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+++Liveblog++++ Russland: Westen als Vermittler unglaubwürdig

Russland greift zur „Gaswaffe“: Der Gazprom droht, der Ukraine den Hahn abzudrehen. Die EU oder die USA seien als Vermittler im Konflikt untragbar, erklärt Moskau. Und prorussische Kämpfer übernehmen einen Stützpunkt.
Update: 08.03.2014 - 00:54 Uhr 76 Kommentare
Das Firmenlogo von Gazprom auf einem Gebäude in St- Petersburg.

Das Firmenlogo von Gazprom auf einem Gebäude in St- Petersburg.

Düsseldorf/Kiew/BerlinIn der Ukraine bleibt die Lage kritisch. Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind angespannt wie seit Jahren nicht mehr. Die aktuellen Nachrichten im Liveblog.

+++ Obama ruft Merkel aus dem Urlaub an +++

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben am Freitag telefonisch über die Situation in der Ukraine gesprochen. Obama habe Merkel von seinem derzeitigen Urlaubsort Key Largo im US-Bundesstaat Florida angerufen, teilte das Weiße Haus in der Nacht auf Samstag mit. Details des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt.

+++ Prorussische Kämpfer stürmen ukrainischen Stützpunkt +++

Auf der ukrainischen Halbinsel Krim sind nach Angaben der Übergangsregierung in Kiew am Freitag prorussische Kämpfer in einen Stützpunkt der ukrainischen Luftwaffe vorgedrungen. Bewaffnete Männer seien mit einem Lastwagen in die Raketenabwehrstation gefahren, berichtete ein Reuters-Reporter vor Ort. Es seien keine Schüsse gefallen. Das Tor des Stützpunkts sei nicht beschädigt. Die Angreifer verhandelten mit dem dortigen Kommandeur, teilte das Verteidigungsministerium mit. Auf der Basis stationierte ukrainische Soldaten hätten sich in Kasernengebäuden verbarrikadiert.

+++ Merkel weißt Timoschenkos Forderungen zurück +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Forderung der ukrainischen Politikerin Julia Timoschenko nach sofortigen harten Wirtschaftssanktionen gegen Russland zurückgewiesen. Es gebe seit dem Sanktionsbeschluss der EU vom Donnerstag keinen neuen Sachstand, sagte sie am Freitag in Dublin. Die EU habe sehr deutlich gemacht, wie sie vorgehen werde: „Wir erwarten uns innerhalb weniger Tage Bildung eines diplomatischen Gremiums“, sagte sie mit Blick auf die vom Westen geforderte und von Russlands Präsident Wladimir Putin im Prinzip zugesagte Kontaktgruppe. „Wenn das nicht der Fall ist, dann wird man weitere Sanktionen ins Auge fassen müssen“, fügte Merkel hinzu.

+++ Russland: Westen nicht glaubwürdig genug um Vermittler zu sein +++

Russland rechnet im Konflikt mit der Ukraine derzeit nicht mit einer Vermittlungsrolle der Europäischen Union oder der USA. Der Westen habe durch sein Verhalten in der Krise erheblich an Glaubwürdigkeit verloren, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag im russischen Staatsfernsehen. „Die westlichen Partner haben wohl Kredit verspielt, wenn man sich das Schicksal des Vertrags vom 21. Februar anschaut“, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Das damals unter anderem von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vermittelte Abkommen der ukrainischen Opposition mit Präsident Viktor Janukowitsch sollte einem Kompromiss den Weg bahnen.

+++ Moskau befürchtet Verfolgung von Russen +++

Die Regierung in Moskau hat sich besorgt über die Sicherheit der Russen in der Ukraine gezeigt. Sollten die "Verantwortlichen für den Staatsstreich in Kiew" die Krim und den Osten des Nachbarlandes erreichen, sei eine Verfolgung der russischen Bevölkerung zu befürchten, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow am Freitag russischen Nachrichtenagenturen. Peskow machte sich zudem über den Vorschlag lustig, der Westen könne zwischen Russland und der neuen Regierung in Kiew vermitteln. Die westlichen Staaten hätten durch ihr Verhalten in der Krise ihre Glaubwürdigkeit verloren, sagte er.

