+++Liveblog+++ Obama droht Russland erneut mit „Kosten“

US-Präsident Barack Obama adelt Arseni Jazenjuk. Es ist eine bedeutende Geste, dass der ukrainische Übergangspremier heute im Oval Office vorsprechen darf. Kanzlerin Angela Merkel hat unterdessen einen Termin in Polen.
Update: 12.03.2014 - 21:25 Uhr 32 Kommentare

Krim-Krise: Merkel kündigt Stufe Zwei an

Heute reist Kanzlerin Angela Merkel nach Polen, in Washington hat der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk einen Termin mit Barack Obama und Übergangspräsident Alexander Turtschinow will auf militärische Operationen auf der Krim verzichten. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++Anführer der Krim-Tartaren zweifelt Legitimität von Referendum an+++

Ein Anführer der Krim-Tartaren hat in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Legitimität des Referendums über die Zukunft der Krim in Zweifel gezogen. „Meinerseits habe ich Zweifel an der Zweckmäßigkeit geäußert, ein Referendum zu organisieren, und an dessen LegitimitätÅ, sagte Mustafa Dschemilew am Mittwoch dem ukrainischen Fernsehsender Kanal 5 mit Blick auf die für Sonntag geplante Abstimmung. Laut einer Erklärung der Medschles, der Versammlung der muslimischen Minderheit der Tartaren, dauerte das Telefonat eine halbe Stunde.

+++Obama droht Russland erneut mit „Kosten“ +++
US-Präsident Barack Obama hat das für Sonntag geplante Referendum auf der Krim über einen Beitritt zu Russland erneut entschieden zurückgewiesen. Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk am Mittwoch in Washington bekräftigte Obama zudem, dass Russland mit „Kosten“ zu rechnen habe, sollte es in der Ukraine weiter internationales Recht brechen. Die internationale Gemeinschaft strebe eine diplomatische Lösung an, stehe aber eindeutig hinter der ukrainischen Übergangsregierung. Auf lange Sicht seien andere Übereinkommen in der Krim-Region möglich. Aber nicht, wenn der Ukraine die Pistole auf die Brust gesetzt werde.

+++OSZE-Chef spricht mit Putin über Ukraine-Beobachtermission+++
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) hat Russland aufgefordert, eine Beobachtermission in der Ukraine zuzulassen. Das machte der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwochnachmittag deutlich, wie die Organisation in Bern mitteilte. Burkhalter habe betont, dass die Beobachter auch dazu beitragen könnten, die Sicherheitslage der Minderheiten in dem Land zu verbessern. In dem Gespräch sei es außerdem um die Bildung einer internationalen Kontaktgruppe gegangen. Putin und Burkhalter, der auch Schweizer Regierungschef ist, hätten vereinbart, in Kontakt zu bleiben und weiter nach Wegen aus der Krise zu suchen.

Ukraine rüstet sich für Konfrontation mit Russland

+++Westliche Staaten warnen Russland vor einer Annektierung der Krim+++

Die G-7-Staaten und die EU forderten Moskau auf, „unverzüglich“ seine Unterstützung für das Referendum über die Zukunft der Krim am Sonntag einzustellen. „Ein solches Referendum hätte keine Rechtskraft“, erklärten sie. Russland müsse zudem den Konflikt auf der Krim und in anderen Teilen der Ukraine „unverzüglich“ entschärfen, seine Truppen auf die „Vor-Krisen-Stärke“ zurückführen und in die Kasernen zurückziehen.

+++ Künstler erklären öffentlich Unterstützung für Putin+++
Mehr als 150 russische Künstler haben in der Krise um die Halbinsel Krim öffentlich ihre Unterstützung für Kremlchef Wladimir Putin erklärt. Im Ukraine-Konflikt könnten sie nicht länger „gleichgültige und kaltherzige Beobachter“ bleiben, heißt es in dem am Mittwoch vom Kulturministerium in Moskau veröffentlichten Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehört auch Stardirigent Waleri Gergijew, der 2015 Chef der Münchener Philharmoniker werden soll.

+++Ohne Deeskalation Sanktionen gegen Russland unabdingbar+++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland in der Krim-Krise für kaum noch vermeidbar. „Wenn es zu keiner Kontaktgruppe kommt, wenn die Gespräche nicht erfolgreich sind, dann sind Sanktionen unabdingbar“, sagte Merkel am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk in Warschau. Wenn es keine Deeskalation von russischer Seite gebe, „wovon man Stand heute leider ausgehen muss“, würden die EU-Außenminister am Montag die Stufe zwei der Sanktionen mit ersten Beschlüssen umsetzen. In den Gesprächen der vergangenen Tage mit Russland habe es keine Fortschritte gegeben.

Weißrussland will Kampfjets
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  • So, wieder ein mehr als erfreulicher Handelstag, und die Überweisung in die Ukraine ist auch raus. Putins Knechte sabbern, ich handle. deltaone is second to none ;)

  • @ Le(e)hrling

    - klare Antwort...endlich mal ein Argument...es war eine Überdosis !

    Da sollten Sie um so mehr aufpassen, sonst sind Sie schneller in dem Alter, als Sie glauben !

  • Ihre Besorgnis rührt mich, aber anders als Sie befinde ich mich noch nicht in dem Alter, in welchem man im Frühling einen Sonnenstich und Kreislaufprobleme bekommt.

