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Libanon Nächtliche Kämpfe fordern Tote und Verletzte

Nach dem Attentat auf de Geheimdienstchef al Hassan kam es unter anderem in der Hauptstadt des Libanons zu Ausschreitungen. Mindestens zwei Menschen wurden bei den Kämpfen zwischen Sunniten und Schiiten getötet.
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In der libanesischen Hauptstadt Beirut kam es zu heftigen Ausschreitungen. Quelle: AFP

In der libanesischen Hauptstadt Beirut kam es zu heftigen Ausschreitungen.

(Foto: AFP)

Beirut/Berlin Bei nächtlichen Kämpfen zwischen Sunniten und Schiiten im Libanon sind nach Angaben von Sicherheitskräften und Medien mindestens zwei Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt worden. Zusammenstöße wurden von Sonntag auf Montag aus zwei Vierteln der Hauptstadt Beirut, aber auch im Norden und Süden des Landes gemeldet.

So gab es den Sicherheitskreisen zufolge einen Toten bei Kämpfen in Tripoli, einen zweiten bei einer Schießerei in der Gegend von Wadi Sajneh Richtung Sidon im Süden. In Beirut seien mindestens sechs und in Tripoli zehn Menschen verwundet worden. In dem vorwiegend sunnitischen Stadtteil der Hauptsatdt Beirut Tarik Dschadideh waren nach Beobachtung eines AP-Fotografen nach den Kämpfen am Montag Dutzende Bewaffnete auf den Straßen unterwegs. An einigen Straßen waren Sperren errichtet

Die anhaltende Gewalt im Libanon verstärkt die Befürchtung, dass der syrische Bürgerkrieg auf das kleine Nachbarland übergreifen könnte. Die meisten Sunniten halten zu den mehrheitlich sunnitischen Aufständischen in Syrien, die Mehrheit der Schiiten steht auf der Seite des syrischen Staatschefs Baschar Assad. Der vorige Woche bei einem Bombenanschlag getötete Geheimdienstchef Wissam al Hassan war Sunnit gewesen und hatte sich mit Syrien und der schiitischen Hisbollah angelegt.

Nach al Hassans Beerdigung am Sonntag versuchten Hunderte wütende Demonstranten, den Regierungssitz von Ministerpräsident Nadschib Mikati zu stürmen. Soldaten drängten sie mit Warnschüssen und Tränengas zurück. Bereits zuvor hatten die Protestierer den Rücktritt der von der Hisbollah dominierten Regierung gefordert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unterdessen das tödliche Attentat al Hassan aufs Schärfste verurteilt. „Die, die für dieses infame Attentat verantwortlich sind, müssen so schnell wie möglich ermittelt und dann zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Merkel sehe die Entwicklung im Libanon mit größter Sorge. „Sie fordert alle politischen Kräfte im Lande auf, Besonnenheit walten zu lassen und ein Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf den Libanon zu verhindern.“

  • dapd
  • dpa
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