+++ Russland: Staatsduma würde zeitnah Rahmen für Aufnahme der Krim schaffe +++

Die Staatsduma in Moskau könnte bereits am 21. März über ein Gesetz zum Beitritt der ukrainischen Halbinsel Krim zu Russland abstimmen. Das teilte Sergej Mironow von der kremltreuen Partei Gerechtes Russland am Freitag in Moskau mit. „Wir versprechen, alle nötigen Beschlüsse in kürzester Zeit zu fassen, falls sich die Krim am 16. März im Referendum für einen Beitritt ausspricht“, sagte Mironow. Das Gesetz bedeutet noch nicht die Aufnahme, sondern schafft nur eine der Voraussetzungen dafür. Bei einem von kremlnahen Kräften organisierten Konzert am Roten Platz schwenkten am Abend Zehntausende Spruchbänder mit Aufschriften wie „Die Krim ist russischer Boden“.

+++ Frankreich unterstützt Klitschko +++

Frankreichs Staatschef François Hollande hat dem ukrainischen Präsidentschaftskandidaten Vitali Klitschko Entschlossenheit im Umgang mit der Krim-Krise zugesichert. Die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine seien nicht verhandelbar, sagte Hollande nach einem Treffen mit dem pro-westlichen Politiker in Paris. Es könne auf der Halbinsel Krim kein Referendum über einen Anschluss an Russland geben, ohne dass die Regierung in Kiew dem zustimmt. Das moskautreue Regionalparlament auf der Krim bezeichnete er als „Pseudo-Parlament“. Neben Klitschko empfing Hollande auch den früheren ukrainischen Außenminister Pjotr Poroschenko im Élyséepalast.

+++IWF „beeindruckt“ von ukrainischem Reformwillen+++
Im Ringen um Finanzhilfen für die Ukraine hat der Internationale Währungsfonds (IWF) der Übergangsregierung in Kiew Reformwillen attestiert. „Die Entschlossenheit, das Verantwortungsbewusstsein und das Bekenntnis zu einer Reformagenda der Behörden hat mich positiv beeindruckt“, erklärte der Leiter der IWF-Europaabteilung, Reza Moghadam, am Freitag in Washington. In den vergangenen Tagen habe er „produktive“ Gespräche mit Interimsministerpräsident Arseni Jazenjuk und dessen Wirtschaftsberatern geführt. Der Währungsfonds stehe bereit, um der Ukraine und ihrer Bevölkerung zu helfen.

+++Zehntausende bei Solidaritäts-Konzert in Moskau+++
Mehr als 65.000 Menschen haben am Freitag in Moskau an einem Konzert zur Unterstützung der Bevölkerung und ihrer neuen pro-russischen Führung auf der Krim teilgenommen. Zu Beginn des Freiluftkonzerts in unmittelbarer Nähe zum Kreml stimmte der russische Popstar Oleg Gasmanow ein patriotisches Lied mit dem Titel „Offiziere“ an, zahlreiche Zuhörer schwenkten russische Fahnen oder Spruchbänder mit der Aufschrift „Die Krim ist russischer Boden“.

+++Gazprom droht mit Lieferstopp+++
Der staatliche russische Gazprom-Konzern will der Ukraine den Gashahn zudrehen, sollten fällige Rechnungen nicht gezahlt werden. „Entweder die Ukraine begleicht ihre Schulden und zahlt für die laufenden Lieferungen oder es besteht das Risiko, dass wir zu einer Lage wie Anfang 2009 zurückkehren“, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Freitag in Moskau. 2009 hatte der Konzern die Lieferungen während eines kalten Winters eingeschränkt. Davon waren auch mehrere europäische Ländern einschließlich Deutschland betroffen, da das Gas für sie durch die Ukraine geleitet wurde. Nach Angaben Millers waren am Freitag 440 Millionen Dollar für die Februar-Lieferungen fällig, die die Ukraine aber nicht beglichen habe. Russlands Präsident Wladimir Putin sowie Gazprom hatten bereits angekündigt, ab April den Preis für Gas zu erhöhen, da die Ukraine nicht pünktlich zahle.

