Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Libyen Gaddafi-Regime steht vor dem Untergang

Libyens Regime bricht zusammen: Die Rebellen kontrollieren die Hauptstadt, seine Söhne sind gefangen - doch wo der Diktator ist, weiß niemand. Deutschland deutet bereits Hilfe beim politischen Wiederaufbau an.
Update: 22.08.2011 - 10:25 Uhr 27 Kommentare

Rebellen: Haben Tripolis erobert

Doha/Tripolis/Washington/DüsseldorfNoch liefern sich in der libyschen Hauptstadt Tripolis Soldaten und Rebellen in der Nähe des Gebäudekomplexes von Staatschef Muammar Gaddafi heftige Gefechte. Doch Rebellensprecher Mohammed Abdel Rahman erklärte, Panzer seien am Montag von dem Gelände gefahren und hätten geschossen.

In der Nacht waren die Kämpfer in der libyschen Hauptstadt Tripolis eingerückt. Nach 42 Jahren feiert Libyen das Ende des Regimes von Muammar al-Gaddafi. In der Hauptstadt Tripolis bejubelten Tausende den Sieg der Aufständischen. In der Rebellenhochburg Bengasi und anderen Städten wurden Feuerwerkskörper gezündet und Freudenschüssen abgefeuert. „Wir gratulieren dem libyschen Volk zum Sturz von Muammar al-Gaddafi und rufen das libysche Volk auf, auf die Straßen zu gehen und das öffentliche Eigentum zu beschützen. Lang lebe das freie Libyen“, heißt es in einer am Morgen verbreiteten Erklärung des Übergangsrates, berichtete die „New York Times“ auf ihrer Website.  

Am frühen Montagmorgen war Tripolis nach Angaben der Rebellen bis auf wenige Widerstandsnester vollständig in der Hand der Regimegegner. Die Aufständischen hatten Tripolis nach sechsmonatigen Kämpfen gegen Gaddafis Truppen am Sonntag erreicht. AP-Reporter, die sie begleiteten, berichteten, die Rebellen seien auf ihrem Vormarsch von den westlichen Randbezirken der Hauptstadt auf keinen nennenswerten Widerstand gestoßen.

Der Anführer von Gaddafis Leibgarde habe die Soldaten angewiesen, die Waffen niederzulegen, erklärte der Informationsminister der Rebellen, Mahmud Schammam. Zwei Söhne des Despoten wurden festgenommen, ein dritter unter Hausarrest gestellt. Über den Aufenthaltsort von Gaddafi selbst lagen zunächst keine Informationen vor. Ein Vertreter des Übergangsrates sagte, er „glaube nicht, dass Gaddafi noch in Tripolis“ sei.  

Am frühen Montagmorgen brachten die Rebellen auch den Grünen Platz im Herzen von Tripolis unter ihre Kontrolle. Fernsehsender zeigten Hunderte von Menschen, die auf dem Platz in der Nähe des Anwesens von Gaddafi feierten und Freudenschüsse abgaben. Andere schossen auf Riesenposter mit dem Konterfei von Gaddafi. Laut Al-Dschasira kündigte die Rebellen an, den Platz wieder in „Platz der Märtyrer“ umzubenennen.  

Viele Soldaten Gaddafis seien gefangen genommen worden, hieß es. Andere würden immer noch Widerstand leisten. Gaddafis Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagte am Sonntagabend, in Tripolis habe es seit dem Mittag mindestens 1300 Tote gegeben.

Al-Dschasira zeigte Bilder, wie jubelnde Menschen die Aufständischen auf den Straßen von Tripolis begrüßten, tanzten und Freudenschüsse abgaben. Viele skandierten „Allah ist mächtig“ oder „Tripolis wird frei sein“. Auch aus anderen Städten des Landes wurden Freudenfeiern gemeldet. In der Rebellenhochburg Bengasi versammelte sich eine riesige Menschenmenge zu einem Freudenfest.

Brexit 2019
Gaddafis Söhne sind gefangen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Libyen - Gaddafi-Regime steht vor dem Untergang

27 Kommentare zu "Libyen: Gaddafi-Regime steht vor dem Untergang"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Andre, Sie scheinen am Moskauer Institut für Marxismus-leninismus studiert zu haben, sonst hätten Sie das so "gut" nicht schreiben können. Stabilität und angemessenen Wohlstand - ha, ha für wen? In erster Linie für eigene Mafia-Struktur, die er durch angemessene Korruption und zu "Gesetz" gewordene kriminelle Handlungen stützte. So funktioniert das, wenn Verbrecher über 40 Jahre an der Macht weilen, eigenes Volk tyranisieren und sich mit üblesten Diktatoren dieser wahrlich unvollkommener Welt paktieren. Überlassen Sie die Zukunft dem libyschen Volk. Ihre Hellseherei ist weder angemessen, noch einen Cent Wert. Die Leser hier sind nicht naiv, aber in erster Linie nicht so bessesen von egoistischem Ignoratentum, wie Sie. Schande, dass es an diesem Tag so jemand gibt, der hier seine Giftgalle verspritzen darf.

