft zu finanzieren. Vielmehr ist dies eine Frage, ob die die EU-Kernländer ökonomisch dazu in der Lage sind. Denn auch die Kernländer haben sich in den letzten 40 Jahren über Maßen verschuldet, um den unangenehmen Folgen der Unterbeschäftigung zu entgehen bzw. Massenarbeitslosigkeit in unvertretbarem Maße hinzunehmen. Nicht einmal in Phasen erholter Konjunkturen wurden Überschüsse in den Haushalten ausgewiesen, um damit dann die Schulden zu tilgen, wie es nach Keynsianischer Sicht geschehen sollte. Stattdessen wurden Schuldverschreibungen ausgeben, die die Bürger sich zum Teil als Riester oder Rürup-Rente verkaufen ließen oder einfach nur wegen guter Bonität so gekauft haben. Das Spiel ginge ja auch gut, solange das durch Schulden alimentierte Wachstum relativ zu den zusätzlichen Schulden ausgeprägter wäre. Dem ist aber nicht so. Und vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ist dies künftig schier unmöglich. Also auch ohne Transferunion wird dem Staat nichts weiter übrig bleiben, als die Steuern massiv zu erhöhen. Dies muss allerdings so geschehen, das das Produktivvermögen keineswegs besteuert (Vermögenssteuer) wird. Denn indirekt wird das Produktivvermögen ja schon über die Einkommenssteuer derzeit über Gebühr belastet.  Und auch das für den Konsum wichtige laufende Einkommen  kann nicht übermäßig beschnitten werden. Also muss der Staat hier in intelligenter Weise nach Nischen suchen. Oder aber er bedient die Schuldverschreibungen nicht bzw. nur noch zu einem bestimmten Grad.

Die jetzige Aufspaltung der Eurozone könnte allerdings zu einem direkt vernehmbaren Schock führen. Zum einen muss der geregelte Konkurs der kleineren Länder finanziert werden. Dies wäre allerdings bei Aufnahme entsprechend zusätzlicher Schulden kurz- und vielleicht auch mittelfristig möglich. Zum anderen werden aber auch die Exporte in die Peripherieländer nicht mehr wie gewohnt florieren. Aber das werden sie auch nicht, wenn die Staatshaushalte der Peripheriestaaten bei Teilnahme an der Eurozone bis zur Strangulation  eingedampft werden.  Also so oder so müssen wir uns hier auf Nachfrageausfälle einstellen. Aber auch dies kann gemeistert werden, indem Absatzmärkte außerhalb von Europa intensiver bearbeitet werden oder gar neue Produkte für neue Märket von den Unternehmen formuliert werden.  

Insgesamt dürfte die Aufspaltung der Eurozone der richtige Weg sein. Er gibt ordnungspolitische Klarheit und setzt damit auch den Finanzmärkten ein wichtiges Signal. Die Kernzone ist andererseits immer noch groß genug, damit gegen den Euro längerfristig nicht in unvertretbarer Weise spekuliert werden kann. Der Euro ist mit den strukturschwachen Ländern keineswegs mehr gegen Spekulation gewappnet, da diese den nachhaltigen Außenwert ja nicht nachhaltig per Leistungsaustausch i.S. von Exporten unterfüttern.

- Bernhard Kräber

Die Griechen sind keine Europäer

Wie soll eine Aufspaltung des Euro real funktionieren? Konsequent ist es, wenn z.B. Griechenland den Euro verlässt. Gründe: Die Griechen sind keine Europäer (und das sage ich als Grieche) und waren es eigentlich auch nicht. Es gibt kein Volk auf dieser Erde, das individualistischer denkt und handelt als das griechische. Mental, soziologisch, geographisch passt dieses Ländle nicht nach Europa. Das ist sehr schade, und eine Änderung der Einstellung zu Europa nimmt soviel Zeit in Anspruch wie die Wiedervereinigung Deutschlands. Mindestens.
Die Länder für einen Südeuro sind sich selbst nicht grün, das führt nur zu einem „Euroraum in einem Euroraum“; Konkurrenz, die sich selbst nicht befruchtet, sondern zerstört. So transferiert man die jetzigen Probleme auf Südeuropa und schafft damit ein Pulverfass. Auszubaden hätten das auch wieder die anderen. Ein einiges Europa ist politisch richtig, tatsächlich aber eher eine romantisierende Vorstellung von Wirklichkeit.
Es gibt insgesamt keinen Weg zurück, Griechenland aber sollte den Euro für mindestens 10 Jahre verlassen.

- Andreas Tsilis

Es fehlt der politische Mut

Positiv ist erst einmal überhaupt die Intensität der Diskussion. Ich kann mich noch an Anfang 1990 erinnern, als es um die Währungsumstellung in der DDR ging. Im Auftrag des Vorstandes der Deutschen Bank habe ich damals für Pöhl ein Memorandum geschrieben, in dem ich die - auch damals schon - offensichtlichen Konsequenzen einer 1:1 Umstellung anführte. Aber eine intensive Diskussion darüber wurde damals abgewürgt, mit den bekannten Folgen. 

Heute werden Vorschläge gemacht, die wirtschaftlich sinnvoll sind, für die aber der politische Mut fehlt. Die Aussage der Bundesregierung dazu: Das hätte unabsehbare Konsequenzen. Aber hat die bisherige Politik nicht bereits zu einer Situation geführt, die durch diese Politik doch vermieden werden sollte? 

Andere Vorschläge (zwei Euro-Zonen) mögen innovativ aussehen, sind aber wirtschaftlich Nonsens und politisch irreal. Allerdings: Es gibt keinen Königsweg, keine Folge lässt sich exakt  voraussagen, aber diejenigen Vorschläge mit der größten wirtschaftlichen Relevanz  würden kurzfristig zu schweren sozialen (im Inland) und politischen (auch innerhalb der EU) Auseinandersetzungen führen. Das will keiner der Spitzenpolitiker in Kauf nehmen, wäre es doch das Eingeständnis, dass sie die Bevölkerung jahrzehntelang belogen haben. Ein Großteil der wirtschaftlichen und intellektuellen Elite hat in der Vergangenheit diese Politik (Überdehnung des Wohlfahrtsstaates als Hauptursache) mitgetragen.

Insofern sehe ich leider nicht, dass hinter den Vorschlägen zu einer Verkleinerung der Euro-Zone u.ä. ausreichen öffentlicher Druck auf die Politik entstehen wird. Halbherzige Kompromisse werden herauskommen, bis die neue Krise darüber zusammen schlägt. Indessen müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass in allen Parteien die obersten Entscheidungsträger mit der aktuellen Diskussion intellektuell weitgehend überfordert sind. Wer wüsste dies besser als diejenigen Journalisten, die an diesen Personen hautnah dran sind!