+++US-Zerstörer passiert Bosporus+++
Der US-Zerstörer „Truxtun“ hat auf dem Weg ins Schwarze Meer den Bosporus in Istanbul passiert. Das Nato-Mitglied Türkei hatte den USA zuvor grünes Licht für eine Passage durch die Meerenge gegeben. Die US-Marine hatte mitgeteilt, das Schiff mit einer Besatzung von etwa 300 Mann wolle an einer Trainingsmission mit der rumänischen und bulgarischen Marine teilnehmen. Vorgesehen seien auch eine Hafenvisite und weitere seit längerem geplante Übungen. Am Dienstag waren zwei russische und ein ukrainisches Kriegsschiff auf dem Weg ins Schwarze Meer durch den Bosporus gefahren.

Assad lobt russisches Vorgehen

+++Assad begrüßt russische Aktionen auf der Krim+++
Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat Russlands Vorgehen in der Ukraine nach dem „versuchten Putsch“ in den höchsten Tönen gelobt. Die Machtergreifung auf der Krim zeige die „kluge Politik“ des russischen Präsidenten, schrieb Assad in einem Brief an Putin, aus dem staatliche syrische Medien am Donnerstagabend zitierten. Er würdigte Putins Bemühungen, „Sicherheit und Stabilität“ in der Ukraine wiederherstellen wollen. Putins Aktionen im Osten der Ukraine verhinderten, dass die terroristischen Extremisten aus Kiew die Macht übernähmen.

+++Russland droht mit deutlicher Antwort+++
Russland droht der EU für den Fall schärferer Sanktionen mit einer deutlichen Antwort gedroht. Härtere Strafmaßnahmen gegen Moskau würden nicht ohne Reaktion bleiben, teilte das Außenministerium in Moskau am Freitag mit. Die jüngsten Beschlüsse der EU zur Lösung des Ukraine-Konflikts seien „nicht konstruktiv“. Besonders das Einfrieren von Verhandlungen über Visa-Erleichterungen und über ein neues Rahmenabkommen für die Beziehungen zwischen Brüssel und Moskau sei „befremdlich“. Es dränge sich der Eindruck auf, dass diese Entscheidungen nicht vom „gesunden Menschenverstand“ geleitet worden seien, hieß es.

Menschen auf der Krim demonstrieren für den Frieden

+++Ukrainischer Sender spricht von 30.000 russischen Soldaten+++
Auf der Krim sind nach Angaben der ukrainischen Grenztruppen inzwischen 30.000 russische Soldaten. Das berichtet der ukrainische Sender Kanal 5 TV.

+++Steinmeier warnt Russland vor „Annexion“+++
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Russland mit Nachdruck vor einer Aufnahme der Krim in die Russische Föderation gewarnt. „Ganz sicherlich wäre die Annexion nicht nur ein von der Europäischen Union vehement verurteilter Schritt“, sagte Steinmeier am Freitag nach einem Treffen mit dem tschechischen Außenminister Lubomir Zaoralek in Berlin. „Die Weltgemeinschaft bis hin zu den Nachbarstaaten Russlands würde empört reagieren.“ Die EU droht für diesen Fall bereits mit weiteren Sanktionen. Abermals forderte Steinmeier Russland auf, die von Deutschland vorgeschlagene Krim-Kontaktgruppe nicht länger zu blockieren. Aus Moskau gebe es allerdings keine positiven Signale: „Das liegt im Augenblick auf Eis“.

+++Auch Europarat bietet Hilfe an+++
In den diplomatischen Bemühungen zu einer friedlichen Lösung der Krim-Krise hat nun auch der Europarat seine Hilfe angeboten. Die Organisation wolle untersuchen, ob die Rechte der russischen Minderheit in der Ukraine gewahrt würden, sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz am Freitag in Wien. Er werde daher Anfang nächster Woche mit Generalsekretär Thorbjörn Jagland nach Kiew reisen. Österreich leitet noch bis Mitte Mai das Ministerkomitee des Europarats. Die Organisation achtet unter anderem auf die Einhaltung von Menschenrechten.

