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Li Ka-Shing Der reichste Mann Hongkongs steht immer auf der Gewinnerseite

Der reichste Mann Hongkongs ist auf Shoppingtour in Europa. In seiner Heimat äußert er seinen Unmut über die politische Krise in ganzseitigen Zeitungsanzeigen.
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Den Großteil seines Vermögens hat der reichste Hongkonger in Europa und Nordamerika investiert. Quelle: AFP
Li Ka-Shing

Den Großteil seines Vermögens hat der reichste Hongkonger in Europa und Nordamerika investiert.

(Foto: AFP)

Peking Bevor Li Ka-Shing der Besitzer des größten britischen Brauerei- und Kneipenbetreibers Greene King wurde, war er drei Jahre lang dessen Vermieter. Was der 91-Jährige dabei sah, gefiel ihm: Die Pubs der Kette aus Südostengland, die das Kneipensterben der vergangenen Jahre überlebt hatten, steigerten sogar ihre Absätze.

Und Alkohol trinken die Leute selbst bei schlechter Konjunktur, so die Kalkulation des reichsten Mannes Hongkongs. Deswegen zahlt Li nun knapp fünf Milliarden Euro für Greene King. Ein Brexit-Schnäppchen, sozusagen. Denn seit der schicksalshaften Abstimmung von 2016 ist der Wert der Kette um 37 Prozent gesunken, dazu kommt die Schwäche des britischen Pfunds.

Li, der als Kind vom Festland nach Hongkong geflohen war, probierte sich als junger Mann zuerst im Plastikblumengeschäft aus. Während Hongkong nach dem Zweiten Weltkrieg als Brücke zwischen China und dem Ausland rasant wuchs, stieg der Mann mit Investitionen in Immobilien und Häfen zum Tycoon auf.

Doch in den vergangenen Jahren begann Li, der seit den 90er-Jahren kräftig am Bauboom auf dem Festland verdient hatte, sich aus chinesischen und Hongkonger Vermögensanlagen zurückzuziehen. Stattdessen investiert seine Familie vermehrt in entwickelte Märkte, in Deutschland kaufte er etwa 2004 einen 40-prozentigen Anteil an der Drogeriekette Rossmann.

Großbritannien ist aber in der Regel die erste Wahl. Allein dort hat Lis Familie im letzten Jahrzehnt rund 30 Milliarden Euro angelegt und ist damit eine der größten ausländischen Investoren. Erst im vergangenen Jahr hatte seine Firma CK Assets die Londoner Zentrale der UBS für eine Milliarde Dollar erworben.

Nachdem 2015 bekannt wurde, dass Li in mehreren chinesischen Städten Immobilien verkauft hatte, kritisierten ihn örtliche Medien für seine fehlende Loyalität. „People’s Daily“, das Sprachorgan der Kommunistischen Partei Chinas, rief seine Leser dazu auf, „ein besseres Land aufzubauen, so dass er seinen heutigen Weggang morgen bedauert“.

Wohl aber weil Li nicht mehr abhängig vom Geschäft in China und Hongkong ist, kann er sich eine ambivalente Position gegenüber den Demonstranten leisten. Während sich andere Unternehmen auf die Seite der Regierung in Peking schlagen mussten, hüllte sich Li in Poesie: So schaltete er vergangenen Freitag in mehreren Zeitungen ganzseitige Anzeigen, in denen das Wort „Gewalt“ durchgestrichen war, darüber der Hinweis, dass die besten Absichten zu den schlechtesten Ergebnissen führen können.

Unklar ist, ob damit die Demonstranten oder die Regierung gemeint ist. Welche Seite am Ende auch die Oberhand behält – Li Ka-Shing wird vermutlich auf der Gewinnerseite stehen.

Mehr: Peking duldet keine Kritik am Vorgehen in Hongkong. Der Chef der Airline Cathay Pacific musste gehen. Jetzt geraten die weltgrößten Wirtschaftsprüfer in den Fokus.

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