- Klaus Leciejewski 

Es braucht ein Exempel

Ich halte es für dringend erforderlich, nach nunmehr mehreren Monaten des erfolglosen Einforderns wirksamer Sparmaßnahmen, ein Exempel zu statuieren.
Eine Volkswirtschaft, die nicht willens ist zu erkennen und die Konsequenzen zu tragen, die ihre Misswirtschaft und falsche Politik zur Folge haben, kann nicht auf unbegrenzte Zeit alimentiert werden. Eine immer fortwährende Scheinsolidarität durch Beibehalten des Euros in einem solchen Land ist unsolidarisch gegenüber denen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben.
Diese unabdingbare Forderung nach fairem, transparenten aber auch konsequenten Handeln jenseits opportunistischem Taktieren hat übrigens auch seine Berechtigung in der deutschen Politik, wo es einfach eines klaren Sparkurses bedarf, um die Grundsätze wirtschaftlichen Handelns wieder herzustellen.

- D. Grabenbauer

Euro-Rettung Ja oder Nein

Unabhängig von der Antwort, was wäre der Preis für die jeweilige Lösung? Was sind denn die Tatsachen? Besteht denn überhaupt ein Rechtsrahmen für einen Ausstieg einzelner oder mehrerer Länder aus dem Euro oder gar eine Nord-Süd-Lösung? Dies ist nicht der Fall und damit wird nur einer von zahlreichen handwerklichen Fehlern aufgezeigt unter denen die Währungsunion zustande gebracht wurde. Nun fehlen die Rezepte. Die Politik ist ratlos und deshalb wird auf Zeit und Schulden gespielt. Die wirtschaftlichen Tatsachen setzen die Politik dahingehend unter Druck, dass die Verantwortlichen nicht umhin kommen werden in ganz Europa unattraktive Maßnahmen umzusetzen und nicht mehr eine Politik der nicht eingehaltenen Versprechungen zu fahren. Fazit: Euro-Rettung selbstverständlich ja, aber nicht um jeden Preis. Die Währungsunion ist nicht die Basis für unseriös wirtschaftende Länder sich auf Kosten anderer Volkswirtschaften einen höheren Lebensstandard zu leisten. Wenn die volkswirtschaftlichen Rahmendaten eines Landes die Teilnahme an der Währungsunion nicht fundieren, dann muss die Möglichkeit des Ausschlusses aus der Währungsunion bestehen. Dies muss auch ohne Diskussion im Rahmen eines vordefinierten Prozesses durchgesetzt werden. Die vertraglichen Grundlagen hierfür sind umgehend zu schaffen. Die ökonomischen Rahmendaten und der dadurch erzeugte Druck auf die Politik lassen ohnehin keine "politisch gewollte und wie gewohnt wachsweiche Lösung" zu.

- Alexander Kachler

Das Geld muss fließen

Jeder, aber auch jeder Mensch, hält die einheitliche Währung für praktisch und gut. Damit ist die Bezahlung von Waren und Dienstleitungen einheitlich in Euro gemeint. Niemand, besonders der "kleine Bürger" ohne globalen Durchblick, hat Verständnis für das unglaubliche hohe über Bord schaufeln der Gelder von einem Staat zum anderen. Das versteht keiner und macht den Leuten Angst. Sie glauben auch an Lug und Trug.
Das Problem wird nicht durch Nord- oder Süd-Euro gelöst, sondern durch weiche Regeln, die kleinste Verwerfungen der Geld-Balance sofort und automatisch ausgleichen. Die Regeln fangen nicht bei Staaten an, sie können auch innerhalb eines Staates greifen, z.B. zwischen Berlin, Saarland, Bayern, vielleicht schon zwischen Bürgern.
Wenn es gelingt, die Vision dieses Funktionswerkes zu erkennen, zu definieren und umzusetzen, ja dann hätten einige keinen Job mehr, aber die Menschheit wäre glücklicher. So wie das Blut im Körper fließt, muss das Geld unter Bürgern fließen - und damit auch zwischen Staaten. Die jetzigen Regeln sind wie vergiftetes Blut, vielleicht tödlich.
Ich kann mir vorstellen, dass ein Team aus den unterschiedlichten Fakultäten, wie z.B. Biologen, Astronomen, Volkswirte, Journalisten, Glaubenswissenschaftler, vielleicht auch Banker und Politiker, ein adaptives Regelwerk entwickeln könnten.

- Michael Rösch

Strategien zur Verbesserung des Wohlstands

Zur Rettung der D-Mark sage ich nur, die Mauer will jetzt auch keiner mehr wieder haben. Da haben in den ersten 10 - 15 Jahren auch alle nach geschrien. In Europa hat die Umstellung auf den Euro für die Meisten positive Auswirkungen gehabt, genau wie der Fall der Mauer. Es sollte alles unternommen werden, in einer solide Finanzwirtschaft zurückzukehren.
Das gesamte Investmentbanking ist von seinem ursprünglichen Ansatz doch sehr weit entfernt und wird sich durch die leider erlaubte Zockerei noch weiter entfernen. Irgendjemand muss doch das Geld, was sich einzelne Zocker „erarbeiten“ durch normale Wortschöpfung erwirtschaften. Viele kleine Leute bekommen weniger Geld für Ihre geleistete Wertschöpfung, weil es durch die Entscheider in der Wirtschaft verzockt wird. Vorstände schließen Versicherungen ab, die Ihre Fehlentscheidungen übernehmen. Die Beiträge für diese Versicherungen werden an den Personalkosten an anderer Stelle eingespart werden müssen.
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen in der Welt Wirtschaftspolitik wieder zur Besinnung finden und nach Strategien arbeiten, die uns allen den Wohlstand verbessern und nicht durch kurzfristige nervöse Zuckungen am Finger auf dem Maus-Button Finanzkrisen auslösen können, die die ganze Wirtschaft lahm legen. Leider habe ich aber nicht das Rezept für eine immer funktionierende Weltwirtschaft bei denen es allen gut geht. Wenn aber die Versteuerung auf die Kurzfristigen Investmentgewinne in schmerzliche Regionen von über 50 Prozent angehoben würden, verliert man das Interesse an kurzfristigen Gewinnen. Es dürfte bestimmt dazu führen, dass einige der hoch bezahlten Investment-Leute dadurch nicht mehr gebraucht würden, da sie aber nicht aktiv an der Steigerung der dauerhaften Wirtschaftsleistung beteiligt sind, könnte Ihre Intelligenz vielleicht an anderer Stelle die fehlenden Fachkräfte ersetzen, die an der Erbringung von Wertschöpfung beteiligt sind.

Das ist vielleicht meine konservative Sicht aus dem produzierenden Gewerbe. Wenn aber kein Geld mehr erwirtschaftet wird, dadurch das etwas produziert wird, können wir keine Dienstleistungen mehr bezahlen. Wir können ja nicht davon leben, dass wir uns alle gegenseitig die Haare schneiden.