+++Russland bereit zu Aufnahme der Krim+++
Gut eine Woche vor einem Referendum auf der Krim stellt Moskau der Schwarzmeer-Halbinsel eine Aufnahme in die Russische Föderation in Aussicht. „Wenn eine solche Entscheidung bei dem Krim-Referendum getroffen wird, dann wird die Republik zu einem gleichberechtigten Subjekt der Russischen Föderation mit allen Rechten und Vollmachten“, sagte die Chefin des russischen Föderationsrates, Valentina Matwijenko, am Freitag.

Sigmar Gabriel auf dem Maidan

+++Polen fordert Ausbau der EU-Verteidigungsfähigkeit+++
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski hat angesichts der Ukraine-Krise einen Ausbau der Reaktions- und Verteidigungsfähigkeit der Europäischen Union (EU) gefordert.

+++Gabriel auf dem Maidan+++
Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat am Freitag in Kiew den Maidan besucht, den zentralen Schauplatz der jüngsten blutigen Zusammenstöße mit zahlreichen Todesopfern. Gabriel suchte das Gespräch mit ukrainischen Bürgern und hörte sich die Schilderungen der Menschen von den dramatischen Ereignissen auf dem Platz an. Mit Blick auch auf die vielen für die Opfer niedergelegten Blumen sagte Gabriel: „Das ist sehr bedrückend.“ Er habe sich nicht vorstellen können, dass es bei einer Revolution in Europa soweit habe kommen können. Als Lichtblick nannte der Bundeswirtschaftsminister die vielen Europa-Flaggen auf dem Maidan.

Vizekanzler Gabriel auf dem Maidan: „Das ist sehr bedrückend.“

Vizekanzler Gabriel auf dem Maidan: „Das ist sehr bedrückend.“

+++Gabriel trifft ukrainischen Regierungschef+++
In Kiew traf Gabriel auch den ukrainischen Regierungschef. Er forderte Europa auf, die Ukraine mit konkreten Angeboten zu unterstützen. Als konkreten Vorschlag nannte er, das Land sei in der Lage, Strom nach Europa zu exportieren, unter anderem nach Polen. Allerdings fehlten entsprechende Netze. Gabriel fügte hinzu, angesichts der dramatischen Lage in dem Land seien jetzt weniger Worte, als vielmehr konkrete Vorschläge und Taten gefragt. Dies müsse man den Menschen in der Ukraine deutlich machen.

+++Ukraine bereit zu Verhandlungen+++
Die Ukraine ist nach den Worten von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk bereit zu Verhandlungen mit Russland. Das Nachbarland müsse seine Unterstützung für Separatisten auf der Krim beenden und seine Soldaten abziehen. Einen Anschluss der Halbinsel an Russland per Volksentscheid wird laut Jazenjuk „niemand in der zivilisierten Welt“ anerkennen.

+++Russisches Parlament will Krim-Referendum anerkennen+++
Das russische Parlament wird nach den Worten des Duma-Präsidenten das Ergebnis des geplanten Referendum über die Zukunft der ukrainischen Halbinsel Krim anerkennen. „Wir werden die historische Entscheidung der Bevölkerung der Krim akzeptieren“, sagte der Präsident des Unterhauses, Sergej Naryschkin, laut russischen Nachrichtenagenturen. „Wir werden die freie und demokratische Entscheidung der Krim-Bevölkerung unterstützen.“

+++Flugzeug mit Jazenjuk in Wien wegen Terroralarm umstellt+++
Ein Flugzeug mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk an Bord ist laut Medienberichten wegen einer Terrorwarnung in Wien von Sicherheitskräften umstellt worden. „Informierte Kreise“ bestätigten einen entsprechenden Bericht der Wiener Zeitung „Kurier“, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Freitag meldete.

