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Libyen Gaddafi-Sohn angeblich in Sirte gefasst

Verwirrung um Gaddafis Sohn: Die libysche Führung meldete zunächst, dass sie einen Sohn des Machthabers Gaddafi festgenommen hätten. Der libysche Übergangsrat bestätigte die Festnahme des Gaddafi-Sohns jedoch nicht.
12.10.2011 Update: 13.10.2011 - 03:54 Uhr 1 Kommentar

Gaddafi-Sohn in Sirte festgenommen

Kairo/Tripolis In Libyen haben widersprüchliche Berichte über die angebliche Festnahme eines der Söhne des untergetauchten früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi für Verwirrung gesorgt. Nachdem Angehörige des libyschen Übergangsrats zunächst mitgeteilt hatten, dass Mutassim Billah al-Gaddafi in der Hafenstadt Sirte gefasst und nach Bengasi zum Verhör gebracht worden sei, konnte dies später in Bengasi nach einem Bericht des BBC in der Nacht zum Donnerstag offiziell nicht bestätigt werden.

Ein Sprecher des Nationalen Übergangsrats in Libyen ist am Mittwoch Berichten über eine Festnahme von Mutassim Gaddafi jedoch entgegen getreten. Bei Gefechten in Sirte seien zwar enge Vertraute des Sohns des ehemaligen Machthabers Muammar al Gaddafi gefangen genommen worden, nicht jedoch Mutassim selbst, sagte Dschalal el Gallal in Bengasi. Er habe mit Kommandeuren in Sirte gesprochen und es gebe „keine Bestätigung, dass Mutassim Gaddafi gefangenen genommen wurde“.

Eine eindeutige Klärung war in der Nacht zunächst nicht möglich. Zunächst hatte es geheißen, der Gaddafi-Sohn sei von Soldaten des Übergangsrats gestellt worden, als er Sirte zusammen mit seiner Familie in einem Geländewagen verlassen wollte.

Libysche Rebellen feiern. Quelle: dpa

Libysche Rebellen feiern.

(Foto: dpa)

Nach Bekanntgabe der Festnahme waren in der Hauptstadt Tripolis und in der Hafenstadt Misrata Freudenschüsse zu hören. In den vergangenen Wochen haben die einstigen Rebellen mehrmals die Festnahme von Gaddafi-Söhnen oder Vertrauten des Ex-Diktators gemeldet und gefeiert. Die Berichte erwiesen sich stets als falsch. Zuletzt war Anfang Oktober die Festnahme des Gaddafi- Regierungssprechers Mussa Ibrahim gemeldet und kurz darauf dementiert worden. Im August wiederum wurde während der Kämpfe um Tripolis die Festnahme des vom Internationalen Strafgerichtshof gesuchten Gaddafi-Sohnes Saif al-Islam gefeiert. Auch diese Berichte wurden wenig später dementiert.

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    Motassim Bilal Gaddafi, Sohn von Muammar Gaddafi (Archivbild). Quelle: dpa

    Motassim Bilal Gaddafi, Sohn von Muammar Gaddafi (Archivbild).

    (Foto: dpa)

    Der 1975 geborene Karrieresoldat und Arzt war 2007 zum Chef des nationalen Sicherheitsrates berufen worden. Mutassim galt vor dem Beginn des Aufstandes in Libyen als der stärkste Konkurrent seines Bruders Seif el Islam um die Nachfolge an der Staatsspitze.

    Er soll zuletzt den Widerstand der Gaddafi-Anhänger im 360 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Sirte befehligt haben. Im Stadtzentrum von Sirte machten die Kämpfer der neuen libyschen Führung am Mittwoch immer mehr Boden gut und gingen gegen die letzten Widerstandsnester vor. Sie rechneten mit einer baldigen vollständigen Einnahme der Stadt.

    Mehrere Mitglieder des Gaddafi-Clans haben sich in den letzten Monaten ins Ausland abgesetzt, andere sind im Land untergetaucht. Mutassims Bruder Seif el Islam soll sich in der ebenfalls umkämpften Stadt Bani Wali aufhalten, möglicherweise gemeinsam mit seinem Vater.

    • rtr
    • afp
    • dpa
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    1 Kommentar zu "Libyen: Gaddafi-Sohn angeblich in Sirte gefasst"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Oh, widersprüchliche Meldungen haben für eine Verwirrung gesorgt. Tja, das liegt einzig daran, daß es die Medien weltweit nicht bleiben lassen können, unbewiesene Meldungen zu veröffentlichen. Anstatt die Klappe zu halten, wenn man nichts weiß, wird munter eine Fehlmeldung nach der anderen hinausgetrötet. Wie oft wurden auch hier im Handelsblatt (und FAZ und SZ und und und) schon Siegesgesänge zum Ende des Kampfes in Libyen angestimmt? Tja, die Realität sieht anders aus, aber was interessiert die Medien das Geschreibsel von Gestern? Tja, man beansprucht für sich besondere Rechte, von wegen "vierte Gewalt", aber man verspielt mit jeder Falschmeldung - vorgetragen im Weltuntergangspathos - jeglichen Kredit. Tja, warum wohl sind Journalisten genauso unbeliebt wie Politiker? Weil man ihnen nicht trauen kann!

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