- Jan Wichtmann

Ohne Europa verlieren alle

Ich habe begriffen, dass wir ohne Europa alle verlieren und vor allem Deutschland. Es ist so, wie es immer ist, die Vorteile werden einfach mitgenommen und wenn es Schwierigkeiten gibt, dann wird nur noch über diese geredet und die Vorteile, auch wenn schon jahrelang davon profitiert, werden einfach ausgeblendet.
Dabei spielen sich grundsätzlich "Oberexperten" auf und verkünden irgendeine medienwirksame Heilslösung. Ich habe nicht die Informationen um mir ein abschließendes Urteil zu bilden, aber ein Wirtschaftsraum mit 500 Mill. Menschen, einer Währung und einheitlichen Regeln, bietet eben nun mal entsprechende Möglichkeiten, für diese Gemeinschaft, nach innen und nach außen.
Daher von meiner einfache Logik ausgehend, ist die Schuldenproblematik vielleicht gerade das heilsame Ereignis, um den Kreis zu schließen und nun z.B. in den  Länder der EU die Haushalte zu sanieren (über viele Jahre) und die verbindliche Schuldenobergrenze mit entsprechenden Controlling-Möglichkeiten zu etablieren. Auf dieser Basis, wäre mir für die Zukunft unserer Kinder nicht bange.

- Dietmar Schmidt

Strenge Auflagen und freiwilliger Euro-Ausstieg

Der Euro muss bestehen bleiben und eine Rückkehr zur DM darf es nicht mehr geben. Das ist meine Kernaussage.
Allerdings ist den hoch verschuldeten Staaten nur zu helfen, wenn strenge Auflagen gemacht werden, dazu gehört auch die teilweise Sicherstellung über Gold etc. Hilfen blanko sind unsinnig. Von Griechenland muss erwartet werden, dass sie freiwillig aus dem Euro ausscheiden. Durch Lug und Betrug reingekommen und jetzt alle melken wollen, das ist völlig unhaltbar. Wenn die Griechen auch nur einen Funken Selbstachtung haben, müssen sie den Schritt von sich aus und kurzfristig tun. Mit der Möglichkeit eine späteren Wiederaufnahme, wenn die Bedingungen dann aber auch astrein sind.

- Wilhelm Kaiser

Euro ist langfristig nicht zu retten

Ich glaube nicht, dass wir den Euro langfristig retten können. Meine Erfahrungen mit griechischen Führungskräften vor mehr als 15 Jahren werden durch die Haltung Griechenlands in der Eurofrage bestätigt. Ich bin der Ansicht, Deutschland kann die wirtschaftlich schlechter gestellten Länder nicht weiter unterstützen. Seit der vergangenen Unterstützung mit Milliarden Euro hat sich die griechische Bevölkerung nicht zu Sparmaßnahmen durchringen können. Es ist traurig, dass die griechischen Gewerkschaften die Bevölkerung durch weitere Streiks von den Sparmaßnahmen abgehalten haben. Deutschland hat der Vergangenheit immer wieder für etwas zahlen müssen, was Deutschland nicht verschuldet hat.
Deutschland darf mit weiteren Hilfsmassnahmen nicht weitere Verpflichtungen auf sich nehmen. Unsere Wirtschaft ist offensichtlich noch gut ausgelastet und eigentlich sollten wir, die Deutschen, dankbar für den europäischen Zusammenschluss sein, denn ohne diesen Zusammenschluss wäre ein Dritter Weltkrieg bereits möglich gewesen.

- Kurd Albrecht von Ziegner

Wie der Blinde versucht den Lahmen zu stützen

Das viel zu schnelle Vorpreschen der 8 EU-Gründungsmitglieder, schwache Staaten um jeden Preis und ohne Überprüfung aufzunehmen, rächt sich jetzt. Immer müssen die braven Steuerzahler gerade stehen und alles ausbügeln. Schluss mit Euro-Rettung, eindeutig NEIN.
Habe als Wirtschaftsassistentin für Fremdsprachen (Englisch und Französisch) in der Deutschen Wirtschaft gearbeitet und mit 3.000 DM Verdienst angefangen, da bekam eine gleichwertige Sekretärin in Brüssel bereits das Doppelte. Der Brüsseler Beamtenstaat müsste erst einmal das Sparen lernen; praktisch mit gutem Beispiel vorangehen.

- Barbara Hoerster

Wer trägt die Verluste?

Es geht doch nicht um die "Rettung des Euro", sondern um die Rettung der Pleite-Staaten. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Der Euro ist stabil und würde es auch bleiben, wenn Griechenland in Konkurs geht, weil es kein frisches Geld mehr zu akzeptablen Konditionen bekommt.

Der Rettungsschirm ist also nichts anderes als eine Bank, die einem Pleiteland noch Geld zu akzeptablen Konditionen leiht und sich (hoffentlich) bewusst ist, dass das Geld zumindest teilweise mit großer Wahrscheinlichkeit verloren ist. Die Frage ist doch nur: "Wer trägt die Verluste?" - die Besitzer der Staatsanleihen oder die Steuerzahler? Da die EZB inzwischen einen großen Teil dieser Schrottpapiere aufgekauft hat, ist es auf jeden Fall der Steuerzahler. Finden Sie das sozial und gerecht?

Den Rettungsschirm sollte man als Wirtschaftsförderungsfonds einsetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Pleiteländer zu verbessern. Dann wären sie langfristig auch in der Lage, wieder auf eigenen Beinen zu stehen und zumindest einen Teil der Kredite zurück zu zahlen. Das läge dann auch in unserem eigenen Interesse, denn wir können unsere Produkte zukünftig nur an Länder erkaufen, die diese auch bezahlen können.

- Achim Behrenwaldt

Ja, aber nicht um jeden Preis

Die rhetorische Frage „Euro-Rettung um jeden Preis“ ist genauso zu beantworten wie die hypothetische Frage „DM-Rettung um jeden Preis“: „Ja, aber nicht um jeden Preis“. Im Kurztext heißt das: Die Frage stellt sich so nicht und ist eine emotionale und keine ökonomische oder rechtliche. Materiell haben wir kein Euro-Problem, sondern eine Vertrauenskrise in Institutionen und die für sie handelnden Personen. Gelingt es dieses Vertrauen (u.a. durch ein Primat der Politik und angemessene Regulierung) wiederzugewinnen, sind auch die von mir als materiell bezeichneten Probleme des Euro rasch lösbar.

- Jens Poll


Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende
Die Situation des Euros ist mehr als beängstigend für den Bürger, der aber gar keinen Einfluss hat und alles hilflos mit ansehen muss. Ich hätte mir von Herzen gewünscht, dass der Euro es schafft, weil ich es für eine gute Sache gehalten habe und für einen gewichtigen Gegenpol zum Dollar. Heute beneide ich die Dänen und die Engländer, die sich hier raus gehalten haben. Die Sorgen in den Ländern sind sicherlich nicht geringer als bei uns, werden aber nicht zusätzlich durch die Eurokrise belastet, indem sie für andere Länder aufkommen müssen, bei denen sie nicht "mitsteuern" können, aber zahlen müssen.
Deutschland hat doch mit sich selbst genug zu tun, wenn ich mir unser Bildungssystem anschaue, die Straßen die ich täglich fahre oder das Bedauern der Polizisten höre, die zu wenige sind, um sich wie früher um unsere Sicherheit zu kümmern. So sehr es mir aber widerstrebt ein gutes Projekt aufgrund der Erfahrungen als gescheitert zu betrachten: der Euro hat es nicht geschafft! Wir brauchen unsere gute DM wieder und deshalb noch ein Sprichwort "lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende".