+++UEFA-Boss Platini spricht sich gegen Paralympics-Boykott aus+++
UEFA-Präsident Michel Platini (58) hat sich nach dem aggressiven Vorgehen Russlands in der Krim-Krise gegen einen Boykott der Winter-Paralympics in Sotschi (7. bis 16. März) ausgesprochen und dabei an die umstrittene Fußball-WM 1978 in Argentinien erinnert. „Ich denke, es ist immer besser, teilzunehmen und zu erklären, was man für richtig hält, statt zu boykottieren“, sagte der französische Boss der Europäischen Fußball-Union der CNN.

„Russland wird sich rächen“

+++Ukraine denkt über Boykott der Paralympics nach+++
Ein möglicher Boykott der ukrainischen Mannschaft bei den Paralympics in Sotschi steht weiter im Raum. Das Team wird am Freitag ab 10.30 MEZ (13.30 Uhr Ortszeit) eine Pressekonferenz in Sotschi abhalten. Das teilte das Olympische Komitee der Ukraine am Freitagmorgen mit. Am Donnerstag hatten die Sportler einen stillen Protest im Olympischen Dorf abgehalten. Hintergrund sind die politische Spannungen mit Russland auf der Halbinsel Krim.

+++Frankreich droht Russland weitere Sanktionen an+++

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius droht mit weiteren Sanktionen gegen Russland, sollte eine erste Runde keine Wirkung zeigen. Es seien auch Strafmaßnahmen gegen Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin möglich.

EU von möglichem Gas-Stopp schwer getroffen

+++Russland und Krim-Führung bereiten Volksabstimmung vor+++

Unbeeindruckt von Sanktionen des Westens bereiten Russland und die moskautreue Führung der Halbinsel Krim eine Volksabstimmung vor. Die Krim-Bevölkerung soll am Sonntag in einer Woche über ihren Anschluss an Russland entscheiden. „Wir unterstützen die freie und demokratische Wahl der Krim-Bevölkerung“, sagte der russische Parlamentschef Sergej Naryschkin am Freitag in Moskau.

+++Kreml: Differenzen zwischen USA und Russland über Krim bleiben+++
Die Ansichten von US-Präsident Barack Obama und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin über die Krim-Krise gehen nach Angaben des Kreml weiterhin deutlich auseinander. Putin habe Obama während eines einstündigen Telefonats gesagt, dass die neue Regierung in der Ukraine durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen sei und unzulässige Entscheidungen über den Osten und Südosten des Landes sowie die Halbinsel Krim getroffen habe. „In dieser Angelegenheit kann Russland Bitten um Hilfe nicht ignorieren und handelt entsprechend, in voller Übereinstimmung mit internationalem Recht“, erklärte Putin. Er habe zudem die Bedeutung des russisch-amerikanischen Verhältnisses für die Sicherheit und die Stabilität der Welt unterstrichen. Diese sollten nicht für einzelne Differenzen - wenn auch sehr wichtige – über internationale Probleme aufs Spiel gesetzt werden.

+++Gabriel in Kiew eingetroffen+++
In der Krim-Krise ist Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Der Bundeswirtschaftsminister will am Morgen mit dem Ministerpräsidenten der Übergangsregierung, Arseni Jazenjuk, zusammentreffen. Berlin ist besorgt, weil nicht nur auf der Halbinsel Krim, sondern auch im Osten des Landes prorussische Kräfte weiter Auftrieb bekommen, die eine Abspaltung von der Ukraine befürworten. Gabriel hatte zuvor am Donnerstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über Möglichkeiten zur Entspannung beraten. Die Fronten mit dem Westen sind verhärtet. Die USA und die EU haben erste Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht.

+++Polizeibehörde berät über Fahndungs-Antrag +++
Die internationale Polizeibehörde Interpol prüft einen Antrag der Übergangsregierung in Kiew, den entmachteten ukrainischen Präsidenten weltweit zur Fahndung auszuschreiben. Das Gesuch sei am Mittwoch eingegangen, erklärte Interpol am Freitag. Eine sogenannten Rote Notiz zur Festnahme und Auslieferung Janukowitschs würde an alle 190 Interpol-Mitgliedsländer und damit auch an Russland gehen. Interpol betonte aber, die Mitgliedsstaaten könnten nicht zu einer Festnahme gezwungen werden. Die ukrainische Übergangsregierung wirft dem Ex-Präsidenten Machtmissbrauch und „Massentötungen“ vor. Das Parlament hatte Janukowitsch Ende Februar nach monatelangen gewaltsamen Protesten für abgesetzt erklärt. Später fand er in Russland Zuflucht.