  • @AS1

    Da werden Sie jetzt sicher heimkehren ins Land Ihrer Väter

  • Vor allem hat sich jahrelang der Gaddafi-Clan mit grenzenlosem Wohlstand versorgt.
    Man kann wirklich nur noch den Kopf über Ihre Kommentare schütteln.
    Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, dort herrscht zur Zeit Revolution. Und Revolutionen haben es nunmal an sich, dass es dort eine gewisse Zeit keine geordneten Verhältnisse gibt.

  • http://www.politaia.org/terror/nato-schlaechterei-in-tripolis-von-thierry-meyssan-voltairenet-org/

  • Gaddafi war über viele Jahre ein Grant für Stabilität und angemessenen Wohlstand Libyens. Was nun folgt wird sein ein Mix aus Korruption, aufblühender Kriminalität, entwicklung maffiöser Strukturen, Radikalislamismus und vor allem Schleuserkriminalität nach Europa unvorstellbaren Ausmaßes.
    Ich wundere mich schon, wie naiv hier einige Leser sind.

  • Hmm, was das alles soll erkennt man ja an den Rohölnotierungen.

    Mist, man hätte Öl shoren sollen.

    Je mehr von den Regiemen gestürzt werden, um so sicherer sprudelt das Öl. War eh klar, dass die USA über wikileads das alles nur initiiert haben, um die Ölversorgung anzusichern.

    danke Mr. President

  • Glückwunsch Libyen. Ich hoffe nur, auch unsere Politiker lernen daraus und lassen sich nicht länger mit solchen Potentaten ein wie in diesem Fall: http://komma-magazin.de/cms/Aussenpolitik/Heuchelei

  • Glückwunsch! Ich hoffe nur, auch unsere Politiker lernen daraus und lassen sich nicht länger mit solchen Potentaten ein:
    http://komma-magazin.de/cms/Aussenpolitik/Heuchelei

  • Ich bin Fassungslos. Wenn man die Kommentare und Antworten hier liest, gewinnt man den Eindruck, dass eine brutale Diktatur für viele von den Beitragsschreibern ein gewünschtes Ziel, die angestrebte Lösung ist. Sie müssen hier unbedingt ihren Gallengift los werden, da wieder einer ihrer Lieblinge in der Geschichte versunken ist. Kein Wunder, dass in diesem Land einer wie Hitler eine Chance hatte und die DDR bis heute ihre Sympatisanten hat. Man sollte untersuchen, ob es ein genetischer Fehler ist oder neuerdings die Wirkung hiesiger Medien. Bei so einem Aussenminister jedoch kein Wunder. Seit Monaten plädiere ich dafür: Herr Westerwelle treten Sie endlich zurück. Ihr Wirken hat einen negativen Einfluß auf die politische Entwicklung Deutschlands, Europas und der ganzen Welt. Nachdem Sie Ihrem Schützling nicht mehr helfen könn, treten Sie endlich zurück !!!!

  • @Andre

    Vergessen Sie nicht, dass die E.U. von Afrika bzw. Schwarzafrika sehr profitiert!
    Wohin geht z. B. die Überproduktion aus der der subventionierten Landwirtschaft der E.U.? Genau, auf afrikanische Märkte. Und das zu Preisen, die es dortigen Bauern nicht mehr ermöglicht, eigene Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen an zu bieten. Das bedeutet, dass afrikanische Bauern arbeitslos werden und ihr Geld woanders verdienen müssen. Man kann z. B. sehr genau verfolgen, wohin es die afrikanischen Bauern zieht. Nach Europa! In Spanien arbeiten sehr viele illegale Einwanderer im Gemüseanbau unter miesen Bedingungen, nur damit der Deutsche bei Aldi und Lidl sein Billiggemüse einkaufen kann. Und jetzt wollen Sie die Grenzen für diese Flüchtlinge "dicht machen", nur weil sie sich gestört fühlen? Unser Verhalten löst u. a. solche Flüchtlingsströme erst aus, das sollte man sich erst einmal deutlich vor Augen führen!

Alle Kommentare lesen