- Hilde Burmeister

Keine Alternative

Mit dem Euro ist es ähnlich wie mit dem Aufbau Ost: es gibt derzeit keine realistische Alternative und der Preis ist eigentlich nebensächlich. Unsere Kinder (heute 13 und 10) brachten es auf den Punkt: Als Sie bei einer Autofahrt ins europäische Ausland zum ersten Mal bewusst die Reste der Zollstellen sahen und dann erfuhren, dass es früher viele Grenzen und dazu viele verschiedene Währungen gab, kommentierten sie es knapp mit den Worten: "Wie blöd war das denn?"
- Thomas Kohrs

Es geht nicht um die Euro-Rettung

Ich glaube, die Bundesregierung kann ihre Politik nur deshalb als „alternativlos“ bezeichnen, weil sie unter falscher Etikette läuft: Es geht keineswegs um eine Euro-Rettung. Es geht um die Frage ob (nicht vorhandene) deutsche Steuergroschen zur Verringerung unseres eigenen Schuldenwachstums oder dasjenige anderer EU-Staaten verwendet werden soll. Wenn diese Alternative entschieden ist, ergeben sich die erforderlichen Maßnahmen unter Beachtung des Ökonomischen Rationalprinzips.

- Eberhard Frank

Rettung der Steuergelder

Den bisherigen Weg der versuchten Euro-Rettung als “alternativlos” zu bezeichnen, ist einfallslos bis hilflos. Ich sehe auch keine zwingende Verknüpfung des EU-Erfolges mit dem Euro. Am derzeitigen Euro alternativlos festzuhalten, macht die Garantierenden nur erpressbar. Leider ist die Lernresistenz der meisten Politiker derart groß, dass die Angelegenheit erst gegen die Wand gefahren werden muss, bis ein gewisses Maß an Verstand wieder eingesetzt wird. Es geht eigentlich nicht um die Rettung des Euro, sondern um die Rettung der Zahlungsfähigkeit vieler EU-Mitglieder und damit um die Rettung unserer Steuergelder.
- Klaus Hänsel

Geregelter Austritt

Ich kann nur sagen, dass es möglich sein sollte, einzelnen Euro-Staaten den geregelten Austritt zu ermöglichen. Alternativ wäre auch eine (Teil-)Umschuldungsmöglichkeit innerhalb des Euros wichtig, die verhandelt werden könnte, auf Wunsch einzelner Staaten. Eine (Teil-)Umschuldung dieser Staaten bedeutet ja nicht –wie andere europäische Staaten vorgemacht haben- den Untergang der Währung, sondern durch die Rückführung der Schulden auf ein erträgliches Maß verbundene neue Wachstums- und Umstrukturierungsmöglichkeiten, die politisch dann auch leichter durchsetzbar sind. Es wurde leider viel Zeit verloren – eine nachhaltige politische Vereinbarung auf europäischer Ebene für beiden Varianten ist notwendig.

- Andreas Meyer-Schwickerath

Nicht ist alternativlos

Als Jurist begrüße ich die Entscheidung des BVerfG. Es hat weise geurteilt; einer Transferunion (hoffentlich nicht nur vorübergehend) eine Abfuhr erteilt und das Parlament gestärkt. Es bedarf m.E. keiner neuen Partei, wie sie H-O. Henkel vorschwebt. Seine Auffassung zur  Aufteilung des Euro in "Nord" u. "Süd" wäre eine sinnvolle, wenn auch nur temporäre Lösung, der ich was abgewinnen kann und über die auf europäischer Ebene zumindest  nachgedacht werden sollte. Dies wäre allerdings dann und nur dann durchsetzbar, wenn das sog. Einstimmigkeitsprinzip bei Abstimmungen zugunsten  des Mehrheitsprinzips - denn nur dieses halte ich für wirklich demokratisch - fallen würde. Dieser Gedanke wurde kürzlich einmal von einem finnischen Abgeordneten zum Thema "Transferunion" geäußert.
Nur am Rande bemerkt, ist nichts - wie die Kanzlerin oft behauptet - alternativlos.
- W. Arste

Die „Vereinigten Staaten von Europa“

Ich bin der Meinung, dass der Euro eine politisch stabile Basis braucht. Und ein Fehlverhalten muss innerhalb der Währungsunion sanktioniert werden können und die Sanktionen müssen auch konsequent angewendet werden. Letzten Endes glaube ich, dass langfristig die „Vereinigten Staaten von Europa“ die beste Lösung sind, sowohl für die Stärkung des Euro als Währung, als auch für politische und wirtschaftliche Stärke. Eine Rückkehr zur DM würde Deutschland weit ins Abseits stellen, käme einem außenpolitischen Selbstmord gleich und wäre das dümmste was man unserem Land antun könnte.

- Kim Schweikert

Der Preis der Euro-Rettung

Der Euro soll gerettet, gehalten werden, er sollte zu einer Leitwährung werden, weil der Euro Transparenz, Vergleichbarkeit und Misswirtschaft der einzelnen Länder aufzeigt. Permanente und steigende Verschuldung, Korruption und gefälschte Wirtschaftsdaten, über die eigenen Verhältnisse leben und die Folgen in andere Länder transferieren, verbunden mit Gier und Egoismus - all diesen Problemen ist eher beizukommen, wenn es einen Maßstab der Verfehlungen in Form des Euro für Ländervergleiche gibt.
Den überschuldeten Ländern über Rettungsschirme zu helfen rechtfertigt nur dann den Preis, wenn die betroffenen Länder ihren eigenen Anteil über Kürzungen, Einsparmaßnahmen, Umverteilung zur stufenweisen Sanierung ihrer Haushalte beitragen. Gleichzeitig müssen die Regierungen den wirtschaftlichen Aufbau über eigene und fremde Investitionen massiv fördern und Arbeit und Arbeitsplätze schaffen. Es genügt nicht, dem Volk nur die nötigen Einsparungen zu verkünden und Massendemonstrationen zu provozieren. Parallel müssen die Chancen und Möglichkeiten für die Arbeitslosen angeboten werden, um das Volk auf seiner Seite zu haben. Nur wenn die Regierungen und das Volk die Verantwortung und die dazu gehörenden Aufgaben für die wirtschaftliche Sanierung ihres Landes ernsthaft angehen und nachweisen, ist der Preis der Rettung des Euro für das betroffene Land gerechtfertigt.