+++EU kann russisches Gas in der Ukraine kaum ersetzen+++
Die Europäische Union (EU) könnte bei einem Lieferstopp Russlands nach Einschätzung von Analysten die Ukraine nur für kurze Zeit ausreichend mit Erdgas versorgen. Im Zuge des Konflikts um die ehemalige Sowjetrepublik wird in der EU an einem Plan gefeilt, wie die Ukraine an den Rohstoff gelangen kann, wenn der russische Staatskonzern Gazprom dem Nachbarland den Gashahn zudrehen sollte. Dabei sollen die Pipelines, die normalerweise russisches Gas über die Ukraine in die EU transportieren, für die Lieferung in umgekehrte Richtung genutzt werden. Doch Experten wie die Beratungsgesellschaft Eurasia Group gingen am Donnerstag davon aus, dass die EU-Kapazitäten dafür nicht dauerhaft ausreichen würden.

Sewastopol stimmt für Russland-Anschluss

Die wirtschaftlichen Konsequenzen der Krim-Krise

+++Ifo-Chef: Sanktionen gegen Russland gefährden deutsche Energiewende+++
Wirtschaftssanktionen gegen Russland würden nach Überzeugung von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn den Erfolg der Energiewende in Deutschland aufs Spiel setzen. Deutschland könne sich eine solche Sanktionspolitik nicht leisten, weil man im Zuge der Energiewende zunehmend auf russische Gaslieferungen angewiesen sei, sagte der Ökonom der „Passauer Neuen Presse“. Bis erneuerbare Energieträger genug Anteile am Strommix abdecken können, sollen in der Übergangszeit vor allem Gaskraftwerke die Gesamtversorgung sichern. Russland zählt zu den wichtigsten Gaslieferanten der Bundesrepublik. Bis erneuerbare Energieträger wie die Wind-, Wasser- und Solarkraft hinreichend große Anteile am Strommix abdecken können, sollen in der Übergangszeit vor allem moderne Gaskraftwerke die Gesamtversorgung sichern. Neben Norwegen zählt Russland zu den wichtigsten Gaslieferanten der Bundesrepublik. Mit Strafmaßnahmen schneidet sich die EU aus Sicht Sinns daher letztlich ins eigene Fleisch. „Der Versuch, Länder wie die Ukraine aus dem russischen Einflussbereich herauslösen und an den Westen binden zu wollen, ist naiv“, meinte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts.

+++Linke: EU-Milliarden-Hilfen an Ukraine landen bei Oligarchen+++
Die Linkspartei hat vor Soforthilfen der Europäischen Union für die Ukraine gewarnt. Es sei jetzt weder der Zeitpunkt für Milliardenkredite an die ukrainische Regierung unter Beteiligung von Rechtsextremisten noch für Sanktionen gegen Russland, sagte die stellvertretende Linken-Fraktionschefin Sarah Wagenknecht der „Rheinischen Post“ laut Vorab-Bericht aus der Freitagausgabe. Es müsse vielmehr jetzt geklärt werden, ob Mitglieder der aktuellen ukrainischen Regierung vorher als Akteure der militanten Proteste auf dem Maidan mitverantwortlich für Morde durch Scharfschützen gewesen seien. EU-Milliarden an die Ukraine seien zudem verantwortungslos, weil sie „in den Taschen der Finanzzocker und Oligarchen“ landen würden. „Die EU-Kommission und die EU-Regierungschefs haben offensichtlich ihr moralisches Koordinatenkreuz komplett verloren“, sagte Wagenknecht.

