Letzte libysche Bastion Gaddafis Macht über Tripolis schwindet

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Gaddafis Macht schwindet, die Proteste nehmen nicht ab. Quelle: Reuters

Gaddafis Macht schwindet, die Proteste nehmen nicht ab.

(Foto: Reuters)

Auch zwei Fregatten und ein Versorgungsschiff der Deutschen Marine sollten dabei helfen, deutsche Staatsangehörige in Sicherheit zu bringen. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes hielten sich noch rund 150 Deutsche in Libyen auf, zu denen die Botschaft in Tripolis Kontakt halte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron vereinbarten am Samstag in einem Telefonat eine enge Zusammenarbeit bei der Evakuierung. Sie waren sich nach einer Mitteilung des stellvertretenden Regierungssprechers Christoph Steegmans einig darin, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen möglichst rasch scharfe Sanktionen gegen das Regime in Tripolis verabschieden sollte. Die menschenverachtende Politik Gaddafis müsse ein Ende haben.

Der langjährige Gaddafi-Freund Silvio Berlusconi meinte am Samstag in Rom, der libysche Staatschef habe die Kontrolle in seinem Land verloren. Es drohe jetzt ein humanitärer Notstand mit Zehntausenden hilfsbedürftiger Menschen. Wenn alle an einem Strang zögen, „dann können wir das Blutbad stoppen und das libysche Volk unterstützen“, sagte der italienische Regierungschef.

Beobachter in Tripolis halten es für möglich, dass sich der Gaddafi-Clan in der Hauptstadt verbarrikadiert. Gaddafi kann in erster Linie auf die ihm treu ergebene, knapp 3000 Mann starke Präsidentengarde zählen, die mit modernsten Waffen ausgerüstet und bestens ausgebildet ist. Das übrige Militär in Libyen gilt nach amerikanischer Einschätzung als schlecht ausgerüstet und ausgebildet.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wies darauf hin, dass Gaddafis Sicherheitskräfte mit internationaler Strafverfolgung rechnen müssten. Die Kommandeure und Mitglieder der libyschen Sicherheitskräfte sowie alle ausländischen Kämpfer könnten nach internationalem Recht wegen des ungesetzlichen Einsatzes von Gewalt und Schusswaffen bestraft werden, teilte die Organisation am Freitagabend (Ortszeit) in New York mit.

  • rtr
  • dpa
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4 Kommentare zu "Letzte libysche Bastion: Gaddafis Macht über Tripolis schwindet"

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  • Die Deutschen werden die besten sein, vor allem auf den Gebieten, wo wir mit Steuermitteln am höchsten draufzahlen können!

  • Sicher hat auch unsere Bundesregierung bereits Plaene. Man wird in Libyen - so wie in Afgahanistan - Maedchenschulen bauen und damit werden wir alle anderen austechen.

  • Die Schwierigkeit liegt in der zukünfigen politsich-staatsrechtlichen Strukturierung, Gaddafi ist bereits Geschichte. Die einstige italienische Kolonie ist die einzige echte Perle Nordafrikas und Arabiens für Europa wegen des Ölreichtums, seiner geringen Bevölkerungsdichte und der geringen Relevanz von ethnischen, religiösen und nachbarschaftlichen Konflikten. Wer schnell ist und an der richtigen Stelle Allmosen verteilt und mit scheinbar angemessenen Schmiergeldern sich die richtigen Verträge beschafft, kann das Land samt qualitativ hochwertigem Öl recht bequem einsacken. In Peking sind die Pläne dazu bereits ausgearbeitet und die erste Welle der Unterhändler hat die Koffer längst gepackt und klar definierte Aufgaben im Gepäck, während man in Brüssel, völlig plan- und orientierungslos sich gegenseitig blockierend (weil wieder einmal überrumpelt von den Ereignissen) noch nach Wegen sucht, in Libyen einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wird Libyen nicht schnellstens unter UN- oder EU-Mandat gestellt, könnte es zum Exempel werden für den Kampf des Westens gegen die neuen Weltmächte Asiens - ein Kampf und ein Krieg, für den ganz neue Regeln gelten werden!

  • Diese Subjekt sollte vor den internationalen Gerichtshof und wegen Verbrechens gg. die Menschlichkeit angeklagt werden. Sein in der Welt verstreutes riesiges Vermögen sollte unter der notleitenden Bevölkerung aufgeteilt werden. Dieser Psychopat hat kein Recht mehr auf Leben.

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