- Hermann M. Erhard

Schirm ist nur Bankenrettung

Ich bin derselben Meinung wie H. Henkel. Dieser ganze Schirm ist ja nur eine Rettung der deutschen Banken. Man sagt uns immer, dass wir als Europa den anderen Mitgliedsstaaten helfen müssten. Die Vereinten Staaten in Amerika haben auch den Dollar, aber jedes Land kann einzeln pleite gehen. Und muss für ihre Lasten selbst zahlen. Ich finde den Hass der Griechenländer auf Deutschland und auf Merkl furchtbar. Die derzeitige Regierung macht ihr Bestes, die Opposition schreit nur, die Medien sind links und hetzen die Bürger auf. Wer am lautesten schreit hat im Moment recht?

- Maximiliane Biedermann

Ausschluss Griechenlands ist unabdingbar

Mich irritiert, wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in der Presse dargestellt wird. Es wird der Eindruck vermittelt, das Vorgehen unserer Regierung sei richtig und volkswirtschaftlich gut gewesen. Tatsächlich besagt das Urteil jedoch nur, dass das Vorgehen der Regierung juristisch korrekt war. Das Verfassungsgericht hat ja weder eine volkswirtschaftliche Kompetenz noch eine diesbezügliche Empfehlungsfunktion.

Der Fortbestand des Euro ist m.E. äußerst wichtig für die Konkurrenzfähigkeit Europas auf dem Weltmarkt und die Weiterentwicklung des europäischen Binnenmarktes. Die Stabilisierung kann jedoch nicht durch die gnadenlose Schuldenübernahme anderer Länder erfolgen, zumal dann nicht, wenn die Gemeinschaft von gewissen Land/Ländern durch Mitteilung gefälschter Zahlen und falsche Zusagen und Versprechungen immer wieder betrogen wird. Der Anreiz zur Bereinigung der eigenen Haushalte muss oberstes Gebot sein und bleiben.

Ein Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone, ggf. auch nur vorübergehend bis zur Bereinigung der Schulden und bis zur Etablierung einer zeitgemäßen Steuerverwaltung, ist für mich unabdingbar. Ich bin überzeugt, dass es dabei zu keinem Einbruch der Wirtschaft/Börse kommen wird. Es wäre eine Klärung der Situation und damit eine Beruhigung des Wirtschaftslebens.

- W. Kraus

 

Ja zum vereinten Europa

Definitiv JA! Der Euro ist ein Schritt zum vereinten Europa. Es muss nun, evtl. deutlich schneller als „geheim“ geplant, auch politisch die Vereinten Staaten von Europa geben. Zum Beispiel nach dem Vorbild der Einigung der deutschen Einzelstaaten (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) zu einem einheitlichen Land.  Es bedarf einer einheitlichen Gesetzgebung, einer Hauptstadt (z.B. Brüssel) einer Primärsprache/Amtssprache (Englisch) und eines von allen Europäern demokratisch gewählten Parlament. Als Leitbild könnte es einen Mix aus dem deutschen und dem französischen Demokratieverständnis geben.
Kommt es nicht zu einer politischen Einigung und eines einheitlichen Auftretens mindestens der europäischen Kernländer nach außen, müssen wir alle mit dem schlimmsten Szenario rechnen.
Die halbherzigen und ewig dauernden Gespräche führen eher zu Unverständnis als Einverständnis. Die Euro-Einführung war für alle Europäer eine erste emotionale Verbundenheit; leider führte dies schnell zu Frust, da bislang fast alle die versteckte Hyperinflation bemerkt haben. Aber, nichts desto trotz, es verbindet uns. Die offenen Grenzen vereinen uns, nun muss auch die gemeinsame Idee, die Einheit und das gleiche europäische Ideal Frieden – Freiheit – Demokratie – Wohlstand für alle Europäer endlich geschaffen werden. Fangen wir doch endlich an!

- Boris Ozegowski

 

Der Euro ist für Deutschland ein Glücksfall

Meiner Ansicht nach haben Sie mit Ihrem heutigen Artikel " Deutschland profitiert vom Euro" das erste Mal die zweite Seite des Euro richtig thematisiert. Der Euro ist für Deutschland über den gesamten Zeitraum seit seiner Einführung ein Glücksfall, und seine Rettung für die deutsche Wirtschaft von essentieller Wichtigkeit. Natürlich müssen aus der Krise Rückschlüsse gezogen werden, wie zukünftige Fehlentwicklungen zu vermeiden sind, aber allein die Diskussion über ein mögliche Abschaffung der Euro schaffen Schaden von nicht absehbaren Ausmaß. Ich hätte mir von der Regierung eine bedingungslos Stützung des Euro von Anfang an gewünscht. Ich denke das ein Blick auf die wirtschaftlich Tragfähigkeit Deutschlands seit der Euroeinführung die Blickweise bestätigt. Ich halte es auch in dieser Krise mit Nouriel Roubini " Die nächste Krise kommt bestimmt - und auch diese werden wir überstehen". Und zwar genau dann, wenn wir den Weitblick behalten und uns nicht von teuren, aber kurzfristigen, Rückschlägen verunsichern lassen.
- Andre Selle

Wirkung abwarten

Wir sollten die Wirkung eines erweiterten Rettungsschirms abwarten und bei steigender Gefahr auch Eurobonds einführen. Damit muss aber eine wesentlich bessere Integration der Fiskalpolitik einhergehen, die die Staatsausgaben und ultimativ auch deren Defizite auf eine Linie bringt.
Eine Aufspaltung oder Auflösung der Euro-Zone würde die deutsche Exportwirtschaft, unseren Wirtschaftsmotor, wesentlich teurer zu stehen kommen. Wir würden in ein ähnliches Dilemma laufen, wie es unsere Schweizer Nachbarn gerade erleben. Früher oder später müssten wir mit allen unseren Reserven die Währung "verbilligen", um im Export konkurrenzfähig zu bleiben.
- Julius Bachmann

Ja zu einer neuen Partei

Hans-Olaf Henkel ist nicht nur ein kluger Kopf, sondern auch so ehrlich, dass er seinen eigenen Fehler hinsichtlich der Euro-Einführung eingesteht. Ich sage „Ja“ zu einer neuen Partei, einer Partei der Experten für das Land. Das würde viel bringen. Aber es würde auch viel verhindern, so zum Beispiel diesen ganzen Lobbyismus, der wäre ja bei Experten nicht mehr notwendig.
In solch einer schwierigen Situation darf nicht das Parteibuch entscheiden, sondern das Wissen und die Kraft zu Veränderungen. Leider wird es eine Wunschvorstellung bleiben. Die Praxis ist ja anders: Alle klugen Köpfe verlassen die Politik, in allen Parteien ist das so, naja, haben ja nicht alle kluge Köpfe.