+++Stadtrat von Sewastopol stimmt für Beitritt zu Russland+++
Der Stadtrat von Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim hat eine Angliederung an Russland beschlossen. Das Gremium habe sich entschieden, sich der Russischen Föderation anzuschließen, hieß es in einer Erklärung auf den Internetseiten des Stadtrats. In Sewastopol ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

Das Krim-Parlament hatte zuvor eine Volksabstimmung über den künftigen Status des Gebiets für den 16. März angesetzt. Die Bürger sollen zwischen einer verstärkten Autonomie innerhalb der Ukraine und einer künftigen Zugehörigkeit zu Russland entscheiden. Zudem wurde Russlands Präsident Wladimir Putin per Parlamentsbeschluss gebeten, eine Aufnahme der Krim in die Russische Föderation zu prüfen.

Kiewer Leben in Saus und Braus
Viktor Pshonka
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Der ukrainische Ex-Generalstaatsanwalt, Viktor Pschonka, hat seine Villa am Stadtrand von Kiew verlassen. Übereinstimmenden Angaben zufolge schossen seine Leibwächter auf Grenzschützer, sodass ihnen die Flucht gelang. Sein Anwesen ist nun unter Kontrolle des rechtsextremen „Pravyj sektors“. Die Bilder der Protz-Villa.

(Foto: ap)
A general view shows the house of Ukraine's former prosecutor general Pshonka in the village of Gorenichy outside Kiev
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Pschonka gilt als enger Vertrauter des bisherigen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Nach dessen Umsturz hat der Ex-Generalstaatsanwalt die Flucht ergriffen. Sein Aufenthalt ist unbekannt.

(Foto: Reuters)
A picture depicting Ukraine's former prosecutor general Viktor Pshonka as French Emperor Napoleon is seen in a his house in the village of Gorenichy outside Kiev
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In dem Anwesen wurde eine ganzes Arsenal an Antiquitäten und Gemälden gefunden – manche davon äußerst skurril. Dieses Bild zeigt Pschonka in der Rolle des Französischen Eroberers Napoleon.

(Foto: Reuters)
An interior view from the house of Ukraine's former prosecutor general Pshonka in the village of Gorenichy outside Kiev
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Ein Blick auf ein Leben in Luxus, das in starkem Kontrast zu den Leben der Menschen steht, über die Pschonka gerichtet hat.

(Foto: Reuters)
A general view shows the house of Ukraine's former prosecutor general Pshonka in the village of Gorenichy outside Kiev
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Neugierde zieht immer mehr Besucher aus Kiew zu der Villa am Stadtrand. Manche wollen sehen, wie der Ex-Generalstaatsanwalt gehaust hat, andere haben Ärgeres im Sinn.

(Foto: Reuters)
A man sits on a chair in the house of Ukraine's former prosecutor general Pshonka in the village of Gorenichy outside Kiev
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Die Demonstranten, die das Ruder in der Villa übernommen haben, schließen die Öffentlichkeit aber bislang aus. Sie wollen das Anwesen vor potentiellen Plünderern beschützen.

(Foto: Reuters)
An interior view from the house of Ukraine's former prosecutor general Pshonka in the village of Gorenichy outside Kiev
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Alles, was von Wert sein könnte – und das ist so ziemlich alles in dem Anwesen – weckt das Begehren von Dieben. Fabergé-Eier finden sich gleich mehrere in der Villa.

(Foto: Reuters)
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76 Kommentare zu "+++Liveblog++++: Russland: Westen als Vermittler unglaubwürdig"

