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Libyen Banken in Tripolis geht das Geld aus

Die Rebellen sind in Libyen auf dem Vormarsch. In Tripolis mehren sich die Anzeichen dafür, dass es für Gaddafi eng wird. Die Öl- und Küstenstadt Al-Brega wird von Rebellen kontrolliert und sogar den Banken geht das Geld aus.
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Libyscher Rebell. Für Machthaber Gaddafi wird es eng. Quelle: Reuters

Libyscher Rebell. Für Machthaber Gaddafi wird es eng.

(Foto: Reuters)

Bengasi/KairoDie Rebellen in Libyen bringen das Regime von Muammar al-Gaddafi nach eigenen Angaben immer mehr in Bedrängnis. Die lange umkämpfte Stadt Al-Brega befinde sich nunmehr vollständig unter ihrer Kontrolle, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira am Samstag. Auch die wichtigen Öl- und Raffinerieanlagen seien in den Händen der Aufständischen. In der Rebellenhochburg Bengasi sei das Ereignis gefeiert worden. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht.

Während die Rebellen auf Tripolis vorrücken, bereiten sich die Muammar al-Gaddafi verbliebenen Truppen augenscheinlich auf die Verteidigung der Hauptstadt vor. Ein Bewohner sagte am Samstag: „Überall sind Bewaffnete in den Straßen, Soldaten, Angehörige der Revolutionskomitees (des Gaddafi-Regimes) und Freiwillige der Volksschutz-Truppen.“

Auch wirtschaftlich zeigen die internationalen Sanktionen gegen Libyen und das Vordringen der Rebellen auf die Hauptstadt Wirkung. Den Banken in Tripolis geht das Geld aus. Staatsangestellte bekommen derzeit keine Gehälter mehr ausgezahlt. „Seit Donnerstag haben wir kein Geld mehr und wir wissen auch nicht, wann sich das ändern wird“, sagte ein Bankangestellter in Tripolis am Samstag der dpa. Treibstoff und andere Güter sind schon länger knapp.

Die Rebellen hatten zuvor berichtet, nach den Niederlagen der Gaddafi-Truppen in mehreren Ortschaften rund um Tripolis sei eine große Anzahl Kämpfer der Regierungstruppen in die Hauptstadt geflohen. Augenzeugen in Tripolis hörten in der Nacht heftige Gefechte. Diese seien viel intensiver gewesen als die vereinzelten Schusswechsel, die es in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gegeben hatte.

Nach ihren jüngsten Erfolgen zeigen sich die Rebellen überzeugt, dass die Tage Gaddafis gezählt sind. In Al-Brega hätten ihre Kämpfer einen General Gaddafis festgenommen. Dank der militärischen Karten, die er bei sich getragen habe, wüssten sie jetzt, wo im östlichen Frontabschnitt Minen verlegt seien.

Als weiterer Beweis für die schwindende Kontrolle der Truppen, die loyal zu Gaddafi stehen, gilt die Flucht von Abdulsalam Dschallud. Der ehemalige Politiker und Militär gehörte schon vor der Revolution von 1969, die Gaddafi an die Macht gebracht hatte, zu dessen Freundeskreis. Er galt lange als zweiter Mann hinter Gaddafi, fiel später jedoch in Ungnade.

Dass Dschallud am Freitag über die von den Rebellen kontrollierten Nafusa-Berge floh, wird als Indiz dafür gewertet, dass er sich mit den Aufständischen abgesprochen hatte. Gefechte meldeten die Rebellen am Samstag aus der Ortschaft Al-Chadra rund 80 Kilometer südöstlich von Tripolis.

Polen will angesichts der Lage in der libyschen Hauptstadt seine Landsleute noch an diesem Wochenende in Sicherheit bringen. Das Warschauer Außenministerium teilte mit, die maltesische Fähre „MS Triva 1“ solle am Sonntagmorgen in Tripolis eintreffen. Alle Polen, die das Land verlassen wollten, sollten sich schnellstmöglich mit der Botschaft in Verbindung setzen. Auch die den UN nahestehende Hilfsorganisation IOM will in den kommenden Tagen Tausende Menschen aus der libyschen Hauptstadt Tripolis in Sicherheit bringen.

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  • dpa
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