- Andreas Mende

Es kann nur einen geben

Meines Erachtens kann es nur einen Euro geben. Ein Nord-, Süd-, West- oder Ost-Euro befriedigt nur den Egoismus Einzelner, genauso wie eine neue Partei. Was wir benötigen ist eine Politik, die europaweit auf von allen anerkannten Grundsätzen basiert. Einer dieser Grundsätze muss sicherlich der sein, dass schuldenfreie Haushalte eine Verpflichtung werden müssen.
Die Politik des Schuldenmachens ist eine Erfindung die nach dem zweiten Weltkrieg von den Banken in großem Stil hoffähig gemacht wurde. Nachdem selbst Herr Ackermann davon spricht, dass seine Branche zurück zum Diener der Realwirtschaft werden muss, sollte es der Politik ein leichtes sein dieser Branche und damit den Finanz-Terroristen ein entsprechendes Korsett zu verpassen. Europa sollte in der Lage sein, hier weltweit eine Vorreiterrolle zu spielen. Egoismus, politisch korrekt heißt das Souveränität eines Staates, ist dabei fehl am Platz.
Für den Abbau der derzeitigen Schulden muss es Regelungen geben, die vor allem die Verantwortung der Finanzwirtschaft, für dieses Desaster berücksichtigen. Vereinfacht gesagt, wenn für die Rückzahlung eines Kredits 10 Jahre, bei 8 % Zins vereinbart wurden und der Schuldner dies derzeit nicht leisten kann, dann muss es möglich sein, dies so zu ändern, dass der Schuldner weiterhin zurückzahlt. Mit einem geringeren Zinssatz und einer längeren Laufzeit wird weniger Schaden angerichtet, als wenn man auf den bisherigen Bedingungen beharrt. Dieser Grundsatz muss natürlich für die ganze Kette der Kreditgeber gelten. Ich bin überzeugt, wenn man dieses Prinzip bereits in 2008 angewandt hätte, würden heute noch Zigtausende Amerikaner in ihren Häusern sitzen und diese werterhaltend bewohnen.
An dieser Stelle ist die Frage an die "führenden" Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler, sowie die Nobelpreisträger dieses Metiers zu stellen: Wer hat diese Schuldenkrisen vorhergesehen? Wer hat davor gewarnt? Oder haben diese Herren der Verschuldung nicht auch das Wort geredet?
M.E. nach spricht alles dafür den EURO zu erhalten, allerdings muss hier dann auch die Realwirtschaft ihren Beitrag leisten und z.B. in Ländern wie Griechenland investieren und entsprechende Fertigungsstätten aufbauen, auch wenn dies nicht zu "indischen" Lohnkosten möglich sein wird.
- Hans-Peter Schobig 

Eine Euro-Krise existiert nicht

Nach meiner Meinung ist es keine Frage ob Deutschland den Euro retten will sondern ob die Süd-Länder weiterhin Teil des Euros sein wollen. Denn es existiert keine Euro-Krise. Oder zumindest gab es keine bis die EZB anfing Staatsschulden aufzukaufen und die Europäische Nachbarn anfingen Gläubiger von Griechenland zu sein. Es ist nicht die Aufgabe der europäischen Nachbar-Staaten ihren Nachbarn finanziell zu helfen. Jedes Land ist für seine eigenen Finanzen verantwortlich.
Ist dies nicht gewollt ist es höchste Zeit den nächsten Schritt zu gehen und die Vereinigten Staaten von Europa zu gründen denn faktisch bewegen wir uns längst darauf zu es ist nur noch eine Frage der Zeit. Beziehungsweise finanziell ist dies längst halbe Realität und es ist an der Zeit Farbe zu bekennen: Was wollen wir? Souveräne Staaten die Teil einer Währungsunion sind oder eine gemeinsame Finanzpolitik? Doch solange diese gemeinsame Finanzpolitik nicht Realität ist sind Staaten auf sich alleine gestellt und die Problemlösung ihrer Finanzen kann nur zwischen Ihnen und Ihren Gläubigern gelöst werden.
Insbesondere für Länder die Zahlungsunfähig sind heißt dies entweder einen wirklichen Schuldenschnitt zu machen oder eine Möglichkeit finden abzuwerten. In der Realität könnte dies also bedeuten für europäische Länder die Zahlungsunfähig sind oder kurz davor stehen, dass Sie gemeinsam die anderen Euro-Länder bitten aus dem Euro aufzutreten. Deutschland könnte also mit anderen stabilen Nachbarn eine neue Währung die "Euro Mark" oder "Nord-Euro" gründen.
Der Vorteil dabei wäre, dass wir so den Problem eines Bank Runs aus dem Wege gehen. Denn warum sollten die Deutschen zur Bank laufen? Sie bekommen eine neue stabile Währung. Und da die Schulden zum Beispiel der Griechen weiterhin in Euro sind können diese durch Inflation dann abgebaut werden genauso wie die Schulden der anderen Länder die weiterhin mit Ihnen Teil des Euros sind. Die Euro Mark Länder können natürlich auch Ihre Euro Schulden ohne Probleme bedienen denn die Euro Mark wird voraussichtlich wesentlich stärker sein als der Euro.

- Thorsten Biegner

Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel

Eigentlich ist die Entscheidung ganz einfach. Griechenland und andere Länder sind aus politischen Gründen in den Euro-Raum aufgenommen worden. Hätte man die wirtschaftlichen Zahlen als Grundlage der Entscheidung angewendet, ständen sie vermutlich noch heute vor der Tür. Wenn diese Länder nun aus dem Euro-Raum wieder herausgenommen würden, wäre dies lediglich eine notwendige Korrektur. Eine die dem Euro und auch Europa helfen würde ihre Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die allen zeigen würde, dass man die selbst aufgestellten Regeln nun endlich selbst ernst nimmt.
Egal wie man zu dem Euro, zu Europa, zur EU steht, die eigentliche Frage wurde bis heute nicht beantwortet, oder gar gestellt: Was soll der Euro/Europa bewirken? Die, wie die Amerikaner sagen würden, Story fehlt, oder ist so lückenhaft, dass dies keiner richtig glaubt. Denn genau da sind wir gerade. Die Glaubwürdigkeit, also unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Sie war es von Anfang an. Aber keiner wollte sich die Mühe machen, dies sauber zu regeln. Das rächt sich nun.
Leider ist hier wertvolle Zeit verloren gegangen. Vielleicht wäre dies noch nach der ersten Krise 2009 möglich gewesen. Doch wie immer haben wir Deutschen versucht die Kreise mit Geld und Gesetzen zu lösen. Nicht das dies grundsätzlich falsch wäre. Das alles hilft jedoch nichts, solange der moralische und geistige Unterbau fehlt. Wir haben ein Haus gebaut, ohne stabiles Fundament. Die Lösung: wir müssen in den Keller des Hauses und hier arbeiten. Statt dessen haben wir Farbe und ein paar Bretter bestellt und versuchen meterlange Risse auszubessern.
Die Idee eines vereinten Europa ist eine fantastische Idee. Sie hat uns nun über 60 Jahre Frieden, Reichtum und Wohlstand gebracht. Sie hat der Welt und uns gezeigt, dass dies möglich ist. Wir sind für viele in der Welt ein Vorbild. Was wir also brauchen sind zuerst einmal die Rückkehr zu den alten Regeln, wie Moral, Anstand, Sachverstand, Integrität, Seriosität, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Wir, das sind wir alle. Nicht nur die Politiker. Es geht uns alle an. Wir alle müssen uns einbringen. Nicht nur alle 4 Jahre im feinen Sonntagsanzug.
Ja ich bin für Europa und für den Euro. Wie immer in einer Beziehung, durchaus auch mal mit Bedenken. Aber so ist das in einer Beziehung. Aber ich bin nicht dafür, dass wir all unsere Ersparnisse nun Ländern zukommen lassen, die sich nicht so angestrengt haben. Es wird immer ein Europa mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten geben. Das innerhalb Deutschlands nicht anders. Deutschland hat viel von Europa und vom Euro gehabt. Leider haben wir dies nur wirtschaftlich genutzt. Unsere zweite Aufgabe wird es sein, das das politische Gewicht dem wirtschaftlichen Gewicht gleichgestellt ist.
Der Preis dafür? Erst einmal viel Arbeit. Wir haben viel Zeit verloren, das kostet und viel Geld. Doch wenn wir nicht lernen endlich an unserer Story zu arbeiten wird es uns allen sehr viel mehr Geld kosten.