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  • Die Aggression des Westens unter Führung der USA gegen Russland ist unerträglich. Es ist klar, dass die Selbstbestimmung der Krim und der Ostukraine dem Hegemonie-Anspruch des Westens zuwider läuft. Ich möchte nur mal ein paar Fakten zu unseren lieben Verbündeten nenne.
    1. Unsere amerikanischen Freunde hören uns immer und zu jeder Zeit ab. Wann und so oft sie wollen - auch ohne Anfangsverdacht.
    2. Die Existenz der USA beruht auf der gelungenen Durchführung eines Völkermordes an der ursprünglichen Bevölkerung.
    3. Die USA haben als einzige Nation Nuklearwaffen gehen Zivilbevölkerung in Japan angewandt. Zuvor haben sie alle namhaften japanischen Städte mittels Brandbomben zum grossen Teil zerstört. Ein Krieg gehen Frauen und Kinder.
    4. Die USA betreiben zur Zeit ein Konzentrationslager auf Kuba.
    5. Die USA stellen Todeslisten auf und exekutieren mögliche Strafttäter überall auf der Welt. Ohne Anklage, ohne Gerichtsverhandlung. Es handelt sich um Mord. Dabei respektieren sie weder internationales Recht noch die Souveränität andere Staaten.
    6. Die USA haben im Irak einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg geführt, um der Öl- und Goldreserven des Irak habhaft zu werden.
    7. Die USA destabilisieren geostrategische Satellitenstaaten im Einflussgebiet Russlands, wie Georgien, Ossetien, Syrien und die Ukraine.

    Es ist verständlich, dass dem Imperialismus der USA endlich von Russland und China Einhalt geboten werden muss. Europa sollte sich nicht von den USA in einen Krieg treiben lassen.

  • ja und Chevron Fracking fuer die Westurkraine, darum geht es, zugleich Chinesen im Agrarleasing.

  • @ gandhi

    Ukraine = Kornkammer = Monsanto ???????

  • Zitat : US-Zerstörer passiert Bosporus

    - natürlich in Begleitung von 2 Russischen U-Booten !

    Falls der Zerstörer vom Kurs abweicht, gibt's ein Feuerwerk oberhalb des Wasser...:-)

  • Besuchen sie Europa so lange es noch geht
    Besuchen sie Europa solange es noch steht...

  • Die Russen, ob man Putin mag oder nicht, haben das gleiche Völkerrecht wie die POLIT-USA, die sich mittlerweile jedes Recht erlauben, was die Russen so gar NICHT getan haben..!
    Eine emotions-freie Real-Politik wird noch früh genug offenbaren, wer die eigentlichen Kriegstreiber sind und welche immer gleichen Figuren dahinter stehen und die Unwahrheiten weiter anheizen..!
    Jetzt lässt sich Berlin bereits von diesen Figuren Timoschenko und Klitschko vereinnahmen, die für mich nicht erkennbar, eine friedliche Lösungen der Krise wollen..!
    Und, alles schon vergessen?, war die Timoschenko in ihrer Polit-Hoch-Zeit doch keinen Deut besser als der korrupte Janukowitsch..! Und was will sie jetzt..? Sie will überleben, weil sie von vielen gehasst wird..!
    Und große Teile unserer Presse manipulieren eb enso die Wahrheit und machen sich so mitschuldig, wenn die jetzigen Differenzen zum kriegerischen Malheur ausarten..!

  • Geanu wie der dümmste Willi aller Zeiten in Polen.
    Meine größte Verachtung.

  • So und für alle eine kleine Geschichtslehrstunde:
    Bitte beachten, alleine die Namen sind definitiv nicht europäisch.
    http://www.krieger-des-nordens.de/schlagzeilen.htm#1000
    soviel zu Ukraine ist euopäisch = oO, wohl paar in Geschichte nicht aufgpasst. Rus=Russisch

  • Keine Sorge war nur ein kleiner Hinweis auf Propaganda! Es kann schon echt sein, dass die russischen Soldaten keine echten russischen Militärs sind! Wenn die Ukrainer die Berkut-Einheit entlassen hat und diese russische Pässe bekommen hat und evtl sich der Ausrüstung bedient hat (alte russische Anzüge, Waffen und Fahrzeuge) dann lügt Herr Putin net mal. Alles Fiktion obwohl alles stimmen kann! Etc. blablabal, frag mich einfach was vor der Ukraine-Krise schlechter war=NIX, fand alles besser.

  • Was hüpft dieser Gabriel (Wirtschafts- und Energieminister) eigentlich auf den Maidan rum und legt da Blumen nieder! Der soll sich lieber um die Abschaffung der wohlstandsvernichtenden EEG kümmern und diese perfide und asoziale Energiewende einer ökosozialistischen Denkweise rückgängig machen! Zum Wohl des deutschen Volk! Hr. Gabriel!

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