  • Zitat : Eine Sanktionsspirale gegen Russland könne unabsehbare Folgen haben. Es gebe Firmen, die so stark im Russland-Geschäft tätig seien, dass für sie massive Sanktionen existenzbedrohend wären.

    - aber das interessiert wohl Merkel nicht ! Wie hat sie sich bei der Pressekonferenz mit dem Polen ausgedrückt :

    Die EU will den Ukrainern helfen....sie könnte an der Grenze zwischen der EU und der Ukraine Ausbildung betreiben.......:-)

    Diesen Satz muss man sich mal vor Augen führen !

    Dämlichere Sprüche kann eine "Kanzlerin" wohl nicht mehr in die Welt setzen !

    Und dem Polen sind die Sanktionen doch Wurst : er holt sich sein Geld vom Europäischen Steuerzahler ab !

  • Anschauen, damit Sie wissen, was die Zukunft bringt, weil sich Geschichte immer wiederholt - das ist also ZWANGSLÄUFIG:
    http://www.youtube.com/watch?v=EdSq5H7awi8
    Und die amerikanischen Eliten werden mit Sicherheit nicht so irrsinnig sein und wirklich einen apokalyptischen Weltkrieg anzetteln respektive zulassen, weil die ihre eigenen Schäfchen längst im Trockenen haben und garantiert nicht selbst untergehen möchten.

  • ...ganz meine Meinung und Worte. Doch erwarten Sie kein Verständnis seitens der hier bezahlten und schreibende Kobolde!

  • Ich habe vor vielen Jahren vor Geschäften ( mit Großinvestitionen ) in Russland und auch China gewarnt.
    Verstaatlichungen - sowie politische Verfolgung und auch
    Enteignungen sind in pseudo feudalen Strukturen mit diktatorischer Struktur jederzeit möglich.
    Jelzin wollte nach seiner Präsidentschaft - mehr Ordnung - in Russland. Nun ja, das hat Jelzin geschafft.
    Leider haben wir jetzt einen mini-Stalin, der auf seine eigene Propaganda herein fällt.
    Ob Ukraine oder Tibet...es wird weitere Verwerfungen geben. Ich wünsche den Menschen in der Ukraine und in Russland - Frieden und Wohlstand in demokratischen Systemen. Besinnt Euch und glaubt KEINER Propaganda !

  • Ach noch so zur Ergänzung: Ein ordentliches Zurückfahren der Rohstofflieferungen aus Russland bedingt allenfalls Preissteigerungen in einer Größenordnung von Tagesvolatilitäten. Das verschmerzen wir locker. Ein bisschen Einsparen an Ressourcen nützt am Ende sogar der Umwelt. Es gibt also kein Problem. Und das schöne daran ist: Es geschieht ganz leise, sorgfältig und stille... Und keiner kann etwas dagegen unternehmen. Noch nicht mal lautes Schreien aus Russland könnte man bei dieser Stille verstehen....
    Ach ja, kauft hier jemand russische Produkte? Ich nicht!
    Zukünftig? Ich kann miur das irgendwie nicht so recht vorstellen....

  • @ Inflate_Or_Die

    Zitat : Current account Balance


    https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html

    - Da erübrigt sich jeder Kommentar !

  • Die Berliner Politiker sind erst einmal eindeutig zu ignorant, um zu begreifen, dass das Allerwertesten-kriecherische Vasallentum gegenüber den "transatlantischen Freunden" unserem Land letztendlich nur schadet und nicht nützt. (Das Einzige, was man sich vorstellen kann, ist, dass es ihnen bestenfalls persönlich etwas einbringt).
    Erkennen hätten die das nämlich bereits beim Angriff der "transatlantischen Freunde" auf den Euro vor vier Jahren. Obwohl auch der Euro nur eine ungedeckte Papierwährung ist wie der USD (und damit ebenfalls wie alle Papierwährungen vorher wieder auf den Wert Null fallen wird), war damals die größte Gefahr für den USD nicht Echtgeld (Gold) wie heute, sondern der Euro - und deshalb musste er attackiert werden:
    http://www.larsschall.com/2011/03/27/wir-sind-inmitten-einer-epochalen-tektonischen-verschiebung-%E2%80%93-teil-1/
    http://www.larsschall.com/2011/03/30/wir-sind-inmitten-einer-epochalen-tektonischen-verschiebung-%E2%80%93-teil-2/
    Wenn Sie es noch ausführlicher haben möchten, empfehle ich Ihnen das Buch von James Rickards: "Währungskrieg: Der Kampf um die monetäre Weltherrschaft".
    Europa ist für die Amerikaner letztendlich nur ein Spielball für die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen - und das Hauptinteresse liegt in der Aufrechterhaltung des Fiat-Dollar-Systems.
    Schauen Sie sich einmal zwei Charts an, die die Amis übrigens selbst erstellt haben:
    - Leistungsbilanzen der Länder (Wer steht hier an allerletzter Position?):
    https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html
    - nationale Verschuldung (Erinnert Sie der Verlauf dieser Kurve an eine Funktion aus dem Mathematikunterricht?)
    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/GFDEBTN
    >> Sie sehen: Amerika ist pleite, restlos pleite - und nur, weil die "Welt" den USD noch als "Leitwährung" akzeptiert, ist der Staatsbankrott noch nicht "offiziell bestätigt".
    Amerika MUSS deshalb UNBEDINGT eine stärkere Ausrichtung Europas nach Asien verhindern.

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