- D. A. Messerschmidt

 

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32 Kommentare zu "Leserbriefe zur Euro-Rettung: „Den Wählern nicht mehr vermittelbar!“"

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  • ff:
    Anfang 2010 wurde die Anleihe noch zum Nominalwert gehandelt. Es gab keine übermässigen Renditen! Oder soll man NRW-Anleihen nach den gemachten Erfahrungen jetzt auch nicht mehr kaufen? Man kann den betroffenen Gläubigern nur empfehlen, die Staatshaftung in Anspruch zu nehmen. Nochmal, Deutschland ist ein Rechtsstaat, da kann sich auch der Staat nicht aus der Verantwortung stellen.

    Wer seine Schulden nicht bezahlt ist kreditunwürdig! Der € wird endgültig beschädigt. Ja, dann ist er reif für die Tonne und richtig, die EU mit großer Wahrscheinlichkeit mit dazu. Warum liest man keine Artikel aus diesem Blickwinkel?

  • Warum wird die Angelegenheit nicht aus der Perspektive der ganz normalen Anleger betrachtet. Journalisten haben fast ausschliesslich die zugelassene Spekulation im Fokus. Das zeigt auch wieder der heute Artikel "376 Prozent Rendite - ein riskanter Deal".

    Die Politik kann sich allerdings nicht für gemachte Fehler aus der Verantwortung stehlen. Wer hat denn die Kriterien der Euro-Stabilität gebrochen? Doch fast alle beteiligten Staaten, darunter auch Deutschland! An der aktuellen Krisen ist die Politik schuld, nicht die Banken und die anderen Gläubiger, darunter auch Private und ihr Angespartes für Altersversorgung bei Versicherungen etc. pp.. Insofern sind die Aktionen gegen die Banken zum Teil großes Ablenkungsmanöver von der eigenen Verantwortung. Mancher Politiker sieht das offensichtlich bei den Staatsanleihegläubigern so wie Bankier Fürstenberg bei den Aktionären:

    "Die Aktionäre sind dumm und frech, dumm, weil sie ihr Geld geben, und frech, weil sie noch eine Dividende verlangen."

    Schuldenschnitt? Ja, der ist wohl unverzichtber; aber selbstverständlich in Wahrnehmung der Verantwortung zu Lasten der €-Staaten! Banken müssen so nicht gerettet werden! Warum wird das gesteuert propagiert und diskutiert? Doch nur, weil Staatsanleihen nicht ordentlich getilgt werden sollen! Das ist fortgesetzte Ablenkung und Täuschen der Politik? Hätte man die "sicheren" Anleihen (Kein € Eigenkapital wird dafür gefordert!) sofort garantiert, hätte der Spekulationsspuk nicht begonnen.

    Man haftet unabhängig davon, wie man Griechenland wieder auf die Beine hilft, insbesondere für die mangelhafte Beitrittsprüfung. Man hat den Griechen die Verschuldung mit dem € erst ermöglicht. Auch griechische Anleihen wurden so mit A bewertet und von den Banken zum Kauf empfohlen, die auch selbst kräftig gekauft haben. Es gibt auch noch private Gläubiger, was Politker gerne vergessen! Wer Mitte 2005 nominal 100 € der 2014 fälligen 4,5 % Anleihe gekauft hat, mußte dafür rund 108 € bezahlen.

  • "Über ihre Verhältnisse gelebt" das ist eine fiese Unterstellung die eigentlich vom echtem Problem ablenken und das Hungern als moralische Pflicht erscheinen lassen soll.
    Man kann über seiner Verhältnisse und trotzdem unter seiner Bedürfnisse leben. Viele tun das auch, sie sind überschuldet und haben trotzdem kaum genug Geld um sich Kleider oder Lebensmittel für sich selbst und für die Kinder zu kaufen.

  • Abgesehen davon ... lt. "Die Welt" sitzen sie auf 4 Mio Unzen Gold!Bevor sie jammern und betteln gehen, sollten sie erstmal das verscherbeln!!

  • So lange es den Griechen nicht gelingt eine effiziente Verwaltung auf die Beine zu stellen, ist jeder Euro vergeudet! Dem steht aber entgegen, dass das Land seit Jahrenzehnten von den Clans Papadopoulis, Karamalis und Panpandreou beherrscht wird und jeder seine Anhänger nach einem Wahlsieg als erstes in luktratrive Ämter hievte -- wo sie heute noch immer ihr (Un)wesen treiben! Von der momentanen Regierung gehörte DA als erstes mal aufgeräumt ...

  • Diese verd*mmten Idioten!

    2008 wäre es preiswert gewesen den Schnitt zu ziehen. Kurzer Verwerfungen, aber alles Produktionskapital stand zu Verfügung. Es wäre schmerzvoll gewesen, es hätte sehr weh getan, aber es gab alles für den Neuanfang.

    2011: Unsere Volksverdreher haben sehr viel in die Wagschale geworfen. Die Kosten sind um einiges höher geworden. Es gibt inzwischen immense Bürgschaften. Wahnsinnige Beträge. Und die Kosten vervielfältigen sich. Das Produktionskapital geht langsam kaputt (Abschreibungen & Investitionsstau)

    2015: Man kann natürlich das gesamte Vermögen der Währungsunion in die Wagschale werfen. Aber welchen Sinn soll das haben?
    Das wir alle kaputt gehen?
    Woher soll denn das neue Kapital kommen, wenn Griechenland inzwischen auch das deutsche Vermögen verbrannt hat? Anstelle, dass wir ein Schiff zum heben des gesunkenen MS Griechenland schicken, bin wir uns an ein Schiff, dass längst unter Wasser ist mit der Hoffnung vielleicht beide zu retten. Das ist aber nicht möglich.

    Solidarität hätte sich zeigen können, indem wir den Bankrotten Griechen wieder auf die Füße geholfen hätten. Wenn Deutschland auch pleite ist, können wir niemanden mehr retten.

  • Grund für für die Krise sind nicht die Banken allein, sondern schlicht die Tatsache, dass viele Menschen und Staaten MSASSIV über ihre Verhältnisse gelebt haben und der Finanzsektor dies erlaubt hat, auch weil die Politik es so erwartet hat.
    Wir haben uns doch alle an den Rekordexportüberschüssen in die USA erfreut. Wer hat vor 5 Jahren eine Immobilienblase wahr haben wollen? Und die Bildzeitung hat ein Grundrecht auf einen Urlaub auf Malle am Ballermann formuliert. 0 Prozentfinanzierungen erfreuen sich großer Beliebtheit, vor den Lohnzahlungsterminen brechen die Umsätze im Einzelhandel signifikant ein. Die Sparer haben jahrelang gute Zinsen kassiert und nicht gefragt, wie die Banken die Guthabenzinsen erwirtschaften. Jetzt sind die Schuldenstände aufgebläht und den Schulden steht wenig Vermögen gegenüber (Immobilienpreisverfall, Konsumschulden). Wir haben, nach meiner überschlägigen Schätzung vielleicht 1 - 2 Weltjahresproduktionen im voraus ausgegeben. Die Lösung: Konsumenten erhalten einen Dispo in Höhe von 50% des letzten Monatsgehaltes und müssen ihre Möbel und PKWs in bar bezahlen. Dieser finanzpolitische Wechsel würde weltweit 10 - 15% aller Arbeitsplätze sofort vernichten. Danach könnte man sich langsam sanieren, wenn man nicht von Kriminellen (ohne Job und Perspektive) ausgeraubt wird.

  • In der Politik wird leider nicht so genau zwischen wünschbaren Zielen und erreichbaren Zielen unterschieden.
    Natürlich hat der Euro einige Vorteile für die Exportwirtschaft und den innereuropäischen Reiseverkehr und dient der Identifikation der Europäer. Gut gewollt ist nicht gut gemacht. Die Konstruktionsfehler des Euros sind bekannt (keine Wirtschaftsunion, .....u.v.m). Die Fehler haben jetzt zu einer prekären Situation geführt, die sich täglich verschärft. Bürger der PIIGS Staaten müssen für jahrelange fehlerhafte Politik einen hohen Preis bezahlen (= Vorbedingungen für eine Hilfe). Wie würde der dt. Bürger auf staatliche Einschnitte (Renten-, Pensions-, Gehaltskürzungen, Steuererhöhungen) reagieren?

    Meine Frage lautet:
    Wird der Euro es aushalten, wenn die Bürger der PIIGS Staaten ihre Politiker teeren und federn und mit der Bullenpeitsche durch die Stadt treiben würden. Wäre Griechenland noch ein glaubwürdiger Partner, wenn in einer Nacht 10000 Autos brennen würden und Brände Athen erhellen würden?

    Fazit: Die EU Politik Sarkozys und Merkels steht vor einem Dilemma: Um den eigenen Wählern die Euro Rettung "verkaufen" zu können, müssen die Nutznießer der Rettungsschirme "Auflagen" erfüllen. Was passiert, wenn diese Auflagen "offensichtlich" nicht erfüllt werden können? Diese Phase der Krise ist noch nicht erreicht, wird aber bald kommen, weil den Bürgern der Pleitestaaten manche Auflagen nicht zugemutet werden können. Von den Segnungen in den Pleitestaaten hat nur eine kleine Schicht profitiert, die Mehrheit musste sich durchwursteln und verfügt nur uber begrenzte Rücklagen. Der Einbruch der Wirtschaftsleistung in Griechenland wird die dortige soziale Situation weiter verschärfen, die Steuerbasis erodieren und Gewalt in den Städten auslösen. Kann man einem derartigen Schuldner weiter Geld geben?

  • Was sich gezeigt hat: zwischen Real- und Finanzwirtschaft wird die Kluft immer größer. Die reine Finanzwirtschaft erzeugt eine Blase nach der anderen - und immer mehr Finanzprodukte, die in Richtung Esoterik gehen. Also sollte man da eine organisatorische Trennung voranbringen: wir leben schließlich von der Realwirtschaft - UND den mit ihr verbundenen Banken! Die Trennung des Bankensektors könnte ein Regelwerk vollbringen, das vom Staat zu überwachen ist. Auf welche Seite sich da welche Bank schlagen will, bliebe ihr überlassen.
    Als Ergebnis bekämen wir wieder Geldmengen, die in vernünftiger Relation zur erbrachten Wirtschaftsleistung stünden, während der semi-esoterische Finanzsektor sich weiter an seinen Seifenblasen erfreuen könnte - die würden dann aber niemandem mehr schaden. Auch dem €uro nicht!

  • Der Euro um jeden Preis ist ein absoluter Blödsinn.
    Und das Gerede, Deutschland profitiere am meisten vom Euro ist eine Lüge. Die Bürger profitiere keineswegs. Denn der Euro war hierzulande eine 100%ige Preiserhöhung.
    Mit Einführung des Euro brach bei uns der
    Und unser Export, war zu DM-Zeiten höher als jetzt
    Auch blieben zu DM-Zeiten die Exportüberschüsse im Lande. Jetzt verbleiben sie im Ausland
    Profitiert vom Euro haben Banken, sonstige Finanzhaie.
    Jetzt auf andere Länder schimpfen geht auch nicht, die Einführung des Euro war von Anfang an eine kriminelle Tat. Man hat Ländern mit völlig unterschiedlicher Wirtschafsleistung ein Geld übergestülpt zu völlig gleichen Bedingungen. Das kontne nicht gut gehen.
    Und wir sehen es doch, die Länder, die keinen Euro haben, denen geht es gut.
    Und Merkels Dummgeschwätz der Euro entscheidet über Krieg und Frieden, ist eigentlich schon ziemlich daneben.
    Also Rückkehr zu nationalen Währungen und wahrscheinlich sind die Länder dann schnell wiedr fit
    Und in diesem Rahmen muß dann auch mal der Dreckhaufen Brüssel aufgeräumt werden, denn das ist nur noch ein Ort von Lobbyiten, die die Vorgaben machen und das hat mit demokratischer Politk nichts mehr zu tun.
    Ich bin für ein einiges Europa, aber nicht für einen Zentralstaat Europa wie die Sozialistin Merkel ihn so gerne hätte. Womöglich noch einen sozialistischen Zentralstaat.
    Wir müssen zurück zu der schönen Idee der großen Staatsmänner Adenauer und de Gaulle, die ein vereintes Europa mit Freundschaft mit den Nachbarländern wollten udn freien Handel ohne Zölle und Beschränkungen. Wir haben Jahrzehnte damit gut gelebt.
    Manchmal muß man auch mal einen Schritt zurück gehen um ein gutes Ziel zu erreichen.
    Ansonsten würde es mal Zeit, dass wir Bürger uns erheben, denn es wird zu viel Politik gegen das Volk gemacht.
    Margrit Steerphh

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